[NÖN] Schweinbarther Kreuz: Zug auf dem Abstellgleis

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  • Bus fährt doppelt so lange wie die Bahn


    • Nach der Probe-Busfahrt: Christian Schrefel, Johann Iser, Stefan Anger, Gerhard Umschei- der, Georg Ecker, Melanie Erasim, Erich Trenker, Roman Stamhammer, Dieter Dorner, Michael Bernard, Adolf Wimmer, Elfriede Rath, Christian Hirschvogl, Johann Scheidl, Johann Keminger und Thomas Falch.
    • Foto: Schingerling
    • hochgeladen von Karina Seidl-Deubner

    Autor: Karina Seidl-Deubner aus Mistelbach

    WOLKERSDORF/GROSS SCHWEINBARTH. Wenn man etwas genau wissen will, probiert man's einfach aus. Also sprangen Vertreter der überparteiliche Plattform "Weinviertel auf Schiene" in den Bus und fuhren die künftige Strecke der Schweinbarther Linie ab. Von der Park & Ride-Anlage Wolkersdorf bis zum Bahnhof Groß-Schweinbarth samt Stopps an den vorgesehen insgesamt 25 Haltestellen, wo das Ein- und Aussteigen simuliert wurde. Fazit: Der Bus war fast doppelt so lange unterwegs, als die Regionalbahn.

    42 Minuten
    Dabei war an diesem Abend wenig Verkehr und auch kein Traktor auf der Straße, der einen Stau verursacht hätte.Während die Bahn die Strecke von der jetzigen Haltestelle Obersdorf bis Groß-Schweinbarth in 22 Minuten bewältigt, braucht der Bus vom künftigen Halt in der Park & Ride-Anlage Wolkersdorf 42 Minuten. "Was an dieser Lösung vorzeigbar und eine Modellregion sein soll, ist mir ein Rätsel", fragt sich der Untersiebenbrunner Landtagsabgeordnete Dieter Dorner (FPÖ). "Wenn man 20 Minuten pro Fahrt - also täglich 40 Minuten für hin und retour – verliert, werden viele Menschen auf das Auto umsteigen und nach Deutsch-Wagram, Wolkersdorf oder gleich Leopoldau fahren", befürchtet Christian Schrefel von den Grünen. "Den Pendlern ist nicht zumutbar, dass sie jede Woche zusätzliche dreieinhalb Stunden Lebenszeit auf dem Weg zur Arbeit verlieren, nur weil das Land NÖ die Regionalbahn schließen will", ist auch Nationalratsabgeordnete Melanie Erasim (SPÖ) empört.

    "Es ist mir schleierhaft , warum meine Bürgermeisterkollegen sich nicht mehr für die Bahnlinie einsetzen. Zumal die Gemeinden künftig mit den Kosten für den Erhalt der Haltestellen belastet werden", sagt Pillichsdorfs Bürgermeister Erich Trenker.

    Unattraktiv
    Gemeinsam wird befürchtet, dass die Buslinie derart unattraktiv sein wird, dass man zuerst die Bahn zusperrt und in einem Jahr auch die Busse zusammenstreicht, anstatt die Bahnlinie zu attraktivieren und mittels einer Schleife direkt an die U-Bahn in Leopoldau anzuschließen. "Dann wird die Region weder einen Bus noch eine Bahn haben – das dürfen wir nicht zulassen", schließt NR Melanie Erasim.
  • Erging auch an die Haushalte "vor Ort". Bei der Relation "Verbindung Groß Schweinbarth – Wien" hat man just auf die Fahrzeit vergessen.
    Die schnellere Verbindung Gänserndorf - Mistelbach hat wenig Überschneidungspunkte mit der Bahn, die würde so oder so kommen "müssen".
    Und Gänserndorf - Wolkersdorf hat vermutlich kaum Potential. Warum auch?
  • Dass die fragliche Streckensperre am Schweinbarther Kreuz in diesem Dokument (mit Stand 1.5.2019) nicht verzeichnet ist, bestärkt mich allerdings in meiner Befürchtung, dass das Ganze nur dazu dient, um die Strecke vorzeitig dicht zu machen, bzw. den Fahrgästen die Vergleichsmöglichkeit zwischen Bus und Bahn zu nehmen.... :cursing:

    Ich hab mir aber einen Fahrplan aufgehoben, damit haben sie nicht gerechnet! :D

    Ich kopiere ihn gleich hier rein, zwecks Dokumentation, und damit Ihr dann auch vergleichen könnt:



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  • Schweinbarther Kreuz: Gemeinsam für die Bahn

    Gemeinden hinterfragen Entscheidung und fordern den Fortbestand der Bahnlinie.

    Von Christoph Szeker. Erstellt am 29. Juni 2019 (05:50)
    Gemeinden entlang der Bahnstrecke Schweinbarther Kreuz möchten per Resolution die Einstellung der Bahn verhindern. Foto: Christoph Szeker
    Während die VOR bereits die neuen Fahrpläne für die Busse präsentiert hat, beschlossen die Gemeinderäte in Pillichsdorf, Großengersdorf und Bockfließ eine Resolution zum Erhalt des Schweinbarther Kreuzes. Denn wie berichtet, soll die Bahnlinie mit Dezember von der ÖBB eingestellt werden. Ab September sollen bereits Busse fahren.
    Der Beschluss zur Einstellung der Bahn erreichte die Gemeinden im März und wurde mit Überraschung aufgenommen. Viele Argumente wurden diskutiert. Fest steht jedenfalls, dass für einen weiteren Betrieb der Bahn auch Investitionen notwendig wären. Allerdings sind viele der Ansicht, dass die Bahn aufgrund schlechter Fahrpläne und Anschlussmöglichkeiten unattraktiv wurde.
    Per Resolution fordern Pillichsdorf, Großengersdorf und Bockfließ daher unisono eine erneute Evaluierung der Entscheidung zur Einstellung der Bahn. Diese Entscheidung basiert auf einer Fahrgastzahl von 2.000 pro Tag, welche für einen effizienten Betrieb notwendig wäre. Selbst mit Investitionen in die Bahnlinie sei dies aber nicht zu erreichen.
    „Weinviertel auf Schiene“ kritisiert Bus-Fahrzeiten
    In dem Schriftstück aus Bockfließ wird daher erfragt, wie diese Mindestzahl zustande kam. Außerdem wird auf das starke Verkehrsaufkommen durch den Ort hingewiesen und die Gemeinde schlägt den Einsatz des hybriden ÖBB Cityjet eco vor. Die Verlässlichkeit der Bahn sei zudem ein wichtiger Zukunftsfaktor für die Gemeinde und sie sollte daher ausgebaut werden.
    Für den Busverkehr können sich die Gemeinden allesamt wenig erwärmen: Im bereits problematischen Berufsverkehr würden die Busse beim Stehenbleiben den Verkehr noch zusätzlich behindern. Im Gemeinderat Pillichsdorf wurde dies scherzhaft mit der Aussage „eigentlich ist das eine super Verkehrsberuhigung“ kommentiert.
    In einer Aussendung der Plattform „Weinviertel auf Schiene“ wird darüber hinaus die Fahrzeit der Busse kritisiert, die in zahlreichen zusätzlichen Haltestellen in den Ortschaften stehenbleiben werden. „Weinviertel auf Schiene“ unternahm eine Testfahrt von Wolkersdorf bis Groß-Schweinbarth mit 25 Haltestellen und ist überzeugt: „Der Bus ist fast doppelt so lange unterwegs wie die Regionalbahn.“ 42 statt 22 Minuten mit der Bahn brauchten die Testfahrer für die Strecke.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Bezirk Gänserndorf: 3.500 Unterschriften für Schweinbarther Kreuz übergeben

    Verkehrsminister Andreas Reichhardt hat eine Petition mit mehr als 3.500 Unterschriften bekommen, die den Erhalt des "Schweinbarther Kreuzes" fordert.


    Von Sandra Frank. Erstellt am 04. Juli 2019 (09:27)
    Bei der Unterschriftenübergabe: Nationalratsabgeordneter Alois Stöger (SPÖ), Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Die Grünen), Sylvia Reischel (FPÖ), Landtagsabgeordneter Dieter Dorner (FPÖ), Nationalratsabgeordneter Rudolf Plessl (SPÖ), Verkehrsminister Andreas Reichhardt, Bundesrat Michael Bernard (FPÖ) und Nationalratsabgeordneter Christian Lausch (FPÖ). Foto: privat

    "Wir hoffen, dass wir mit der Übergabe der Unterschriften an das BMVIT frischen Wind in die Sache bringen", sagt Landtagsabgeordneter Dieter Dorner (FPÖ), nachdem die Mitglieder der überparteilichen Plattform "Weinviertel auf Schiene" Verkehrsminister Andreas Reichhardt eine Petition mit mehr als 3.500 Unterschriften zum Erhalt des "Schweinbarther Kreuzes" übergeben haben. Der Gänserndorfer Nationalratsabgeordnete Rudolf Plessl (SPÖ) unterstützt die Petition ebenfalls.
    Zur Erinnerung: Die ÖBB hat beschlossen, die Lokalbahn, die Gänserndorf und Bad Pirawarth verbindet, Ende des Jahres aufzulassen. Als Alternative sollen Busse angeboten werden.
    Der Verkehrsminister habe die Überprüfung des Anliegens, die Bahnlinie zu erhalten, zugesagt.*)

    NÖN
    *) Blablabla..... Aber immerhin scheint sich der Herr BMVIT inmitten der zahlreichen FPÖ-Politiker wohlgefühlt zu haben......
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Eigentlich saupeinlich, dass nicht einmal Mittelholz-Politiker das Eisenbahngesetz verstehen! Was genau soll denn der Verkehrsminister mit den Kreuzerllisten der Analphabeten aus dem Outback anfangen? ÖBB-Infra stellt gemäß §28 EisbG*) den Antrag auf Einstellung wegen wirtschaftlicher Unzumutbarkeit und belegt gemäß Absatz 4, dass in der vorgeschriebenen Zeit (drei Monate dauernde öffentliche Interessentensuche) kein anderes EVU den Verkehr übernimmt. Somit hat die Behörde die Einstellung zu genehmigen, die hat da gar keinen Spielraum! In weiterer Folge wird das Auflassungsverfahren angestrengt. Im Zuge dessen hat der Landeshauptmann festzulegen, welche Anlagen und -teile bleiben können und wie die Strecke zu sichern ist (Absperren von Brücken, Zumauern von Tunnels usw.) Ist dies geschehen, erfolgt ein Feststellungsbescheid und die Strecke ist aufgelassen. Wozu also das mediale Kasperltheater mit genau Null-Sinn?

    *) Der erste Tatbestand als derjenige zur Einstellung ist im § 28 enthalten und besteht aus zwei Untertatbeständen, dem zur vorläufigen und dem zur dauernden Einstellung des Betriebes (und damit auch des Verkehrs). Der § 28 über die Einstellung betrifft alle öffentlichen Eisenbahnen, auch wenn die dauernde Einstellung in der Vollzugspraxis und im Bereich der Organisation und Finanzierung vor allem iZm den Nebenbahnen geläufig ist. Die Bewilligung der dauernden Einstellung beendet die Betriebspflicht des EisbU bzw EisbIU für diese Eisenbahnstrecke bzw. für deren Streckenteil. Es wird dem EisbU personsbezogen das Ende des Betreibens einer Eisenbahn bewilligt. Das Betreiben als öffentliche Eisenbahn endet jedenfalls für das bisher betreibende EisbU. Das öffentliche Interesse am Fortbetrieb bringt es mit sich, dass die Bemühungen zum weiteren Betreiben durch ein anderes EisbU im Verfahren vor einer Bewilligung zur dauernden Einstellung nachgewiesen werden müssen.

    Der zweite Tatbestand ist als derjenige zur Auflassung im § 29 nF enthalten. Er unterscheidet sich grundlegend von der vorigen Regelung über die Beseitigung. Die Auflassung beginnt mit einer Anzeige der jeweils für nötig erachteten Vorkehrungen und endet mit einem behördlichen Feststellungsbescheid. Mit der Auflassung wird sachbezogen das Ende der Objekte einer Eisenbahn als das Ende der eisenbahngesetzlichen Verantwortung festgestellt.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan

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  • Aja? Seit wann? Und dann betreibt Infra die Strecke trotz (nachgewiesener) Unwirtschaftlichkeit weiter oder wie? ...und verstößt somit gegen die Vorgabe der Wirtschaftlichkeit? Und warum sollte ein Verkehrsminister "Einfluss üben", nur weil ein paar Schlagler Unterschriften gesammelt haben? Wen interessiert's?
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan