[Profil] Ermittlungen gegen Plasser & Theuerer wegen Betrugsverdacht und Wirtschaftsspionage

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  • [Profil] Ermittlungen gegen Plasser & Theuerer wegen Betrugsverdacht und Wirtschaftsspionage

    Im morgen erscheinenden Profil-Heft 31/2017 wird auf den S. 30ff. darüber berichtet, dass gegen die Chefitäten und Manager der Fa. Plasser & Theurer, insgesamt 13 Personen, seitens der Staatsanwaltschaft Krems, des LKA NÖ. und des BA für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wegen Betrugsverdacht und Wirtschaftsspionage im Zusammenhang mit dem Mitbewerber System 7 ermittelt wird.
    Nachzulesen hier.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Für alle, die den Profil-Langtext nicht lesen wollen, hier eine ORF OÖ-Kurzfassung:

    Ermittlungen bei Plasser & Theurer

    Das Linzer Traditionsunternehmen Plasser & Theurer (PT) steht im Zentrum von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Krems wegen des Verdachts auf Betrug und der Wirtschaftsspionage. Ermittelt werde seit 2016 gegen 13 Beschuldigte.

    Das berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe. Unter den Beschuldigten sollen der Industrielle Josef Theurer und sein Enkel Johannes Max-Theurer sein.
    „Konkurrenten ausspioniert“
    Der Vorwurf: Der Sicherheitsberater der Deutsche Plasser Bahnbaumaschinen GmbH soll mit einer Gruppe privater „Ermittler“ in den Jahren 2014 und 2015 den österreichischen Konkurrenten System 7 Railsupport GmbH (S7) ausspioniert haben. Der Mann habe nach einem Zerwürfnis mit seinem Auftraggeber Anfang 2016 in Österreich Selbstanzeige erstattet, heißt es in dem Bericht.
    Die Anwälte der Familie Theurer betonten in einer Stellungnahme an „profil“, dass Josef Theurer und Johannes Max-Theurer über Art und Umfang der Leistungen des Sicherheitsberaters für die Deutsche Plasser zu keinem Zeitpunkt informiert gewesen seien.
    Klage gegen ehemalige PT-Ingenieure
    Plasser & Theurer führt seit 2016 in Linz ein Privatanklageverfahren gegen die Gründer von System 7, zwei ehemalige PT-Ingenieure. Sie sollen, so der Vorwurf, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse mit in die Selbstständigkeit genommen haben – was S7-Anwalt Gerold Wietrzyk entschieden zurückweist.

    ORF OÖ
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ja, das BVT ist auch für Spionage zuständig weil insbesondere die Wirtschafts- und Industriespionage (WIS) eine potentielle Gefährdung für die Attraktivität und Reputation des Wirtschaftsstandortes Österreich darstellt.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
  • Die Affäre weitet sich aus

    Lauschangriff, Bestechung, Datenklau: Weltkonzern am Pranger
    Andreas Schnauder1. August 2017, 18:24

    Die Spionageaffäre um Plasser & Theurer wächst sich zu einem Agententhriller aus
    Wien – Einbrüche bei Konkurrenten, illegale Telefonüberwachung, Gründung von Scheinfirmen, um Mitbewerber auszuspionieren: Dass derartige Praktiken, die eher an einen Agententhriller erinnern, auch in Österreich vorkommen sollen, war bisher schwer vorstellbar. Zumindest nicht bei angesehenen Industriekonzernen.
    Doch bei privaten Ermittlungen im Auftrag des weltweit führenden Gleisbauers, Plasser & Theurer, sollen derartige Methoden vorgekommen sein. Das Profil berichtete am Wochenende, dass der Linzer Betrieb einen Mitbewerber systematisch habe bespitzeln lassen. Und sich die Justiz des Falles angenommen habe.
    Noch weitere Causen
    Aus Akten des Bundesamts zur Korruptionsbekämpfung, die dem STANDARD vorliegen, ergeben sich noch wildere Hinweise in der Causa. Demnach haben die von Plasser & Theurer (PT) beauftragten "Sicherheitsfirmen" nicht nur im Fall eines von Ex-Mitarbeitern aufgebauten Konkurrenten "recherchiert", sondern in zahlreichen Causen geheimdienstartige Methoden angewandt. Die Staatsanwaltschaft Krems ermittelt daher gegen zahlreiche Beschuldigte u. a. wegen schweren Betrugs und Wirtschaftsspionage, darunter der ehemalige Konzernchef Josef Theurer und der jetzige Geschäftsführer, Josef Max-Theurer.
    Ihr Anwalt Peter Zöchbauer bestätigt zwar die Ermittlungen, betont aber, dass die genannten Personen mit der "angeblichen" Spionage nichts zu tun und davon auch keinerlei Kenntnis gehabt hätten. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
    Konkurrenz durch Ex-Mitarbeiter
    Im Kern geht es um zwei langgediente Mitarbeiter der ebenso diskreten wie erfolgreichen Oberösterreicher, die weltweit Schienen verlegen und die dazu verwendeten Maschinen herstellen, verkaufen und vermieten. Die früheren Techniker verabschiedeten sich 2012 und gründeten ein Konkurrenzunternehmen namens S7 Rail Support. Plasser & Theurer hatte keine Freude damit und engagierte private Detektive. Die pirschten sich über eine Scheinfirma an S7 heran und täuschten Interesse an neuen Geschäften in Südamerika und Russland vor.
    Zur Geschäftsanbahnung wurden dann auch vertrauliche Unterlagen ausgetauscht, die das eigentliche Ziel der verdeckten Ermittler waren. Im Zuge einer Privatanklage von PT kam es dann auch noch zu Hausdurchsuchungen bei S7. Wohl nicht zuletzt wegen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft packte der langjährige Sicherheitsberater des Marktführers aus.
    Telefonate abgehört
    In der Selbstanzeige von Sascha W. werden Methoden beschrieben und mit Gesprächsprotokollen und Tonbandaufnahmen dokumentiert, deren Wahrheitsgehalt zum jetzigen Zeitpunkt nicht überprüfbar ist. Stimmt nur ein Teil davon, scheute W. vor nichts zurück. Neben einer lückenlosen Beschattung der Ex-PT-Leute seien Peilsender verwendet, Telefonate überwacht und die Anrufdaten zurückverfolgt worden.
    Das sei deshalb möglich gewesen, weil ein Kontaktmann einen "guten Bekannten bei der österreichischen Telekom hatte". "Dieser Telekom-Mitarbeiter soll auch Bestechungsgeld erhalten haben", heißt es in der Anzeige, in der W. Kronzeugenstatus beantragt. Auch das Abhören der Mailbox sei dadurch ermöglich worden. Zudem sei ein Computerspezialist bei S7 eingeschleust worden, um PT ständig mit Informationen zu versorgen.
    Auch Bestechung im Spiel
    W. schildert auch einen Fall, bei dem ein türkisches Unternehmen namens Ankamak, das Ersatzteile günstiger als PT anbiete, bespitzelt worden sei. Wieder wurde über Scheinfirmen Geschäftsinteresse vorgetäuscht. Zudem sei es W. "gelungen, den Bankdirektor der türkischen Hausbank von Ankamak zu bestechen, um an Überweisungsdaten und Kontobewegungen zu gelangen". Dadurch konnte der Selbstanzeiger herausfinden, welche Kunden welche Geschäfte mit den Türken tätigen.
    Dabei kommt eine deutsche Tochter des im Bahnbau auch international tätigen Vorarlberger Unternehmens Rhomberg Bau namens Jumbotec ins Spiel, die Abnehmer sowohl von Ankamak als auch von PT ist. Wegen der türkischen Geschäftsbeziehung wurde Jumbotec selbst überwacht. Rhomberg-Bau-Chef Hubert Rhomberg will sich die Vorgänge nun "in Ruhe anschauen", bis dato habe er keine Kenntnis von Spionage gegen die Gesellschaft.
    Auch FBI soll im Spiel sein
    Laut W. wurde auch ein US-Konzern über Tarnfirmen ausgespielt, und zwar bei einer geplanten Übernahme. Das soll mittlerweile zu Ermittlungen des FBI geführt haben, wobei sich auch diese Angabe am Dienstag nicht erhärten ließ.
    Auch ein polnischer Abnehmer des türkischen Ersatzteilherstellers soll ins Visier von PT geraten sein, schreibt W., wobei besonders rüde Methoden angewandt worden seien. Am Rande einer Messe in Berlin seien Leute "meines Teams" in das Hotelzimmer des Geschäftspartners eingebrochen und hätten dessen Computer geknackt. "Die kopierten Daten wurden Plasser & Theurer übermittelt.""Spionagefilm"
    Dass die Geschichte ziemlich abenteuerlich klingt, verhehlt auch W.s Anwalt Sebastian Lesigang nicht: "Auch nach meinen mehr als zwanzig Jahren Praxis in Wirtschaftsstrafsachen habe ich einen solchen Fall von Industriespionage noch nicht erlebt." Auch er kannte derartige Dokumentationen bisher nur aus Spionagefilmen, wie Lesigang sagt.
    Was bewog nun W. zu der Selbstanzeige? Klarerweise will er damit straffrei ausgehen. Und sich künftig "neu auf dem Gebiet der Altenpflege orientieren". (Andreas Schnauder, 1.8.2017)

    Der Standard
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Neben einer lückenlosen Beschattung der Ex-PT-Leute seien Peilsender verwendet, Telefonate überwacht und die Anrufdaten zurückverfolgt worden.
    Das sei deshalb möglich gewesen, weil ein Kontaktmann einen "guten Bekannten bei der österreichischen Telekom hatte". "Dieser Telekom-Mitarbeiter soll auch Bestechungsgeld erhalten haben", heißt es in der Anzeige, in der W. Kronzeugenstatus beantragt. Auch das Abhören der Mailbox sei dadurch ermöglich worden.
    Warum kam dies noch nicht ausführlicher in den Medien? Das sollte auch für andere Firmen interessant sein!

    PS: "österreichische Telekom" ist auch eine eigenartige Bezeichnung.
  • Neues Kapitel im Krimi um Plasser & Theurer

    LINZ. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den Linzer Industrieriesen nun auch wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Etliche weitere Rechtssachen sind vor Gericht noch anhängig.

    Alle Zutaten, die es zu einem spannenden Wirtschaftskrimi braucht, liefern die Vorgänge rund um das Linzer Industrie-Unternehmen Plasser & Theurer (PT) und die Konkurrenzfirma System 7 Rail Support (S7) bei Laakirchen. Vorwürfe der Wirtschaftsspionage, Patentstreitigkeiten und etliche anhängige Rechtsverfahren stehen im Raum. Hinter all dem stehen nicht nur handfeste Geschäftsinteressen, sondern auch persönliche Konflikte und Demütigungen.

    Jetzt kommen auch noch Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen den Chef des Familien-Clans und Mitgründer Josef Theurer dazu.Dabei ist diesem verschwiegenen und hochprofitablen Familienkonzern, der weltweit der einzige Komplettanbieter von Baumaschinen und Service für Eisenbahngleise ist, nichts unangenehmer, als in der Öffentlichkeit zu stehen. Für alle genannten Firmen und Personen gilt die Unschuldsvermutung.

    Nun zum Vorwurf der Steuerhinterziehung in großem Stil: Der heute 88-jährige, schwer kranke Firmen-Mitgründer Josef Theurer soll unüblich viel an Lizenzgebühren aus seinen Erfindungen steuerbegünstigt entnommen haben. Die Vorwürfe, die aus der Ecke von S7 kommen dürften, gehen von 23 bis 26 Millionen Euro an zu wenig abgeführter Körperschafts- und Kapitalertragssteuer aus. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien (WKStA) bestätigte gegenüber den OÖNachrichten diese Ermittlungen, und zwar im Umfang von "mehr als fünf Millionen Euro". Das ist die Grenze, ab der diese Behörde zuständig wird. "Diese Beschuldigungen sind falsch", entgegnet Plasser & Theurer auf Anfrage. Josef Theurer habe aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung für seine Erfindungen so genannte Diensterfindungsvergütungen erhalten und sie ordnungsgemäß versteuert. "Die Diensterfindungsvergütungen wurden mehrfach von der Finanz im Rahmen von Betriebsprüfungen strengstens überprüft und blieben stets unbeanstandet. Auch die Diensterfindungsvereinbarung war den Betriebsprüfern bekannt." Ob und wann es zu einer Anklage kommt, ist offen. Auch diese gerichtliche Flanke ist offenbar Teil des größeren Konflikts mit System 7, der sich schon viele Jahre zieht.

    Blick in die Geschichte

    Doch wie kam es eigentlich zu den Streitereien zwischen dem Theurer-Familienzweig und dem Erben der Plasser-Linie, Hans-Jörg Holleis? Denn auf diesem Ur-Konflikt basiert im Prinzip die ganze weitere Geschichte. Die Gründung des Konkurrenzunternehmens S7 durch zwei Ex-Schlüsselmitarbeiter im Jahr 2013, an dem sich Holleis im Oktober 2015 mit 30 Prozent beteiligte, spielt dabei eine wesentliche Rolle.

    Theurer gegen Plasser-Erben

    Wichtig ist noch ein Blick zu den Anfängen: Franz Plasser war bei Gründung des Unternehmens 1953 mit 80 Prozent und Josef Theurer mit 20 Prozent beteiligt. Plasser starb 1972, seine Frau Erna erbte. Dieses Anteilverhältnis drehte sich durch diverse Erbregelungen und Verkäufe, sodass 1988 die Familie Theurer 80 Prozent an der Holding hielt, Emilie Janu, die Schwester des Firmengründers Franz Plasser, nur noch 20 Prozent. Die Kinderlose adoptierte kurz vor ihrem Tod 2006 Hans-Jörg Holleis, der als Urenkel von Theresia Plasser, der Gattin des Bruders des Firmengründers, gilt, und setzte ihn auch als Alleinerben inklusive der Firmenanteile ein.
    Holleis hatte als ausgebildeter Arzt nie im Unternehmen mitgearbeitet, wollte aber Verantwortung übernehmen und folglich Einblick in die Geschäfte haben. Die Theurers verwehrten ihm das – bis sie ihm 2013 schließlich 100 Millionen Euro für seinen Ausstieg zahlten. Nicht ohne ihn mit einer zweijährigen Konkurrenzklausel zu belegen.

    Exakt zwei Jahre später stieg Holleis offiziell bei S7 ein. Die Vorbereitungen dafür dürften aber schon viel länger gelaufen sein, wie aus mehreren Dokumenten hervorgeht, die den OÖNachrichten vorliegen. Eines davon ist ein "Geschäftsplan" für eine "Future Railway Equipment GmbH" vom 10. Juli 2011. Dieses Unternehmen habe "zwei Spitzenkräfte einer der weltweit größten Firmen zur Herstellung von Oberbaumaschinen" für die Aufbauarbeit und die technische Leitung verpflichtet. Damit dürften die beiden späteren S7-Gründer Bernhard Lichtberger, Leiter der Forschungsabteilung, und Hansjörg Hofer, Leiter der Service-Abteilung, gemeint sein, die als "Dr. bzw. Ing. N.N." mit 20 bzw. 10 Prozent Beteiligung angeführt sind. Nur "H.J. Holleis" ist als kaufmännischer Geschäftsführer mit 70 Prozent der Anteile namentlich genannt. Das war also eineinhalb Jahre vor Ausscheiden der beiden.

    Diese Rechtssachen sind vor Gericht noch anhängig

    Spionage-Affäre: Die Staatsanwaltschaft Krems ermittelt nach einer Selbstanzeige von Detektiv W. Dieser will abenteuerliche Wirtschaftsspionage unter anderem bei System 7 (S7) im Auftrag vor allem des Plasser-Deutschland-Geschäftsführers betrieben haben. Die Entscheidung, ob und gegen wen Anklage erhoben wird, dürfte kurz bevorstehen. Eine behauptete Telefonüberwachung W.s durch einen Telekom-Austria-Mitarbeiter hat nicht stattgefunden, hat das Gericht bereits festgestellt.

    Betriebsgeheimnisse: Mit einer zivilrechtlichen Klage vom März 2016 gegen das Konkurrenzunternehmen S7 will Plasser & Theurer (PT), der Weltmarktführer bei Gleisbaumaschinen, beweisen, dass die S7-Gründer und Ex-PT-Mitarbeiter Bernhard Lichtberger und Hans-Jörg Hofer Unterlagen und Betriebsgeheimnisse entwendet haben. Dazu fanden Ende 2016 Hausdurchsuchungen statt. Es wurden laut "Profil" 55.000 Dateien sichergestellt, diese müssen erst ausgewertet werden, das Verfahren ist also noch im Gang. S7 weist die Anschuldigungen allesamt zurück.

    Patentrecht: Ein Monat nach Ausscheiden bei PT meldete Lichtberger 2013 ein Patent für ein Stopfaggregat an, das eine Schlüsseltechnologie für PT ist. Plasser&Theurer geht davon aus, dass Lichtberger Wissen dafür unerlaubt mitgenommen hat und beantragt die Patentübertragung, das Verfahren läuft.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
  • Spionageaffäre: Rhomberg Gruppe prüft Schaden

    In der Spionageaffäre rund um das oberösterreichische Gleisbauunternehmen Plasser und Theurer ist noch nicht klar, ob die deutsche Tochterfirma der Rhomberg Gruppe zu Schaden gekommen ist. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft.

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Plasser und Theurer wegen illegal überwachter Telefonate, Einbrüche und der Gründung von Scheinfirmen um die Konkurrenz auszuspionieren. Die Rhomberg Tochter Jumbotec soll auch überwacht worden sein. Rhomberg-Geschäftsführer Hubert Rhomberg sagt, er habe sich als Privatbeteiligter am Strafverfahren angeschlossen, damit er Einsicht in die Akten bekommt.
    Schaden derzeit noch unklar
    Derzeit wisse man noch nicht, inwiefern die Rhomberg Gruppe von der Spionage betroffen sei. Sobald Rhomberg die Akten bekommt, werde er sie sich genau anschauen um herauszufinden, ob sein Unternehmen überhaupt betroffen und ein finanzieller Schaden entstanden ist. Falls dies der Fall sein soll, wird Rhomberg dementsprechend rechtliche Schritte einleiten. Derzeit könne er jedoch noch nicht sagen, wie dramatisch die Situation ist. Rhomberg hofft, dass bis Ende des Jahres absehbar ist, ob Jumbotec ein finanzieller Schaden durch Spionage entstanden ist.
    Rhomberg Gruppe weiter auf Wachstumskurs
    Am Freitag hat das Unternehmen seine Bilanz vorgestellt. Die Rhomberg Gruppe mit Sitz in Bregenz hat im Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 714 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Ein Umsatzminus gab es im Bahnbereich.

    ORF Vorarlberg
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Wendung im Spionagethriller um Linzer Weltmarktführer
    Andreas Schnauder18. November 2017, 09:00

    Die Ermittlungen des Bundesamts für Verfassungsschutz zu Plasser & Theurer sind voller Überraschungen
    Wien – Es klang nach einem der größten Fälle von Industriespionage, in dem die Staatsanwaltschaft Krems derzeit gegen 13 Beschuldigte ermittelt und in dessen Fokus ein ebenso renommierter wie verschwiegener österreichischer Konzern steht. Die Causa könnte sich aber ebenso als riesige Farce entpuppen. Die Rede ist von einem Verfahren, bei dem Plasser & Theurer in die Schlagzeilen geraten ist.
    Der oberösterreichische Familienbetrieb beschäftigt rund 3500 Leute und ist mit seinen gelben Maschinen Platzhirsch auf allen Gleisanlagen dieser Welt, die verlegt und gestopft werden wollen. Seit mehr als einem Jahr wird der von Johannes Philipp Max-Theurer geführte Konzern von einer Affäre erschüttert. Auslöser des Bebens: der Detektiv Sascha W., der 2016 Selbstanzeige erstattete. In dieser beschuldigt er sich und mehrere Verantwortliche von Plasser & Theurer, einen Linzer Konkurrenten und weitere Mitbewerber ausspioniert zu haben.
    Beim direkten Widersacher handelt es sich um die Firma System 7 Railsupport (S7), die Ende 2012 entstanden ist. Ihre Gründer: zwei frühere technische Verantwortliche von Plasser & Theurer (PT). Die Sorge des Marktführers: Die beiden Ex-Mitarbeiter wollen mit ihrem Insiderwissen dem Primus in die Suppe spucken.
    Kapitel I: Die Vernichtung
    Kurzum: In der Version des Sascha W. wurde er vom Geschäftsführer einer deutschen PT-Tochter engagiert, um S7 auszuspionieren und zu "vernichten". Die vom Sicherheitsberater behaupteten Aktivitäten gegen den kleinen Rivalen und andere Firmen gleichen dem Drehbuch eines Agententhrillers. Lauschangriffe, Telefonüberwachung, Observierung, gehackte EDV-Systeme, gestohlene Laptops, Einbrüche, Involvierung des chinesischen Geheimdienstes und weitere Hollywood-fähige Methoden schilderte W. in seiner Anzeige. All das, behauptet er, sei vom Geschäftsführer einer deutschen Tochter von Plasser & Theurer beauftragt worden.
    Der Fall landete bei der Staatsanwaltschaft Krems, die ein Verfahren eröffnete und neben Max-Theurer dessen Großvater und jahrzehntelangen Konzernchef Josef Theurer, den deutschen Manager und mehrere Kompagnons des Detektivs als Beschuldigte führt. Die Liste mit den 13 Beschuldigten war am Freitag noch aufrecht, wie ein Behördensprecher sagt.
    Kapitel II: Die Ermittlung
    In der Causa wurden das Landeskriminalamt Niederösterreich (LKA NÖ) und das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismus (BVT) mit Ermittlungen beauftragt. Letzteres ist meist im Spiel, wenn es um Überwachung, Observation und vergleichbare Aktivitäten geht. Nach umfangreichen Einvernahmen haben beide Ämter ihre Abschlussberichte abgegeben. Überraschenderweise geht die Stoßrichtung der beiden Dokumente, die dem Standard vorliegen, weit auseinander.
    Während das LKA einige Anschuldigungen des Sascha W. als erhärtet erachtet, zeichnet das BVT ein Bild des Detektivs, das an einen Märchenonkel erinnert. Beteiligung des chinesischen Geheimdienstes, illegale Telefonüberwachung und Hacking rund um die Überwachung von S7? Alles erfunden, meint das BVT: Die von W. genannten Punkte "haben nicht der Wahrheit entsprochen", heißt es im Abschlussbericht. An anderer Stelle wird von mehrfach "unrichtigen Angaben" des Sicherheitsberaters berichtet.
    Besonders spektakulär war die Behauptung des W., dass mithilfe eines A1-Mitarbeiters Gespräche von System 7 abgehört worden seien – der STANDARD berichtete. Ein Maulwurf inmitten der teilstaatlichen Telekom Austria, der bei Telefonaten mithört und deren Inhalt möglicherweise zu Geld macht? Auch hier fand das BVT keinen Hinweis, obwohl die Erhebungen "mit entsprechender Sensibilität durchgeführt wurden, um keinen möglichen Beitragstäter zu warnen", wie das Bundesamt schreibt. W. relativierte demnach – zu dem Ergebnis befragt -, bei dem Lauschangriff habe es sich nur um eine Empfehlung gehandelt. Auch der vom Detektiv angeführte Hackerangriff auf S7 wird vom BVT stark in Zweifel gezogen.
    Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung entlastet die PT-Chefs.Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung dreht folglich den Spieß um. Sascha W. habe mit "zum Teil unrichtigen und stark überzogenen Angaben" in seinen Berichten die deutsche Tochter von Plasser & Theurer "vorsätzlich getäuscht". Somit sei das Unternehmen als Opfer des Detektivs anzusehen, selbiger wird einer strafbaren Handlung verdächtigt.
    Kapitel III: Die Wendung
    Die beschuldigten Verantwortlichen des Konzerns werden in dem Abschlussbericht als vermeintliche Drahtzieher der angeblichen Spionage dezidiert entlastet. "Einen Beweis für eine mögliche Beteiligung der Familie Theurer (Max – Theurer) gibt es nicht." Und auch eine Bestimmungstäterschaft des deutschen Managers, den W. als direkten Auftraggeber genannt hatte, "kann nicht belegt werden", heißt es im BVT-Bericht, der am 25. September bei der Staatsanwaltschaft einging.
    Schon zwei Monate früher hatte das Landeskriminalamt Niederösterreich seine Erhebungen, die übrigens gemeinsam mit dem Bundesamt geführt wurden, abgeschlossen. Auch das LKA sieht da und dort übertriebene oder gar unrichtige Äußerungen des Sascha W., hält aber in Fettschrift fest: Seine Angaben und Unterlagen "waren für die Wahrheitsfindung von großer Bedeutung, bzw. wäre ohne die Selbstanzeige der Sachverhalt weder bekannt noch aufgeklärt worden".
    Für das LKA ergibt sich schon aus dem Anpirschen der von W. angeheuerten Gehilfen an die S7 – es wurde demnach Interesse an Geschäften in Russland und Südamerika vorgetäuscht – der Verdacht des Betrugs in Millionenhöhe. Das BVT meint hingegen, dass durchaus auch ein reales Geschäftsinteresse der Personen und Firmen bestanden haben könnte, die S7 kontaktiert hatten.
    Die Beschuldigten aus dem Lager von PT, die jegliche Vorwürfe stets zurückgewiesen haben, stützen sich nun auf den BVT-Bericht. Dass Theurer oder Max-Theurer hinter der Spionage stünden, wie W. behauptet, sei "unwahr", erklärt dazu ihr Rechtsvertreter Peter Zöchbauer. Observationen, Peilsendereinsätze und andere Überwachungsschritte seien von PT-Vertretern nie beauftragt und laut einem Zeugen auch nie durchgeführt worden.
    Kapitel IV: Offenes Ende
    Allerdings findet sich selbst im Akt des BVT eine Aussage eines von W. angeheuerten Privatdetektivs, wonach dieser sehr wohl den S7-Chef observiert habe. Zudem konstatiert auch das Bundesamt für Verfassungsschutz eine Zahlung von 60.000 Euro für "Marktbeobachtung CEE & SEE" der Deutschen PT-Tochter an den Sicherheitsberater W.
    Dass Zahlungen an W. getätigt wurden, stellt Zöchbauer auch nicht in Abrede. Allerdings stellt sich der Vorgang laut seinen Angaben so dar: W. sei von der deutschen Gesellschaft beauftragt worden, "legal zu ermitteln". Davon wiederum hätten die PT-Chefs keine Kenntnis gehabt.
    Jetzt ist die Staatsanwaltschaft Krems am Zug. Sie muss entscheiden, ob und allenfalls gegen wen Anklage erhoben wird. Neben den direkt Involvierten wird die Entscheidung, der die Behörde nicht vorgreifen will, auch von einem Großkunden von Plasser & Theurer mit Spannung erwartet. Eine Firma von Rhomberg Bau, ein vor allem im Bahngeschäft international stark engagiertes Vorarlberger Unternehmen, hat sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen.
    Sie fühlt sich durch von W. behauptete Spionagetätigkeit ebenfalls geschädigt. Auch hier gibt Zöchbauer die Losung aus: Der Versuch werde "erfolglos" bleiben, weil seine Mandanten "keine strafbaren Handlungen zu verantworten haben". (Andreas Schnauder, 18.11.2017)

    Der Standard
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ein Kronzeuge als Doppelspion?
    Wirtschaftskrimi: Im Streit zwischen Plasser & Theurer und System 7 Railsupport zweifelt der Verfassungsschutz an der Glaubwürdigkeit des Noch-nicht-Kronzeugen


    zSystem 7 rail support ist Konkurrent von Plasser & Theurer. Wurde spioniert? lautet die Frage Bild: Spitzbart
    Lange hat der Weltmarktführer für Gleisstopfanlagen, Plasser & Theurer (P&T), im Verborgenen Gewinne eingefahren und weltweit expandiert. Doch mit dem Ausstieg langjähriger Mitarbeiter, die mit dem ausbezahlten Erben der Plasser-Linie den Konkurrenten System 7 rail support (S7) gegründet haben, wurde ein Wirtschaftskrimi geschrieben, bei dem die Behörden jetzt prüfen, ob strafrechtliche Tatbestände erfüllt sind.
    Ein Detektiv, der sich der Staatsanwaltschaft als Kronzeuge angedient hat, hat nach einem Bericht des Verfassungsschutzes allerdings jetzt ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. In dem Bericht, der den OÖNachrichten vorliegt, wird sogar gemutmaßt, dass Sascha W. für beide Seiten gearbeitet hat, quasi Doppelspion war.
    Zur Erinnerung: Gegen die Plasser & Theurer-Geschäftsführung, namentlich Josef Theurer und Enkel Johannes Max-Theurer, sowie den Geschäftsführer der Deutschland-Tochter laufen strafrechtliche Ermittlungen, wonach der Konkurrent S7 ausspioniert worden sei. Umgekehrt gibt es Zivilklagen und Hausdurchsuchungen gegen Verantwortliche von S7. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

    Keine chinesischen Spione
    Die Strafanzeige gegen die Plasser & Theurer-Chefs gründet sich auf die Aussagen des Privatdetektivs Sascha W., der sich mit einer Selbstanzeige auch gleich als Kronzeuge angeboten hat. W. erzählte davon, er habe im Auftrag des deutschen P&T-Chefs S7 ausspioniert, gehackt und abgehört. Auch von chinesischen Spionageangriffen bei S7 ist die Rede. Dem ging nun das österreichische Amt für Verfassungsschutz genauer nach, und das Ergebnis fällt für den Privatdetektiv wenig schmeichelhaft aus.
    An seiner Glaubwürdigkeit wird massiv gezweifelt. "Es konnten keinerlei Hinweise auf eine Telefonüberwachung festgestellt werden", schreibt die Behörde nach Ermittlungen bei A1. Auch die Aussagen bezüglich eines Hacker-Angriffs auf S7 und die chinesischen Spionageaktivitäten wurden in der Realität nicht erhärtet. "Die Angaben des Sascha W. in seiner Selbstanzeige und seinen Berichten sind stark überzogen, er selbst relativierte sie in seinen Erhebungen, im Zuge der Erhebungen wurden sie zum Teil widerlegt", schreibt der Verfassungsschutz.

    "Nur legale Ermittlungen"
    Bei Plasser & Theurer hat man stets betont, dass der deutsche Geschäftsführer Sascha W. zwar beauftragt habe, dass es sich dabei aber lediglich um legale Maßnahmen zur Überprüfung des konkurrierenden Unternehmens handelte.
    Die Beamten halten zudem fest, dass es keinen Beweis für eine "Bestimmungstäterschaft" des deutschen Geschäftsführers gebe, ebenso wenig einen Beweis für eine mögliche Beteiligung Josef Theurers und seines Enkels.
    Das Fazit der Ermittler, auf dessen Basis nun die Staatsanwaltschaft Krems weiter agieren kann, ist bemerkenswert: Aufgrund der oftmals widersprüchlichen Angaben des Sascha W. und der Erkenntnisse aus den Vernehmungen ... ist nicht auszuschließen, dass Sascha W. auch für S7 tätig war bzw. tätig werden wollte.
    Fortsetzung folgt mit Sicherheit.
    Quelle: nachrichten.at/nachrichten/wir…oppelspion;art467,2739190
    Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...
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    OÖ Nachrichten von heute

    Plasser & Theurer: Ermittlungen gegen zwei Chefs eingestellt

    LINZ. Die Staatsanwaltschaft Krems an der Donau hat ihre Ermittlungen wegen des Verdachtes der Industriespionage gegen zwei Chefs des Herstellers von Bahnbaumaschinen Plasser & Theurer (PT), Josef Theurer und Johannes Max Theurer, eingestellt.




    Spionagevorwürfe gegen Linzer Bahnbauunternehmen
    Bild: Plasser & Theurer

    Die Staatsanwaltschaft bestätigte eine im „profil“ veröffentlichte entsprechende Meldung.

    Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch den in einer Selbstanzeige 2016 erhobenen Vorwurf eines in Deutschland tätigen Sicherheitsberaters. Demnach sei ein österreichischer Konkurrent ausspioniert worden. Die Staatsanwaltschaft Krems nahm Ermittlungen gegen insgesamt 13 Beschuldigte auf - darunter der Industrielle Josef Theurer und sein Enkel Johannes Max-Theurer. Die beiden betonten von Anfang an, dass sie über Art und Umfang der Leistungen des Sicherheitsberaters zu keinem Zeitpunkt informiert gewesen seien.

    Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft sind die Ermittlungen gegen sie und neun Personen eingestellt worden. Bei einer weiteren Person sei die Angelegenheit diversionell erledigt worden, gegen eine werde noch ermittelt.

    Streit zwischen den Erben?

    Die Justiz ist mehrfach rund um die erfolgreiche, aber bei der Öffentlichkeitsarbeit zurückhaltende Firma Plasser & Theurer eingeschaltet worden. Der Hintergrund dürfte ein Konflikt zwischen den Erben der beiden Gründer und Namensgeber des Unternehmens sein. Ein Erbe der Plasser-Linie wollte aufgrund seines Minderheitsanteils in der Firma mitwirken und verlangte Einsicht in die Bücher. Das wurde ihm per Gerichtsurteil verwehrt, für seinen Ausstieg wurden ihm 100 Millionen Euro bezahlt - mit einer zweijährigen Konkurrenzklausel. Genau nach diesem Zeitraum stieg der Mann bei einer Konkurrenzfirma ein.

    Deren Gründern - zwei ehemalige PT-Beschäftigte - wird, ebenfalls gerichtsanhängig, vorgeworfen, sie sollen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse mit in die Selbstständigkeit genommen haben. Das wurde von deren Anwalt entschieden zurückgewiesen.