[Eurailpress] BBT: Größtes Baulos auf österreichischer Seite vergeben

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  • [Eurailpress] BBT: Größtes Baulos auf österreichischer Seite vergeben

    Brenner-Basistunnel: Größtes Baulos auf österreichischem Projektgebiet vergeben
    28.03.2018

    Beim Bau des Brenner-Basistunnels (BBT) wurde mit der Vergabe des größten Bauloses auf österreichischem Projektgebiet, H51 Pfons-Brenner, ein wichtiger Schritt zur Realisierung gesetzt.
    Die Brenner-Basistunnel Gesellschaft (BBT SE) erteilte am 23.03.2018 den Zuschlag an die Arge aus der Porr Bau GmbH, G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m.b.H., Società Italiana per Condotte d’Acqua S.p.A. und Itinera S.p.A. Das Auftragsvolumen beträgt über 966 Mio. EUR. Der Zuschlagserteilung waren mehrere Einsprüche beim österreichischen Bundesverwaltungsgericht vorausgegangen. Diese wurden jedoch abgelehnt und die Bietergemeinschaft unter Federführung der Porr als Bestbieter bestätigt. Der Bauabschnitt umfasst die Errichtung von 37 km Haupttunnelröhren zwischen Pfons und dem Brenner, rund 9 km Erkundungsstollen sowie die Nothaltestelle bei St. Jodok. Die beiden Haupttunnelröhren werden mittels Tunnelbohrmaschinen ausgebrochen. Die anderen Tunnelabschnitte werden im Sprengvortrieb erstellt. Die Bauzeit wird rund sechs Jahre betragen. (cm)

    Eurailpress
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Brennerbasistunnel: Streit um Baulosvergabe Pfons
    24.04.2018

    Ende März wurde der bisher größte Auftrag beim Brennerbasistunnel (BBT) im Wert von knapp 1 Mrd. EUR vergeben – die Arbeiten für das H51 Pfons-Brenner.
    Nun will die unterlegene Strabag mit einem Feststellungsantrag die Zuschlagserteilung rückgängig machen. Begründet wird dies damit, dass die Condotte als Teil des Gewinner-Konsortiums von Porr wegen der wirtschaftlichen Schieflage nicht mehr zuverlässig sei. Das Bundesverwaltungsgericht will bereits am 04.05.2018 darüber mündlich verhandeln. Die Erstvergabe an Porr mit seinen Partnern scheiterte bereits im Vorjahr. (cm)

    Eurailpress
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • BBT soll in zehn Jahren fertig sein

    Vermutlich 2028 soll der Brennerbasistunnel (BBT) als dann längster Eisenbahntunnel der Welt in betrieb gehen. Die Gesamtstrecke München-Verona werde laut BBT-Chef Konrad Bergmeister aber erst 2014 fertiggestellt sein.

    Der Brennerbasistunnel ist ein Mammutprojekt, das sich seit Jahren beständig in den Schlagzeilen hält. Mit der Einmündung in die bestehende Eisenbahnumfahrung Innsbruck wird der flach verlaufende Eisenbahntunnel zwischen Innsbruck und dem Südtiroler Franzensfeste nach Angaben der ÖBB mit 64 Kilometern „die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt“. Eher 2028 als 2027 soll er laut Bergmeister fertiggestellt sein.

    Die Fahrzeit München - Verona werde wahrscheinlich nur vier Stunden betragen, statt derzeit. Grafifünfeinhalb. Die Fahrzeit von Innsbruck nach Bozen reduziere sich um rund 70 Minuten auf eine Stunde. Grafik: APA

    Verzögerung durch Gerichtsverfahren
    Die wahrscheinliche Verzögerung um ein Jahr liege vor allem an der Beeinspruchung des Zuschlags für das Baulos „Pfons-Brenner“, dem größtem auf österreichischem Gebiet, so der Südtiroler. „Wir haben dadurch elf Monate verloren. Wir werden uns bemühen und alles daran setzen, 2027 fertig zu werden. Aber es wird ganz schwierig werden, das durch den Bau aufzuholen“, meinte das BBT-Mastermind.
    Inklusive der Causa „Pfons-Brenner“ habe man eineinhalb Jahre Verzögerung - und dies liege einzig und allein an Gerichtsverfahren und verzögerten Vergaben, betonte der Manager und fügte hinzu: „Wir bauen seit dem 30. April 2008. Die rein bautechnischen Verzögerungen machten nur drei Monate aus“.

    83 Tunnelkilomter wurden bisher in den Berg gebohrt. Foto: BBT SE

    20 Prozent des Hauptstollens gegraben
    Insgesamt umfasst das Tunnelsystem des BBT rund 230 Tunnelkilometer. Davon sind bis dato 83 Kilometer ausgebrochen, heißt es seitens der mit der Projektumsetzung beauftragten Aktiengesellschaft Brenner Basistunnel SE. 20 Prozent des Haupttunnels wurden bereits finalisiert. Während der gesamten Bauphase werden laut BBT insgesamt bis zu 15.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Gesamtkosten des Brennerbasistunnels werden nach derzeitigem Stand auf 9,3 Mrd. Euro taxiert und von Österreich, Italien und der EU finanziert. Die Bauarbeiten begannen am 30. April 2008, den Start der Arbeiten am Hauptstollen markierte ein Festakt im März 2015.


    Schwere, lange Güterzüge bis zu 2.000 Tonnen könnten im BBT etwa mit dann nur einer Lok abgewickelt werden - bisher seien zwei bis drei Loks für 800 Tonnen Züge durch Steigungen erforderlich. Grafik: APA

    Fortschritt wichtig für Finanzierung
    Die Gesamtstrecke München-Verona wird laut BBT-Vorstand Konrad Bergmeister im Jahr 2040 fertiggestellt sein. Diesen Zeithorizont halte er für „realistisch“, sagte Bergmeister im APA-Interview. Für die nächste EU-Finanzierungsperiode ab 2020 erwartete der Vorstand keine Kürzungen von vornherein, aber Fortschritte bei den Zulaufstrecken als EU-Bedingung.
    „Ich bin davon überzeugt, dass es für uns wesentlich schwieriger wird, wieder die höchste Finanzierung zu erhalten, wenn es nicht Fortschritte bei den Zulaufstrecken gibt“, machte Bergmeister klar. Europa werde mehr Bedacht darauf legen, dass die Zulaufstrecken zügig gebaut werden, denn ansonsten werde es keine funktionales TEN-Netz geben. Es bestünden mündliche Zusagen, dass der Brennerbasistunnel auch nach 2020 ein prioritäres Projekt bleibe, aber: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“.


    Erste Effekte sollen ab 2028 spürbar sein
    Die Lagen bei den Zulaufstrecken sah Bergmeister weniger trostlos als der Europäische Rechnungshof, der diese unlängst in einem Bericht kritisiert hatte - mehr dazu in EU-Rechnungshof kritisiert BBT-Projekt. Bei der nördlichen Zulaufstrecke gehe es „langsam, aber doch voran“ - nicht zuletzt da die „Baurealität“ beim Basistunnel immer mehr auch in Deutschland gesehen werde und so der Druck steige.
    Schneller als die Gesamtstrecke wird laut Bergmeister jedenfalls die „wichtigste Zulaufstrecke“ des Brennerbasistunnels, jene von Franzensfeste nach Waidbruck in Südtirol finalisiert sein - nämlich zeitgleich mit dem Brennerbasistunnel im Jahr 2027 oder 2028. Mit dem 64 Kilometer langen Brennerbasistunnel plus den 21 Kilometern von Franzensfeste bis Waidbruck sowie den 42 Kilometern Unterinntaltrasse werde man spätestens 2028 „über 120 Kilometer an Verbindung“ aufweisen. Dies sei entscheidend für die Realisierung der Gesamtstrecke, denn dann werde der BBT bereits eine „erste Teilwirkung“ entfalten und eine erste Verlagerung von der Straße auf die Schiene stattfinden, so Bergmeister.
    Grafik: APA

    BBT nich Allheilmittel für Transitproblem
    Als die einzige Möglichkeit für die Lösung der Transitproblematik betrachtete Bergmeister den Brennerbasistunnel nicht, aber: „Er ist eine wichtige Voraussetzung für die Lösung der Transit- und Mobilitätsproblematik“. Es brauche überdies die Entwicklung der Logistikketten - dazu würden funktionstüchtige Terminals und eine funktionstüchtige Bahn gehören. „Und es braucht eine Politik der Ehrlichkeit, der externen Kosten“, verlangte Bergmeister. Auf allen Bahntrassen sei Maut zu bezahlen, aber auf den Autobahnen nicht, sagte der BBT-Vorstand und prangerte die „Ungerechtigkeit der Mauteinnahmen“ an.
    Wenn der „Dreiklang“ aus Zulaufstrecken, funktionaler Bahninfrastruktur und Tarif-Gleichgewicht zwischen Straße und Schiene gegeben sei, werde sich der Brennerbasistunnel jedenfalls auch wirtschaftlich rechnen, war sich Bergmeister sicher.

    ORF Tirol
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Brennerbasistunnel: Streit um Baulosvergabe Pfons
    24.04.2018
    Ende März wurde der bisher größte Auftrag beim Brennerbasistunnel (BBT) im Wert von knapp 1 Mrd. EUR vergeben – die Arbeiten für das H51 Pfons-Brenner.
    Nun will die unterlegene Strabag mit einem Feststellungsantrag die Zuschlagserteilung rückgängig machen.

    Gericht: Zuschlag für größtes BBT-Baulos bleibt bei Porr

    Einem Antrag auf Annullierung - etwa von Strabag - wurde nicht stattgegeben. Bauarbeiten können im September starten.

    Der Zuschlag für das größte Baulos des Brennerbasistunnels (BBT), jenes für den Abschnitt "Pfons-Brenner", wird nicht gekippt: Das Bundesverwaltungsgericht habe entschieden, dass den beiden Feststellungsanträgen, einer davon durch den Baukonzern Strabag, auf Annullierung des Vergabevertrages nicht stattgegeben wird, sagte BBT-Vorstand Konrad Bergmeister der APA am Dienstag.
    Die siegreiche Arbeitsgemeinschaft "Porr-Hinteregger-Condotte-Itinera" werde somit alsbald mit den Bauarbeiten in Wolf/Steinach beginnen, konkret im September, so Bergmeister. Man werde sich nunmehr weiter bemühen und alles daran setzen, noch im Jahr 2027 mit dem Mammutprojekt fertig zu werden. Er gehe derzeit aber aufgrund der Verzögerung eher von 2028 aus, wiederholte der Brennerbasistunnel-Chef seine vor wenigen Tagen im APA-Interview getätigte Aussage.
    Volumen von 966 Millionen Euro
    Hätte das Bundesverwaltungsgericht anders entschieden, hätte eine Neuausschreibung erfolgen müssen, erklärte Bergmeister. In diesem Fall wäre man erst 2029 mit dem 64 Kilometer langen Basistunnel fertig geworden.
    Die Condotte war in Italien in finanzielle Schieflage geraten. Hohe Schulden machten ein Sanierungsverfahren notwendig, der Präsident des Verwaltungsrates wurde wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen verhaftet. Diese Turbulenzen soll die Strabag in ihrem Feststellungsantrag geltend gemacht haben.
    Das Volumen für das Baulos beträgt rund 966 Mio. Euro. Der Bauabschnitt umfasst die Errichtung von 37 Kilometer Haupttunnelröhren zwischen Pfons und dem Brenner, rund neun Kilometer Erkundungsstollen sowie die Nothaltestelle bei St. Jodok. Die beiden Haupttunnelröhren werden mittels Tunnelbohrmaschinen ausgebrochen, die anderen Tunnelabschnitte im Sprengvortrieb erstellt. Die Bauzeit wird laut der Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE rund sechs Jahre betragen.

    KURIER
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • „Tunnelarbeiter beleben die Wirtschaft im Ort“

    TT

    In Stafflach sorgt ein geplantes Containerdorf für rund 350 Arbeiter für Aufregung. In Franzensfeste funktioniert das Zusammenleben recht gut.
    • ARTIKEL
    • DISKUSSION

    © JeneweinNahe der Kapelle in Stafflach sollen Container für BBT-Tunnelarbeiter errichtet werden.
    Foto: Jenewein

    Von Denise Daum
    Steinach a. Br., Vals, Franzensfeste – Mit dem Brennerbasistunnel entsteht der derzeit längste Tunnel der Welt. Im Wipptal steht mit Pfons-Brenner nun ein weiteres riesiges Baulos an, die Vorarbeiten laufen bereits, Ende Jänner soll es losgehen. Die Arbeiter dafür müssen naturgemäß in der Region untergebracht werden. Das dafür vorgesehene Containerdorf für bis zu 350 Personen im Steinacher Ortsteil Stafflach sorgt, wie berichtet, für Verunsicherung im Wipptal.

    Relativ entspannt sieht die Situation hingegen der Valser Bürgermeister Klaus Ungerank, dessen Gemeinde unmittelbare Anrainerin an die geplanten Container ist. Im Ortsteil St. Jodok waren über viele Jahre Arbeiter untergebracht – für den Bürgermeister „keine Belastung, sondern eine Belebung. Die Männer haben bei uns einen guten Eindruck hinterlassen“, betont Ungerank.

    Wenngleich in St. Jodok lediglich um die 30 Arbeiter untergebracht waren.
    Eine ganz andere Dimension hat das seit einigen Jahren bestehende Containerdorf 50 Kilometer weiter südlich. In Franzensfeste sind in Summe um die 800 Arbeiter in drei verschiedenen Containeranlagen untergebracht. Die Einwohnerzahl in dem Südtiroler Ort hat sich dadurch nahezu verdoppelt. Bürgermeister Thomas Klapfer betont im Gespräch mit der TT, dass es keine Probleme mit der öffentlichen Sicherheit dadurch gebe. „Wir haben aber natürlich schon mehr Verkehr und es gibt auch immer wieder kleinere Reibereien.

    Andererseits beleben die Arbeiter die Wirtschaft im Dorf“, berichtet Klapfer. Er erläutert, dass aufgrund des Schichtbetriebs auch nicht permanent zusätzliche 800 Personen aktiv im Dorf sind. „250 arbeiten, 250 schlafen, 250 haben frei“, erklärt der Bürgermeister. Und ergänzt: „Wenn mal einer dabei war, mit dem es Probleme gab, war der nicht lang da.“ Alles in allem sei die Situation schon zu handeln. „Da ist die Baustelle selbst belastender für den Ort“, erklärt Klapfer.

    Die Gemeinde Steinach ist in engem Kontakt mit der zuständigen Baufirma Porr und der Brennerbasistunnel-Gesellschaft BBT SE, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Maximal drei Containerblöcke sollen in Stafflach aufgestellt werden, erklärt Sandra Bauer, Porr-Unternehmenssprecherin. „Es ist uns überaus wichtig, dass diese Arbeiter auch in den sozialen und kulturellen Austausch mit den Ortschaften treten“, erklärt Bauer.
  • Mehr als nur eine Kaffeefahrt im Brennerbasistunnel
    Wenn EU-Verkehrskommissarin Bulc am 7. Dezember den BBT ansteuert, geht es um mehr als einen Lokalaugenschein. Begehrlichkeiten aus Tirol sind hoch.

    © Rudy De Moor / TT
    Der Brennerbasistunnel.

    Von Manfred Mitterwachauer

    Innsbruck – Sie ist Tunnelpatin. Ob Violeta Bulc ihrem Patenkind, dem Brennerbasistunnel (BBT), anlässlich ihres Tirol-Besuchs am 7. Dezember einen verspäteten Gotlpack mitbringen wird – wer weiß. Die Begehrlichkeiten aus Tirol, die Bulc zu bedienen hätte, sind auch so schon nicht die kleinsten. Und so dürfte Bulcs Stippvisite keine unterirdische Kaffeefahrt im Baulos Tulfes-Pfons werden.

    Dass während der geplanten Busfahrt vom Zufahrtstunnel Ampass bis zur Querkaverne Ahrental nicht nur der Tunnel, sondern auch andere aktuelle Verkehrsthemen zur Sprache kommen werden, davon geht BBT-Vorstand Konrad Bergmeister aus. Doch auch er hat einiges auf dem Herzen, was er der EU-Kommissarin nach Brüssel mitgeben will. So soll Bulc nicht nur der Status quo des Projektes vermittelt, sondern darüber hinaus auch die Notwendigkeit des Baus der für den Betrieb unumgänglichen Zulaufstrecken aufgezeigt werden. Wie berichtet, ist der Bau des BBT keineswegs unumstritten. Italien will das Kosten-Nutzen-Verhältnis erneut überprüfen, auch der Europäische Rechnungshof übte unlängst heftige Kritik am Milliardenbau. Für den nächsten langjährigen EU-Haushaltsplan 2021–2027 will Bergmeister abgesichert wissen, dass die EU weiterhin gut 50 Prozent der Investitions­kosten übernimmt. Bergmeister rechnet vor, dass dieser EU-Anteil noch bei rund 2,5 Milliarden Euro läge. Zur Fixierung dieser EU-Kofinanzierung müsse allerdings ein neuer Antrag eingereicht werden, heißt es.

    Darüber hinaus will der BBT-Chef Bulc auch in eine andere Richtung sensibilisieren. Und zwar, was die nötige Technik für grenzüberschreitende Bahnprojekte betrifft. Mit Inbetriebnahme des BBT brauche es nämlich einheitliche bahntechnische Regelungen. Investitionen, die auf EU-Ebene angeschoben werden müssten, so Bergmeister, dem eine 70-prozentige Beteiligung der EU vorschwebt: „Alleine können wir das nicht stemmen.“

    EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc (l.) wird den BBT zu sehen und die Tiroler Transitproblematik zu hören bekommen.

    Die Bahn ist das eine, die Straße das andere. Bulc wird auch mit LH Günther Platter (VP) und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) zusammentreffen. Der Zeitpunkt ist ein durchaus pikanter. Tirol will das zweite Anti-Transitpaket in die Umsetzung bringen. Entgegen der Forderung des Transitforums, welches auf die Einführung weiterer transitbeschränkender Maßnahmen ohne vorherige Verhandlungen auf EU-Ebene pocht, setzen Platter und Felipe auf den Dialog. Viel Zeit, Bulc vom schärferen sektoralen und Nachtfahrverbot für Lkw zu überzeugen, dürfte nicht bleiben. Noch bis Jahresende sollen die diesbezüglichen Verordnungen bzw. -entwürfe ausgearbeitet sein, will man am Verbotsfahrplan festhalten. Bereits Mitte 2019 sollen die ersten Verschärfungen in Kraft treten. Aus dem Büro von Felipe heißt es, man werde versuchen, Bulc die beschlossenen Maßnahmen schmackhaft zu machen, und schauen, „wo es knackt und was noch zu tun ist“. Auf Beamtenebene war die EU darüber kürzlich „not amused“.

    Platter sieht das Aufarbeiten der Transitproblematik im Mittelpunkt der Gespräche mit Bulc: „Der Kommission muss klar sein, dass der freie Warenverkehr nicht über die Gesundheit der Tiroler Bevölkerung gestellt werden darf.“ Den Forderungen nach neuen Lkw-Verboten einerseits und dem Bau der BBT-Zulaufstrecken in Bayern andererseits werde man „entsprechend Nachdruck verleihen“.
  • Brennerzulauf: Hofer will rasch Söder treffen
    Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) geht erst von einer Fertigstellung der Brennerzulaufstrecke in Bayern um das Jahr 2040 aus.

    © Thomas Boehm / TT
    Der Brennerbasistunnel soll 2026/2027 fertiggestellt werden, bei den Zulaufstrecken hapert es vor allem in Bayern.

    Innsbruck – Wie geht es mit der notwendigen Zulaufstrecke in Bayern für den Brennerbasistunnel weiter? Zuletzt machte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc ebenfalls Druck, politisch ist das Milliardenprojekt aber zum Diskussionspunkt geworden. Und zwar zwischen München und Berlin. Im Koalitionsvertrag zwischen der bayerischen CSU und den Freien Wählern wird der Ausbau allerdings in Frage gestellt. „Beim Brenner­zulauf ist zunächst die Erforderlichkeit einer Neubaustrecke nachzuweisen. Bei einem Ausbau wollen wir maximale Anwohnerfreundlichkeit, das heißt Lärm- und Landschaftsschutz, vorrangig durch eine weitgehende unterirdische Streckenführung“, heißt es. Im Bundesverkehrswegeplan der deutschen Regierung ist das Vorhaben jedoch enthalten. Jetzt soll auf politischer Ebene einmal die Situation ausgelotet werden.

    Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wird im Jänner in Oberbayern erwartet, gleichzeitig drängt Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) auf eine Besprechung mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Wie Hofer in einer Beantwortung auf eine parlamentarische Anfrage von SPÖ-Nationalrat Max Unterrainer erklärt, wertet er die Signale aus München „als politische Willensbekundung der bayerischen Regierung“. Diese würden aber derzeit nicht in die konkreten Planungen einfließen. „Es ist dennoch geplant, dass ich zu dem Thema zeitnah nicht nur mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder, sondern auch mit dem neuen für Wohnen, Bau und Verkehr zuständigen Staatsminister Hans Reichhart in Kontakt treten werde. Konkrete Schritte dazu befinden sich in Vorbereitung“, kündigt Hofer an.

    Der Verkehrsminister geht trotzdem erst von einer Realisierung der Zulaufstrecke in Bayern um das Jahr 2040 aus. „Aus österreichischer Sicht muss bei der Auslegung der Infrastruktur auch eine ausreichende Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene berücksichtigt werden, was im Bundesverkehrswegeplan nicht erfolgt ist.“

    Dass die italienische Regierung den 55 Kilometer langen Brennertunnel noch einmal wirtschaftlich auf Kosten und Nutzen analysieren will, hat Hofer Medien entnommen. „Ich kann derzeit aber keine eindeutige Position der italienischen Regierung erkennen, die Aktivitäten zum Ausbau der Achse grundsätzlich in Frage zu stellen. Ich gehe daher von einer Umsetzung des Basistunnels und der Zulaufstrecken gemäß den internationalen Vereinbarungen aus“, sagt er abschließend. (pn)
  • Beim Brenner­zulauf ist zunächst die Erforderlichkeit einer Neubaustrecke nachzuweisen.
    Und wie wir alle wissen, vergehen dann noch Jahre bis etwas geplant, genehmigt und gebaut ist. So eine Kurzsicht ist einfach nur peinlich.

    PS: Ich bin dafür, dass Österreich endlich Schritte setzt und nicht nur von einem zum nächsten Treffen stolpert. Man muss Lösungen finden, damit der von Bayern so geliebte LKW nicht so leicht durch Österreich kann.
    Es gibt doch genug Möglichkeiten den Schwerverkehr zu verzögern. Sei es in dem man die Flüchtlingspolitik wieder aufwärmt und jeden LKW Richtung Norden am Brenner kontrolliert (oder zumindest jeden anstellen lässt), regelmäßige Erhaltungsmaßnahmen, wo man den LKW-Verkehr für 2-3 Stunden sperren muss und den massiven Ausbau von Radfeld um den LKW mit Kontrollen zu nerven (Ladungssicherung und Abgaskontrollen würden bei nicht wenigen wohl reichen).
  • J-C schrieb:

    Ich kann's kaum erwarten, am Ende durch den Tunnel zu reisen.....
    Ab 2028, sofern keine Verzögerung eintritt, solltest Du es können:

    Tunnelanschlag für Brenner-Unterquerung

    Am Montag ist der Tunnelanschlag für das Baulos „Pfons-Brenner“ des Brennerbasistunnels (BBT) im Wert von 966 Mio. Euro über die Bühne gegangen. Der Bauabschnitt umfasst 50 Kilometer Tunnelröhren und stellt das größte Baulos auf österreichischem Projektgebiet dar.

    Online seit heute, 17.42 Uhr

    Der Bauabschnitt umfasst die Errichtung von 37 Kilometern Haupttunnelröhren zwischen Pfons und dem Brenner, rund neun Kilometern Erkundungsstollen sowie die Nothaltestelle bei St. Jodok. Die beiden Haupttunnelröhren werden mit Tunnelbohrmaschinen ausgebrochen. Die weiteren Tunnelabschnitte werden im Sprengvortrieb erstellt. Mit Vergabe dieses Bauloses sind laut den Verantwortlichen 80 Prozent aller Bauarbeiten beim Basistunnel vergeben.
    Der Vorstand der Brennerbasistunnelgesellschaft Konrad Bergmeister, hinter ihm Politprominenz aus Italien, Österreich und Brüssel. Foto: Jan Hetfleisch

    Herzstück des transeuropäischen Korridors
    Der Vorstand der Brennerbasistunnel Gesellschaft (BBT SE), Konrad Bergmeister, zeigte sich am Montag im Rahmen eines Festakts angesichts des erfolgten Tunnelanschlags überaus zufrieden. „Mit dem heutigen Anschlag beginnen wir mit dem Abschnitt zur Unterquerung des Brenners“, so Bergmeister. „In Zukunft werden hier Züge von München nach Verona fahren“, meinte der BBT-Vorstand. Es sei das „Herzstück des transeuropäischen Korridors“, so Bergmeister weiters. Zugleich mahnte er Richtung Italien und Bayern, dass dementsprechend auch die notwendigen „Zulaufstrecken“ gebaut werden müssen.
    „Heute verbinden wir unseren Kontinent“, erklärte indes der Europäische Koordinator des SCAN-MED Kernnetz-Korridors, Pat Cox. Es handle sich heute um einen „Meilenstein im Fortschritt dieses ambitionierten Projektes“, so der Ire. Tirols Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) sprach von der „Mobilität der Zukunft“, die mit dem Brennerbasistunnel beginne.
    Tunnelpatin ist Cathy Cox
    Der Anschlag erfolgte durch die erste Sprengung, die von „Tunnelpatin“ Cathy Cox ausgelöst wurde, der Ehefrau von Pat Cox. Sie sprach von einer „großen Ehre und einem großen Privileg“. Die zuvor vom Pfarrer der Gemeinde Steinach gesegnete Heiligenfigur der Heiligen Barbara „möge über allen wachen“, betonte sie, ehe das bronzene Tunnel-Patin-Schild unter Applaus der geladenen Gäste enthüllt wurde.
    Tunnelpatin ist Cathy Cox, die Ehefrau des in der EU für das Schienennetz Verantwortlichen, Pat Cox.Foto: Jan Hetfleisch

    Rund um das fast eine Milliarde Euro schwere Baulos hatte es auch eine rechtliche Auseinandersetzung gegeben: Zwei Feststellungsanträge, einer davon durch den Baukonzern Strabag, wurden eingebracht – auf Annullierung des Vergabevertrages. Diesem wurde jedoch vom Bundesverwaltungsgericht nicht stattgegeben. Der Zuschlag blieb bei der Arbeitsgemeinschaft „Porr-Hinteregger-Condotte-Itinera“.
    Mit der Einmündung in die bestehende Eisenbahnumfahrung Innsbruck wird der flach verlaufende Eisenbahntunnel zwischen der Tiroler Landeshauptstadt und dem Südtiroler Franzensfeste (Fortezza) nach Angaben der ÖBB mit 64 Kilometern „die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt“. Im Jahr 2028 soll der BBT in Betrieb gehen.
    tirol.ORF.at/APA
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • BBT: Bahnhofseinfahrt Innsbruck ist fertig

    Mit der Inbetriebnahme der Einfahrt in den Innsbrucker Hauptbahnhof ist wieder eine Etappe beim Bau des Brennerbasistunnels abgeschlossen worden. Damit wurde die künftige Neubaustrecke mit der Bestandststrecke der Brennerbahn verknüpft.

    Online seit heute, 18.24 Uhr Der Neubau besteht im Wesentlichen aus der dreigleisigen Ein- bzw. Ausfahrt an der Südseite des Hauptbahnhofs. Sie führt zum Bergiseltunnel an der Bestandsstrecke der Brennerbahn. Noch nördlich der Inntalautobahn erfolgt die Ausfädelung der beiden Gleise zum Brennerbasistunnel, derzeit enden diese beiden Gleise noch kurz hinter den Weichen. In das Baulos Innsbruck wurden etwa 60 Millionen Euro investiert, die Bauzeit betrug drei Jahre.
    Die Gleise führen zum Bergiseltunnel der Brennerbahn, kurz davor nach links die Abzweigung zum künftigen BB. Foto: BBT-SE

    Nachdem die Maßnahmen einen Eingriff in die Bestandsanlagen der ÖBB darstellten, wurde ein Großteil der Arbeiten durch die ÖBB Infra umgesetzt. Die Arbeiten erfolgten während des Bahnbetriebes. Bis zur Inbetriebnahme des Brenner-Basistunnels wird die ÖBB in den nächsten Jahren in diesem Abschnitt den Betrieb der Brenner Bestandsstrecke abwickeln.
    Vier Kilometer neue Gleise
    Gebaut wurden unter anderem fünf Brücken bzw. Überführungen, 700 Meter Stützwände und 665 Meter Lärmschutzwände. Außerdem wurden fast vier Kilometer Gleise mit insgesamt 14 Weichen verlegt. Für die Sicherungstechnik brauchte es 93 Kilometer an Sicherungskabeln, daneben wurden 23,5 Kilometer Niederspannungskabel und 24,5 Kilometer Hochspannungskabel verlegt. Für die Oberleitung wurden 120 Masten aufgestellt.

    tirol.ORF.at
    dr. bahnsinn - der Forendoktor