[Kurier]: Der lange Weg nach Norden: Waldviertel vor Wagnis Autobahn

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  • [Kurier]: Der lange Weg nach Norden: Waldviertel vor Wagnis Autobahn

    Dreht sich nun nicht um die Bahn, liefert aber einige teilweise beeindruckende Zahlen:

    In NÖ wird die Sinnhaftigkeit einer weiteren Hochleistungsstrecke diskutiert. Was die Bürger wollen, hat der KURIER erfragt.

    Die Blätter der Kugelrobinie sind gefiedert und haben Ellipsenform. Wohingegen sich die Kugelplatanedurch fünflappige, etwas ledrige Blätter auszeichnet.
    Dieses Wissen kann man sich ergoogeln. Beim Autofahren. Auf dem Beifahrersitz. Auf dem Weg von Krems Richtung Zwettl. Wenn man mit Tempo 60 hinter dem Kleinlaster einer Gartenfirma, der drei kleine Kugelbäume geladen hat, kriechen muss. Und zwar ohne jede Chance, zu überholen.
    Autopendler auf der B 37 Richtung Zwettl können leidenschaftlich darüber diskutieren, wie ihnen Traktoren, Lkw oder Schleicher den täglichen Arbeitsweg in die Länge ziehen. Und auch über die viele Jahre alte Idee einer Waldviertelautobahn.

    Aktuell lässt das Land verschiedene Varianten einer solchen Hochleistungsstraße durch das Waldviertelprüfen. Um eine Entscheidungsgrundlage zu erhalten, sollen wirtschaftliche und touristische Maßstäbe genauso wie ökologische Parameter abgetestet werden. Im Mai soll ein ganzes Paket an Studien fertig sein. Dann muss die Region entscheiden, ob sie sich ins Wagnis Waldviertelautobahn stürzen will.
    Schon jetzt hat sich der KURIER hinters Steuer gesetzt und ist eine der möglichen Trassen abgefahren, um entlang der Strecke mit Betroffenen zu sprechen. Dabei hat sich gezeigt: Als absolutes Allheilmittel wird er nicht gesehen, der mögliche Highway in den Norden.
    Unser Wagen schleicht hinter einem weißen Lastwagen her, bis die Strecke zwischen Rastenfeld und Zwettldreispurig und ein gefahrloses Vorbeifahren möglich wird. Kurz vor Zwettl beginnt schon die neue Umfahrungsstraße. Seit vergangenem Sommer schlägt die mehr als 150 Millionen Euro teure Neutrasse einen Bogen um die Bezirksstadt. Die elf Kilometer lange Strecke wirkt überdimensioniert, bringt aber eine Verkehrsentlastung in der Innenstadt und eine Zeitersparnis von zehn bis 15 Minuten in beide Richtungen. Wie die aktuellen Verkehrszahlen der Straßenbauabteilung des Landes zeigen, ging der tägliche Verkehr im Zwettler Betriebsgebiet durch die Umfahrung von 18.300 Fahrzeugen auf zirka 12.000 zurück.

    „Vernetzen“
    Dort liegt auch die Zwettler Firmenzentrale des Lebensmittelriesen Kastner. Für Geschäftsführer Christof Kastner ist eine Waldviertel-Autobahn nur zweitrangig. „Viel wichtiger ist, dass wir die Bezirksstädte perfekt vernetzen – wenn möglich dreispurig, ohne Ortsdurchfahrten und niveaubefreit. Das oberste Ziel muss sein, die Verbindungen von Horn Richtung Westen, von Zwettl bis Vitis und die Strecken in den Donauraum und nach Linz weiter auszubauen“, sagt Kastner. Und dann – „in 20, 30 oder 40 Jahren“ – könne man über die Realisierung einer Waldviertel-Autobahn reden.
    Nach einer Viertelstunde Fahrzeit erreicht man von Zwettl kommend Weitra im Bezirk Gmünd. Dort betreibt Peter Weißenböck am Ortsrand ein Transportunternehmen. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Autobahn und ist überzeugt, dass die Chance noch nie so groß war, wie jetzt.
    „Es ist eine Notwendigkeit, dass die Region eine hochrangige Straße bekommt. Dadurch können wir das Waldviertel besser vermarkten und wirtschaftlich stärken“, sagt Weißenböck. Er glaubt, dass sich dort, wo eine Autobahn gebaut wird, viele Betriebe ansiedeln und so Arbeitsplätze entstehen werden. „In ganz Österreich gibt es dafür viele Beispiele“, erklärt der Unternehmer. Pendler seien bereit, 30 bis 60 Minuten Fahrzeit in Kauf zu nehmen, wenn sie „dafür in einer gesunden Region leben dürfen“, sagt Weißenböck und verweist auf Beispiele im Wiener Umland.

    Trassen


    © Bild: Grafik,Zahrl Jürgen
    Wo die künftige Autobahn verlaufen könnte, ist derzeit noch unklar. Allerdings werden von Insidern stets drei Streckenvarianten ins Spiel gebracht. Eine davon orientiert sich an der Trasse der B2 und inkludiert die Bezirksstadt Horn. Zwei andere knüpfen in Krems an die S5 bzw. die S33 an und verbinden die Wachaumetropole mit dem Waldviertler Norden (siehe Grafik) . Wobei zumindest eine Trasse einen kompletten Neubau durch die grüne Landschaft bedeuten würde.
    Auf dem Rückweg nach Krems geht es zur „Schwarz Alm“ in einem idyllischen Waldstück nahe Zwettl. Hoteldirektor Markus Hann braucht für einen Waldviertler Highway keinen Asphalt. Er will eine Datenautobahn. „Wir verzeichnen etwa 4000 Seminarnächtigungen pro Jahr. Unsere Kunden setzen Videokonferenzen mit allen Teilen der Welt voraus. Mit der derzeitigen Datenleitung schaffen wir das nicht.“ Straßenautobahn braucht er keine, die Nord-Süd-Achsen in OÖ und im Weinviertel seien ausreichend. „Die Landschaft ist schnell zerstört, aber nicht wieder schnell da.“


    Beispiel Nordautobahn: Spatenstich nach jahrzehntelanger Debatte

    Dass es für Autobahnprojekte in Österreich mitunter einen langen Atem braucht, beweist das Beispiel der Nordautobahn A5. Die Debatte über eine Nord-Süd-Hochleistungsstraße durchs Weinviertel ist Jahrzehnte alt. Allerdings wurde das Projekt erst im Vorfeld der EU-Osterweiterung ab 1998 ganz konkret verfolgt. Der Spatenstich für den südlichen Autobahnabschnitt von Eibesbrunn nach Schrick erfolgte schließlich im Februar 2007. Für 255 Millionen Euro wurden 23,5 Kilometer Autobahn inklusive eines Tunnels und 21 Straßenbrücken errichtet und im Oktober 2010 für den Verkehr freigegeben. Der Abschnitt Schrick-Poysbrunn kann seit dem 8. Dezember 2017 befahren werden (283 Millionen Euro). Damit ist die A5 nur mehr neun Straßenkilometer von der Staatsgrenze zu Tschechien entfernt. Zum letzten und nördlichsten Teilabschnitt zählt auch die fünf Kilometer lange Umfahrung von Drasenhofen, an der seit April gebaut wird (Kosten: 50 Millionen Euro). Die Verkehrsfreigabe soll im zweiten Halbjahr 2019 erfolgen.
    Im Jänner attestierte eine Studie der Eco-Austria der A5 positive Effekte auf Wirtschaft und Arbeitsplätze. Die Expertise weist für Niederösterreich ein BIP-Wachstum durch die Nordautobahn von 1,6 Prozent bzw. ein Beschäftigungsplus von 4900 Jobs aus. Für das Weinviertel soll das BIP-Wachstum demnach bei 5,6 Prozent und zusätzlichen 955 Arbeitsplätzen liegen. Zeitgleich habe der Ortsdurchzugsverkehr deutlich abgenommen.

    Quelle: kurier.at

    Im Falle der Umfahrung Zwettl ("wirkt überdimensioniert") hat man also für eine Reduktion von rund 5000 täglichen Fahrzeugen 150 Mio ausgegeben.
    Die A5 für - inkl. Umfahrung Drasenhofen - etwa 0,6 Mrd. für vermeintliche 5000 Jobs. Dagegen werden sich 1000 Jobs im Waldviertel von einer Autobahn erhofft.
  • KURIER schrieb:

    Autopendler auf der B 37 Richtung Zwettl können leidenschaftlich darüber diskutieren, wie ihnen Traktoren, Lkw oder Schleicher den täglichen Arbeitsweg in die Länge ziehen.
    Parteilicher für eine Autobahn zu schreiben geht nicht, denn das ist absolut falsch. Pröll ließ seinerzeit die B 37 sukzessive dreispurig mit wechselnden Überholstrecken ausbauen. Die Abschnitte, wo man nicht überholen kann, sind meistens nicht länger als 1 km.

    KURIER schrieb:

    „Viel wichtiger ist, dass wir die Bezirksstädte perfekt vernetzen – wenn möglich dreispurig, ohne Ortsdurchfahrten und niveaubefreit. Das oberste Ziel muss sein, die Verbindungen von Horn Richtung Westen, von Zwettl bis Vitis und die Strecken in den Donauraum und nach Linz weiter auszubauen“, sagt Kastner.
    Diese Aussage erinnert mich an meine Studienzeit Anfang der 70er-Jahre, als wir im Rahmen der Vorlesung "Verkehrsplanung" bei Prof. Steierwald (Vorgänger vom Knoflacher) für die für das Jahr 1985 prognostizierte Vollmotorisierung (ja, so was gab es auch einmal) in einem Seminarprojekt das österreichische Straßennetz durch neue Autobahnen und Schnellstraßen optimieren mussten. Keiner von uns hinterfragte die Sinnhaftigkeit, sondern machte brav mit. Ich zum Beispiel, indem ich eine Schnellstraße durch das Erlauftal und weiter über Mariazell nach Bruck an der Mur projektierte. Der Herr Kastner dürfte mit seiner Denkweise in dieser zeit steckengeblieben sein.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Gerade den Beitrag von Herrn Kastner habe ich als vernünftig angesehen. Der Text ist wohl sehr "breit" interpretierbar. Für mich ist eine 3-spurige Bundesstraße (nicht je Richtung, sondern mit abwechselnder Überholmöglichkeit) wesentlich sinnvoller als der Bau einer Autobahn.


    Pendler seien bereit, 30 bis 60 Minuten Fahrzeit in Kauf zu nehmen, wenn sie „dafür in einer gesunden Region leben dürfen“, sagt Weißenböck und verweist auf Beispiele im Wiener Umland.
    Wenn ich das richtig verstehe, ist das Ziel eine kräftige Ankurbelung des Autoverkehrs nach Wien, so dass das nahe Wiener Umland so schlechte Luftwerte bekommt, dass die Menschen endlich "zu uns" in die gesunde Pampa ziehen? Oder: Wie erzeuge ich möglichst viel sinnlosen Verkehr.
  • LR Schleritzko im Interview: Waldviertelautobahn frühestens in 25 bis 30 Jahren.....

    ......daher für mich leider zu spät: :D

    Erstellt am 08. Mai 2018, 02:18 von Daniel Lohninger und Walter Fahrnberger

    Ludwig Schleritzko: "Wien ist heute der Flaschenhals“

    Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) über U-Bahn-Ideen, die Waldviertel-Autobahn und die Ziele des Sparkurses des Landes.

    Landesrat Ludwig Schleritzko zur Waldviertel-Autobahn: „Ein Projekt auf 25 bis 30 Jahre.“ | Marschik


    (.....)


    Wie sieht es mit künftigen Infrastruktur-Maßnahmen aus. Fährt 2030 die U 4 nach Purkersdorf?
    Schleritzko: Das kann ich nicht sagen. Bekanntermaßen müssen Bund und Stadt Wien auch dabei sein. Was ich sagen kann, ist, dass noch vor dem Sommer eine Studie zu diesem Thema präsentiert wird. Die U-Bahn ist etwas, das extrem schnell extrem viele Menschen von A nach B bringen kann. Das heißt, wir müssen uns anschauen, wo wir die großen Bevölkerungszuwächse haben. Vor allem den Bereich südlich von Wien muss man deshalb ins Auge fassen. Die Herausforderung ist, dass Wien heute nicht mehr der Hauptverkehrsknotenpunkt Niederösterreichs ist, sondern der Flaschenhals. Das heißt, wir müssen Wien und das Wiener Umland als gemeinsamen Raum denken.

    Was tut das Land dagegen, dass Pendler zwischen St. Pölten und Wien heute oft froh über einen Stehplatz im Zug sein müssen?
    Schleritzko: Das Land als Besteller des Zug-Angebotes überlegt immer, was man noch verbessern kann. Man muss das Thema aber breiter denken. 600.000 Niederösterreicher fahren täglich in die Arbeit. In Zeiten der Digitalisierung muss man sich aber fragen, ob der Sachbearbeiter bei uns im Amt der NÖ Landesregierung wirklich jeden Tag von Wolkersdorf nach St. Pölten fahren muss, damit er seine Bescheide aufarbeiten kann. Für manche Berufe wird es sich nicht eignen, aber gewisse Dinge kann man mit dem Thema Digitalisierung offensiv angehen. Damit verringern wir auch den Druck im öffentlichen Verkehr. Aber natürlich: Der Zentralraum und der Raum um Wien sind die Bereiche, in denen wir besonders gefordert sind. Wir dürfen aber auf die Menschen im peripheren Raum nicht vergessen.

    Darum auch die Debatte um die Waldviertel-Autobahn. Ende Mai wird die Studie präsentiert. Was wird die empfehlen?
    Schleritzko: Wir schauen uns die Entwicklung der Verkehrsströme, die wirtschaftlichen und touristischen Standorte und die Naturräume an. Ich habe immer gesagt, wir müssen im Waldviertel entscheiden: Wollen wir eine Autobahn „Ja“ oder „Nein“? Danach ist der Landtag am Zug, danach der Bund. Erst dann stellt sich die Frage nach Trasse und Finanzierung. Parallel zu der Diskussion ist es wichtig, den Ausbau auf den bestehenden Achsen St. Pölten-Zwettl-Waidhofen und Stockerau-Horn-Gmünd voranzutreiben. Hier investieren wir 140 Millionen Euro in den nächsten Jahren.

    Wie sieht der Zeitplan aus?
    Schleritzko: Über Trassen und Zeitpläne zum jetzigen Zeitpunkt zu reden, macht keinen Sinn. Eine Waldviertel-Autobahn ist ein Projekt auf 25 oder 30 Jahre.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Nun kommt die "Europaspange" ins Spiel:

    Erstellt am 20. Mai 2018, 08:37von Walter Fahrnberger

    Verkehr: „Europaspange“ für Anbindung des Wald- und Weinviertels

    Land NÖ schlägt erstmals Ost-West-Variante für Waldviertelautobahn vor.
    Niederösterreich ist als Wirtschaftsregion den letzten Jahrzehnten enorm gewachsen und wurde in der Zeit immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt zwischen Ost- und Westeuropa. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat daher auch die Mobilität als einen ihrer Schwerpunkte festgelegt.
    Dazu zählt auch, dass Wirtschaftsräume wie Linz und Wels bzw. Süddeutschland, Prag und die Slowakei verkehrstechnisch besser an das Wald- und Weinviertel angebunden werden. Darin liegt die Chance für diese Regionen.
    Das Land NÖ schlägt deshalb erstmals eine „Ost-West-Verbindung“ (siehe Grafik), die sogenannte „Europaspange“ vor.


    zVg
    „Unsere Überlegungen beim Ausbau der Mobilität machen nicht an unseren Landesgrenzen halt. Wir denken in Lebensräumen, nicht in Landesgrenzen“, erklärt Mikl-Leitner dazu.*) Die Landeshauptfrau unterstreicht damit ihre Ziele, die sie bei der Regierungserklärung formuliert hat: Räume neu denken bzw. Niederösterreich im neuen Europa weiter stärken.
    Waldviertler Regionalausschuss tagt am Dienstagabend
    Unabhängig davon tagt am Dienstagabend in Vitis der Waldviertler Regionalausschuss. Dort wird über die Waldviertel-Autobahn diskutiert und abgestimmt. Insider rechnen mit einem positiven Beschluss für das Mega-Projekt. Auch drei mögliche Trassenvarianten sollten dort präsentiert werden - eine davon ist eben die „Europaspange“.
    Diese Zustimmung aus der Region ist auch Voraussetzung für die weitere Planung der Autobahn. „Denn nur wenn diese Vision auch von der Region mitgetragen wird, kann die Umsetzung erfolgreich in Angriff genommen werden“, erklärt Mikl-Leitner.
    Aber auch dann wird das Projekt bis zur Umsetzung noch Jahrzehnte brauchen. Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) hat zuletzt gegenüber der NÖN betont, dass eine Waldviertel-Autobahn frühestens in 25 bis 30 Jahren realisiert werden kann.

    NÖN
    Also, bei der derzeitigen Liquidierung der über die Landesgrenzen NÖ/OÖ führenden Donauuferbahn hat man auf dieses Denken vergessen, obwohl es in NÖ und OÖ sehr wohl (private) Bestrebungen gibt, die Bahnlinie zu erhalten. Die Mobilität über Landesgrenzen hinweg gilt wohl nur für die Mobilität auf der Straße.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • die Bahnlinie zu erhalten.
    Das kleine Problem dabei ist, dass es diese Bahnlinie rechtlich nicht mehr gibt und somit auch keine Konzession. Und du glaubst im Ernst, dass diese ehemalige Pimperlbahn die Kapazitäten einer geplanten Europaspange auch nur im Entferntesten erbringen könnte?


    obwohl es in NÖ und OÖ sehr wohl (private) Bestrebungen gibt, die Bahnlinie zu erhalten.
    Bislang gab es nur Forderungen von Pfarrern und pathologischen Ferros, zahlen sollen - wie immer - die Anderen. Und die NÖVOGerln, die selbst finanziell schlecht dastehen, würden sicher auch die freiwerdenden Grundstücke "an eine Konkurrenz" verkaufen?
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
  • westbahn schrieb:

    Und du glaubst im Ernst, dass diese ehemalige Pimperlbahn die Kapazitäten einer geplanten Europaspange auch nur im Entferntesten erbringen könnte?
    Wer sinnerfassend lesen kann, ist bekanntlich im Vorteil. Ich habe nirgendwo geschrieben, dass die Donauuferbahn eine quer durch das Waldviertel führende Autobahn, egal, ob sie Europaspange oder sonstwie heißt, ersetzen soll. Ich habe auf die Aussage der LH-Frau Bezug genommen, die Folgendes sagte:

    LH Mikl-Leitner schrieb:

    „Unsere Überlegungen beim Ausbau der Mobilität machen nicht an unseren Landesgrenzen halt. Wir denken in Lebensräumen, nicht in Landesgrenzen“, erklärt Mikl-Leitner dazu.
    Und da meinte ich wiederum in meiner Anmerkung, dass dieses länderübgreifende Denken offenbar nur bei Straßenprojekten, nicht aber für die Eisenbahn gilt, obwohl es sehr wohl Bestrebungen beiderseits der Landesgrenzen gibt, die bisher von NÖ nach OÖ vv. verlaufende Donauuferbahn zu erhalten.
    Ich bitte dich daher, bevor die wieder einmal eine Themenverfehlung postest, den bezugnehmenden Beitrag vorher sinnerfassend zu lesen.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Man verwendet wohl den selben Schmäh wie bei der S8. Verkauft wird sie als lokales Projekt und in Wirklichkeit dient sie der Entlastung einer anderen Autobahn.

    D4nord - S8 statt D4süd - A4 - A6

    Europaspange statt A1 (der Verkehr aus Tschechien läuft dann wohl A5 - S1 - Europaspange), bei der südlichen Variante aus dem Osten vielleicht sogar S8 - S1 - Europaspange.

    @westbahn und wer zahlt die Europaspange? Die Waldviertler?
  • Soeben hat der Regionalverband Waldviertel beschlossen, dass die Planungen für die sogenannte Europaspange im Norden Niederösterreichs vertieft werden sollen.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
  • westbahn schrieb:

    Soeben hat der Regionalverband Waldviertel beschlossen, dass die Planungen für die sogenannte Europaspange im Norden Niederösterreichs vertieft werden sollen.
    Richtig. Nachzulesen hier:

    Region sagt "Ja" zu einer Waldviertel-Autobahn

    Land und Waldviertel wollen weitere Schritte für eine zukünftige Ost-West-Spange zwischen Linz und Hollabrunn setzen.


    "Ja zur Europaspange" - das ist das Ergebnis der mehrstündigen Sitzung des Regionalverbands Waldviertel Dienstagabend in Vitis im Bezirk Waidhofen an der Thaya. Mit dem klaren Bekenntnis aus der Region sind die ersten Weichen für eine zukünftige Waldviertel-Autobahn in Form einer Ost-West-Achse zwischen Hollabrunn (S3) und Linz (A7) gestellt. Innerhalb der nächsten 25 bis 30 Jahre soll das Milliarden Euro teure Straßenbauprojekt umgesetzt werden. Schon jetzt sind Verantwortungsträger des Autobahn- und Schnellstraßenbetreibers Asfinag mit an Bord. Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko erwartet sich eine zusätzliche regionale Wirtschaftsleistung von rund einer Milliarde Euro und 10.000 neue Arbeitsplätze im Waldviertel.
    Initiativantrag
    Als nächster Schritt soll in der kommenden Landtagssitzung im Juni ein Initiativantrag beschlossen werden, um mit dem Bund in Finanzierungsverhandlungen für die Europaspange gehen zu können. Wo die Trasse tatsächlich verlaufen wird, sollen Verkehrsplaner in den nächsten Wochen und Monaten erarbeiten. Auch eine Strategische Planung Verkehr (SPV) soll bald starten. Klar ist, dass die Ost-West-Spange innerhalb des am Sonntag präsentierten Korridors errichtet werden soll. "Damit wollen wir, dass die Region besser an das europäische Verkehrsnetz angebunden wird", sagte Schleritzko bei der Pressekonferenz am Mittwoch gemeinsam mit ÖVP-Verkehrssprecher und Horns Bürgermeister Jürgen Maier sowie Waldviertels SPÖ-Nationalratsmandatar Maurice Androsch. Bislang war, wie der KURIER berichtete, meist von einer Nord-Süd-Verbindung die Rede. Jetzt haben sich das Land Niederösterreich und die Vertreter der Region auf eine Ost-West-Spange geeinigt. Immerhin würde es rund herum stark wachsende Wirtschaftsräume wie Linz-Wels-Süddeutschland, Budweis-Prag-Brünn oder St. Pölten-Wien-Bratislava geben, erklärt Schleritzko.


    Transitroute


    Auch wenn es Befürchtungen gibt, dass der neue Lösungsansatz nur eine weitere Transitroute für den Schwerverkehr in Niederösterreich ist, will man sich davon nicht abbringen lassen, um das Waldviertel wirtschaftlich und infrastrukturell zu stärken. Eine Waldviertel-Autobahn alleine sei nicht die Lösung, wissen Schleritzko, Maier und Androsch. Daher werden auch abseits davon mehrere Straßenbaumaßnahmen umgesetzt. Dazu zählt der weitere Ausbau der Verbindungen B2/B4 zwischen Horn und Brand-Nagelberg und B36/37 zwischen Gneixendorf und Stratzing sowie der Schnellstraße S 5 beim Knoten Stockerau. Darüber hinaus will man für das Waldviertel eine Gesamtstrategie ausarbeiten, um das Profil der Region zu schärfen. Dann sollen auch mehrere Wirtschaftsparks entlang der künftigen Autobahn entstehen.

    ( kurier.at , jz ) Erstellt am 23.05.2018von Jürgen Zahrl

    KURIER
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Heute Abend gibt es im ZIB-Magazin auf ORF 1 um 19:45 Uhr ein Interview mit dem Obmann des Verkehrs- und Regionalforums Waldviertel, DDr. Josef Baum, zur aktuellen Waldviertelautobahn-Diskussion. Im Rahmen dieses interviews wird er auch zum gerade laufenden Brückenabriss an der Donauuferbahn Stellung nehmen.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Erste Kritik der Grünen an der geplanten Autobahnspange

    Erstellt am 28. Mai 2018, 09:50 von Christoph Reiterer

    Ecker: „Autobahn zerstört unsere Landschaft“

    Die vor wenigen Tagen vorgestellte Idee einer Europaspange, die die S 3 mit der S 10 verbinden und den Norden Niederösterreichs besser an das europäische Verkehrsnetz sowie an dynamische Wirtschaftsregionen anbinden soll, stößt bei den Hollabrunner Grünen auf null Gegenliebe.


    Der für die Hochleistungsstraße vorgeschlagene Korridor verläuft von Stockerau über Hollabrunn, Horn und Gmünd in Richtung Freistadt. Landesrat Ludwig Schleritzko (VP) spricht von einem überregional bedeutsamen Projekt. Er glaubt an eine Steigerung der regionalen Wirtschaftsleistung von einer Milliarde Euro und zusätzliche 10.000 Arbeitsplätze.
    Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Die Grünen) ist hingegen überzeugt, dass die Autobahn die Lebensqualität in Hollabrunn massiv verschlechtern würde: „Mit dem Transit kommen Feinstaub, Luftverschmutzung und vor allem Lärm.“ Dazu komme, dass das Projekt als Parallelstruktur nur wenige Kilometer nördlich der Westautobahn völlig unsinnig sei. „Da werden Milliarden an Steuergeldern verschleudert und beim dringend nötigen Ausbau der Nordwestbahn und der Franz-Josefs-Bahn werde nichts getan“, ärgert sich Ecker.
    Gerade die Franz-Josefs-Bahn wäre eine umweltfreundliche Alternative zur „Waldviertelautobahn“. Mit deutlich geringeren Investitionen könnte diese eine sowohl wirtschaftlich als auch touristisch interessante Variante für die Verbindung der Zentralräume Wien, Linz und Budweis/Prag werden. „Ein Autobahn-Neubau heißt hingegen: Zerstörung unserer schönen Landschaft im Weinviertel und Betonierung fruchtbarer Böden. Das können wir nicht zulassen!“

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Erstellt am 02. Januar 2019, 13:41 von René Denk

    Thema Waldviertelautobahn - Edinger: "Sind für die Stärkung des Waldviertels"

    FPÖ-Zwettl Fraktionssprecher Clemens Edinger wandte sich nach der Berichterstattung über die Gemeinderatssitzung in Zwettl an die NÖN.


    "Die Aussage von Stadtrat Ewald Edlemaier zum Thema Waldviertelautobahn ist nur seine persönliche Meinung. Die FPÖ Zwettl setzt sich klar für neue Infrastrukturprojekte ein, die die Abwanderung der Bevölkerung verhindern und die Ansiedelung neuer Unternehmen ermöglichen", sagt Edinger.
    Die neuen Arbeitsplätze, die dadurch im Waldviertel entstehen würden, würden das tägliche Pendeln der vielen Arbeitnehmer in die Bundeshauptstadt überflüssig machen. Die damit verbundene Reduzierung des Verkehrsvolumens wäre ein weiterer begrüßenswerter Nebeneffekt.
    "Wir sind für die Stärkung des Waldviertels als attraktiven Lebensraum mit der dafür notwendigen Infrastruktur", meint Edinger.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 30.01.2019
    Heiße Phase beginnt: Strategische Prüfung für Waldviertelautobahn
    Innerhalb von zwei Jahren soll geprüft werden, ob eine Autobahn vom Mühl- bis ins Weinviertel sinnvoll ist.

    Jetzt beginnt die erste heiße Phase für die mögliche "Europaspange" - sprich Waldviertelautobahn - von Oberösterreich bis ins Weinviertel. Niederösterreichs Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko hat mit der Einreichung des Initiatorenschreibens beim Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie ( BMVIT) am 30. Jänner offiziell eine „Strategische Prüfung Verkehr“ (SP-V) für die „Europaspange“ beantragt. Diese Prüfung ist Voraussetzung für die Aufnahme einer höchstrangigen Straße in das Bundesstraßengesetz.
    Darüber hinaus sollen Maßnahmen auf der Schiene zur Ertüchtigung der Franz-Josefs-Bahn bzw. Kamptalbahn*) sowie Maßnahmen auf dem Landesstraßennetz geprüft werden. Mit im Paket ist die Waldviertelautobahn.
    „Kaum ein anderes Projekt wurde mit einer so engen Einbindung der Region vorbereitet. Nach der Zustimmung der Region im Vorjahr gehen wir heute den nächsten Schritt. Mit der SP-V wird es eine faktenbasierte und ergebnisoffene Prüfung für dieses Infrastrukturprojekt im nördlichen Niederösterreich geben. Federführend wird das BMVIT die Prüfung durchführen. Am Ende wird feststehen, wie der weitere Ausbau von Straße und Schiene in der Region aussehen wird“, so Landesrat Schleritzko.


    Infrastruktur
    Der Landesrat rechnet mit einer Prüfdauer von zwei Jahren. „Mir ist es wichtig, dass wir uns auch entsprechend Zeit nehmen. Es gilt hier alle Argumente für und gegen den Ausbau der Straßen- und Schieneninfrastruktur abzuwägen und anhand der Fakten über das Projekt zu urteilen. Darum werden alle relevanten Ansprechpartner als auch die Öffentlichkeit bei den Konsultationen zu Wort kommen“, hält Schleritzko fest.
    Mit der neuen Europaspange, welche die S 10 in Oberösterreich und die S 3 im westlichen Weinviertel verbinden soll, dem Ausbau der Franz Josefs-Bahn und den weiteren Investitionen in das Landesstraßennetz soll die wirtschaftliche Entwicklung des nördlichen Niederösterreichs weiter angekurbelt werden. Wesentlich dabei ist, dass verkehrsträgerübergreifend geprüft wird - sprich Investitionen in Schiene und Straße gemeinsam untersucht werden.
    Die angesprochenen Infrastruktur-Maßnahmen sind Teil eines Plans für die Regionalentwicklung im nördlichen Niederösterreich. Um den Standort zu attraktivieren, wird die Region darüber hinaus einen Fokus auf die Bereiche Bildung, Wohnen und Gesundheit legen und dabei auch von Seiten des Landes unterstützt.
    (kurier.at, gw) | Stand: 30.01.2019, 11:43

    KURIER
    *) Das Feigenblatt zur Rechtfertigung der Autobahn.....

    dr. bahnsinn - der Forendoktor