[NÖN] Gemeinde Stetten will auf Schiene

  • [NÖN] Gemeinde Stetten will auf Schiene

    Stetten, Korneuburg

    Gemeinde will auf Schiene



    Die Infrastruktur wäre da: Die private „Regiobahn“ nutzt die Zuggleise an Wochenenden für Ausflugsfahrten und gelegentlich verkehren auch Güterzüge. SP-Bürgermeister Thomas Seifert wünscht sich eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs. | Frantz

    Die Bahnstrecke von Korneuburg nach Ernstbrunn ist für den Personenverkehr schon länger stillgelegt. Bereits in der Vergangenheit flackerte die Idee, den Pendlerverkehr in der Region wiederzubeleben, immer wieder auf, wie auch der Stettner Gemeinderat Richard Lampl (ÖVP) bestätigt: „Über dieses Projekt wurde schon lange diskutiert, es ist aber immer wieder eingeschlafen.“

    Nun prescht die Gemeinde Stetten unter SP-Bürgermeister Thomas Seifert abermals vor und fordert einen Anschluss an das S-Bahn-Netz Korneuburg. „Wir haben in Stetten ein hohes Verkehrsaufkommen. Wir wollen die Gemeinde entlasten und verkehrsberuhigen“, sagt er entschlossen. Seine Idee: Die S-Bahn könnte bis Stetten fahren, auch eine Haltestelle im Stettner Gewerbegebiet und vor der AHS Korneuburg sei dadurch vorstellbar. Die Gemeinde beschloss, 35.000 Euro in eine Machbarkeitsstudie, die ein Gesamtpaket für die Verkehrsberuhigung umfasst, zu investieren.
  • Dazu auch gleich der Kommentar in derselben Ausgabe der NÖN:

    Kommentar
    Teillösung ist unrealistisch Veronika Löwenstein über den Wunsch von Stetten nach der S-Bahn.
    Vor zwei Jahren wurde das Projekt Regiobahn, also die Bahn-Verbindung zwischen Korneuburg und Ernstbrunn für den Pendlerverkehr, auf Eis gelegt. Ausschlaggebend waren die Kosten für den Betrieb und dass die Bahnhöfe nicht in den Ortschaften liegen und damit nur mit dem Auto erreicht werden können.

    Die Gefahr, dass deshalb gleich die nächste große Park&Ride-Anlage anvisiert werde, sei groß, lautete die Argumentation. Jetzt prescht Stetten vor und wagt einen Alleingang in Sachen Verlängerung der S-Bahn. Ein Verkehrsplaner soll im Zuge eines Gesamtpakets, bei dem es um die Verkehrsberuhigung im Ort geht, auch die Umsetzbarkeit dieser Idee prüfen.

    Doch selbst wenn der Experte die Realisierung für technisch machbar hält, steht noch immer die größte Hürde im Raum – die Finanzierung. Eine kleine Gemeinde wie Stetten wird sich den Bahnbetrieb nicht leisten können. Das Land NÖ wird eine Teillösung schon gar nicht unterstützen. Eine Chance besteht nur, wenn die ganze Region weiterhin gemeinsam beharrlich für die Regiobahn bis Ernstbrunn kämpft.
  • Ich halte eine Regiobahn bis Ernstbrunn für unrealistisch, dafür ist die Trassierung zu lange und gleichzeitig zu langsam.

    Die P&R-Anlage in Korneuburg ist schon wieder voll (wenn auch teilweise durch nicht berechtigte): noe.orf.at/news/stories/2886439/ Zusätzlich sollte Korneuburg daran interessiert sein, die PKW-Fahrer schon vor Korneuburg auf die Bahn zu bringen. Deswegen sehe ich eine Teillösung sehr wohl als mögliche Lösung (inkl. Elektrifizierung).
  • KFNB X schrieb:

    Deswegen sehe ich eine Teillösung sehr wohl als mögliche Lösung (inkl. Elektrifizierung).
    Ja, aber dann nicht nur bis Stetten, sondern gleich bis Mollmannsdorf. In Harmannsdorf befindet sich das Betriebsgebiet rund um den Bahnhof, die NMS ist wenige Gehminuten entfernt und ein großes Siedlungserweiterungsgebiet liegt unmittelbar hinter der NMS. In Mollmannsdorf liegt das Ortszentrum ebenfalls nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • KFNB X schrieb:

    Oder gar mit ein wenig Begradigungen bis Hetzmannsdorf und P&R-Anlage an der B6.
    Wenn man schon bis Hetzmannsdorf fährt, kann man gleich bis Ernstbrunn weiterfahren. Aber das mit einer P&R-Anlage in Hetzmannsdorf ist eine gute Idee. Aber nicht an der B 6 sondern auf dem Feld südlich der Ek gegenüber dem Bahnhof.

    Das Siedlungserweiterungsgebiet in Hetzmannsdorf befindet sich außerdem unmittelbar nördlich des Bahnhofs. Siehe Google Earth.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • KFNB X schrieb:

    Ich sehe dort das Problem, dass Hetzmannsdorf - Ernstbrunn auf der Bahn rund 15 km bei 40 km/h sind, wo ich wenig Beschleunigungs-Potential sehe, das bedeutet eine Fahrzeit von rund 30 Minuten. Auf der Straße sind es hingegen nur gut 11 km, bei ca. ähnlich viel Minuten.
    Das ist richtig, aber ich glaube, die Ernstbrunner, allen voran die regiobahner werden nicht tatenlos zuschauen, wenn sie PV-mäßig abgehängt werden, indem nur bis/ab Hetzmannsdorf gefahren wird, zumal die Strecke bis Ernstbrunn für den Tourismus- und den (bescheidenen) Güterverkehr ohnehin erhalten werden muss.

    Die P&R-Anlage in Hetzmannsdorf ist aus meiner Sicht eher für die Pendler aus Großrußbach, Weinsteig und Würnitz sinnvoll.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Draisinenfan schrieb:

    ...dass die Bahnhöfe nicht in den Ortschaften liegen und damit nur mit dem Auto erreicht werden können.


    Die Gefahr, dass deshalb gleich die nächste große Park&Ride-Anlage anvisiert werde, sei groß, lautete die Argumentation.
    lieb!
    während man beim Provinzbahnhof Tullnerfeld und bald auch in Ebreichsdorf just dieses bewusst provoziert hat, ists bei einer Bahn, die man beim Land nicht will, genau das Argument dagegen.

    und der zweite Absatz wäre an sich das Argument gegen jede Neben- bzw. so manche Schnellbahn.


    Aja, und schön, dass man nochmal Geld in Studien pulvert, wo ja das Land bereits per Studie belegt bekommen hat, dass sich die Regiobahn nicht auszahlt.
  • Erstellt am 19. Mai 2018, 05:00 von Veronika Löwenstein

    Ernstbrunn: Neuer Anlauf für das Projekt „regiobahn“

    regiobahn-Initiatoren halten Stettner Teillösung für unwirtschaftlich und drängen auf Umsetzung des Gesamtprojekts.

    Die NÖN hat in der Vorwoche über die Machbarkeitsstudie berichtet, die Stetten u.a. für die Verlängerung der S-Bahn in Auftrag gegeben hat. Johann Narrenhofer und LAbg. Ina Aigner nehmen diese Initiative zum Anlass, um das Gesamtprojekt wieder in Erinnerung zu rufen. | Löwenstein

    Die Initiative von Stetten, die S-Bahn bis in den Weinort zu verlängern, um den Ortskern vom Verkehr zu entlasten (die NÖN berichtete), nährt auch neue Hoffnung für die Protagonisten des Projekts regiobahn. Der Idee, den Pendlerverkehr zwischen Korneuburg und Ernstbrunn wieder aufzunehmen, wurde vom Land NÖ eine vorläufige Absage erteilt. „Kein Thema für die nächsten zwei Jahre“, hieß es. Das war im Jahr 2016.
    Johann Narrenhofer vom Projektteam regiobahn will jetzt gemeinsam mit LAbg. Ina Aigner (FPÖ) einen neuen Anlauf starten, zumal die personellen Karten auf Bundes- und Landesebene neu gemischt wurden. Gemeinsam mit den Bürgermeistern entlang der B6-Achse will Aigner zu Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) pilgern, ihm das Projekt vorstellen und ihn nach Ernstbrunn einladen. Die Regierungsbeteiligung der FPÖ sieht Narrenhofer, selbst FPÖ-Gemeinderat in Ernstbrunn, als Chance: „Wenn wir jetzt nichts schaffen, haben wir es selbst versemmelt.“
    Die Daten, die die regiobahn gemeinsam mit den Gemeinden entlang der Bahntrasse im Jahr 2015 erhoben hat, würden eine klare Sprache sprechen: Von rund 610.000 Fahrgästen, die im Stundentakt bzw. zu den Stoßzeiten im Halbstundentakt verkehren, ging man damals aus. „Durch den Zuzug haben sich die Zahlen in der Zwischenzeit sicher verbessert“, ist Narrenhofer überzeugt.
    Die Studie des Landes, aufgrund der das Projekt vor zwei Jahren gestoppt wurde, ging von jährlichen Betriebskosten von vier Millionen aus. „Das sind Fantasiezahlen“, will Narrenhofer die Studie nicht akzeptieren. Die regiobahn hat Kosten von 1,6 Mio. Euro errechnet, für die es sogar ein Angebot gäbe. 30 bis 40 Millionen Euro müssten für die Erneuerung der In-frastruktur in die Hand genommen werden. „Das ist nichts gegen andere Projekte“, weiß der Experte.
    Grundsätzlich freut er sich, dass Stetten der Diskussion einen neuen Kick gegeben hat. Die Teillösung selbst hält er für „verkehrsplanerischen Schwachsinn“. Dem pflichtet auch der Ernstbrunner VP-Bürgermeister Horst Gangl bei: „Ein Anschluss nur an Stetten ist volkswirtschaftlich unwirtschaftlich.“ Auch er hat angesichts der Bevölkerungsentwicklung die Hoffnung, dass die Regionalbahn bis Ernstbrunn wieder zum Thema wird. Alleine in der Gemeinde Ernstbrunn entstehen in den nächsten Jahren knapp 90 Wohneinheiten. „Der Bedarf wird also mehr“, folgert er.
    Aigner will nach ihrem Termin im Verkehrsministerium auch Druck im Land NÖ machen. Überzeugungsarbeit muss sie da wohl auch noch bei ihrem Landtagskollegen Christian Gepp (ÖVP) leisten. Der sieht die Zeit für die regiobahn noch nicht reif: „Die Bahn ist sehr wohl ein Thema, es ist nur eine Frage des richtigen Zeitpunkts.“ Man müsse die Entwicklung abwarten.
    Seit der Studie vor zwei Jahren hätte sich an dem Thema wenig geändert, gibt er zu denken. Wenn die regiobahn realisiert werde, müsse es jemanden geben, der den Abgang deckt. „Ich bin mir nicht sicher, ob die Gemeinden bereit sind, das zu machen“, grübelt er.
    Um für den Fall der Fälle den Fuß in der Tür zu haben, ist die die Gemeinde Ernstbrunn mit einem minimalen Anteil als Gesellschafter bei der regiobahn eingestiegen. Laut Narrenhofer wollen auch weitere Gemeinden wie Stetten, Leobendorf und Großrußbach diesem Beispiel Folge leisten.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Mag jetzt etwas kleinlich sein, aber länger als 35 Minuten fährt keine Wiener U-Bahn und mit der U6 kommt man nicht in den 10.
    Zusätzlich Frage ich mich, warum man aus dem 20. in den 10. pendelt, aber aus Würnirz in den 20. pendeln würde?

    Aus der Erfahrung des Schweinbarther Kreuzes bin ich mir sicher, dass so gut wie niemand aus Ernstbrun mit 40 km/h zick-zack durch die Fleder pendeln würde, wenn es eine direkte Bundessraße mit 100 km/h gibt.
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