[NÖN] Schweinbarther Kreuz: Zug auf dem Abstellgleis

  • Vielleicht kann die GKB den Betrieb günstiger abwickeln.
    Natürlich! Und die zuckeln dann mit welchen Zügen auf kilometerlangen 10/20/30km/h-LAs herum oder wie? Werden wir es noch erleben, dass auch du endlich schnallst, dass kein PV bestellt wurde, weil das Land sich nicht an der Streckenertüchtigung beteiligen wollte?!
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • Der User grubenhunt hat - wie so oft - wieder einmal den Draht zur Realität verloren und das wiederum in mehrfacher Hinsicht: 1.) Der Rechnungshof hat vorgerechnet, dass eine "Eisenbahn" erst wirtschaftlich wird, wenn sie von mindestens 2.000 Personen am Tag genutzt wird. Bis zu diesem Wert ist der Busbetrieb wirtschaftlicher = kostet weniger, Umwelt-Blabla hin oder her. 2.) Dem Land sind die tatsächlichen Kosten doch völlig egal Da wird doch nicht gerechnet, ob man sich den Betrieb eher leisten kann, wenn ein EVU billiger anbietet! Wo lebst du? Das Land hat - völlig sinnlos - auch lieber Unsummen in die Spielzeug-Mariazellerbahn (65 Mio für die Treppen, 20 Mio Betriebszentrale, 15 Mio in das neue Betriebsgebäude in St. Pölten) als in ihre Pendler im Outback investiert. Und an den Deutschen dieselbe Frage: Mit welchen Fahrzeugen sollten denn die NÖVOGerln den Betrieb abwickeln?
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • Mit welchen Zügen? Mit den Zügen, die eine vorausschauend Planende Landesregierung schon gestern hätte den Betrieb übernehmen können, hätte sie Interesse daran gehabt. Ich bin mir sicher, dass die Thematik nicht gerade kurzfristig aufkam, doch wollte das Land schlicht und ergreifend nicht. Das muss man eben auch zur Kenntnis nehmen.

    Mein Punkt ist, dass das Land höchstens darüber nachdenken würde, sich damit zu befassen, wenn's gratis für sie wäre. Und selbst dann ist es nicht gewiss.
  • Ich bin mir sicher, dass die Thematik nicht gerade kurzfristig aufkam
    Eben! Und da hätte das Land keine Züge kaufen müssen, sie hätte "nur das Geldbörsel" für die Streckensanierung öffnen und einen Teil(!) davon bezahlen müssen. Denn auch wenn das Land sich seine Züge selbst gekauft hätte, wäre es um die Streckensanierung nicht herumgekommen - also doppelte Ausgaben, warum?
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan

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  • westbahn schrieb:

    Der User grubenhunt hat - wie so oft - wieder einmal den Draht zur Realität verloren und das wiederum in mehrfacher Hinsicht: 1.) Der Rechnungshof hat vorgerechnet, dass eine "Eisenbahn" erst wirtschaftlich wird, wenn sie von mindestens 2.000 Personen am Tag genutzt wird.
    Du wohl auch. Denn der Rechnungshof hat gar nichts "gerechnet" und die 2.000 Personen am Tag sind ein Grenzwert den die ÖBB bestimmt hat, welche Strecken man sich genauer ansehen sollte. Alles in diesem Thread zu finden.
  • oder orientiert man sich hier an den verkauften Tickets
    Was denkst du denn, wie aussagekräftig die "Orientierung" an verkauften Ticket ist? Wie viele Leute haben denn "Einzeltickets" auf den Strecken des Schweinbarther Kreuzes gekauft? Ich würde meinen, 99,8% nutzten Zeitkarten und damit kann man einmal oder auch hundertmal fahren.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • BTW: infra-performance hatte im Auftrag von ÖBB-PV umfangreiche Fahrgastzählungen durchgeführt:

    Die ÖBB Personenverkehrs AG führt eine umfangreiche Verkehrserhebung im öffentlichen Verkehr in der gesamten Ostregion durch. Ziel ist es, alle Fahrgäste in Zügen (ÖV = Öffentlicher Verkehr) zu erheben. Gezählt werden alle Personen die auf einer bestimmten Route bei jedem planmäßigen Halt ein- bzw. aussteigen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für weitere Verkehrsplanungen. Auch heuer wird im Monat März eine Erhebung stattfinden. Dafür suchen wir:

    ZählerInnen

    Aufgabenbereiche: Zählung in Zügen und/oder auf Bahnhöfen und Haltestellen

    Anforderungsprofil: Erfahrung im Bereich von Verkehrserhebungen von Vorteil

    Gute Deutschkenntnisse

    EU-Staatsbürgerschaft bzw. gültige Arbeitsbewilligung

    Zuverlässigkeit und genauer Arbeitsstil

    Teamfähigkeit und Freude an Arbeit mit anderen Menschen

    Mobiltelefon, Internetzugang für die Einsatzsteuerung

    PKW Verfügbarkeit von Vorteil

    Für diese Tätigkeit bieten wir ein Gehalt in Höhe von € 1.530,- (brutto, inkl. aliquoter Sonderzahlungen) auf Basis einer befristeten Teilzeitbeschäftigung.

    Beschäftigungsverhältnis & Einsatztage: Teilzeit (120 Std./Monat) befristet

    Dienstgeber und weisungsbefugt ist die Firma intra-performance
    Montag Vormittag Einsatzbesprechung verpflichtend
    Arbeitsdauer je Erhebungstag: maximal 10 Std.
    Arbeitszeiten richten sich nach den Fahrplänen der Öffentlichen Verkehrsmittel im Verbund .
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • Die NÖN schreibt heute über die Zustände am Schweinbarther Kreuz...:
    https://www.noen.at/gaenserndorf/...

    Schweinbarther Kreuz
    Zug steht nun am Abstellgleis
    Regionalbahn fährt nicht mehr. Ersatzbusse sorgen seit Wochen für vehementen Widerstand vieler Öffi-Nutzer.


    Von Edith Mauritsch. Erstellt am 23. Dezember 2019 (04:41)

    Durchaus nostalgisch ging es am letzten Betriebstag der Linie Schweinbarther Kreuz zu. Der Lokführer wurde nach der Abschlussfahrt mit einem Geschenk verabschiedet.
    Szeker

    Die Busse fahren, sonst bewegt sich nichts – was sowohl wörtlich als auch bildlich zu verstehen ist. Das Schweinbarther Kreuz ist seit dem Wochenende Geschichte, der letzte Zug verließ den Bahnhof. Seit dem Bekanntwerden der Einstellung wird das Thema heiß diskutiert, Bürgerinitiativen haben sich pro Bahn gebildet. Ein Weihnachtswunder wird es wohl nicht geben, die Fronten scheinen verhärtet.

    Die Plattform „Regionalbahn statt Bus“ präsentierte mit der Graz Köflacher Bahn (GKB) einen potenziellen Interessenten für den Fortbetrieb. Ein – bislang internes – Konzept wurde erstellt. Die Eckpfeiler klingen gut: Fortbetrieb im derzeitigen Umfang in der ersten Phase, Einbindung in die Laaer Ostbahn direkt zur U-Bahnstation Leopoldau und schlussendlich moderne und komfortable Schienenfahrzeuge. Das weckt Hoffnungen bei den Busgegnern und der Bürgerinitiative in Raggendorf, die sich vehement gegen den dort geplanten Busbahnhof stellen.

    Allerdings – seitens der GKB wartet man, dass man von offizieller Seite zu Gesprächen an das Unternehmen herantritt. Das Land Niederösterreich bestätigt, dass es bislang weder Gesprächstermine noch eine Anfrage zu solchen gegeben hat und verweist auf die ÖBB als Eigentümer der Gesamtinfrastruktur, die ebenfalls bis dato keinen Bestellwunsch verzeichnen kann.

    Züge waren leer, die Busse sind es auch
    Die Züge waren großteils leer, die Busse sind es bis jetzt auch. Fahrgastzahlen von 700 Personen werden genannt, 2.000 sollten es mindestens sein. Die Meinung einer Passantin dazu: „Unsere Region wurde über die Jahre den öffentlichen Verkehr betreffend ausgehungert. Jetzt fahren die Menschen mit dem Auto. Es wird schwer, sie davon wieder wegzubekommen.“

    Das Auto ist bequem, jederzeit verfügbar und steht in mehreren Ausfertigungen fast vor jeder Haustür. Den Fahrgast so nahe als möglich am Wohnort abzuholen, ist eine der Hauptargumentationen von VOR und Land. Deshalb kurven die Busse im Halbstundentakt durch die Ortschaften, was wiederum die Busgegner auf die Palme bringt. Auch zum Thema Investitionsbedarf bestehen grundlegende Meinungsverschiedenheiten.

    Während die ÖBB Zahlen in der Größenordnung von 115 Millionen Euro nennt, geht die Bürgerinitiative in Raggendorf von wenigen Millionen Euro aus. Ohne ausreichende Adaptierung der Schienen steht eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h im Raum, was der Attraktivierung wohl auch nicht zuträglich ist. Abgesehen davon, dass sich bis jetzt niemand gefunden hat, der Geld für die Sanierung in die Hand nehmen will.

    Die Idee, den Schweinbarther Ast in Obersdorf einzuschleifen und damit eine Direktanbindung nach Wien zu schaffen, ist nicht neu. Schon die Regionsbürgermeister sind 2016 mit einer entsprechenden Petition gescheitert. Technisch wäre eine rund einen Kilometer lange Schleife notwendig. Es drängt sich die Frage auf, warum das nicht schon beim Umbau des Bahnhofes Obersdorf eingeplant wurde.

    Die Trassenkapazität würde einen Stundentakt noch vertragen, spätestens in Leopoldau ist kein Platz mehr für zusätzliche Züge – so die ÖBB. Für einen Umbau gebe es weder ein Konzept, geschweige denn eine Finanzierung – und noch dazu handelt es sich schon um Wiener Stadtgebiet.

    Raggendorf sträubt sich gegen den Busbahnhof
    Apropos Busbahnhof: Die Raggendorfer Anrainer wollen ihn nicht, die Nachbargemeinde Groß-Schweinbarth liebend gerne, bekommt ihn aber nicht, was mit der Effizienz der Streckenführung argumentiert wird. Die Alternativvariante der Bürgerinitiative am Bahngelände (Haltestelle Raggendorf) wurde ebenfalls nicht angenommen.

    Auch über die „Schuldfrage“ gehen die Meinungen weit auseinander. SP, Grüne und auch FP betonen einhellig: „Wenn das Land bestellt, fährt die ÖBB.“ Aus dem Büro von VP-Landesrat Ludwig Schleritzko klingt das alles aber gänzlich anders: „Es ging nie darum, ob das Land hier keinen Verkehr bestellen will oder doch, sondern darum, dass die Infrastruktur-Besitzer die Strecken nicht mehr zur Verfügung stellen.“

    Das Ganze hört sich nicht wirklich nach Weihnachtsfrieden an und schon gar nicht nach einer baldigen Wiederaufnahme des Bahnbetriebes. Bei allem Drumherum, Willensbezeugungen und Ähnlichem – die Frage wird wohl wie so oft sein: „Wer bezahlt das Ganze eigentlich?“
  • westbahn schrieb:

    .......dass kein PV bestellt wurde
    Das sieht der Schleritzko aber ganz anders. Siehe Zitat aus den NÖN:

    Draisinenfan schrieb:

    Aus dem Büro von VP-Landesrat Ludwig Schleritzko klingt das alles aber gänzlich anders: „Es ging nie darum, ob das Land hier keinen Verkehr bestellen will oder doch, sondern darum, dass die Infrastruktur-Besitzer die Strecken nicht mehr zur Verfügung stellen.“
    Demnach sind auf einmal die ÖBB Schuld, dass das Schweinbarther Kreuz den Bach hinuntergegangen ist. Wer hat jetzt recht?
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Nochmal: Der Bund hätte PV bestellt, wenn sich das Land an den Sanierungskosten beteiligt hätte. Hat es aber nicht. Daher ist auch der Bund ausgestiegen. Während in den Vorinformationen für öffentliche Dienstleistungsaufträge 2020 diese Klausel noch angeführt war (ist natürlich nicht mehr online), sind die betroffenen Strecken in den Vorinformationen für öffentliche Dienstleistungsaufträge 2021 (*KLICK*) gar nicht einmal mehr angeführt > ...sondern darum, dass die Infrastruktur-Besitzer die Strecken nicht mehr zur Verfügung stellen. was im Endeffekt jetzt auch wieder stimmt. - oder auch nicht, denn laut SNNB kann man auch für 2021 Trassen bestellen.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan