[NÖN] Schweinbarther Kreuz: Zug auf dem Abstellgleis

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  • Großschweinbarther Kreuz: Rot-blau-grüne Allianz zur Bahn-Rettung

    Vertreter von SPÖ, FPÖ und Grünen sind der Einladung der Nationalratsabgeordneten Melanie Erasim (Bezirk Mistelbach) und der Landtagspräsidentin Karin Renner (Bezirk Gänserndorf) gefolgt, zur Rettung der Bahnlinie R 18 Großschweinbarther Kreuz eine überparteiliche Plattform zu gründen. Nur die ÖVP-Bürgermeister aus den Gemeinden entlang der Strecke haben geschlossen gefehlt.


    Von Michael Pfabigan. Erstellt am 24. Mai 2019 (11:33) "So sieht also das Miteinander der niederösterreichischen VP wirklich aus", kritisierten die Anwesenden. Gleichzeitig haben alle Teilnehmer die ÖVP-Mandatare eingeladen, sich doch noch der Initiative anzuschließen, da es den Bürgermeistern ja nicht egal sein kann, was aus der Bahnstrecke wird und welche Anliegen die PendlerInnen haben.
    Übrigens: Es waren auch alle Landtagsabgeordneten, Bundesräte und Nationalräte der beiden Bezirke eingeladen, um dieses regionalpolitisch wichtige Thema überparteilich zu fördern. Bei der Besprechung in Pillichsdorf wurde am 22. Mai die Plattform «Weinviertel auf Schiene» gegründet, die nicht nur einen Erhalt der Regionalbahn fordert, sondern sogar eine Attraktivierung in Form eines massiven Ausbaus vorsieht. Ziel soll es sein, die R 18 über eine Spange direkt an die Wiener U-Bahn in Leopoldau anzuschließen und auch wieder mehr Weinviertler Gemeinden (Zistersdorf, Gaweinstal usw.) in das Streckennetz aufzunehmen.
    Geklärt werden muss auch die künftige Rolle der erst vor wenigen Jahren neu errichteten Haltestelle Obersdorf. Schon bisher haben die Gewerkschaft vida und andere Initiativen weit über 3.000 Unterschriften für den Erhalt und den Ausbau des Großschweinbarther Kreuzes gesammelt. Diese sollen letztlich an den NÖ Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko übergeben werden. Denn es liegt am Land NÖ, den Bahnbetrieb bei den ÖBB zu bestellen und so die Erhaltung zu ermöglichen bzw. die nötigen Investitionen für einen Ausbau der Strecke in die Wege zu leiten.
    Geklärt werden muss auch die Frage des Güterverkehrs, da die OMV offenbar nur noch einen Vertrag für eine kurze Strecke in Gänserndorf haben, am Rest der Strecke aber vorerst kein Interesse mehr zeigen. Wenn dann ab Dezember 2019 auch noch der Personenverkehr eingestellt werden soll, wäre die Regionalbahn rascher Geschichte, als es den
    PendlerInnen lieb sein kann.
    Die Zeit eilt also - daher will die neu gegründete Plattform «Weinviertel auf Schiene» als nächsten Schritt die MandatarInnen aller in den Gemeinden entlang der Strecke vertretenen Parteien einladen, der überparteilichen Plattform beizutreten und gemeinsam um die Rettung der Regionalbahn Großschweinbarther Kreuz zu kämpfen.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 5047.090 schrieb:

    Was genau meinst du? Den Schulterschluss? Wars im Falle der Wachaubahn nicht ähnlich?
    Der Unterschied zur Wachaubahn ist der, dass die Plattform "Wachaubahn 2.0" eine von Marko Spiegel-Grünberger gestartete private Initiative war, während beim Schweinbarther Kreuz die politischen Parteien (mit Ausnahme der ÖVP) als Initiatoren auftreten.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • NÖN vom 28.5.:
    Schweinbarther Kreuz: "Noch immer genug Gäste“

    Die Bezirks-Grünen pochen weiterhin auf Erhalt der Bahnlinie.

    Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 26. Mai 2019 (05:19)

    Grünen
    „Busse sind wesentlich unbeliebter als Züge, weil Abfahrtszeiten, Haltestellen und Zielort schwerer zu durchschauen sind“, so Bettina Bergauer (vorne). Die Grüne kämpft für den Erhalt des Schweinbarther Kreuzes.

    Das Thema „Schweinbarther Kreuz“ ist noch nicht gegessen. Der „voreilige Beschluss“ der NÖ Landesregierung, die Bahnlinie einzustellen, ist für die Grünen nicht nachvollziehbar. Zur Erinnerung: Die Strecke, die Gänserndorf und Bad Pirawarth verbindet, soll Ende des Jahres aufgelassen werden. Stattdessen sollen Busse verkehren.

    Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer, NÖ Spitzenkandidatin für die EU-Wahl, und Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz machten nun einen Lokalaugenschein. „Selbst am Sonntag zu Mittag besteht Bedarf an dieser Bahnverbindung“, so ihr Ergebnis.

    Beate Kainz zeigt Unverständnis: „Weder in Gleisanlagen, noch in Wagenmaterial oder gar Haltestellen wurde investiert. Trotzdem gibt es noch immer Passagiere.“ Nicht einmal die Fahrplan-Verschlechterungen hätten die Passagiere auf die Straße zwingen können.

    Bergauer fordert Bahn-Mindeststandards
    „Jugendliche oder Menschen, die alters- oder krankheitsbedingt nicht fahren können, sind auf Öffis angewiesen“, führt Kainz aus. Bergauer, im EU-Wahlkampf-Modus, fordert indes europäische Mindeststandards für ein Bahnnetz. Sie verweist auf die Schweiz als Vorbild.

    „Vor 50 Jahren konnten wir uns als Staat Österreich ein dichtes Bahnnetz leisten“, sagt Bergauer. „Heute, wo wir eines der reichsten Länder der Welt sind, wird in NÖ eine Nebenbahn nach der anderen eingestellt, mit dem Argument, dass sie zu teuer wäre. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.“

    Bahnen hätten im Vergleich zu Buslinien einen entscheidenden Vorteil: „Alle wissen, wo der Bahnhof ist, wohin die Schienen gehen und dass dort verlässlich zu bestimmten Zeiten ein Zug fährt“, meint Bergauer.
  • "Alle wissen, wo der Bahnhof ist, wohin die Schienen gehen und dass dort verlässlich zu bestimmten Zeiten ein Zug fährt“
    Offenbar nicht, war das doch eines der Argumente, wieso auf der Stammstrecke das eigentliche Ziel verschleiert wird, weil bei manchen der Horizont in Meidling/Floridsdorf endet.

    Sie sprichts aber eh deutlich aus. Dafür, dass man eh daran arbeitet, die Leute aufs Auto oder den Bus zu lenken, dürften eh noch genug fahren.

    Übrigens gab's unlängst ein Posting auf der FB Seite der ÖBB, wo eine Mutter urgierte, dass ein Anschluss in Obersdorf zum Zug nach Laa in der Früh nur schwer möglich wäre und die Schüler Probleme hätten, diesen zu erwischen.
    Die Antwort war, man werde diese Thematik an die Verkehrsplaner intern weitergeben. Kein Hinweis drauf, dass man eh in wenigen Monaten keine Anschlüsse mehr sichern muss.
  • Bezirk Gänserndorf: Schweinbarther Kreuz: Plattform für Bahnstrecke

    Regionalbahn soll nicht nur erhalten, sondern auch attraktiver werden, so das erklärte Ziel.


    Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 03. Juni 2019 (04:02) Vertreter aller Parteien aus den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach mit Ausnahme der ÖVP rotteten sich zusammen und gründeten „Weinviertel auf Schiene“. Die überparteiliche Plattform hat sich den Erhalt des „Schweinbarther Kreuzes“ zum Ziel gemacht – jener Bahnstrecke, die eigentlich mit Dezember dichtgemacht werden soll (die NÖN berichtete).
    Gemeinsam wird jetzt nicht nur der Erhalt der Regionalbahn gefordert, sondern zugleich eine Attraktivierung in Form eines Ausbaus. „Ziel ist es, die Strecke über eine Spange direkt an die Wiener U-Bahn in Leopoldau anzuschließen und auch wieder mehr Weinviertler Gemeinden – zum Beispiel Zistersdorf und Gaweinstal – in das Streckennetz aufzunehmen“, erklären die Plattform-Gründer, die auf Einladung von Nationalrätin Melanie Erasim und Dritter Landtagspräsidentin Karin Renner (beide SP) zusammengefunden hatten.
    Bislang unterschrieben 3.000 Personen
    Bis dato sammelten die Gewerkschaft „vida“ und andere Initiativen über 3.000 Unterschriften für den Erhalt und den Ausbau des „Schweinbarther Kreuzes“ (die NÖN berichtete). Diese sollen an VP-Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko übergeben werden. „Es liegt am Land NÖ, den Bahnbetrieb bei den ÖBB zu bestellen und so die Erhaltung zu ermöglichen bzw. die nötigen Investitionen für einen Ausbau in die Wege zu leiten“, so die Initiatoren.
    Geklärt werden müsse auch die Frage des Güterverkehrs. Die OMV hätte offenbar nur noch einen Vertrag für einen kurzen Abschnitt in Gänserndorf, zeige am Rest der Strecke aber vorerst kein Interesse mehr. „Wenn ab Dezember auch noch der Personenverkehr eingestellt würde, wäre die Regionalbahn rascher Geschichte, als es den Pendlern lieb ist“, wird von den Mitgliedern der Plattform befürchtet.
    Demnächst sollen Mandatare aller in den Gemeinden entlang der Strecke vertretenen Parteien eingeladen werden, der Initiative beizutreten.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Es ist ja so, dass es eine Entscheidung war, die sämtliche Verantwortlichen mitgetragen haben. Also auch der Bund, auch der Verkehrsverbund...

    Die Sache ist ja, um das selbe Geld wie man es für die Bahn brauchte, kann man im Busverkehr generell mehr bewegen. Also mehr Takte anbieten usw.

    Ich finde es nicht gut, Busverkehr sind im Vergleich zum Auto nicht so häufig die Alternative. Die Busse haben einen gewissen Komfort, die Busse lassen sich nutzen, aber sie sind seit je her am besten dort einzusetzen, wo es um Feinverteilung geht, wo man mit der Bahn eben nicht weiterkommt.

    WEnn man eine Bahn hat, sollte man sie auch behalten, wie ich finde.

    Aber jetzt können wir mal schauen, ob es anders sein wird als bisher. Vielleicht gab es doch irgendwo einen Sinneswandel.
  • Kommt „RegioTram“ nach Wien?

    Grünen-Bezirkschefin erarbeitete Lösung, um Strecke zu erhalten.

    Von Red. Gänserndorf. Erstellt am 14. Juni 2019 (12:08)
    Mobilitätsbeauftragte Beate Kainz (2.v.l.) bei der Übergabe des Zertifikats – im Bild mit Irene Schrenk (Klimabündnis), Günter Emberger und MarkusGerhartinger (Umweltbeauftragter der Erzdiözese Wien, v.l.). Foto: privat

    Die Einstellung des Schweinbarther Kreuzes bewegt aktuell die Region von Gänserndorf bis Wolkersdorf. Statt veralteter Diesel-Triebwagen sollen als Ersatz neue E-Busse zum Einsatz kommen, so der Plan des Landes (die NÖN berichtete).
    Viele kämpfen jedoch nach wie vor für die Beibehaltung der Strecke – so auch die Bezirks-Grünen. Deren Vorsitzende, Beate Kainz, absolvierte jüngst ein viertägiges Ausbildungsseminar für kommunale Mobilitätsbeauftragte, in dem sie an einem Projekt arbeitete: an der Attraktivierung der totgesagten Strecke „Schweinbarther Kreuz“.
    „Die Badner Bahn fährt seit über 140 Jahren von der Wiener Innenstadt nach Baden. Nichts spricht gegen eine ,RegioTram‘ als Verlängerung der Schweinbarther Linie mit einer Schlaufe über das G3 und dem Zielbahnhof Floridsdorf,“ ist sich Kainz sicher. Die Pläne dafür seien bereits 2014 in einer Bachelorarbeit entwickelt worden.
    „Haltestellen müssten versetzt werden“
    Die historischen Haltestellen entlang der Bahn müssten dafür näher an die Ortszentren und damit zu den Kunden versetzt werden. „Das sollte aber kein Problem sein, denn aktuell werden auch für den geplanten Busverkehr Haltestellen errichtet“, fährt Kainz fort. Floridsdorf als Endbahnhof sei dabei kein Muss: „Wenn es Möglichkeiten gibt, die Nebenbahn bis Leopoldau zu führen, passt das genauso. Hauptsache, die Schweinbarther Linie bleibt erhalten.“ Diese weitere Verbindung nach Wien würde sowohl die Bahnpendler als auch die Straßen entlasten.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • In den letzten Jahren wurden (glaube) 6 EKs mit LZA ausgestattet oder erneuert, das war auch nicht wenig Geld. Mit ein wenig Vorausplanung hätte man sich da viel Geld sparen können.

    Ich bin gespannt, was zuerst kommt. Die Niederflurbusse im Ybbstal, oder die E-Busse. Vielleicht sollte der VOR mal mit dem VVV reden, wie kompliziert dieses Unterfangen ist.