[NÖN] Schweinbarther Kreuz: Zug auf dem Abstellgleis

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  • Vor etwas mehr als einem Jahr verfasste ich in diesem Thread in Antwort 7 untenstehenden Beitrag:



    Es dauerte nicht ein paar Jahre, wie oben im letzten Satz vorhergesagt, sondern gerade einmal ein Jahr, um zu erfahren, was die Handschlagqualität der NÖ ÖVP-Politiker wert ist........


    Übrigens, im KURIER wird in einem Posting im Anschluss an den Artikel über die Bahneinstellung auf diesen Thread verwiesen: KURIER
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Das scheint ein Muss bei der Qualifikation zum Verkehrslandesrat zu sein.

    Immerhin arbeitet man hier genauso wie im (Süd)burgenland ähnlich zukunftsorientiert.

    Den Tag, wo die Nö Politik checkt, dass Schienennachfolgeverkehre noch weniger Passagiere interessieren, als der Zug selbst, erleb ich sicher nicht mehr. Ich rechne dann mit einer Einstellung Anfang 2020 samt wenig später erfolgendem Abtrag.
  • Also was da herumgeraunzt wird, geht "auf keine Kuhhaut"! Absehbar war die Einstellung schon lange, mich hat sogar gewundert, dass überhaupt noch so lange gefahren wird. Aber wenn pro Tag nur 700 Leute fahren und mindestens 2000 nötig wären, um das Kraut fett zu machen, kann man den ÖBBs nicht böse sein. Die Strecke ist zudem ein Opfer der EK-Verordnung von 2012. Die ÖBB-Infrastruktur hätte dort in den nächsten Jahren etliche Millionen Euro für die technische Sicherung von EK-Anlagen ausgeben müssen. Es gab wohl Verhandlungen mit dem Land NÖ. über eine Kostenbeteiligung, diese wurde aber - nona - vom Land abgelehnt.
  • Abgesehen davon warens ja schon mehr als diese 700. Und waehrend die Passagierzahlen ueberall gestiegen sind, sind sie hier gesunken.

    Komplett atypisdch und der allgemenen Untaetigkeit zu "verdanken".

    Was mir besonders zu bedenken gibt, dass das im schnell wachsenden Grossraum Wien passiert, als ob man da nicht eine entsprechende, gezielte Siedlungspolitik machen koennte.
  • westbahn schrieb:

    Also was da herumgeraunzt wird, geht "auf keine Kuhhaut"! Absehbar war die Einstellung schon lange, mich hat sogar gewundert, dass überhaupt noch so lange gefahren wird. Aber wenn pro Tag nur 700 Leute fahren und mindestens 2000 nötig wären, um das Kraut fett zu machen, kann man den ÖBBs nicht böse sein. Die Strecke ist zudem ein Opfer der EK-Verordnung von 2012. Die ÖBB-Infrastruktur hätte dort in den nächsten Jahren etliche Millionen Euro für die technische Sicherung von EK-Anlagen ausgeben müssen. Es gab wohl Verhandlungen mit dem Land NÖ. über eine Kostenbeteiligung, diese wurde aber - nona - vom Land abgelehnt.
    Diese 700 fuhren aber bereits unter miesen Umständen (bis auf zwei Ausnahmen Vmax 50-60, alte unklimatisierte "uncoole" Fahrzeuge, unattraktive Zugänge, kein ebenerdiger Einstieg, etc.). 2000 wären mit einer attraktiven Bahn vermutlich zu schaffen gewesen.
    Die ÖBB hat dort vermutlich schon etliche Millionen in die EK-Sicherung investiert. In den letzten Jahren: Erneuerung L13 (mit Rotblitzer), Neu: L12, L19, L3159, L11 sind alleine die ich auswendig kenne.
  • MISTELBACH/GÄNSERNDORF. "Wenn eine Eisenbahn eingestellt wird, ist das kein Grund zur Freude", brachte Bürgermeister Erich Hofer aus der betroffenen Gemeinde Auersthal auf den Punkt. Viel Aufregung brachte die Ankündigung der ÖBB mit 15. Dezember den Verkehr am Schweinbarther Kreuz einzustellen. Neben einer Online Petition stellten ich namhafte Persönlichkeiten aus der Region hinter den Erhalt. 700 Fahrgäste pro Tag seien zu unwirtschaftlich. Ab 2.000 Personen würde es Sinn machen, erklärt die ÖBB.

    Drei Schritte zur Modellregion
    Was nun Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko und der Vorsitzende des Regionalverbandes sowie Gänserndorfs Bürgermeister René Lobner als Lösung präsentiert haben, kann als positiver Ersatz gerechnet werden. Im ersten Schritt wird ab September eine Doppelstruktur die Pendler auf den Umstieg auf die Buslinie vorbereiten. Ab Herbst 2020 soll mit der Neuausschreibung des VOR-Planes das Angebot um einen "Theater-Bus", der an das Wiener-U-Bahnnetz angeschlossen sein wird, sowie einen "Talente-Bus", der Schüler der Region zum BORG Deutsch-Wagram bringt, erweitert werden. Ein stündlich fahrender Bus wird Gänserndorf mit dem Krankenhaus in Mistelbach verbinden, Zwischenstationen auf dem Weg inklusive.
    Ab Herbst 2021 avanciert die Gegend des Schweinbarther Kreuzes zur niederösterreichischen Modellregion: Hier werden die ersten E-Busse des Landes eingesetzt.

    Konkrete Angebote
    Die Busse werden wochentags im 30 Minuten-Takt zwischen Wolkersdorf und Raggendorf, sowie zischen Raggendorf – Matzen – Gänserndorf verkehren. Gefahren wird zwischen 4.30 Uhr und 22 Uhr. An den Wochenenden stündlich ab 6 beziehungsweise 7 Uhr. Weiters wird ein stündlich fahrender Bus von Bad Pirawarth nach Raggendorf über Schönkirchen nach Gänserndorf pendeln.
    Durch die Zustiegsmöglichkeiten in den Ortszentren erreicht man fußläufig fast dreimal so viele Menschen, wodurch man sich eine Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs erhofft.

    Mobility Lab
    In der ersten Phase werden die Busse vor allem das bestehende Angebot kompensieren. In dem Beratungsforum "Mobility Lab" wollen Bürgermeister und Verkehrsexperten das Angebot bedarfsorientiert optimieren. Verschlechterung des Status Quos soll das aber keine bedeuten, versichert Ludwig Schleritzko. Der Beobachtungszeitraum wird über zwei Jahre laufen.

    Steigenden Kosten
    Für das Land bedeutet die Neuregelung einen erheblichen Mehraufwand. Während die aktuelle Lösung der Regionalbahn auf 800.000 Euro pro Jahr kommt, wird man für das Bussystem im Endausbau 3,6 Millionen Euro jährlich berappen müssen.

    Quelle: meinbezirk.at/mistelbach/c-pol…zur-e-bus-region_a3292773


    Na schau einer an. 3,6 Mio statt 0,8 Mio. Also am Geld scheints ja nicht zu liegen.

    Zum mehr als ambitionierten Busangebot: ein 30min Takt zwischen Ortschaften mit teilweise weniger als 2000 Einwohnern? Von 4:30 bis 22h? Alle Achtung.
  • westbahn schrieb:

    Also was da herumgeraunzt wird, geht "auf keine Kuhhaut"!
    Dass es absehbar war, war allen hier Schreibenden eh klar, schließlich gibt es den Thread schon seit über einem Jahr. Es sollte aber intellektuell schon auch möglich sein, zwischen Raunzerei und dem Aufzeigen der Verlogenheit der NÖ. Verkehrspolitik zu unterscheiden. Anscheinend gelingt das nicht allen, denn sonst würden solche Wortmeldungen erst gar nicht fallen.
    Diese Verlogenheit bzw. Wortbrüchigkeit gibt es nicht erst seit dem berüchtigten Heuras-Sager im Jahr 2010, sondern ist der jahrzehntelangen NÖ ÖVP-Politik gegen die "roten" ÖBB geschuldet. Besonders augenfällig wurde die ÖVP-Bahnpolitik Anfang des 21. Jh. durch das Herumeiern Prölls und Sobotkas mit den damaligen FPÖ-Ministern um den Fortbestand von Ybbs- und Mariazellerbahn. Ich erinnere an die die feierliche Vereinbarung über den Fortbestand der Mariazellerbahn zwischen Pröll und Gorbach, zelebriert im Alpenhotel Gösing und wenige Monate später zu Grabe getragen. Dass Pröll später der Mariazellerbahn die Millionen in den Rachen warf, hatte nichts mit Umdenken zu tun, sondern nur mit dem Ruhigstellen allfälliger Kritiker seiner Bahnverkehrspolitik.
    Oder an den Wortbruch Prölls gegenüber den Tschechen bezüglich der Wiederaufnahme des Bahnverkehrs über den Grenzübergang Fratres - Zlabings, der sogar im NÖ. Landesverkehrskonzept verankert war. Die Tschechen machten ihre Hausaufgaben und Pröll wollte dann auf einmal nichts mehr davon wissen.
    Diese Politik der leeren Versprechungen geht in Erbfolge von einem NÖ Verkehrslandesrat auf den anderen über und hinterlässt eine Bahn-Kahlschlagspur vom oberen Waldviertel (Thayatalbahn, Göpfritz - Raabs, Martinsberger Bahn, Donauuferbahn) über das Mostviertel (Krumpe, Ybbstalbahn, Erlauftalbahn ab Scheibbs, NÖ Südwestbahn) bis jetzt zuletzt das Schweinbarther Kreuz. Kein Bundesland kann sich "rühmen", die Bahn so rigoros aus der Fläche verbannt zu haben wie NÖ. Es ist Aufgabe eines Bahnforums, diese Vorgangsweise eines Bundeslandes bei bei dessen Bahnstilllegungspolitik aufzuzeigen, das hat mit Raunzerei nichts zu tun, sondern ist das Hinterfragen des politischen Anspruchs der Verkehrspolitik eines Landes und deren Umsetzung in der Realität.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Kein Bundesland kann sich "rühmen", die Bahn so rigoros aus der Fläche verbannt zu haben wie NÖ.
    Ja, es gibt auch kein Bundesland, das so viele (völlig unnötige, weil nicht genutzte) Nebenbahnen hat(te). Und wenn eine Bahnstrecke nicht oder zu wenig genutzt wird, ist sie eben zu killen! So einfach ist Wirtschaftlichkeit - und genau das wollte man ja von den (neuen) ÖBBs - festgeschrieben im Bundesbahngesetz. ÖBBs: Wir tragen eine große Verantwortung und wollen unsere Leistungen wirtschaftlich erfolgreich, umweltschonend und sozial verträglich erbringen.

    Eingestellte Strecken (ÖBB und Andere) seit 1961:


    Schwarzenau-Fratres 36 km
    Schwarzenau-Martinsberg Gutenbrunn 58 km
    Gmünd-Litschau 25 km
    Alt Nagelberg-Heidenreichstein 14 km
    Krems-Sarmingstein (Donauuferbahn) 71 km
    Retz-Drosendorf (Reblausexpress) 41 km
    Lokalbahn Korneuburg-Mistelbach 49 km
    Mistelbach-Hohenau an der March 28 km
    Enzersdorf bei Staatz-Dobermannsdorf 29 km
    Laa an der Thaya-Sigmundsherberg 58 km
    Drösing-Zistersdorf 11 km
    Bad Pirawarth-Mistelbach 16 km
    Stammersdorf - Obersdorf 12 km
    Pirawarth-Dobermannsdorf 31 km
    Siebenbrunn .-Engelhartstetten 23 km
    Götzendorf-Mannersdorf 7 km
    Wittmannsdorf-Wöllersdorf 10 km
    Payerbach Reichenau-Windbrücke 7 km
    Gramatneusiedl-Wampersdorf 13 km
    Weißenbach Neuhaus-Hainfeld 25 km
    Kernhof-Schrambach 28 km
    Türnitz-Freiland 9 km
    Ober Grafendorf-Gresten 64 km
    Scheibbs-Kienberg Gaming 11 km
    Gstadt-Ybbsitz 6 km
    Gstadt.Kienberg Gaming (Ybbstalbahn) 65 km
    Gmünd-Groß Gerungs 44 km
    ges. 791 km

    B
    Deutschkreuz-Rattersdorf Liebing 43 km
    Friedberg-Rechnitz 52 km
    Oberschützen-Oberwart 8 km
    ges. 104 km

    Stmk
    Mürzzuschlag-Neuberg 11 km
    Weiz-Ratten 42 km
    Bierbaum-Neudau 9 km
    Mixnitz B.-St.Erhard 11 km
    Leibnitz-Pölfing Brunn (Sulmtalbahn) 25 km
    Leoben-Hieflau (Erzbergbahn) 52 km
    Zeltweg-Fohnsdorf 6 km
    Zeltweg-Bad St.Leonhard 32 km
    Mariazell-Gußwerk 7 km
    Weißenbach St.Gallen-Selzthal 58 km
    Leoben Hbf-Leoben Hinterberg 8 km
    ges. 261 km

    S
    Tamsweg-Mauterndorf 12 km
    ges. 12 km

    K
    Völkermarkt-Eisenkappel 18 km
    Lavamünd-St.Paul i.Lvt 13 km
    Treibach Althofen-Klein Glödnitz(Gurktalb.)29 km
    Launsdorf Hochosterwitz-Hüttenberg 30 km
    Rosenbach-Weizelsdorf(Rosentalbahn) 19km
    ges. 109.km


    Garsten-Klaus 41 km
    Pergern-Sierning 5 km
    Rohr-Bad Hall 4 km
    Sattledt-Rohr 13 km
    Haiding-Aschach an der Donau 22 km
    Lambach-Haag am Hausruck 27 km
    ges 112 km

    V
    Bregenz-Bezau 35 km

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von westbahn ()

  • westbahn schrieb:

    Und wenn eine Bahnstrecke nicht oder zu wenig genutzt wird, ist sie eben zu killen! So einfach ist Wirtschaftlichkeit - und genau das wollte man ja von den (neuen) ÖBBs - festgeschrieben im Bundesbahngesetz.
    Wenn ich eine Strecke mit 30 Jahre alten Fahrzeuge ohne relevantem Refurbishment nutze, die Geschwindigkeiten aus dem vorletzten Jahrhundert sind (ja ich weiß, dort wurde damals noch langsamer gefahren) und die Stationen auch am Stand von vor 100 Jahren sind, dann wird wohl jede Strecke "wenig genutzt".
    Die Strecke Gänserndorf - Matzen hat man durch Beseitigung der Schüler massiv geschädigt.

    Ich bleibe aber dabei, dass man mit einer Schleife bei Obersdorf (bei Bedarf auch nur zur Überstellung), modernen Fahrzeugen und Stationen und attraktiveren Geschwindigkeiten die Strecke Obersdorf - Groß Schweinbarth mit den Subventionen wirtschaftlich halten könnte.
  • Es gibt mittlerweile eine Petition

    Genial! Jaja, unterschreibt's nur brav die Petition! Wie viele Petitionen, die dort "gelistet" sind, hatten denn schon Erfolg? Mehr als 0%? Übrigens: Nichtoffizielle Online-Petitionen (wie diese) haben keine rechtliche Wirkung und sind häufig nicht an die Parlamente oder deren Petitionsausschüsse gerichtet - somit: sinnloser Clicktivism und Slacktivism!
  • KFNB X schrieb:

    Wenn ich eine Strecke mit 30 Jahre alten Fahrzeuge ohne relevantem Refurbishment nutze, die Geschwindigkeiten aus dem vorletzten Jahrhundert sind (ja ich weiß, dort wurde damals noch langsamer gefahren) und die Stationen auch am Stand von vor 100 Jahren sind, dann wird wohl jede Strecke "wenig genutzt".Die Strecke Gänserndorf - Matzen hat man durch Beseitigung der Schüler massiv geschädigt.

    Ich bleibe aber dabei, dass man mit einer Schleife bei Obersdorf (bei Bedarf auch nur zur Überstellung), modernen Fahrzeugen und Stationen und attraktiveren Geschwindigkeiten die Strecke Obersdorf - Groß Schweinbarth mit den Subventionen wirtschaftlich halten könnte.
    Danke, sowas Ähnliches wollte ich auch schon schreiben. Ergänzend noch zu erwähnen, dass wohl einige Stationen auch nicht unbedingt günstig gelegen sind.

    Eine Farce aber jedenfalls, dass man ungschaut bereit ist, ein Vielfaches für ein überdimensioniertes Busangebot auszugeben, während bei der Bahn knallhart kalkuliert wird.

    Letzlich aber typisches Nö-Verkehrspolitiks-Kalkül. Man wird sich medial wieder als Opfer der bösen ÖBB geben, die wieder eine Strecke aufgeben und man ja alles gegeben hat, tolle Busangebote zu realisieren, die das undankbare Volk aber leider nicht annehmen wollte, weswegen man Leistungen zurücknehmen müsse.