Steuerung der Signalanlagen am Gare Montparnasse seit Sonntag früh gestört

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  • Steuerung der Signalanlagen am Gare Montparnasse seit Sonntag früh gestört

    Seit Sonntag Früh ist die Steuerung der Signale durch das automatisierte Stellwerk Vanves-Malakoff, mehrere Kilometer vor dem Bahnhof Montparnasse in Paris massiv gestört.

    Während den halben Sonntag der ganze Verkehr im Bahnhof ruhte und erst ab etwa 14:30 vereinzelt Züge fahren konnten, war heute, Montag, zumindest tagsüber der Nahverkehr nicht mehr betroffen. Der TGV-Verkehr hingegen war auch heute noch ganz massiv behindert. Von 22.00 bis 8.00 herrschte letzte Nacht Totalsperre, um den Fehler, der heute Früh gefunden wurde, zu suchen. Eine Totalsperre von ähnlicher dauer wird heute Nacht nochmals eingerichtet, um den gefundenen Fehler zu beheben. Das sollte somit morgen früh, 72 Stunden nach Auftreten der Panne der Fall sein.

    Lt. SNCF Réseau ist bei einem Kabel die Isolierung geschmolzen.

    Die Panne fällt nicht gerade zu einem günstigen Zeitpunkt an einem auch nicht gerade günstigen Ort: Man investiert Milliarden, um statt in 3 nur 2 Stunden von Paris nach Bordeaux zu kommen und jetzt braucht man eineinhalb Tage, wird in der Presse gewitzelt. Und das zum traditionellen Ferienschichtwechsel, wo die Julietistes (Juliurlauber) heimkommen und die Aoutistes (Augsuturlauberr) wegfahren wollen. Das Bild in der Öffentlichkeit kann nicht schlechter sein, nachdem vor etwa 3 Wochen schon einmal die komplette Stromversorgung für die Züge im Bahnhof für mehrere Stunden zusammengebrochen ist, und zwar auch recht medienwirksam in der Hauptstosszeit, um 17.00. Die Panne war damals um etwa 19.30 behoben.

    Jedefalls sollte damit jedem Dodel von Politker, der sich für sein südgallisches Dorf einen TGV-Anschluss wünscht, klar sein, dass die Bestandserneuerung nun für ein paar Jahrzehnte, so wie von Präsident Macron angekündigt, absoluten Vorrang haben muss.

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  • Und schon wieder:

    Wegen einer Baustelle war der Bahnhof Montparnasse von gestern, samstag 2.12. 20.00 bis heute, Sonntag 3.12. Mittag gesperrt. Beim Wiederhochfahren der Steuerung der Sicherungsanlagen kam es zu einer Panne, die nun gerade einmal 4 Monate nach dem letzten Debakel neuerlich zum Totalausfall des Bahnhofs führt.

    SNCF will nicht garantieren, dass der Bahnhof morgen Früh wieder in Betrieb ist.
  • Die Reaktion der Politik ließ nicht lange auf sich warten:
    Pannenserie bringt französischen Bahnchef in Bedrängnis

    Eine Pannenserie setzt den Chef des staatlichen französischen Bahnkonzerns SNCF unter Druck. „Mein Mandat steht der Regierung zur Verfügung“, sagte Topmanager Guillaume Pepy der Zeitung „Le Parisien“ (Freitag-Ausgabe). Seine Aufgabe sei es, Lösungen zu finden. „Es ist nicht die Zeit für Befindlichkeiten.“
    Bahnhof lahmgelegt
    In den vergangenen Monaten hatten mehrere Pannen an Pariser Bahnhöfen für Aufsehen gesorgt - zweimal legten technische Probleme infolge von Arbeiten den Bahnhof Montparnasse lahm und sorgten für Chaos. Am Dienstag musste der Verkehr am Bahnhof Saint-Lazare wegen einer Elektrikpanne zeitweise unterbrochen werden.
    APA/AFP/Martin Bureau
    Ministerin wird ungeduldig
    Die Vorfälle lösten Debatten über den Zustand des französischen Bahnnetzes aus. Verkehrsministerin Elisabeth Borne hat Pepy und den Chef der Netzsparte SNCF Reseau, Patrick Jeantet, für den 8. Jänner zu einem Gespräch einbestellt. Die Wiederholung solcher Situationen „erscheint unverständlich und löst eine berechtigte Verärgerung aus“, schrieb die Ministerin den Managern. Pepy warb im „Parisien“ um Verständnis: „Wir renovieren das Netz und bewegen dabei in (der Hauptstadtregion) Ile-de-France alle sieben Sekunden das Äquivalent eines A380-Jets. Diese riesigen Arbeiten bei laufendem Betrieb bringen Risiken“, so der SNCF-Chef.

    ORF
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Fast zum Jahrestag des grossen Blackouts ist gestern am Gare Montparnasse ein Trafo der EDF - Tochter RTE (Réseau de Transport d’électricité) abgebrannt und der ganze Bahnhof war ohne Bahnstrom.

    Als kleine Draufgabe gabs noch Stromausfälle am Gare du Nord und am Gare de l'Est.

    ich werde heute im Laufe des Tages recherchieren, wie es so um die Pariser Kopfbahnhöfe steht.



    Hier gehts zu einem Video vom rauchenden Trafo.

    Und hier ein recht ausführlicher Artikel über den gesamten hergang im "LeParisien". Ichw erde ihn für die nicht-frankophonen später zusammenfassen.
  • lt. "Le Parisien" brach das Feuer gestern um 11:28 in einem RTE-Umspannwerk in Issy-les-Mouineaux aus, woraufhin die Starkstromversorgung des Bahnhofs sofort ausgefallen war. Auch etwa 16.000, Haushalte in der Umgebung waren vom Stromausfall betroffen.

    Die Feuerwehr löschte den Brand innerhalb von 1 1/2 Stunden, Personen kamen nicht zu Schaden.

    Notdürftig wurde der Bahnhof mittels Stromaggregaten auf LKWs mit Strom versorgt, ENEDIS, eine andere EDF-Tochter besitzt solche Fahrzeuge. Des Weiteren wurde so schnell als möglich eine Bypassleitung hergestellt, sodass die Stromversorgung verbessert werden konnte.



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    Die derzeitige Verkehrssituation :

    TGVs fahren von/nach Paris Montparnasse, dazu gibts genug Strom. Dass es die TGVs sind, die zum Montparnasse fahren, hat weniger mit deren Bevorzugung zu tun, als mit der Tatsache, dass es keine Möglichkeit für einen Ersatzendbahnhof gibt, Massy TGV ist als solcher ungeeignet.

    Regionalzüge fahren bis/ab Versailles Chantiers, teilweise bis zum gare Montparnasse. In Versailles besteht Anschluss zur RER C, die aber im zentralen Bereich in Paris wie jeden Sommer wegen Bauarbeiten geschlossen ist.

    TER aus Richtung Chartres / Le Mans enden in La Verriere, der Betriebsbahnhof in Trappe dient zur Zugbildung und Garagierung.

    TER/IC aus Richtung Granville fahren zum Gare d'Austerlitz, ob sie einen Zwischenstop in Versailles Chantiers einlegen, kann ich nicht sagen.



    SNCF und EDF rechnen mit einem Normalbetrieb erst ab Donnerstag, 2. August



    Lt. 20minutes online leitet das Verkehrsministerium eine Untersuchung über die Stromversorgung des Bahnhofs ein.
  • Hinzu kommt ein Blitzschlag (gestern abends) ins Stellwerk St. Cyr, zwischen St. Quentin und Versailles Chantiers, dadurch sind auch die Gleisanlagen rund um Versailles Chantiers nur sehr eingeschränkt nutzbar. SNCF Réseau rechnet nicht damit, dass der Bahnhof Versailles Chantiers morgen, Montag normal funktioniert, der Bahnhof ist aber der zentrale Knoten für die Linien von Paris Montparnasse Richtung Süden.


    Normalerweise fahren alle Züge von Chartres (TER Centre), von Rambouillet, Dreux und Mantes (Regionalzüge Transilien) über Versailles Chantiers zum Gare Montparnasse, tagsüber halbstündlich, in den Stosszeiten alle 15 Minuten. Die Tangentialverbindung La Defense-La Verrière fährt ebenfalls halbstündlich und in den Stosszeiten alle 15 Minuten.

    Morgen werden folgende Linien mit folgenden Intervallen verkehren : die einzige Linie zum Gare Montparnasse wird die Regionalzugslinie Dreux - Paris Montparnasse sein, sie wird STÜNDLICH verkehren. Die Linie von Mantes la Jolie wird in Plaisir-Grignon enden. Die Linie von Rambouillet wird in St. Cyr über die Schleife nach Plaisir Grignon geführt und ebenfalls dort enden (oder mit der Linie nach Mantes durchgebunden?). Auch diese Linien werden nur STÜNDLICH verkehren.

    Für die Pendler im Südosten von Paris ist das soetwas wie der Supergau.

    Und es würde mich nicht wundern, hätte da jemand "nachgeholfen".

    Die TER aus Chartres (und Le Mans) enden in La Verrière.
  • Fortsetzung : die Linie La Verriere - La Defense fährt immerhin den ganzen Tag im Halbstundenintervall, wird aber in der Stosszeit auch nicht verstärkt.

    Verschärft wird die Situation dass die Linie A der RER von La Defense in Richtung Paris ausgerechnet seit Samstag wegen Bauarbeiten auch tagsüber eingestellt ist. Die über La Defense nach Paris fahrenden Pendler sind also auf den Metro (Linie 1) angewiesen.

    Nicht besser sieht es mit der RER C aus, die fährt zwar ab Versailles Chantiers ganz normal, ist aber zwischen Javel und Paris Austerlitz (also quasi auf der Stammstecke) wegen Bauarbeiten gesperrt.
  • Übrigens leidet auch die TGV-Werkstätte beim Gare Montparnasse an Strommangel und kann nur 2 von 3 Zügen untersuchen und zurück in Dienst stellen.

    Was auch auffällt: in der frz. Presse ist der Totalzusammenbruch des Regionalverkehrs überhaupt kein Thema, es dreht sich alles um den TGV. Dass 15% der Umlandbewohner von Paris keinen Zug zur Arbeit haben, geht komplett unter.


    Letzte Nachricht : RTE meldet, dass eine weitere Ersatzleitung errichtet wurde und somit der Bahnhof normal mit Strom versorgt werden kann. Die SNCF rechnet allerdings mit einer Rückkehr zur Normalität nicht vor Freitag.
  • Während gestern auf den oben beschriebenen Linien N (Rambouillet/Dreux/Mantes-Paris Montparnasse) und U (La Defense - La Verriere) sowie auf der TER-Linie (Le Mans-) Chartres - Rambouillet- Versailles - Paris Montparnasse noch der oben beschriebene Minimalst-Notfahrplan galt, fahren heute schon ein paar Züge mehr.

    Z.B. Der TER Chartres - Rambouillet- Versailles - Paris Montparnasse verkehrt wieder bis zum Montparnasse, in der Stosszeit halbstündlich (statt alle 15 min), tagsüber stündlich.