Reschenbahn immer noch ein Thema...!

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  • Hab mir jetzt ein wenig die Topografie angesehen: Lermoos - Nassereith sind ca. 10 km Luftlinie mit ~ 150 Meter Höhenunterschied. Mit realen Streckenführung sind da 12,5 %o durchaus einhaltbar. Nassereith - Silz sind nochmal gut 10 km aber für 200 Meter Höhenunterschied, das wäre zu kurz. Da müsste man bis Stams, das würde aber gleichzeitig an die 25 km Tunnel für ein überschaubares Fahrgastpotential bedeuten.
    Vielleicht versucht man dies über Stams zu ersparen. Aber auch so vermutlich kaum finanzierbar.
  • Mann muss das auch so sehen: Der Bezirk Reutte hatte mit Stichtag 1. 1. 2017 nur 32.399 Einwohner (EW-Dichte 26 EW/km²). Eine Fernverkehrsfunktion wird die "Fernbahn", auch wenn sie je so heißen sollte, nie haben. Ein erklecklicher Teil der Auspendler aus dem Außerfern ist Richtung Kempten und Garmisch orientiert. Für diese ist die "Fernbahn" für die Katz'. Das erwartbare Fahrgastaufkommen wäre daher mehr als überschaubar. In so ein Projekt zu investieren, halte ich für fahrlässig.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • An der Reschenbahn wird wieder mal rumgeköchelt...
    Aber seit ich vor drei Wochen die Menschenmassen in der Pustertalbahn gesehen habe, könnte ich mir sogar vorstellen, dass es ein Erfolg würde (sofern es von den Südtirolern betrieben würde...)

    Hier ein Beitrag auf ORF Tirol vom 14.8.2018:

    Pläne für Zug von Landeck nach Südtirol

    Für eine länderübergreifende Zugverbindung von Landeck bis Mals in Südtirol gibt es schon lange Pläne. Nun wurde eine Informationskampagne zur „Reschenbahn“ gestartet. Touristiker begrüßen das Projekt.

    Die Reschenbahn solle nach dem Vorbild der „Vinschger-Bahn“ umgesetzt werden, sagt Sven Knoll, Abgeordneter der Südtiroler Freiheit. Nachdem es im Südtiroler Landtag bereits eine Mehrheit dafür gebe, will die Fraktion nun auf Informationstour gehen, um eine breite Mehrheit für das Projekt zu erhalten, so Knoll.



    Finanzierung als größte Herausforderung
    Auch Skigebiete entlang der Strecke sollen an die Bahnlinie angebunden werden. Das begrüßen auch Touristiker in Nauders. Bergbahnen-Vorstand Manfred Wolf begrüßt das Projekt, es sei wünschenswert, wenn die Reschenbahn länderübergreifend realisiert werde. Wolf sieht die Finanzierung als größte Herausforderung und glaubt nicht, dass das Projekt in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden kann.

    Erste Pläne im 19. Jahrhundert
    Pläne einer Eisenbahnverbindung über den Reschenpass tauchten schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Die Reschenbahn hätte dabei das Bindeglied zwischen einer geplanten Fernbahn von Süddeutschland über Reutte und den Fernpass nach Landeck und der geplanten Ortler-Bahn von Mals über Tirano nach Mailand dargestellt.

    Dann wurden immer die Pläne wieder beiseite gelegt und später aus verschiedenen Gründen immer wieder hervorgeholt. So gewann gegen Ende des Ersten Weltkriegs aufgrund von Nachschubproblemen an der Südfront eine Bahn über den Reschen als „Frontbahn“ an strategischer Bedeutung. Dann wurden die Pläne wieder zurückgestellt, ehe im Zweiten Weltkrieg dann weitergearbeitet wurde. Mit Kriegsende wurden die Arbeiten wieder eingestellt.
    Franz Geiger/CC BY-SA 4.0


    Nordportal des Landecker Tunnels

    Die Trasse ist noch heute an manchen Stellen zu sehen, das Portal des Landecker Tunnels wurde 1999 unter Denkmalschutz gestellt.
    Mit dem Bau der Kraftwerke am oberen Inn ab 1953 gab es erneut Überlegungen zum Ausbau eines Teilstücks der Strecke, die aber nie realisiert wurden. 1954 wurden die Geleise im Stadtgebiet von Landeck abgebaut, später der Landecker Tunnel auf beiden Seiten vermauert.

    Publiziert am 14.08.2018
  • Das Bezirksblatt Landeck berichtet ebenfalls. Die Fotomontage gefällt mir ;)



    Mit dem Zug von Landeck bis nach Mals


    Daniel Schwarz

    So könnte die Reschenbahn in Zukunft aussehen (Fotomontage). (Foto: Südtiroler Freiheit)

    LANDECK/MALS. Mit dem Zug von Landeck bis nach Mals. Die Idee einer Bahnverbindung über den Reschen ist nicht neu, aber so aktuell wie nie. Auch die Politik hat inzwischen die Bedeutung von Lokalbahnen als staufreies öffentliches Verkehrsmittel erkannt. In der gesamten Europaregion Tirol keimen derzeit Projekte für neue Eisenbahnverbindungen bzw. die Wiederinbetriebnahme alter Lokalbahnen auf. Nachdem sich der Süd-Tiroler Landtag bereits einstimmig für die Fertigstellung der Reschenbahn ausgesprochen hat, startet die Regionalratsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit nun auch auf regionaler Ebene eine umfangreiche Informations-Kampagne, um dieses Bahnprojekt - das für die gesamte Region einen enormen Mehrwert brächte - endlich auf Schiene zu bringen.

    Projekt Reschenbahn
    Die Reschenbahn ist die normalspurige, einer Fertigstellung harrende Bahnlinie von Mals bis nach Landeck, als deren Teilstück die Vinschgaubahn konzipiert und gebaut wurde. Vor genau 100 Jahren, im April 1918, wurde bereits mit den Bauarbeiten der Zugstrecke über den Reschen begonnen. Es wurden umfangreiche Baupläne erstellt, die Linienführung festgelegt, Grundstücke enteignet und die Zustimmung aller Gemeinden eingeholt. Von Landeck kommend wurden weite Teile der Bahnlinie bis Tösens sogar schon gebaut. Eisenbahntunnels, Bahnhöfe, Brücken und Bahndämme wurden errichtet, die teilweise heute noch existieren.

    Der Erfolg der Vinschgaubahn beweist den großen touristischen Nutzen, den auch die Reschenbahn hätte. Nach dem Vorbild des erfolgreichen Mobilitätskonzeptes der Pustertalbahn könnten entlang der Strecke die Skigebiete Haider Alm, Schöneben, Nauders, Serfaus-Fiss-Ladis und Fendels unmittelbar an die Reschenbahn angeschlossen werden. Mit dem Bau der Reschenbahn würden das Obere Gericht und der Obere Vinschgau direkt an internationale Bahnverbindungen angeschlossen und wären somit schnell und autofrei erreichbar. Auch die Anbindung an die Schweiz wäre von Taufers oder Mals aus nach Zernetz bzw. von Pfunds oder Tösens aus nach Schuls möglich.

    Plakataktion zur Reschenbahn
    Um 1900 beauftragten die großen Eisenbahngesellschaften namhafte Künstler mit der Gestaltung von eindrucksvollen Werbeplakaten für ihre Bahnlinien. Im Stile dieser großen Bahnplakate wurde nun ein Plakat für die Reschenbahn entworfen, das in den kommenden 14 Tagen an insgesamt 25 Haltestellen im Vinschgau angebracht wird. Mit diesem Plakat soll die Bevölkerung auf die Bedeutung der Reschenbahn aufmerksam gemacht werden. Gleichzeitig werden auch die Daten der Bahn-Tour beworben, bei der die Regionalratsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit Informationsveranstaltungen zur Reschenbahn organisiert.

    Informationsbroschüre
    Mit einer eigenen Broschüre, die der Bevölkerung, aber auch den politischen Gemeindevertretern im Vinschgau und Oberen Gericht zur Verfügung gestellt wird, sollen umfangreiche Informationen über die Reschenbahn vermittelt sowie die politischen Initiativen zu deren Umsetzung im Regionalrat aufgezeigt werden. Es ist wichtig, die Bevölkerung von Beginn an einzubinden, dafür bedarf es jedoch einer soliden Information. In der Broschüre werden die verkehrstechnischen Hintergründe, die historischen Entwicklungen, die bereits fertiggestellten Streckenabschnitte, Baupläne der Streckenführung, aber auch moderne Tourismuskonzepte zur Nutzung der Reschenbahn aufgezeigt.

    Bahn-Tour mit Bahnkulisse
    Zur umfangreichen und anschaulichen Information der Bevölkerung wird auch eine eigene Bahn-Tour mit Informationsveranstaltungen im Vinschgau organisiert. Blickfang ist dabei eine Bahnkulisse der Reschenbahn, auf der weitreichende Informationen dieser Bahnverbindung über den Reschen angegeben sind.

    Termine der Bahn-Tour:
    Freitag, den 31. August.
    Mals, Zentrum, 10-11.30 Uhr.
    Graun, Parkplatz beim See, 13.30-14.30 Uhr.
    Nauders, Seilbahnparkplatz, 15-16 Uhr.
    Samstag, den 15. September.
    Schlanders, Fußgängerzone, 10-12 Uhr.

    Beschlussantrag im Regionalrat:
    Mit all diesen Initiativen soll ein gesellschaftlicher und politischer Konsens zur Realisierung der Reschenbahn geschaffen werden. Die Region nimmt dabei eine ganz besondere Rolle ein, da der Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu einer besseren Vernetzung und spürbaren Entlastung der Straße in der gesamten Region führen wird. Die Informationskampagne zielt mithin auch darauf ab, ein verstärktes Engagement der Region für den öffentlichen Personenverkehr zu erwirken. Im Regionalrat wird daher auch ein Antrag zur Abstimmung vorgelegt, mit welchem sich der Regionalrat für einen Ausbau von Lokalbahnen wie der Reschenbahn aussprechen soll.

    Was vor genau 100 Jahren begonnen wurde, soll nun endlich fertiggestellt werden. Eine Zugverbindung von Landeck bis nach Mals.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Draisinenfan ()

  • und hier noch was aus der Tiroler Tageszeitung vom 21.8.:

    Süd-Tiroler Freiheit: ,,Viel Überzeugungsarbeit für Reschenbahn nötig“

    Die Südtiroler Initiative zum Bau der Bahnlinie Landeck-Mals will vor allem Obergrichter Touristiker und die Regionalpolitik „ins Boot“ holen.


    © Südtiroler Freiheit Eine Eisenbahn am Reschen werten Touristiker als Beitrag zur Umweltentlastung.

    Von Helmut Wenzel
    Landeck-Mals – Von Zwischenrufen lasse man sich nicht beirren. „Wir treten an, um Überzeugungsarbeit für den Bau der Reschenbahn zu leisten“, erklärte der Landtagsabgeordnete Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit im TT-Gespräch am Montag. In Südtirol sei die Stimmung für das Bahnprojekt Landeck-Mals weit besser als derzeit in Nordtirol. „Es gibt Überlegungen, teils stillgelegte Lokalbahnen wieder zu aktivieren. Auch die bisher nicht gebaute Ortlerbahn vom Vinschgau in Richtung Mailand könnte realisiert werden“, erläuterte der Abgeordnete.

    Längst hat Knoll die mehr als 100 Jahre alten Pläne zum Bau der ca. 69 Kilometer langen Reschenbahntrasse entstaubt und in Ausstellungen gezeigt. „Zwischen Landeck und Tösens wurden Tunnels, Brücken, Bahnhöfe und Bahndämme gebaut, die zum Teil noch existieren.“

    Die Größenordnung der Kosten liege heute zwischen 800 Mio. und einer Mrd. Euro, stellte der Abgeordnete fest. Zur Finanzierung sollen Fördermittel aus dem Interreg-Programm der EU lukriert werden. Zudem müssten die Länder Tirol und Südtirol sowie die Touristiker einen Beitrag leisten. „Vor allem die Touristiker sind Nutznießer. Wir haben einige Beispiele, wo Urlauber die Bahn zur Anreise in die Skigebiete nutzen. Die Option zur stressfreien Anreise per Bahn haben auch die Tourismusregionen Tiroler Oberland sowie Serfaus-Fiss-Ladis.“


    Die Tunnelportale bei der Pontlatzbrücke und in der Fließer Au sind Relikte des Bahnbaus vor 100 Jahren. Wenzel

    Nicht erreichbar war am Montag das für Verkehrspolitik und Verkehrsverbund Tirol (VVT) zuständige Regierungsmitglied LHStv. Ingrid Felipe. 2015 hatte sie sich in Zurückhaltung geübt, aber dennoch erklärt: „Langfristig halte ich das Projekt für wünschenswert.“

    Nicht nur als wünschenswert, sondern als „unbedingt notwendig“ wertet der Nauderer Touristiker Hans Kröll die Reschenbahn. Er würde auch gleich den Anschluss zur Rätischen Bahn im Engadin (Scuol-Tarasp) bauen.

    Knoll & Team sind am Freitag, 31. August, auf Info-Tour unterwegs. Erster Stopp ist um 10 Uhr in Mals-Zentrum. Ab 13.30 Uhr gibt es Reschenbahn-Infos in Graun (Parkplatz am See) sowie ab 15 Uhr auf dem Seilbahnparkplatz in Nauders.
  • Aus dem Bezirksblatt für den Bez. Landeck (6. Sept. 2018)

    "Bevölkerung ist begeistert von der Reschenbahn"

    Othmar Kolp

    Reschenbahn-Infotour: Sven Knoll, Myriam Atz-Tammerle uns Bernhard Zimmerhofer (v.l.) zogen eine positive Bilanz. (Foto: Süd-Tiroler Freiheit) Süd-Tiroler Freiheit machte mit ihrer Informationstour auch in Nauders halt

    NAUDERS/GRAUN. "Auf großes Interesse und Begeisterung" ist nach Angaben der Süd-Tiroler Freiheit der Auftakt der Informationstour zur Reschenbahn gestoßen, welche von der Regionalratsfraktion am vergangenen Wochenende im Vinschgau organisiert wurde. In Mals, Graun und Nauders konnten sich die Bürger über den Bau einer Zuglinie von Landeck nach Mals informieren.

    Gemeindevertreter, Touristiker, Wirtschaftsvertreter, Einheimische und Gäste nutzten die Gelegenheit, um sich über die Reschenbahn zu informieren und zeigten sich begeistert von der Idee einer solchen Bahnverbindung. Sogar ein Team des Schweizer Fernsehens war extra angereist, um über die Initiativen zur Reschenbahn zu berichten.

    Die Regionalratsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Zimmerhofer, Myriam Atz-Tammerle und Sven Knoll, erläuterten die bisherigen politischen Initiativen sowie den aktuellen Beschlussantrag im Regionalrat zur Reschenbahn. Ziel dieser Informationskampagne ist es, die Bürger von Beginn an umfassend zu informieren, da nur mit der Zustimmung der Bevölkerung die Reschenbahn realisiert werden kann.

    Durch den Bau der Reschenbahn würden das Obere Gericht und der Vinschgau direkt an internationale Bahnverbindungen in Landeck angeschlossen und auch die Anbindung an die Rhätischen Bahnen in der Schweiz wäre dadurch möglich.

    Der nächste Termin für die Infotour zur Reschenbahn ist am Samstag, den 15. September von 10 bis 12 Uhr in Schlanders (Fußgängerzone). Aufgrund des großen Interesses an der Reschenbahn werden weitere Termine folgen.