[NÖN] Schweinbarther Kreuz: Zug auf dem Abstellgleis

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  • Und es werden fleißig "Spuren" verwischt.

    Hier* ist die Aussendung vom Niederösterreichischen Wirtschaftspressedienst im Originalen, darin steht:

    http://www.wirtschaftspressedienst.at/index.php?site=artikel_show&artikelid=18923&indexshow=1&ausgabenr=1527 schrieb:

    Behalten werden die ÖBB in Niederösterreich u.a. die eingleisige Kamptalbahn, die auf einer Länge von 44 Kilometern zwischen Sigmundsherberg und Hadersdorf/Kamp verkehrt, die Weinviertler Nebenbahn von Korneuburg nach Ernstbrunn, auf der in der warmen Jahreszeit der Tourismuszug „NostalgieExpress Leiser Berge“ fährt, sowie das sogenannte „Schweinbarther Kreuz“, eine Regionalbahn mit zwei Ästen zwischen Bad Pirawarth, Groß-Schweinbarth und Obersdorf bzw. Bad Pirawarth, Groß-Schweinbarth und Gänserndorf. „Beim Schweinbarther Kreuz sind wir in Gesprächen mit dem Land Niederösterreich, wie wir die Strecke bestmöglich weiterentwickeln können“, sagt Matthä.
    Ruft man jetzt die Seite wirtschaftspressedienst.at/ind…ndexshow=1&ausgabenr=1527 auf, ist der Abschnitt mit "Schweinbarther Kreuz" verschwunden.

    *) Auch hier im Google-Cache zu lesen: webcache.googleusercontent.com…&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=at

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von KFNB X ()

  • Danke fürs Aufzeigen der Vertuschungsaktion!


    Wie ein Hohn klingt auch dieser Artikel hier...:

    Auszug, der komplette Beitrag ist hier zu lesen:

    Weinviertler Orte wollen Grünraum bewahren

    34 Gemeinden im Südosten des Weinviertels wollen trotz steigender Bevölkerungszahl Grünraum bewahren. Im Zuge des Projekts „Grüner Ring“ schlossen sie sich nun zur gemeinsamen Planung zusammen. Am Montag fiel der Startschuss.

    Als Teil des Wiener Speckgürtels gehört das südöstliche Weinviertel zu einer der am schnellsten wachsenden Regionen Österreichs. Die Bevölkerungsanzahl steigt hier jährlich um etwa elf Prozent, die Nachfrage nach Bauland ist groß. „Die ortsansässige Bevölkerung fühlt sich ein bisschen überrumpelt von all dem Zuzug. Wir sind jetzt dabei, das zurückzuschrauben und zu minimieren“, sagte etwa Monika Obereigner-Sivec (SPÖ), Bürgermeisterin von Groß-Enzersdorf, beim offiziellen Startschuss der gemeinsamen Leitplanung am Montag.

    Die Herausforderungen durch den Zuzug betreffen vor allem den Grünraum sowie die adäquate Entwicklung der Infrastruktur. Dabei sei es wichtig, mit anderen Gemeinden zusammenzuarbeiten, meinte Friedrich Quirgst (ÖVP), Bürgermeister von Deutsch-Wagram: „Man lebt ja nicht voneinander isoliert. Bevölkerungswachstum und Folgen wie etwa der Verkehr machen nicht halt an der Gemeindegrenze.“

    ORF

    Das Umland von Wien zählt zu den am schnellsten wachsenden Regionen


    Regionen im Wiener Umland vernetzen
    Deutsch-Wagram und Groß-Enzersdorf (beide Bezirk Gänserndorf) sind zwei der 34 Weinviertler Gemeinden, die sich nun zusammengeschlossen haben. In den kommenden eineinhalb Jahren wollen sie eine gemeinsame regionale Leitplanung entwickeln.
  • J-C schrieb:

    Zumal man auf dem Land auch eher sich ein richtiges Haus leisten kann.
    Auch wenn die Aussage nicht mehr generell zutrifft (siehe KFNB X-Antwort oben), ist gerade der Trend des "auf's Land ziehen" das Problem der Wien-Umland-Gemeinden, mit dem sie raumplanungsmäßig in der Vergangenheit nicht oder nur schwer umgehen konnten. Das Land NÖ hat dabei viel zu lange und auch wohlwollend zugeschaut, weil Zuzug bedeutete höhere Ertragsanteile und höhere Grundsteuereinkommen. So entstanden im Marcchfeld Satelliten-Siedlungen, die zu zu den raumplanerischen Todsünden gehören, wie z. B. Gänserndorf-Süd.
    Jetzt, 30 oder mehr Jahre zu spät, kommen Land und Gemeinden Hand in Hand mit einem grünen Ring um Wien daher, gleichzeitig dreht man aber wieder Hand in Hand einer Bahnlinie, die entsprechend adaptiert und gemanagt, sehr wohl das zeug zum Überleben hätte, das Lebenslicht aus. Es ist ein Jammer.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ich habe gestern bei der Klimademo in Wien einen Zettel in die Hand gedrückt bekommen, bei dem es um die Beibehaltung des Schweinbarther Kreuzes geht (hat auf die openpetition verwiesen). Hab dort auch gehört, dass es sehr wohl Anwohner gibt, die um die Bahn kämpfen (hätte mir auch Sorgen gemacht wenn nicht), aber einige halt eher "zach" sind ;)
    Hat mich auf jeden Fall gefreut, auch offline davon zu hören, es findet ja irgendwie immer mehr Politik auf der Straße statt.

    Irgendwie ist es schon logisch, dass man irgendwann aufhören will, leere Schienenbusse durch die Gegend zu jagen (ist bei schlechter Auslastung auch ökologisch mehr Belastung als Erleichterung), aber mit Einstellen macht man es sich zu einfach.
    Buslinien sind überhaupt kein Beispiel für Innovation, was aber nicht heißt, dass man Nebenbahnen nicht mit neuen Ideen retten könnte: Eh auf genau dieser Strecke soll es nach der Wiedereröffnung nach Sulz einen "RufZug"-Betrieb gegeben haben - scheint nicht besonders erfolgreich gewesen zu sein, aber weiß da jemand mehr dazu?
  • Nach Sulz würde ich nur den versuchten Museums-Betrieb eines Politikers kennen. Die Überlegungen (noch sehr frühe) zu einem Train on Demand System kenne ich nur von Kaltenleutgeben.

    Der Halbstundentakt nach Gänserndorf wird noch wesentlich leerer sein, da schneidet der Bus sicherlich auch nicht sonderlich gut ab.

    PS: Im Ybbstal hieß es auf einer Veranstaltung mal, dass Niederflurbusse kommen werden. Bis heute nicht geschehen. Da glaube ich keinen total deplazierten E-Bus im Weinviertel.
  • War das echt noch kein Thema hier...? (gefunden auf der Seite der Onlinepetition)

    Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer,
    die noe.regional GmbH wird in den kommenden Tagen über das Nachfolgeangebot zum Schienenverkehr am Schweinbarther Kreuz informieren.
    Im Anschluss daran gibt es die Möglichkeit, direkt mit den VertreterInnen vom Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und dem Land Niederösterreich ins Gespräch zu kommen.

    Die Termine sind:
    Dienstag, 9. April 2019 von 19 bis 20:30 Uhr im Hofkeller Groß-Schweinbarth, Am Hofkeller 7, 2221 Groß-Schweinbarth
    Freitag, 12. April 2019, von 19 bis 20:30 Uhr im Dorfzentrum Prottes, Matzner Straße 7, 2242 Prottes

    Bitte beachten: zur Teilnahme ist eine Anmeldung unter folgender Webseite notwendig: www.noeregional.at/schweinbarther-kreuz/

    Ich bitte euch um rege Teilnahme und Diskussion! Vielleicht können wir den Wind ja doch noch drehen.
    Mit besten Grüßen
    Philipp Graf
  • Ich war am Dienstag bei der Veranstaltung in Groß Schweinbarth im Hofkeller.

    Der Hofkeller war rappelvoll, viele Leute standen. Security-Personal war anwesend.

    Schon in der Einleitung verwies der Vertreter des Landes darauf, dass man ja gern weiterhin Züge bestellt hätte, nachdem die ÖBB die Strecke aber einstellen würde, wäre das nun halt nicht mehr möglich. Raunen im Saal, grad, dass keine Buhrufe ertönten...

    Die vom Rechnungshof geforderten 2000 Fahrgäste am Tag würden mit den derzeit 700 Fahrgästen halt bei Weitem nicht erreicht. 2011 warens noch 800, die sich dann auf 900 steigerten. Daten vor 2011 konnten angeblich in der kurzen Zeit nicht eruiert werden.... ???

    Die Einstellung erfolgt gerade jetzt, weil jetzt die Verkehrsdiensteverträge für die nächsten 10 Jahre abgeschlossen werden.
    Die Gleise bleiben aber erhalten, insbesonders für Güterverkehr (lautes Lachen im Saal...)

    Es wird versprochen, dass das Bus-Angebot wesentlich besser sein soll als das derzeitige Angebot, in zwei Jahren sollen dann sogar Elektrobusse fahren. Dazu waren in den Ecken des Saales Wandtafeln aufgestellt mit geplanten Linien.

    Auf die Frage eines Anwesenden nach dem Klimaschutz kam als Antwort, dass die Bahn aufgrund der Einstellung durch die ÖBB halt nicht mehr zur Verfügung stehen würde... Zudem wäre die CO2-Bilanz der alten Dieseltriebwagen um nichts besser als jene der modernen Busse....

    Auf die Frage, warum die Strecke dann nicht elektrifiziert wurde, wurde auf die ÖBB verwiesen.

    Eckpunkte des Busverkehrs:
    Die Busse fahren ab Schulbeginn, um die Leute an die neue Situation zu gewöhnen. Auf die Frage, warum schon ab Schulbeginn, wurde geantwortet, dass man nicht wolle, dass am Tag nach dem Fahrplanwechsel die Leute die Bushaltestelle suchen.

    Die VOR-Jahreskarten gelten auch im Bus (eh klar...)
    Zusätzlich gelten VC und Österreichcard auch in den Bussen, und zwar bis 20.4.2020, um die Besitzer, die grad jetzt eine gekauft haben, nicht zu benachteiligen.
    Im Einzugsgebiet der neuen Haltestellen würden 13.600 Personen wohnen (derzeit, rund um die Bahnhaltestellen, sind das 4800 Personen)


    Es taucht die Frage auf, wie lange das supertolle Busangebot bestehen bleibt:
    Antwort: der Busverkehr ist auf 10 Jahre ausgeschrieben, der Vertrag für E-Busse sogar auf 12 Jahre, so lange wird auch nix geändert.
    zudem fallen 2 Mio. Euro an Kosten für die benötigte Lade-Infrastruktur an.

    Frage: Warum das Geld nicht gleich in die Bahn-Infrastruktur investieren?
    Antwort: ist heute kein Thema, weil das die ÖBB investieren müsste und nicht das Land...

    Frage nach der Mehrbelastung durch den Busverkehr in den Orten:
    Antwort: Derzeit fahren auf der Straße 6500 Fahrzeuge/Tag, durch den vermehrten Busverkehr werden die um ca. 1,5% zunehmen
    Zwischenruf: PLUS die vermehrten Autos!
    Antwort: Schwerverkehr wächst jährlich um 1%, PKW-Verkehr um 2%

    Frage: Warum gibts den neuen Halbstundentakt nicht bis Großschweinbarth?
    Antwort: ab 2020 gibts eine neue Busverbindung von Mistelbach, damit gibts zwei Linien pro Stunde durch Groß Schweinbarth (aber aufgrund der Anschlußsicherung in Wolkersdorf und Deutsch Wagram nicht mit 30 Min. Abstand, sondern mit 15/45 Min. Abstand!)

    Frage, warum man beim neuen Buskonzept tlw. umsteigen muss? Problem für ältere Menschen! Richtung Gänserndorf müsste man in Raggendorf in den danebenstehenden Bus umsteigen.
    Antwort: die alten Triebwagen sind auch nicht barrierefrei!

    Frage, wo die "P&R" - Fahrgäste an der Bushaltestelle parken sollen? Am Bahnhof gibts Parkplätze, wo sollen die sich dann hinstellen?
    Antwort: es wurde geschluckt, mit der Frage hatte man offensichtlich nicht gerechnet ;)
    Verweis auf die vielen zusätzlichen Haltestellen, die eine Autofahrt hinfälliug machen... Nächste Frage!

    Ein Teilnehmer bekundet seinen Unmut, dass im Lauf der letzten Jahre die Anschlüsse nur verschlechtert wurden, man hätte schon jetzt Vieles verbessern können (Rampe in Obersdorf, Anschlüsse in Obersdorf, Niederflurfahrzeuge,...)
    Es wird auf die ÖBB verwiesen...

    Ab 250 Personen fahren mindestens vier Buspaare in einen Ort, das würde österreichweit gelten (sind da Fahrgäste oder Einwohner gemeint...?)

    Frage: Wie viel länger dauert dann die Fahrt von Großengersdorf nach Wolkersdorf und dann nach Wien, anstatt jetzt mit dem Zug über Großschweinbarth?
    Antwort: Für Schüler, die nach Wolkersdorf müssen, ists eine Verkürzung...

    Frage aus Auerstal: Habe ausgerechnet, dass dann 70 Busse zusätzlich durch den Ort fahren, das ist laut und gefährlich!
    Antwort: Es gibt keine Alternative, die ÖBB sind schuld...

    Frage eines Herrn aus Großschweinbarth: Ich habe mir hier einen Grund zum Hausbauen gekauft, weil ich hier Bahn und Busverbindung habe. Die Bahn ist dann weg, wer zahlt mir nun den Wertverlust des Baugrundes?
    Antwort: keine

    Frage nach dem Verbleib des Bahnhofs Obersdorf:
    Antwort: Das bisherige Zugangebot soll im Hinblick auf die P&R-Anlage so bleiben, allerdings ohne Gewähr....

    Frage: Wieviele Personen fasst ein Bus?
    Antwort:
    40 Sitz- und 30 Stehplätze.
    Einwurf: Ein Bus wird nicht reichen!


    Generell war die Stimmung durchaus "Pro-Bahn".
    Jeglicher Einwand wurde aber sofort abgeblockt, und entweder auf die böse ÖBB verwiesen, oder darauf, dass die Veranstaltung ja der Information über das neue Mobilitätskonzept dient, und nicht der Diskussion pro oder kontra Bahn - ein Meisterstück an Redekunst! Teilweise wurde es auch recht laut, wenn die Leute ihrem Unmut Ausdruck verliehen.

    Ich kann Euch nur schwer ans Herz legen, Euch die Veranstaltung morgen in Prottes anzuschauen! Allein schon, um zu sehen, wie man das Einstellen einer Bahn schönreden kann...

    Hier noch ein paar Fotos der Diagramme, die gezeigt wurden:








    (leider sehr unscharf...)


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  • Wer hat diese lustige Veranstaltung besucht? Laut Foto Arbeitslose, (Früh)AlkoPensionisten und ein Ferro? Wer opfert auch nur eine Sekunde für so einen Nonsens? Wurde die Einstellung des Kreuzes nun aufgehoben? Nein? Also, warum das Ganze?
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
  • westbahn schrieb:

    Wer hat diese lustige Veranstaltung besucht? Laut Foto Arbeitslose, (Früh)AlkoPensionisten und ein Ferro?
    Gibt es auf dem Foto einen konkreten Beweis dafür, dass deine Behauptungen über Arbeitslose, AlkoPensionisten etc. zutreffen? Wenn ja, dann zeige ihn uns bitte. Wenn du es nicht kannst, dann unterlass' bitte in Hinkunft die pauschalen Anwürfe gegen Personen, die an einer vom Land NÖ und vom VOR organisierten Infoveranstaltung Interesse zeigten.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Danke, für die Zusammenfassung, @Draisinenfan

    Demnach widerspricht man sich beim VOR selbst: Einerseits seien die ÖBB schuld, weil man ja Züge bestellen wollte, aber wegen der gewollten Einstellung nicht könnte, andererseits bleiben die Gleise wegen dem Güterverkehr. Wenn Gleise eh da sind, wird man auch fahren können.

    Wie du schon schreibst und man dort kundtat: es war ja eine Nö/VOR-Veranstaltung um den viel besseren Bus vorzustellen. Na dann!