Plandampf "Ein Kessel Buntes" im Thüringer Wald und am Rennsteig

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  • Plandampf "Ein Kessel Buntes" im Thüringer Wald und am Rennsteig

    Zwischen 26. und 28. Oktober fand im Thüringer Wald und am Rennsteig die Plandampf-Veranstaltung "Ein Kessel Buntes" statt. Erwin und Alexander Tisch waren dabei und haben eine ganze Reihe schöner Fotos mitgebracht. Wer sich die befahrenen Strecken anschauen und die Fotostandorte verorten möchte, dem sei das Betrachten der Open Railway Map (ORM) ans Herz gelegt. Orte wie Meiningen, Immelborn, Oberhof etc. sind Eisenbahn- und Plandampffreunden sicherlich ein Begriff, sodass das Auffinden der Orte auf ORM ein Leichtes sein sollte. Neben den Plandampfaufnahmen gibt es zwischendurch auch Aufnahmen vom Regelbetrieb.

    Ein Hinweis: Nicht gekennzeichnete Fotos stammen von Erwin Tisch, jene von Alexander Tisch sind mit AT gekennzeichnet. Viel Spass beim Betrachten des Plandampf-Bilderreigens:

    41 1144 bei Neudietendorf im Landkreis Gotha:


    Rennsteigbahn mit Holzzug bei Siegelbach (Ortsteil von Arnstadt):


    Tw-Dreifachtraktion (Stadler Regio-Shuttle 1 [RS 1]) der Süd-Thüringen-Bahn an der gleichen Stelle:


    Zum Schluss kommt auch noch die 41 1144 mit ihrem Planzug vorbei:

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    41 1144 bei Plauen:



    52 1360 und 8079 mit Trichterwagen-Ganzzug in Plauen:




    Verschnaufpause im 639 m hoch gelegenen Bahnhof Oberhof. Der bekannte Wintersportort Oberhof im Landkreis Schmalkalden-Meiningen liegt 5 km entfernt. Wegen zu geringer Inanspruchnahme hat die DB beschlossen, den Bahnhof Oberhof mit Fahrplanwechsel im Dezember 2017 zuzusperren:


    Neigetechnik-Tw 612 523 in Dietzhausen, einem Ortsteil der kreisfreien Stadt Suhl am Südhang des Thüringer Waldes:

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    52 1360 und 8079 im Bhf. Meiningen:

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    Der Trichterwagen-Ganzzug in Meiningen. Ganz rechts ein Tw der Süd-Thüringen-Bahn:


    Der Zug auf der Werrabahn Eisenach - Meiningen bei Walldorf an der Werra (Landkreis Schmalkalden-Meiningen):

    Bahnhof Walldorf:

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    41 1144 bei Untermaßfeld (Landkreis Schmalkalden-Meiningen):



    Bei Walldorf:



    52 1360 in Immelborn:


    41 1144 im Bhf. Immelborn:




    41 1144 bei Oberrohn im Wartburgkreis:

    Fotos: Erwin und Alexander (AT) Tisch, aufgenommen am 26. 10. 2017.

    Fortsetzung demnächst!


    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Bevor es hier mit der Fotoreportage weitergeht, ein kleiner Exkurs. Die Werrabahn durchquert zwischen den Bahnhöfen Oberrohn und Bad Salzungen bei Str.-km 21,8 ein als "Schlammloch" bezeichnetes Erdsenkungsgebiet, wo sich der der Erdboden auf Grund natürlicher unterirdischer Hohlräume immer wieder absenkt. Aus diesem Grund ist dieser Streckenabschnitt, der auf dem Luftbild-Ausschnitt innerhalb des roten Ovals liegt, für die DB ein Problemkind in Form einer Dauerbau- und Langsamfahrstelle, da Sanierungsmaßnahmen nur bedingt helfen und die Strecke immer wieder für mehrere Wochen gesperrt werden muss. Zuletzt war die Strecke Ende 2015 für drei Wochen und am 14. 10. 2017 für einen Tag gesperrt.

    Das Schlammloch aus der Vogelperspektive:

    Ausschnitt aus Google Earth

    52 1360 und 8079 fahren mit ihrem Ganzzug über den Damm, der über das Schlammloch führt. Der Fotostandort befindet sich auf der Wiese oberhalb des roten Ovals:


    Ausfahrt des Zuges aus dem Bahnhof Oberrohn. Die kleinen Unterwegsbahnhöfe passen sich mit ihren Formsignalen perfekt an die Ära, als hier die Dampfloks noch Alltag waren, an:


    52 1360 im Bahnhof Förtha (Wartburgkreis). Hier zweigte seit 1962 (bis 1992) eine Verbindungsstrecke nach Gerstungen ab. Diese war für die DR notwendig geeworden, da die Bahnlinie Eisenach - Gerstungen - Bebra westlich von Eisenach zwischen den Bahnhöfen Wartha und Gerstungen auf 7 km durch die BRD führte, was den DDR-Politikern nicht in den Kram passte. Nach der Wiedervereinigung wurde die Strecke entbehrlich und daher 1992 eingestellt und abgebaut. Auf Google Earth kann man den Streckenverlauf noch gut nachverfolgen:



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    RS 1-Doppeltraktion der Süd-Thüringen-Bahn bei Burkhardtrhoda zwischen Oberrohn und Marksuhl:

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    52 1360 mit ihrem Zug bei Burkhardtrhoda:


    Der gleiche Zug im Bhf. Bad Salzungen im Wartburgkreis:

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    41.1144 mit einem gemischten Güterzug bei Bad Salzungen:


    Derselbe Zug im Bahnhof Marksuhl (Wartburgkreis):





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    52.8079 mit einem 1.200 t-Ganzzug bei Walldorf bei Meiningen (Schmalkalden-Meiningen-Kreis):
    Fotos: Erwin und Alexander (AT) Tisch, aufgenommen am 27. 10. 2017.

    Gleich geht's weiter!
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Jetzt geht es weiter. Noch einmal die 52.8079 mit ihrem 1.200 t-Zug bei Walldorf:

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    Derselbe Zug bei Immelborn südlich von Bad Salzungen im Wartburgkreis:


    41.1144 mit der 110 108 im Schlepptau unmittelbar südlich des im Vorposting beschriebenen "Schlammlochs" bei Oberrohn:

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    Noch einmal dasselbe Gespann südlich des "Schlammlochs" aus einer anderen Perspektive. Der Fotostandort befindet sich auf dem Luftbild am Beginn des Vorpostings auf der Wiese zwischen Bahntrasse und Straße knapp unterhalb des roten Ovals:


    Eine leichte Fuhre für die 261 042 der DB auf dem Weg Richtung Eisenach:



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    41.1144 und 52.8079 mit dem 1.200 t-Zug Richtung Eisenach vor Oberrohn:


    Einfahrt in den Bhf. Marksuhl:

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    Kreuzungsaufenthalt für zwei STB RS 1 des Planverkehrs:


    Ausfahrt aus dem Bhf. Marksuhl:


    DR-Nostalgie pur mit der 110 108 im Bhf. Marksuhl:

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    Fotos: Erwin und Alexander (AT) Tisch, aufgenommen am 27. 10. 2017.


    Morgen gehts weiter!
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 41.1144 als Lokzug bei Ettenhausen an der Suhl (zwischen Oberrohn und Marksuhl):


    Bei Oberrohn in der Nähe des Schlammlochs:



    52.1360 und Schiebelok 41.1144 fahren mit einem 1.200 t schweren Schotterzug über das Schlammloch bei Oberrohn:


    Derselbe Zug kurz vor dem Bahnhof Oberrohn. Das zugewachsene Gleis gehörte zu einem Schleifengleis, das vom Bahnhof Oberrohn aus zur 2001 im Personenverkehr stillgelegten Stichbahn Bad Salzungen - Vacha führte, welche vor der Wende von Vacha bis Unterbreizbach weiterführte und die hauptsächlich dem Abtransport des in Unterbreizbach abgebauten Kalisalzes diente. Auf Google Earth ist die Schleife unmittelbar nördlich der Ortschaft Leimbach gut zu erkennen. Seit der Wende wird das Kalisalz über die günstiger trassierte Strecke Heimboldshausen - Gerstungen abtransportiert:


    Nachschuss auf die Schiebelok 31.1144:


    Der Zug in der offenen Landschaft zwischen Oberrohn und Ettenhausen. Im Hintergrund am Waldrand der Weiler Hüttendorf:


    Ausfahrt aus dem Bahnhof Marksuhl:




    41.1144 mit Personenzug bei Wasungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen nördlich von Meiningen. Im Hintergrund ist der Turm der Burgruine Maienluft, die heute eine Gaststätte beherbergt, zu sehen:



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    Derselbe Zug bei Grimmenthal ca. 7 km südlich von Meiningen.......


    .....und im Bahnhof Grimmenthal. In Grimmenthal kreuzen sich die Bahnlinien Erfurt - Schweinfurt und Eisenach - Meiningen - Sonneberg. Das Besondere am Bahnhofsgebäude ist seine Lage auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen. Das hängt damit zusammen, dass der Bahnhof in erster Linie als Umsteigebahnhof dient. Der Ort selbst hat gerade einmal rd. 100 Einwohner:


    Ca. 3 km weiter östlich bei der Ortschaft Belrieth:





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    41.1144 und 94.1538 im Bahnhof Themar im Landkreis Hildburghausen. In Themar zweigt die 62 km lange Bahnstrecke nach Plaue über den Rennsteig ab, auf der es bis 1927 mehrere Zahnstangenabschnitte existierten. Der Regelverkehr über den rennsteig wurde 1998 eingestellt. Heute findet nur mehr touristischer Verkehr statt:

    Fotos: Erwin und Alexander (AT) Tisch, aufgenommen am 27. und 28. 10. 2017.

    Morgen geht's auf den Rennsteig!
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Die 94.1538 bei Themar auf der Rennsteigbahn Richtung Schleusingen und Rennsteig:

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    Der Zug bei Kloster Veßra:





    Aufenthalt im Bhf. der Stadt Schleusingen im Landkreis Hildburghausen. In Schleusingen zweigt die 16 km lange Friedbergbahn nach Suhl ab, die bis 1928 zwischen Suhl-Neundorf und Suhl-Friedberg einen knapp 1,5 km langen Zahnstangenabschnitt mit knapp 71 Promille Neigung aufwies. Der Güterverkehr wurde 1994, der Personenverkehr im Jahr 1997 eingestellt. Die Strecke ist aber noch befahrbar und es ist geplant, die Strecke im Museumsbetrieb wieder zu befahren:


    Ausfahrt aus dem Bhf. Schleusingen. Auf Grund der starken Steigung bis zu 61 Promille wurde die Zahl der Waggons auf drei verkürzt:

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    Bei Hinternah:


    Wasser fassen in Schleusinger-Neundorf:




    Ausfahrt aus Schleusinger Neundorf:

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    Bei Schmiedefeld am Rennsteig. Hier gab es bis 1927 Zahnradbetrieb:



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    Fotos: Erwin und Alexander (AT) Tisch, aufgenommen am 28. 10. 2017.

    Obwohl es bis zum Bhf. Rennsteig (747 m Seehöhe) am Scheitelpunkt der Strecke nur mehr knapp 2 km gewesen wären, verzichteten die beiden Tisch's ab hier auf die Verfolgung des Zuges, da es nach ihren Aussagen auf der Straße auf Grund des großen Verkehrsaufkommens durch die Zugverfolger chaotische Zustände gab. Da ihnen die heile Haut und ein heiles Auto lieber war als ein paar schöne Bilder, endet die Reportage bereits in Schmiedefeld am Rennsteig. Ich hoffe, die Bilder gefallen trotzdem.

    Morgen geht es noch einmal auf die Werrabahn. Zu sehen gibt es einen gemischten Güterzug mit 52.1360 und 8079 sowie die 41.1144 mit einem Personenzug zwischen Walldorf und Marksuhl und einen abschließenden Blick auf die hell erleuchtete Wartburg. Schließlich ist 2017 auch das Luther-Jahr.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • KFNB X schrieb:

    Ein sehr bunter Mix, den ich definitiv auch noch mal live erleben möchte.
    Ich auch, auch wenn die Sache nicht gerade billig ist (siehe Link zum Veranstaltungsprogramm am Beginn des Beitrages). Aber nur als Mitfahrer im Zug. Den Stress, den Zügen gemeinsam mit einer Horde rücksichtsloser, autobewaffneter Zugverfolger nach- bzw. vorausfahren zu müssen, tue ich mir mit Sicherheit nicht an.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 52.1360 mit einem gemischten Güterzug bei Wasungen Richtung Meiningen:

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    Aufenthalt im Bhf. Walldorf:



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    Ausfahrt aus Walldorf in Richtung Meiningen:


    STB-Tw bei der Einfahrt in den Bahnhof Walldorf:

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    Die 52.1360 kehrt nach etwas mehr als einer Stunde mit ihrem Zug nach Walldorf zurück:


    Ausfahrt aus Walldorf in Richtung Eisenach:


    Im Bhf. Immelborn bekommt der Zug Vorspann durch die 52.8079:


    Zwischenhalt im Bhf. Bad Salzungen:


    Der Zug kurz vor Oberrohn:

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    Bei Ettenhausen zwischen Oberrohn und Marksuhl:


    Zwischenhalt im Bhf. Marksuhl:

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    Ausfahrt aus Marksuhl Richtung Eisenach:



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    Zirka eine halbe Stunde später (knapp nach 18:00 Uhr) wird das Fotografieren auf Grund der hereinbrechenden Dunkelheit schon zu einer leichten Herausforderung für den Fotografen, während die 41.1144 mit ihrem personenzug den Bhf. Marksuhl Richtung Eisenach verlässt:


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    In der 22,5 ‰-Steigungsstrecke zwischen Eisenach und Förtha befindet sich der sogenannte "Wartburgblick", ein beliebter Fotostandort, um die hart arbeitenden Maschinen vor dem Hintergrund der Wartburg ablichten zu können. Auf Grund der Dunkelheit gelang ein solches Foto nicht mehr, dafür aber eine umso schönere Aufnahme von der angestrahlten Wartburg. Ein Tribut unseres Forums an das Luther-Jahr 2017:
    Fotos: Erwin und Alexander (AT) Tisch, aufgenommen am 28. 10. 2017.

    Damit endet die Fotoreportage von Tisch sen. und jun. über die Plandampfveranstaltung "Ein Kessel Buntes" vom 26. bis 28. 10. 2017 im Thüringer Wald. Im Namen der beiden Tisch's hoffe ich, dass Euch die Fotos gefallen.

    Mittlerweile gibt es auf Youtube mehrere Videos von dieser Veranstaltung.



    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Bevor es hier mit der Fotoreportage weitergeht, ein kleiner Exkurs. Die Werrabahn durchquert zwischen den Bahnhöfen Oberrohn und Bad Salzungen bei Str.-km 21,8 ein als "Schlammloch" bezeichnetes Erdsenkungsgebiet, wo sich der der Erdboden auf Grund natürlicher unterirdischer Hohlräume immer wieder absenkt. Aus diesem Grund ist dieser Streckenabschnitt, der auf dem Luftbild-Ausschnitt innerhalb des roten Ovals liegt, für die DB ein Problemkind in Form einer Dauerbau- und Langsamfahrstelle, da Sanierungsmaßnahmen nur bedingt helfen und die Strecke immer wieder für mehrere Wochen gesperrt werden muss. Zuletzt war die Strecke Ende 2015 für drei Wochen und am 14. 10. 2017 für einen Tag gesperrt.

    Das Schlammloch aus der Vogelperspektive:

    Ausschnitt aus Google Earth

    Das Schlammloch macht wieder Probleme. Nachzulesen hier:
    Wartburgkreis: Erdfälle bedrohen Bahnstrecke zwischen Eisenach und Bad Salzungen
    Die Bahn kämpft zwischen Eisenach und Bad Salzungen mit ungewöhnlich instabilem Untergrund. Das Gleis bei Oberrohn ist zuletzt jährlich um 44 Zentimeter abgesunken. Bahn und Landkreis investieren fast eine Million Euro.
    von Heidje Beutel
    Die Südthüringenbahn fährt wegen des Erdfallgebiets an der Stelle bei Oberrohn nur 10 km/h.Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

    Die Gegend um Tiefenort im Wartburgkreis ist als Erdfallgebiet bekannt. Hier tun sich öfter mal Erdkrater auf, weil Wasser das Material im Untergrund ausgewaschen hat. Anfang des Jahres erkannte der Leiter des Bahn-Regionalnetzes Uwe Krüger allerdings "Gefahr im Verzug": Der Hang direkt neben der Bahnstrecke drohte "in seiner Spitze auseinander zu brechen. Und wenn er unkontrolliert auseinander gebrochen wäre, dann wäre der Hang abgerutscht und wir hätten nicht gewusst, in welche Richtung er rutscht." Ob auf die Gleise oder auf den See daneben. Schuld ist der Bach Rohrgraben, der mit 23 Kubikmetern Wasser pro Stunde in den Untergrund fließt. Dort löst er Steinsalz so sehr auf, dass immer wieder Erde nachrutscht. Nach Messungen der Bahn hat sich das Bahngleis dadurch um 44 Zentimeter pro Jahr gesenkt. Betroffen ist ein etwa 500 Meter langer Gleisabschnitt. Die Züge der Südthüringenbahn dürfen an dieser Stelle höchstens zehn Kilometer pro Stunde fahren.
    Erste Bauarbeiten im Jahr 2018

    Der Hügel wurde abgetragen, weil er einen Riss in der Mitte hatte und sonst auf die Gleise hätte fallen können.Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

    Vor einem halben Jahr haben Bahn und Landratsamt entschieden, dass der bedrohliche Hang abgetragen werden muss, der daneben liegende Teich wurde verfüllt. Der Bach Rohrgraben muss nun 250 Meter weit durch einen Schlauch fließen, damit er nicht mehr im Boden versickern kann. Das alles hat 820.000 Euro gekostet, die sich Landratsamt und Deutsche Bahn geteilt haben. Die Sanierung der Kreisstraße zwischen Oberrohn und Unterrohn für 80.000 Euro bezahlt nach Angaben des Beigeordneten Udo Schilling allein das Landratsamt. Er hofft, dass sich dadurch die Senkung verlangsamt. "Wir werden sie jedoch nie zum Stoppen bringen", befürchtet er. Die Züge dürfen weiterhin höchstens zehn Kilometer pro Stunde fahren.
    Weitere Bauarbeiten geplant

    Die Karte der Bahn zeigt, wie sehr sich an zwei Stellen der Boden gesenkt hat.Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

    Für Uwe Krüger von der Bahn ist die Strecke bei Oberrohn ein "teures Krisenzentrum" - und für die Bahn das größte in Thüringen. Denn der Konzern wird für den Erhalt der Gleise auch 2019 Geld ausgeben - und zwar etwa eine halbe Million Euro. Nach Angaben von Uwe Krüger muss die Bahn zweimal im Jahr das Gleis nachstopfen - also den Schotter auffüllen. Dadurch werde jedoch der Schotterkegel immer höher und sei nicht mehr stabil. Dann müsse der Damm wieder aufgebaut werden, so dass die Schotterhöhe wieder eine reguläre Höhe bekomme. Das steht für den Sommer 2019 im Plan. Während der Bauarbeiten werde Schienenersatzverkehr eingerichtet.
    Zukunft ungewiss

    Der Bach war in den Untergrund versickert und hatte den Untergrund ausgewaschen. Deshalb wurde der Bach in den Schlauch verlegt.Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

    Parallel lässt die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie den Untergrund untersuchen und den Umfang der Auswaschungen in dem Gebiet bestimmen. Im Januar 2019 rechnet das Land mit ersten Ergebnissen. Messungen der Bahn zeigen an, dass die Bahnstrecke direkt über einer Stelle liegt, die sich besonders stark senkt. Die Bahn und Landratsamt rechnen also auch in Zukunft mit unvermeidbaren, hohen Kosten. Denn nach Angaben von Uwe Krüger kann man die Schienen nicht einfach verlegen, weil nicht bekannt ist, wo als nächstes der Boden absinkt. Eine Brücke müsste 200 Meter lang sein und wäre zu teuer. Sicher ist demnach nur, dass die Bahn bei Oberrohn auch weiterhin langsam fahren wird.


    www.mdr.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor