[F] Zug gegen Schulbus - vier Tote

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  • [F] Zug gegen Schulbus - vier Tote

    Schulbus kollidiert mit Zug: Vier Tote in Frankreich

    Beim Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Zug in Südfrankreich sind mehrere Kinder und Jugendliche ums Leben gekommen. Vonseiten der Polizei war heute Abend von mindestens vier Toten und sieben Schwerverletzten die Rede. Der Unfall ereignete sich an einem Bahnübergang in dem Ort Millas westlich von Perpignan.
    Der Regionalzug erfasste den Schulbus am Heck. Die französische Verkehrsministerin Elisabeth Borne sprach auf dem Kurznachrichtendienst Twitter von einem „schrecklichen Unfall“. Die Ministerin sowie Regierungschef Edouard Philippe und Vertreter der französischen Bahngesellschaft SNCF begaben sich an den Unfallort. Er liegt in den östlichen Pyrenäen, in der Nähe der Grenze zu Spanien.

    ORF
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Du hast die "richtige" EK gefunden.

    4 Schüler sind tot, 9 schwer, 12 leicht verletzt, auch drei Insassen des Zugs sind leicht verletzt, was die Heftigkeit des Aufpralls beschreibt. Eine Reisende im Zug sagte aus, sie glaubte, dass es den Zug aus den Schienen hebt.

    Wie es genau zu dem Unfall kam, ist nach wie vor unklar. Die Schranken dürften jedenfalls funktioniert haben.

    hier ein Bild vom Bus, der ist wirklich in der Mitte auseinandergeschnitten.

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  • ein bissl "stille Post", aber besser als nichts: die Grossmutter eines verunglückten Mädchens, das im Bus ganz vorne gesessen ist, berichtet, dass das 11-jährige Enkelkind erzählt hat, dass Rotlicht und Schranken nicht funktioniert haben.

    france3-regions.francetvinfo.f…1385277.html#xtor=EPR-32-

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  • Da irrt der ORF, est ist "nur" noch ein Schulkind verstorben, traurig genug. Ausserdem schweben nach wie vor 6 Kinder in Lebensgefahr;

    Im Übrigen haben mittlerweile mehrere Zeugen ausgesagt, dass die Schranken sehrwohl geschlossen waren. Andere Variante, dass sie sich grad geschlossen haben.

    Der Zug hatte übrigens 7 Minuten Verspätung und hätte auch einen grossen Teil der Kinder (wenn nicht sogar alle) nach Hause bringen können.

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  • Als die Fahrerin eingefahren ist, können die Schranken gar nicht geschlossen gewesen sein, weil dann hätte sie ihn mit dem Bus abreissen müssen und das wäre ein eindeutiges Indiz. Die Aussagen gingen ja auch dahin, dass die Schranken zum Unfallzeitpunkt geschlossen waren.

    Eine weitere Schülerin (die im Bus hinten, auf der rechten Seite gesessen ist) hat nun auch ausgesagt, dass das Rotlicht nicht geblinkt hat.

    Ich habe mir die Route des Busses genauer angeschaut, die Strasse von der Schule führt parallel zur Bahn, diese mündet dann direkt vor dem Bahnschranken im rechten Winkel auf jene Hauptstrasse, die dann die Bahnlinie überquert.

    Der Bus biegt also von der Nebenstrasse, die parallel zur Bahn führt, direkt vor der EK nach links auf jene Hauptstrasse ab, die die EK überquert. Gut möglich, dass man aus diesem Winkel das Blinklicht erst sehr spät oder sogar überhaupt nicht sieht. In Österreich, aber auch in Frankreich haben solche EKs mit "direkt angeschlossener Strassenkreuzung" oft zwei unterschiedlich orientierte Lichtsignale für den Strassenverkehr. Andererseits sind zwischen Einmündung der Nebenstrasse und Ek doch immerhin 20m, die Busfahrerin dürfte also doch einen frontalen Blick auf das Lichtsignal gehabt haben. das traue ich mir so nicht sagen.

    Es gibt darum folgende Möglichkeiten (Aufzählung ohne anspruch auf Vollständigkeit, vielleicht hat jemand noch eine Idee) :

    (1)Dass das Rotlicht tatsächlich nicht funktioniert hat
    (2)dass das Rotlicht aus dem Winkel der einbiegenden Busfahrerin nicht zu sehen war.
    (3)Dass das Rotlicht zwar funktioniert hat, aber übersehen wurde
    oder
    (4)dass das Rotlicht zwar funktioniert hat, aber zu spät gesehen wurde und die Fahrerin nicht mehr bremsen konnte und noch schnell über den Bahnübergang drüberfahren wollte.

    Wahrschenlich sind 1-3.

    in allen vier Fällen frage ich mich auch nach der Räumzeit für den Strassenverkehr, die zwischen Schrankenschliessen und Zugdurchfahrt gegeben ist. Die kann nicht grad üppig sein.
  • (2)dass das Rotlicht aus dem Winkel der einbiegenden Busfahrerin nicht zu sehen war.
    Fällt relativ sicher weg, weil dieser Umstand sicher schon länger auffallen hätte müssen.


    4)dass das Rotlicht zwar funktioniert hat, aber zu spät gesehen wurde und die Fahrerin nicht mehr bremsen konnte und noch schnell über den Bahnübergang drüberfahren wollte.
    Wie schnell soll die Lenkerin dann das 90-Grad-Einbiegemanöver auf die "Hauptstraße" > EK vollzogen haben?
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • ich halte das auch für eher unwahrscheinlich. Ich habe auch anfangs die Entfernung zwischen Strassenkreuzung und EK unterschätzt


    Meine Frau hat jetzt grad einen Bericht gefunden, (eine native-speakerin ist da eindeutig im Vorteil) in dem der einzige Autofahrer aus der Gegenrichtung sagt, dass sein Schranken bereits geschlossen war, als der Bus in die EK einfuhr, er sich aber nicht erinnern kann, wie der gegenüberliegende Schranken gestanden ist.

    also gibt es noch die Möglichkeit des halbseitigen Versagens der Schrankenanlage.
  • Gestern gab es noch einen Bericht im Fernsehen mit einer Befragung der Bewohner des Tals, was sie so an Erfahrungen mit den Bahnübergängen hatten, und einer meinte, dass er schon mehrmals erlebt hat, dass die Schranken nach Durchfahrt des Zuges nicht mehr aufgegangen sind. Dass sie vorher nicht zugegangen sind, hat er schon gehört, aber zum Glück noch nie selber erlebt... und der Mann hat nicht irgendwie eine querulantischen Eindruck gemacht.


    Des Weiteren:

    Die Auswertung des Fahrtenschreibers ergab übrigens, dass der Bus zum Zeitpunkt des "Abschusses" 12km/h fuhr.

    Und der Schranken war geschlossen, was an der Stellung der Achse des Baumes nachvollziehbar war. Der ermittelnde Staatsanwalt will aber nicht ausschliessen, dass sich der Schranken erst hinter dem Bus geschlossen hat. Es gibt ja immerhin die Aussage der Lenkerin und von zwei weiteren Insassen, dass er offen war.
  • Eigentlich schon komisch, dass über so ein Detail gestritten wird. Der Schrankenbaum wird wohl kaum aus elastischen Materialien sein (etwa Gummi) und dabei so glatt, dass er ohne Spuren am Fahrzeug vorbeischrammt. Also müsste anhand der Spurenlage schon lange klar sein, ob der Schranken geschlossen, oder offen war. Schrankenbaum ist beschädigt und der Aufprallpunkt am Bus (kann ausgemessen werden) ist an der Busfront in Höhe der Schrankenachse -> Schranke war zu
    Schrankenbaum ist beschädigt Aufprallpunkt ist höher an der Fahrzeugfront -> Schranke war im Schließvorgang, als der Bus einfuhr.
    Schrankenbaum ist beschädigt, aber Aufprallpunkt nicht an der Fahrzeugfront -> Schranke war offen, als der Bus in die EK eingefahren ist.
    Schrankenbaum unbeschädigt -> Schrankenbaum hat sich aus einem (technischen) Defekt nicht oder zu spät abgesenkt.
    Ich denke nicht, dass es da noch weitere Möglichkeiten gibt, und dass dieser Fakt aus ermittlungstechnischen Gründen geheim gehalten wird, und alles was über den Schranken gesagt wird, nur Spekulation ist...

    Edit: in diesem Frz. Bericht habe ich ein Foto des Betroffenen Schrankenbaumes gefunden, aber auch einige Videos: lemonde.fr/societe/article/201…-du-bus_5230846_3224.html Unklar ist für mich, wann das Foto geschossen wurde. Vielleicht kann unser Französischkönner Grubenhunt etwas mit dem Bericht anfangen...
    Erst wenn das letzte Alteisen verschrottet, die letzte Nebenbahn abgerissen ist, werdet ihr sehen, dass nicht alles Gold ist, was neu ist...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von oe.tom ()

  • Und das dürfte nun einmal die Lenkerin sein.

    Bei der akribischen Suche nach Spuren haben die Spezialisten der Gendarmerie Farbspuren an der Unterseite des Busses gefunden, die nun analysiert werden. Die Spuren könnten nämlich vom Schrankenbaum stammen. Und könten nur auf eine Weise auf die Unterseite des Busses kommen.

    Die Vorsicht der untersuchenden Behörden ist jedenfalls mehr als berechtigt, die Schrankenanlagen der SNCF haben halt einmal alles andere als den Ruf, verlässlich zu sein.
  • Ungeachtet der Rechtmäßigkeit ist der Adressat zunächst an die Anordnung gebunden (nach der österr. Gesetzeslage). Mit der Einlegung von Rechtsmitteln kann er die Anordnung jedoch anfechten und eine rechtliche Überprüfung erreichen. Inwieweit eine aufschiebende Wirkung entsteht, ist von der Art der Anordnung abhängig (Bürgerliches Gesetzbuch, Strafgesetzbuch und Strafprozessordnung, Verfahrens- und Verwaltungsprozessrecht, Sonstige). Wird im Rahmen der Überprüfung gleich entschieden, bleibt die Anordnung aufrecht. Im Österreichischen Verwaltungsrecht werden behördliche Anordnungen in Weisungen und Bescheide unterschieden.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan