Roco vor Verkauf?

  • Roco vor Verkauf?

    Manchmal gibt es sogar in einer Firmenkrise etwas zu lachen. In diesem Fall leider nicht für die betroffenen Marken Roco und Fleischmann, sondern für potenzielle Käufer des zweitgrößten europäischen Modelleisenbahnherstellers. Grund: Die Unternehmensberatung KPMG ist auf der Brautschau nicht gerade diskret. Statt ausgewählte Top-Manager vertraulich zu kontaktieren, trudelt das Prospekt bei manchem Adressaten per Email an die im Impressum verzeichnete Konzernadresse (info@) ein und wandert von dort durch den gesamten Betrieb bis zum Chef. Noch bedenklicher: Auch wenn das Angebot inzwischen fast jedem im Markt bekannt ist, hat sich bisher offenbar kein dampfkesselheißer Interessent oder gar Käufer gefunden. Die Marken Roco und Fleischmann gehören nach Insolvenzen und mehreren Eignerwechseln der österreichischen Modelleisenbahn Holding. Hinter dem Konstrukt steht Mehrheitseigner Roland Edenhofer (51), ein Berater und Interimsmanager aus München, der lange für KPMG gearbeitet hat. Die übrigen 5 Prozent hält ein Manager des Modellbauers. Das Zahlenwerk stimmt nicht optimistisch. 2015 sank der Umsatz auf 49,5 Millionen Euro, der Verlust explodierte auf knapp 15 Millionen Euro. 2018 will Edenhofer wieder schwarze Zahlen vorlegen - offenbar aber, so vermuten Insider, verliert der wichtigste Gläubiger, der Raiffeisenverband Salzburg, das Vertrauen. Mit dem neueröffneten Produktionsstandort in Vietnam leistet sich die Firma fünf Fabriken. Viel Komplexität in einem Geschäft, das sich seit Jahren auf Talfahrt befindet. Marktführer Märklin verzeichnet 2015/16 einen Umsatzrückgang auf 94,2 Millionen Euro, das Ergebnis ist auf 3,3 Millionen Euro geschrumpft. Ein Zusammenschluss der Rivalen ist kartellrechtlich nicht möglich. Die Suche dürfte also weitergehen. Seht doch einfach mal in eure Postfächer! :D
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
  • Hartes Geschäft mit Modelleisenbahnen

    Die Modelleisenbahn-Gruppe mit den Marken Fleischmann und Roco ist derzeit auf Partnersuche. Die Firma schreibt Verluste, auch ein Verkauf steht im Raum. Der Standort in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) sei aber nicht gefährdet, heißt es.

    Die Modelleisenbahn-Gruppe mit Sitz in Salzburg verfügt über vier Werke, eines davon in Gloggnitz. Am dortigen Produktionsstandort sind insgesamt 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Sie sind im Werkzeugbau und im Spritzguss für die Waggons und Lokomotiven für die Modelleisenbahnen beschäftigt. Das Unternehmen schreibt jedoch Verluste und kämpft damit, wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.
    Kosten sollen reduziert werden
    Damit das gelingen kann, ist die Firma nun auf der Suche nach einem Geschäftspartner. Die Kosten für Marketing und Fertigung sollen reduziert werden. Das Ziel sei es, 2020 wieder Gewinne zu schreiben. Einen Personalabbau soll es in Gloggnitz nicht geben, versicherte Michael Prock, der Pressesprecher der Modelleisenbahn-Gruppe. Der dortige Werkzeugbau ist laut Prock nämlich das Herzstück der gesamten Produktion.
    Ebenfalls nicht gefährdet seien die Standorte in Rumänien und der Slowakei, heißt es. Inwieweit dort Mitarbeiter abgebaut werden könnten, dazu wollte man derzeit keine Auskunft geben. Das jüngste Werk in Vietnam soll jedenfalls helfen, die Kosten zu reduzieren. Komplexe Bauteile könnten dort aber nicht hergestellt werden.

    ORF NÖ
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  • Raiffeisenverband Salzburg neuer Roco-Eigentümer

    Raiffeisen übernimmt wieder Modelleisenbahn

    Der Raiffeisenverband Salzburg (RVS) wird wieder Eigentümer der Modelleisenbahn Gruppe mit ihren Marken Roco und Fleischmann. Der Münchner Unternehmensberater Roland Edenhofer, der knapp 95 Prozent an der Holding besitzt, gibt seine Anteile an die Hausbank ab.

    Die entsprechende Prüfung durch die Bundeswettbewerbsbehörde sei bereits abgeschlossen, teilte die Modelleisenbahn Holding am Montag mit. Edenhofer wird sich sowohl als Eigentümer als auch als Geschäftsführer aus der Gruppe zurückziehen.
    Er sei Mitte 2015 in die Geschäftsführung zurückgekehrt, um als Interimsmanager in einer schwierigen Lage für neue Strukturen zu sorgen. Inzwischen habe man den Umsatz zweistellig steigern können, die Verschuldung durch ein Insolvenzplanverfahren bei der deutschen Tochtergesellschaft Fleischmann maßgeblich reduziert und eine neuen Produktionsstandort in Vietnam mit bereits 130 Mitarbeitern aufgebaut. Daher sei jetzt der richtige Augenblick, um auch das Engagement als Eigentümer zu beenden.
    Bewegte Geschichte seit der Jahrtausendwende
    Nach 40 Jahren im Besitz der Gründerfamilie Rösler hat die Roco-Gruppe seit der Jahrtausendwende eine bewegte Geschichte: Im Jahr 2002 übernahm Peter Maegdefrau das Unternehmen, drei Jahre später schlitterte er in die Pleite. 800 Gläubiger mit Forderungen von 53 Millionen Euro blieben auf der Strecke. Maegdefrau kämpft seit damals gegen den Raiffeisenverband, weil ihn dieser ganz bewusst in Konkurs geschickt und dadurch enormen Schaden angerichtet habe.
    Nach der Insolvenz wechselte Roco mehrere Male den Eigentümer. Zunächst übernahm der Raiffeisenverband Salzburg das Unternehmen selbst, verkaufte dieses dann dem Münchner Bauunternehmer Franz Josef Haslberger, der die Firma im Jahr 2011 wieder an Raiffeisen zurück verkaufte. Nur Monate später übernahmen drei Manager der Holding das Unternehmen, unter ihnen Edenhofer und Johannes Steinparzer, der die restlichen fünf Prozent hält.
    750 Mitarbeiter und 49 Millionen Jahresumsatz
    Die Modelleisenbahn Gruppe mit Sitz in Bergheim bei Salzburg ist mit den beiden Marken Fleischmann und Roco laut eigenen Angaben der europäische Marktführer im Segment Gleichstrom sowie die Nummer zwei für Modelleisenbahnen in Europa. Aktuell beschäftigt sie in fünf Ländern 750 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von 49 Millionen Euro.

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