Reschenbahn immer noch ein Thema...!

  • Offensichtlich ist es ja nicht so, dass es keinen Verkehr übern Reschen gibt, wie diese Forderung der Pfundser belegt...:

    Den Begriff "Dosierampel" kannte ich allerdings noch nicht...


    TT von gestern

    Wunsch nach Dosierampel für die Reschenstraße
    Die Gemeinde Pfunds hat heuer ein Verkehrskonzept erstellen lassen. Dosierampeln und ein Kreisverkehr könnten für Beruhigung sorgen.


    © redosierampel
    Dosierampeln könnten wie auf der Fernpassstraße (Bild) den Verkehr durch Pfunds besser verteilen.
    Foto: Mittermayr

    Von Matthias Reichle

    Pfunds – Als die Reschenstraße aufgrund einer Baustelle nur einspurig war, hörte er von Anrainern den Wunsch, man möge noch lange bauen, erzählt Bürgermeister Rupert Schuchter. Während andere Gemeinden über Baustellenbehinderungen stöhnen, brachte diese für Pfunds eine angenehme Verkehrsberuhigung. Mit Dosierampeln könnte eine dauerhafte Lösung gelingen.

    Es ist eine der Maßnahmen, die der Gemeinde heuer mit einem von ihr in Auftrag gegebenen Verkehrskonzept vorgeschlagen wurden und der Schuchter und der Gemeinderat viel abgewinnen können. Wie andere Orte im Obergricht stößt Pfunds beim Thema Verkehr an seine Grenzen. Auf der Reschenstraße strömen jeden Sommer täglich Tausende Richtung Süden. Im Winter staut es sich bei der An- und Abreise in Prutz und Ried.

    Zeitweise sei der Verkehr auf der Route in den Vintschgau so stark, dass in Pfunds der innerörtliche Verkehr davon behindert wird. Der verlagere sich in die engen und verwinkelten Gassen des Ortes. Eine verzwickte Lage, die auch die künftige Siedlungsentwicklung einschränkt, wie Schuchter betont.

    Die Ampeln sollen den anrollenden Verkehr vom Reschen, aber auch aus Richtung Landeck vor den Ortstafeln einbremsen. Gleichzeitig sollen sie für Lücken sorgen, damit auch der innerörtliche Verkehr sowie die Fußgänger und Radfahrer wieder Platz auf der Straße haben.

    Eine ähnliche Anlage ist auch in Reutte in Betrieb – dort allerdings, um den Verkehr auf der Fernpass-Route besser zu verteilen. Schuchter kann der Idee für Pfunds einiges abgewinnen. Ebenso einem Kreisverkehr, der die Abzweigung zum Ortsteil Birkach und ins Gewerbegebiet einbindet und ähnliche Wirkung haben soll. „Damit wir auch in der Gemeinde noch leben können“, so Schuchter. Zudem soll auch der Fußgängerübergang bei der Neuen Mittelschule mit einer Ampel gesichert werden.

    Eine ganze Reihe kleiner Verbesserungen wurden vorgeschlagen. Auch innerorts mit der Ausweisung einer flächendeckenden Verkehrsberuhigung und zwei zusätzlichen Begegnungszonen, in denen ein 20er gelten wird. Langfristig könnte auch eine weitere Bypassstraße vom Dorf zur Reschenstraße den Dorfkern entlasten.

    Beim Land kennt man das umfangreiche Verkehrskonzept – offizielle Anfrage von der Gemeinde habe es allerdings noch nicht gegeben, erläutert Robert Zach von der Abteilung „Verkehr und Straße“. Eine Dosierampel umzusetzen, sei schwierig. Grundsätzlich widerspreche diese den Grundsätzen der Flüssigkeit und Leichtigkeit des Verkehrs. Es gelte hier die Vor- und Nachteile abzuwägen und das Problem sachlich zu betrachten. Ein No-Go sei hingegen ein Kreisverkehr auf der Reschenstraße. Dieser habe praktisch keine Chance, muss doch der Querverkehr mindestens 20 Prozent betragen, damit er genehmigt wird.
  • Letztes Jahr wurde in Südtirol gewählt, da war die Reschenbahn ein Thema...

    Heuer wird bei uns gewählt, und wieder ist sie ein Thema!

    Neue Signale zum Bau der Bahnlinie Landeck – Mals
    Die unvollendete Reschenbahn kommt nicht zur Ruhe: Die Freiheitlichen sehen einen „regionalen Motor“ und laden zum Infoabend am 5. September in Tösens.

    © Wenzel
    Am Bahnhof Landeck müssten die Züge nach Mals eine Kurve in südliche Richtung kratzen. Eine „Südumfahrung“ hatten die ÖBB bereits 1992 geplant, damals allerdings für den zweigleisigen Ausbau der Arlbergbahn.

    Von Helmut Wenzel
    Landeck, Mals – Den Eisenbahnfans in der Dreiländerregion Landeck, Vinschgau und Engadin fehlt noch immer ein entscheidendes Puzzle – die Bahnlinie Landeck – Mals. Entlang der rund 80 Kilometer langen Reschenbahnstrecke schlummern teils denkmalgeschützte Relikte, etwa die Tunnelportale unterhalb von Schloss Landeck sowie in der Fließer Au, erbaut im Kriegsjahr 1918. Heute zieht das unvollendete Projekt aber nicht nur Eisenbahnromantiker diesseits und jenseits der Reschenregion in den Bann.

    Sven Knoll, Abgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit, engagiert sich seit Jahren für die Aktivierung der Baupläne, die freilich völlig neu adaptiert werden müssten. Begleitet vom Tiroler FPÖ-Sprecher Fabian Walch traf Knoll kürzlich zum „Reschenbahn-Lokalaugenschein“ in Landeck ein. Sein Fazit bringt er so auf den Punkt: Die FPÖ und Süd-Tiroler Freiheit „sprechen sich gemeinsam für den Bau der Reschenbahn aus“. Die Bahn wäre „ein regionaler Motor und weitere Brücke zwischen Nord- und Südtirol“.

    Die zunehmende Verkehrsbelastung auf den Straßen im Obergricht und Vinschgau zeige, „dass es dringend neue und schienengebundene Verkehrskonzepte braucht“. Mit dem Lückenschluss würde die Region zwischen Landeck und Mals „eine enorme Aufwertung erfahren“, vor allem aus touristischer Sicht sei der Nutzen groß. Knoll erläutert: „Nach dem Vorbild des erfolgreichen Mobilitätskonzeptes der Pustertalbahn könnten entlang der Reschenbahnstrecke die Skigebiete Haider Alm, Schöneben, Nauders, Serfaus-Fiss-Ladis und Fendels unmittelbar an die Zuglinie angeschlossen werden.“

    Auch wären das Obergricht und der Vinschgau an internationale Bahnverbindungen angeschlossen. Die Anbindung an das Schweizer Bahnnetz wäre von Taufers oder von Mals aus nach Zernez bzw. von Pfunds oder Tösens aus nach Schuls möglich.

    Der Abgeordnete verweist auf einen Beschluss in Bozen: „Der Landtag hat sich bereits einstimmig für den Bau der Reschenbahn ausgesprochen. Nun gilt es, auch die Bevölkerung in Nordtirol vom großen Mehrwert dieser Bahnverbindung zu überzeugen.“ Dazu sei eine allerdings enge Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft in beiden Tiroler Landesteilen nötig.
    Walch, Oberländer Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl im September, hob hervor: „In Zeiten, in denen der Straßenverkehr überbordet und der Umweltgedanke immer wichtiger wird, sind Bahnprojekte von unschätzbarem Wert. Die Reschenbahn hat keinesfalls nur symbolischen Wert.“

    Die Größenordnung der Kosten liegt laut Knoll zwischen 800 Mio. und einer Mrd. Euro. Zum Vergleich: Der Brennerbasistunnel soll zehn Mrd. Euro kosten.
    Vor diesem Hintergrund laden die Süd-Tiroler Freiheit und FPÖ-Tirol zum Infoabend am Donnerstag, 5. September, ab 19.30 Uhr im Gasthof Wilder Mann in Tösens.

    Aus den Reihen der Oberländer Touristiker hält der kürzlich zum Kommerzialrat gekürte Nauderer Almhofwirt Hans Kröll die Fahnen für das Projekt Reschenbahn hoch. „Diese Bahnverbindung muss kommen. Kürzlich hat mir LH Platter persönlich erklärt, die logische Fortsetzung der Studie zur Fernpassbahn ist das Projekt Reschenbahn.“ Zum Projekt Fernpassbahn hatte der Schweizer Experte Paul Stopper im März eine Machbarkeitsstudie vorgelegt.
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