Breitspurbahn soll von Peking nach Parndorf führen

  • Werner schrieb:

    Auch die Bahnindustrie fürchtet die billige Konkurrenz aus China. Beispiel Westbahn: Neubeschaffung von Garnituren. Oder auch der verhinderte Merger von Siemens und Alstom.
    Ich kenne einige Mitarbeiter in der Branche, die um ihre Arbeitsplätze zittern.
    Beispiele gibt es sicher noch viele.
    Eine lange Antwort zu einer kurzen Anmerkung :) Ich meinte mit "Regionen" aber die Länder auf der rund 10000 Km langen Strecke.

    Westbahn hat sich erneut für Stadler entschieden. Und wie auch in anderen Branchen gibt es allerorts Veränderungen (siehe derzeit OPEL Werk in Wien). Die wirtschaftliche Entwicklung und Veränderung der Märkte in Europa findet doch schon Jahrzehnte statt. Diese Bahnverbindung bedeutet primär eine Verlagerung von Frachtschiffen und Frachtflügen auf die Schiene, was natürlich einige Vorteile mit sich bringt.
    Im Prinzip ist es egal, ob diese Bahn in Bratislava oder Parndorf endet, aber Parndorf ist für Österreich meines Erachtens die bessere Variante.
    Der Schienenweg ist das Ziel
  • Werner schrieb:


    Zum Thema "Sprengkraft" und "profitierende Regionen":
    Bedenklich erscheint mir die grundsätzliche Absicht, die hinter dem Projekt "Neue Seidenstraße" steckt, zumindest den Europäischen Markt, aber auch andere Kontinente mit den in China produzierten Waren zu überschwemmen.
    Und damit Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, aber auch in Ingenieurberufen - beispielsweise Elektronik - von hier in den fernen Osten abzusaugen.
    Das ist vielfach schon geschehen: Beispielsweise im Bereich Kommunikationstechnik sind in Europa wie auch in USA ganze Industrien bis auf ein paar minimale Reste verschwunden.
    Die meisten Ausrüstungen der Kommunikationstechnik kommen heutzutage aus Asien.
    Um die Beschaffung von 5G-Equipment gibt es sogar auf höchsten politischen Ebenen heftige Kontroversen wegen der Chinesischen Hersteller.

    Ein Beispiel aus den letzten Jahren: Die einst hoch angesehene Wiener Firma AKG (Akustische und Kino-Geräte), bekannt für Kopfhörer, Mikrofone etc., wurde hauptsächlich aus Kostengründen nach China verlagert.

    Auch die Bahnindustrie fürchtet die billige Konkurrenz aus China. Beispiel Westbahn: Neubeschaffung von Garnituren. Oder auch der verhinderte Merger von Siemens und Alstom.
    Ich kenne einige Mitarbeiter in der Branche, die um ihre Arbeitsplätze zittern.
    Beispiele gibt es sicher noch viele.

    Wenn man also den Import aus dem (Fernen) Osten noch deutlich fördert - durch verbesserte und beschleunigte Handelswege - gehen zwangsläufig Arbeitsplätze in unseren Regionen verloren.
    Man braucht das nur mit offenen Augen zu beobachten.

    [...]

    Am besten hat es Draisinenfan formuliert:

    Draisinenfan schrieb:

    Welchen Sinn macht es, das Terminal grad in Österreich zu bauen, wo doch ein paar km weiter östlich mehr Platz, der Grund billiger und die Arbeitskräfte günstiger sind...?

    Auch wenn das jetzt sehr humanistisch und romantisch klingt: wir sitzen alle im selben Boot, egal ob Europa, China, Bangladesch, Afrika oder die USA. Durch die massive Produktion in China hat sich der Lebensstandard dort deutlich verbessert. Ein besserer Lebensstandard ist aus meiner Sicht auch eine Chance für die Befreiung der dortigen Bevölkerung von der Unterdrückung und Diktatur. Und wenn die Heuschrecken mit China fertig sind ziehen sie sowiso weiter, nach Bangladesch und Afrika, siehe auch das Interview mit Arno Pichler im Standard:

    der Standard schrieb:

    Auch in China wurde die Textilindustrie ein sterbender Zweig, der Näher sucht. Die Karawane zog in Länder wie Bangladesch und Myanmar weiter, wird irgendwann Afrika erreichen.

    Was das aussterben gerade der Bahnindustrie in den USA betrifft: selbst schuld! In den USA gibt es in der Tat kein einziges Unternehmen (mehr) das Schienenfahrzeuge produziert, denn die gesamte Industrie dort ist auf die Produktion von militärischen Gütern - also Waffen - ausgerichtet!

    Und auch wir sind hier mit unserem antiqutierten Steuersystem ebenfalls selbst schuld, dass die Produktion von Gütern woanders eben billiger ist. Denn alles, wo bei uns etwas in den Wirtschaftskreislauf eingebracht wird ist massiv besteuert, Dinge oder Geld zu entnehmen bzw. zu parken - ein Beispiel wo sicherlich jeder zustimmen kann wären Immobilien - kostet meistens nicht nur nichts, sondern mehrt sogar noch den Gewinn.

    Auch ist ein extremes Ungleichgewicht da: während die großen Konzerne und diejenigen die es eben für nötig erachten sich nichtmal groß anstrengen müssen um das Steuersystem zu hintergehen trifft es die Schwächsten - sowohl Arbeitgeber- und -nehmer voll. Die "Leistung", der Sebastian Kurz ja so huldigt, wird bestraft und nicht belohnt und durch die Maßnahmen, die unter jahrzehntelanger Herrschaft(sbeteiligung) der ÖVP gesetzt wurden verstärken das nur mehr und mehr. Wir brauchen ein völlig anders gedachtes Steuersystem und nicht Reformen, die das Ungleichgewicht ständig nur verstärken.

    Was das Thema "5G-Equipment" betrifft: uns muss klar sein, dass wir uns längst zwischen den Fronten eines massiven Wirtschaftskrieges befinden. Alle Aussagen zu dem Thema müssen unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Wenn wir das 5G-Equipment aus den USA kaufen... dann bauen wir halt die Hintertüren der NSA ein und nicht die der Chinesen, das ist ja auch das Ziel solcher Wirtschaftsblockaden.
    Hier sind wir wieder bei dem Punkt, dass es eigentlich eine eigenständige Industrie bräuchte, die wir uns aber nicht leisten können.
  • Diese Bahnverbindung bedeutet primär eine Verlagerung von Frachtschiffen und Frachtflügen auf die Schiene, was natürlich einige Vorteile mit
    sich bringt.
    Im Prinzip ist es egal, ob diese Bahn in Bratislava oder Parndorf endet,
    aber Parndorf ist für Österreich meines Erachtens die bessere Variante.
    Diese Bahnverbindung gibt es schon und wird auch immer intensiver genutzt.
    Warum ist es für Österreich die bessere Variante? Ich sehe nur Milliarden an Investitionen, von denen quasi nur der LKW profitiert. Spurwechsel wird weiterhin im billigeren Osten passieren.
  • ttgo schrieb:

    Und wenn die Heuschrecken mit China fertig sind ziehen sie sowiso weiter
    Die Textilindustrie hat das schon gemacht und sitzt jetzt im billigeren Vietnam.


    Was Chinas Eisenbahnproduktion anbelangt : die europäische Eisenbahnindustrie kommt mit der Produktion eh nicht nach, also warum nicht endlich chinesischen Fahrzeuge? Gefertigt muss sowieso zumindest teilweise am Lieferkontinent werden. Hitachi baut ja auch Werke in Europa.

    Lohn- und damit Preisunterschiede zwischen Europa und China nivellieren sich auch mit der Entwicklung Chinas. Und in ein paar jahren ist es vielleicht wieder umgekehrt, da scheint wirtschaftlich die Sonne in China und in Europa regnets und die europäische Eisenbahnindustrie liefert nach China.



    Die Notwendigkeit einer Breitsporbahn nach Parndorf sehe eich dennoch so wie KFNB im Posting direkt darüber.
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