[Kurier]: Der lange Weg nach Norden: Waldviertel vor Wagnis Autobahn

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  • Erstellt am 22. Februar 2019, 20:47 von Markus Lohninger

    Neuer Asfinag-Chef: Nur „10 bis 15 Jahre“ bis zur Waldviertel-Autobahn?

    Überraschende Aussage des neuen Betriebsvorstandes bei Autobahn-Betreiber Asfinag, Hartwig Hufnagl.

    Hartwig Hufnagl | ASFiNAG

    Kurz nachdem VP-Mobilitätslandesrat Ludwig Schlerizko beim Verkehrsministerium die „Strategische Prüfung Verkehr“ als Basis für eine vorsichtig als „Europaspange“ bezeichnete Straßenachse durch das Waldviertel beantragt hat, nimmt der neue Chef des Autobahn-Betreibers das Wort „Waldviertel-Autobahn“ direkt in den Mund.
    Einer solchen könne er durchaus etwas abgewinnen, wird Asfinag-Betriebsvorstand Hartwig Hufnagl von der APA zitiert: „Weil es zwei große Routen zusammenführt, die ein großes Wachstum erfahren werden - die Weinviertler Schnellstraße S3 und die Mühlviertler Schnellstraße S10."
    Auch zur Frage, bis wann diese Autobahn stehen könne, vermeidet der Oberösterreicher Hufnagl die Defensive: "In einem schnellen Ablauf - vielleicht beschleunigt durch ein Standortentwicklungsgesetz - brauchen wir auf jeden Fall 10 bis 15 Jahre", sagte er zur APA. Das ist zwar ein langer Zeitraum, der aber dann doch wesentlich kürzer sein könnte als die von Schleritzko im Vorjahr in Aussicht gestellten 25 bis 30 Jahre.
    Das Land NÖ sieht die Schnellverbindung zwischen Stockerau und Freistadt über das Waldviertel wie berichtet als Teil einer zu findenden Gesamtlösung für die Region, die unter anderem auch einen Ausbau der Franz-Josefs-Bahn beinhalten soll.*)

    NÖN

    *) Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass die Autobahn schon fertig sein wird, während man noch immer auf den Ausbau der FJB wartet.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Diese Meldung gehört zwar nur indirekt zur Waldviertelautobahn, ist aber insofern von Interesse, weil sie zeigt, welche Auswüchse das (politische) Bedürfnis nach Anschluss an eine Autobahn, egal, wo diese verläuft, annehmen kann.

    Der (FPÖ-)Landtagsabgeordnete Martin Huber fordert nun eine schnelle Anbindung des mittleren Mostviertels an die Waldviertelautobahn auf Höhe von Pöchlarn und schlägt daher einen knapp 11 km langen Straßentunnel zwischen Würnsdorf bei Pöggstall und Kleinpöchlarn an der Donau vor. Siehe Grafik, entnommen aus diesem NÖN-Artikel:


    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • KFNB X schrieb:

    Das Waldviertel braucht unbedingt den zweitlängsten Straßentunnel Österreichs.
    Eh klar. Nachdem dieser Rekord des Dürnsteiner Straßentunnels.....

    www.tipps.at schrieb:

    Der Tunnel wurde 1959 eröffnet und war damals mit seinen 472 Metern der längste Bundesstraßentunnel Österreichs.
    ......schon ein bissl überwuzelt ist, muss unbedingt ein neuer Rekord her. :D
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Angesichts der aktuellen Diskussion rund um die Waldviertel-Autobahn eine nicht uninteressante Diskussionsveranstaltung:

    Erstellt am 03. März 2019, 08:10 von NÖN Redaktion

    Veranstaltung in Schrems: Quo vadis, Mobilität im Waldviertel?

    Auf Einladung von Verkehrs- und Regionalforum Waldviertel, Grüne Schrems und Landtags-Abgeordneter Silvia Moser aus Zwettl geht es am 7. März im Kulturhaus Schrems um den Themenkreis „Zukunft-Mobilität-Waldviertel“.

    Nach einem Vortrag von Verkehrsexperte Harald Frey (TU Wien) stehen ein Polit-Talk unter Moderation von NÖN-Waldviertel-Chef Markus Lohninger und eine Publikumsdiskussion an.
    Zugesagt haben für das Podium bisher Nationalrats-Abgeordnete Martina Diesner-Wais (ÖVP) sowie die Landtags-Abgeordneten Silvia Moser (Grüne) und Edith Kollermann (NEOS), wobei die Themen Europaspange und Franz-Josefs-Bahn wohl ausführlich diskutiert werden dürften.
    Beginn ist am 7. März um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Nächster Schritt für Europaspange

    Die Prüfung der Europaspange, die das Waldviertel besser an das europäische Verkehrsnetz anschließen soll, ist nun offiziell gestartet worden. Diese Prüfung ist Grundlage für eine Realisierung des bereits lange diskutierten Projekts.

    Die Europaspange soll die S10 in Oberösterreich und die S3 im westlichen Weinviertel verbinden. Eine „Strategische Prüfung Verkehr“ ist Voraussetzung für die Aufnahme einer höchstrangigen Straße in das Bundesstraßengesetz. Das Land Niederösterreich hatte Ende Jänner einen Antrag für eine solche Prüfung gestellt. Dieser wurde nun vom Verkehrsministerium offiziell aufgenommen. Der Prüfungsprozess sei damit gestartet worden, heißt es in einer Aussendung am Sonntag.
    Prüfung soll zwei Jahre dauern
    Bei der „Strategischen Prüfung Verkehr“ werden unter anderem Umweltauswirkungen, der Nutzen der Netzveränderung und die Beteiligung betroffener Drittstaaten untersucht, ein Umweltbericht wird erarbeitet und Überwachungsmaßnahmen werden definiert.


    Die geplante Europaspange soll die S10 und die S3 verbinden, der mögliche Korridor ist gelb dargestellt.*) Grafik: Land NÖ

    Die Prüfung soll etwa zwei Jahre dauern. Laut Aussendung sollen dabei alle Argumente für und gegen den Ausbau der Straßen- und Schieneninfrastruktur abgewogen werden, anschließend soll anhand der Fakten über das Projekt geurteilt werden. Neben Experten soll auch die Öffentlichkeit zu Wort kommmen.
    "Damit folgt jetzt eine faktenbasierte und ergebnisoffene Prüfung für dieses Infrastrukturprojekt im nördlichen Niederösterreich. Am Ende dieser Prüfung durch das BMVIT (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Anm.) wird feststehen, wie der weitere Ausbau von Straße und Schiene in der Region aussehen wird“, so Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) in der Aussendung am Sonntag.
    „Eine bedarfsgerecht ausgelegte Verkehrs-Infrastruktur ist das Rückgrat für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region und die Lebensader für die dort lebenden Menschen", wird Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) zitiert. „Ich freue mich, dass der Bedarf im Schienen- und Straßenbereich nun detailliert erhoben wird, damit wir eine solide Grundlage für die Entscheidung über Infrastrukturprojekte der Zukunft haben.“
    Mit der Europaspange, dem Ausbau der Franz-Josefs-Bahn und weiteren Investitionen in das Landesstraßennetz will man die wirtschaftliche Entwicklung des nördlichen Niederösterreichs weiter ankurbeln.

    ORF NÖ
    *) Was allerdings nicht stimmt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    ...
    Am Ende dieser Prüfung durch das BMVIT (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Anm.) wird feststehen, wie der weitere Ausbau von Straße und Schiene in der Region aussehen wird“, so Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) in der Aussendung am Sonntag.
    ...
    Ausbau der Schiene, ja...
    Er meint wahrscheinlich "Abbau"... :(

    Allein die Tatsache, dass zwischen Wien und Bratislava genau nix eingezeichnet ist, zeigt den Unsinn dieser Planungen auf...
  • Draisinenfan schrieb:

    Allein die Tatsache, dass zwischen Wien und Bratislava genau nix eingezeichnet ist, zeigt den Unsinn dieser Planungen auf...
    Die A6, S1 und S8* hat man blöder Weise vergessen. Ansonsten könnte man erkennen was diese Spange wird: Eine Transitroute parallel zur A1!

    *) Sind bis auf einen Teil der S1 noch Zukunft, aber man berücksichtigt ja auch die geschlossene Lücke A5 - D52.


    PS. Wobei man sich damit eigentlich die A5 fast sparen hätte können. Einfach die D52 weiter verlängern über Znaim - Retz - Horn - Spange.
  • Waldviertel-Autobahn: Die Skepsis wächst
    Von Bernhard Leitner 10. Mai 2019
    MÜHLVIERTEL. Eine Autobahn, die von der S10 bei Freistadt durch das Waldviertel bis vor die Tore Wiens reichen soll. Dieses Projekt, das im Februar von Niederösterreichs Landesregierung zur „Strategischen Prüfung“ beim Verkehrsministerium eingereicht wurde, könnte auch die Verkehrsströme im Mühlviertel nachhaltig beeinflussen.
    Während Projektbefürworter von einer großen Chance für das Waldviertel sprechen, warnen Gegner vor einer „verkehrspolitischen Geisterfahrt“, die hier eingeschlagen werde.
    Während im Waldviertel bereits zwei größere Unterschriftenaktionen gegen das Vorhaben gestartet wurden, blieb die Kritik daran in Oberösterreich bisher noch unter der Wahrnehmungsschwelle. Das soll sich nun ändern: Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Severin Mayr, traf gestern in Groß Gerungs mit der Landesspitze der Grünen Niederösterreich zusammen, um künftige Maßnahmen gegen eine Autobahn abzustimmen.
    Zu einem Viertel im Mühlviertel
    „Hier taucht ein Milliardenprojekt aus dem Nebel auf, das enorme Folgen für das Mühlviertel hat, denn selbstverständlich würde so eine Autobahn nicht an der Landesgrenze Halt machen.“ Ein Viertel der Trasse würde auf oberösterreichischem Boden verlaufen. Die Grünen in Nieder- und Oberösterreich würden künftig gemeinsam marschieren, um gegen die „Europaspange“, wie sie offiziell genannt wird, aufzutreten. Mayr: „Wir werden Informationen austauschen und alle unsere Maßnahmen gegen dieses Autobahnprojekt abstimmen.“
    Für Niederösterreichs Grünen-Landessprecherin Helga Krismer ist dieser Schulterschluss dringend notwendig. „Es ist wichtig, die Oberösterreicher davor zu warnen, welche Verkehrslawine hier auf sie zurollen könnte.“ Mayr spricht von einem Flächenverbrauch von etwa 500 Hektar, den diese Straße in Anspruch nehmen würde. Betroffen wären höchstwahrscheinlich die Gemeinden im Nordosten des Bezirks Freistadt: Sandl, Liebenau, Weitersfelden, Windhaag, Grünbach. Noch ist der ins Auge gefasste Korridor freilich so breit, dass nähere Prognosen über den tatsächlichen Verlauf nicht getroffen werden können. Deshalb wollen Mayr und Krismer auf eine Offenlegung des Projektstands drängen.
    Von Oberösterreichs Landespolitik kamen bisher abwartende Reaktionen auf die Waldviertel-Autobahn. Erst wenn konkrete Pläne vorliegen, könne er dazu Stellung nehmen, so Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner in einer Anfragebeantwortung im Landtag. Wichtiger sei jetzt die Fertigstellung der S10 bis zur Staatsgrenze in Wullowitz sowie die Projektierung der Linzer Ostumfahrung, sagte kürzlich FP-Verkehrssprecher Peter Handlos auf eine Frage der „Mühlviertler Nachrichten“ und verwies auf einen Planungshorizont der Europaspange von 25 bis 30 Jahren.

    OÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • NÖ, OÖ: Grüne vereint gegen Waldviertel-Autobahn

    Europaspange wird sowohl von den NÖ- Grünen als auch den OÖ-Grünen abgelehnt.


    Von René Denk. Erstellt am 19. Mai 2019 (04:30)
    Schulterschluss der Oberösterreichischen Grünen mit den Niederösterreichischen Grünen gegen die „Europaspange“. Im Bild: Landtagsabgeordneter Georg Ecker, Parteichefin Helga Krismer, Oberösterreichs Landtagsabgeordneter Severin Mayr und Landtagsabgeordnete Silvia Moser.Foto: René Denk

    Einen Schulterschluss zwischen den Niederösterreichischen und Oberösterreichischen Grünen gibt es nun gegen die geplante Waldviertel-Autobahn (genannt „Europaspange“).
    Das verkündeten die NÖ-Landessprecherin Helga Krismer und die Landtagsabgeordneten Georg Ecker und Silvia Moser gemeinsam mit dem stellvertretenden OÖ-Landessprecher Severin Mayr am 9. Mai im Café Weingartner in Groß Gerungs.
    Ecker betonte, dass der Korridor, in dem die Autobahn verlaufen könnte, auch Hollabrunn betreffen könnte. Moser hob hervor, dass die Europaspange als Transitroute und nicht für die Menschen geplant sei. Krismer: „Es macht überhaupt keinen Sinn, eine Todesschneise durch das Weinviertel, Waldviertel nach Oberösterreich zu ziehen. Wir werden alles daran setzen, das zu stoppen.“

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Debatte über Waldviertelautobahn auch in OÖ

    Ein geplantes Großprojekt in Niederösterreich könnte auch große Auswirkungen auf Oberösterreich haben. Der niederösterreichische Landtag hat beschlossen, eine Autobahn durch das Waldviertel bis ins Mühlviertel zu prüfen.

    Derzeit laufen erste Voruntersuchungen. Die Grünen befürchten durch eine solche Autobahn eine deutliche Zunahme des Verkehrs im Raum Freistadt und kritisierten am Donnerstag im Landtag den enormen Bodenverbrauch. Alleine in Oberösterreich könnten 500 Hektar für den Anschluss einer möglichen Waldviertelautobahn an die S10 verloren gehen.
    Steinkellner: „Kein Denkverbot“
    Der Grüne Verkehrssprecher Severin Mayr wollte daher von Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) wissen, warum er einer Waldviertelautobahn keine klare Absage erteile. Steinkellner sagte dazu: „Weil diese strategische Prüfung für ein Projekt ab dem Jahr 2040 auch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, insbesondere der Bahn, inkludiert und ein Gesamtkonzept darstellt, wo ich kein Denk- und Überlegungsverbot aussprechen möchte.“
    Auf die Frage Mayrs, wer oder was schuld sei, dass sich bei der Attraktivierung der Summerauer Bahn nichts tue, sagte Steinkellner: „Bei der Summerauer Bahn weiß man, dass das Land OÖ in den Jahren 2010 bis 2015 ein Vorfinanzierungsmodell für eine Beschleunigung wollte, die aufgrund der Maastricht-Kriterien nicht möglich wurde.“
    „Werden uns nicht einmischen“
    In Beschlüsse des niederösterreichischen Landtags über ein Projekt in 20 oder 30 Jahren werde er sich aus Gründen der guten Nachbarschaft derzeit nicht einmischen, so Steinkellner. Severin Mayr übt daran Kritik: Man stehe mitten in der Klimakrise und das Land schaffe es immer noch nicht, die Notbremse zu ziehen. Es brauche keine weitere Autobahn sondern eine Offensive im öffentlichen Nahverkehr, die diesen Namen auch verdiene, so Mayr.

    ORF OÖ
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Plattform "Lebenswertes Waldviertel" schrieb:

    ...
    Laut einer aktuell durchgeführte Umfrage bei über 900 Waldviertel-UrlauberInnen lehnen 88 % der Befragten eine Autobahn im Waldviertel ab.

    ...
    Die Grünen und die Neos sprechen sich klar gegen den Bau der Autobahn aus, die SPÖ betont den Ausbau der Schiene und Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene. Die FPÖ "setzt sich bereits seit Jahrzehnten für die Errichtung einer Waldviertel-Autobahn ein" und die ÖVP meint, "die Errichtung der Waldviertler Autobahn ist vor allem ein lokales und regionales Thema".

    ....
    So viel zum Klimaschutz der FPÖ und was die Aussage "lokales und regionales Thema" der ÖVP bedeutet, kennen wir auch schon zu genüge.
  • Etwas für Raumplaner. Siehe ORF Niederösterreich:
    Neue Diskussion um Waldviertelautobahn

    Rund um die Prüfung der Waldviertelautobahn will Landesrat Ludwig Schleritzko nun in einer breitangelegten Diskussion die Möglichkeiten zur Belebung des nördlichen Niederösterreichs anregen. Anregungungen und Kritik dazu kommt auch vom Institut für Raumplanung der TU Wien.

    Online seit heute, 5.28 Uhr

    Die geplante Verbindung von Hollabrunn im Weinviertel bis Freistadt im Mühlviertel soll das nördliche Niederösterreich besser an die wirtschaftlichen Zentren Wien, St. Pölten und Linz anbinden. Aber, so betont Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP), es gehe dabei um mehr als nur eine neue Autobahn. Deshalb werde gemeinsam mit dem Regionalverband ein breiter Ideenfindungsprozess vorangetrieben.
    So sollen unter anderem die Hauptorte der Regionen zu kulturellen Zentren ausgebaut werden. Überlegt werden auch eine Ansiedlung von HTLs oder Fachhochschulen, die Verbesserung der Kinderbetreuung und die Schaffung von Wirtschaftsparks. In das Verkehrskonzept eingebaut werden könnte der Ausbau der Franz-Josefsbahn und der Kamptalbahn. Kritiker dieser Waldviertelautobahn befürchten, dass der Ausbau nur zu einer Verstärkung des Pendler- und des Transitverkehrs führen würde.
    TU Wien: Öffentlicher Verkehr und Raumplanung stärken
    Gerade beim bisher bekannten Verkehrskonzept setzt auch die Kritik von Rudolf Giffinger an, dem Leiter des Fachbereichs Stadt- und Regionalforschung der TU Wien. Er befürchtet, dass durch den nachrangigen Ausbau des öffentlichen Verkehrs der Umstieg vom Auto auf die Bahn nur schwer erreichbar wäre. Wenn man den Menschen eine hochrangige Straßenverbindung anbiete und nicht zuerst den öffentlichen Verkehr stärke, werde der Straßenverkehr nicht weniger werden.
    Zudem empfiehlt er ein klares und rigoroses Flächenwidmungskonzept, das die Planung der Autobahntrasse begleitet. So sollen unliebsame Fehlentwicklungen der Vergangenheit wie Zersiedelung oder Konzentration von Geschäftszentren am Ortsrand vermieden werden. Grundsätzlich aber begrüßt Rudolf Giffinger die breite Diskussion zur Regionalentwicklung. Die Verbindung und Aufwertung der Bezirkshauptstädte des Wein- und Waldviertels zu soziokulturellen und wirtschaftlichen Zentren trage mit Sicherheit zur Attraktivierung der Region bei.


    Ob hier jemals ein Umdenken stattfindet und das Auto wie auch die Autobahn nicht mehr als Allheilmittel in allen wirtschaftlichen Nöten angesehen wird??
    Ist denn der Klimaschutz nach der Wahl kein Thema mehr?? ?(

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Werner ()

  • Werner schrieb:

    Ob hier jemals ein Umdenken stattfindet und das Auto wie auch die Autobahn nicht mehr als Allheilmittel in allen wirtschaftlichen Nöten angesehen wird??
    Noch nicht, sonst hätte man nicht vor rund eineinhalb Jahren die Diskussion über die Waldviertelautobahn wieder angestoßen. Aber ich sehe es immerhin schon als Fortschritt, dass man TU-Fachleute, die schon immer für die Stärkung des ÖV eintraten, zumindest mitdiskutieren lässt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Waldviertelautobahn: Grüne warnen weiter vor Transithölle

    Vor einer Umweltzerstörung in ungeahntem Ausmaß, starker Lärmbelästigung, Feinstaub und Abgasen warnt der Hollabrunner Grünen-Landtagsabgeordnete Georg Ecker erneut, nachdem ÖVP-Landesrat Ludwig Schleritzko mit der „Strategischen Prüfung“ den nächsten Schritt hin zu einer möglichen Waldviertelautobahn („Europaspange“) verkündet hat.


    Von Christoph Reiterer. Erstellt am 12. Oktober 2019 (12:41)
    Georg Ecker kämpft weiter gegen die Waldviertelautobahn. Foto: zVg/Grüne

    „Unsere Lebensqualität ist durch dieses Projekt in Gefahr“, ist Ecker überzeugt. Besonders in der Gemeinde Hollabrunn, durch die diese „Transitschneise“ verlaufen soll, aber auch im Schmidatal würden die Auswirkungen zu spüren sein.
    Dass die Autobahn aus wirtschaftlicher Sicht notwendig sei, verneint der Grüne und verweist auf Harald Frey, Verkehrsexperte der TU Wien. Dieser meint, dass Autobahnen den ländlichen Raum massiv treffen. Schneller Verkehr führe zu Abfluss von Kaufkraft aus der Region. Darunter leide die lokale Wirtschaft, einzig Großkonzerne und Transitunternehmen würden profitieren.

    Ein möglicher, ungefährer Verlauf der Autobahn, der nur schematisch zu verstehen sei, so Ecker. Der genaue Verlauf wird erst geprüft. Grafik: zVG/Grüne

    So sei im Lungau nach dem Bau der Tauernautobahn die regionale Wirtschaftsleistung um 9,4 Prozent eingebrochen. „Das würde auch Hollabrunn und Teilen des Waldviertels drohen“, mahnt Ecker.
    Dass die Waldviertelautobahn ein Teil eines großen Transitnetzwerks von Fernost bis nach Nord- und Westeuropa wird, will er mit seinen grünen Mitstreitern bekämpfen. „Wir wollen nicht zur Transithölle werden. Die Verantwortlichen sollen nach Tirol fahren und dort fragen, wie es den Menschen jeden Tag mit tausenden Lkw vor der Haustüre geht.“
    Und Ecker erwarte sich von der ÖVP Hollabrunn ein klares Statement gegen die „Transitschneise durch unsere Gemeinde“.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor