Fehleinfahrt - mit noch fehlerbehafteterer Fehlerkorrektur

  • Fehleinfahrt - mit noch fehlerbehafteterer Fehlerkorrektur

    Bahnhof Mürzzuschlag, Fehleinfahrt und deren "Behebung", wenn auch nicht vorschriftenkonform:

    **VIDEO**

    Der planmäßig anhaltende p-Zug war auf ein Gleis ohne Bahnsteig (Gl 4 bzw sicherungstechnisch Gl 570) eingefahren. Der TFZf erkannte bei der Einfahrt den Fehler und hielt den Zug an, sodass dessen Schluss nicht grenzfrei zum Stehen kam. Um die Sache zu beschleunigen und die betrieblichen Folgen möglichst gering zu halten, wurde - weil Mz über keine eigene Verschubreserve und keinen Verschieber verfügt - der Zgf vom Fdl beauftragt, als Verschubleiter zu fungieren und den Zug auf der Einfahrseite (also am südlichen Bahnhofskopf) auf BfGl 2 (Bstg 3) zu überstellen; dazu stellte der Fdl auf der Sicherungsanlage eine Verschubfahrt "hinaus" ein und brachte das Verschubsignal in Verschuberlaubt-Stellung. Der Zgf als Verschubleiter stellte sich dann in Zugmitte neben dem Zug auf und gab in Richtung des TFZf, der auf dem Steuerwagen geblieben war und den Zgf vermittels des sichtbar eindeutig ausgeklappten Außenspiegels beobachtete, "Herkommen" (und das auch noch, als die Garnitur an ihm vorbei war und er eigentlich "Wegfahren" hätte geben müssen). Wäre auf dem TFZ kein Führer gewesen, hätte er sich das ja sparen können. Auf einen Spitzenverschieber hat man verzichtet - der Fdl hatte den TFZf und den Verschubleiter einfach über das Freisein des Verschubweges verständigt. Sei dem, wie ihm sei: Ganz "koscher" war die Sache auf keinen Fall! Auch derartige Verschubmanöver sind korrekt und nach Vorschrift abzuwickeln. Fehler, noch dazu betriebsgefährliche (was ein Verschub ohne Spitzenverschieber allemal ist), sind aufzuzeigen und auch zu verfolgen sowie in weiterer Folge abzustellen.

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  • Zur Klarstellung: Der Fdl wurde nicht wegen der Fehleinfahrt, sondern wegen des unvorschriftsmäßig durchgeführten Verschubmanövers, das er offensichtlich angeordnet (oder auch nur geduldet) hatte, vom Dienst abgezogen, und das ist richtig so! Verschub - noch dazu einer so langen Garnitur und überdies auf das Streckengleis - ohne Spitzenverschieber ist brandgefährlich, stellt die Herbeiführung einer Betriebsgefahr dar, ist strikt verboten und daher abzulehnen und im Vorkommensfall zu ahnden!
  • Wobei schon zu bemerken ist: Niemand, auch nicht der "pensionierte" Eisenbahnfuzzy Ciechanowski sind Denunzianten oder Nestbeschmutzer, sondern es wird nur ein zufällig gefilmter Lapsus aufgezeigt. Immerhin saßen sicher genug Personen im Zug, standen am Bahnsteig und von ARAMIS wurde die Fehleinfahrt dokumentiert. Eine Verspätungsbegründung musste es wohl auch geben, sodass mit Sicherheit davon auszugehen ist, dass der Vorfall auch innerbetrieblich längst bekannt war.
  • Der KURIER berichtet dank der Abschreibaktion aus dem Parallelforum auch über den Vorfall:


    Railjet verfuhr sich in Bahnhof: Fahrdienstleiter suspendiert


    Der Railjet (Graz-Prag) fuhr auf ein falsches Gleis, ein Eisenbahnfan filmte das kuriose Manöver danach.

    Es ist eine kuriose Szene, die sich am 22. April auf dem steirischen Bahnhof Mürzzuschlag abspielt: Auf der einen Seite des Bahnsteiges fährt ausgerechnet die „Polizei“-Lokomotive mit einem Railjet ein, auf der anderen Seite verfährt sich der Railjet 76 (von Graz nach Prag). Der Zug rollt auf dem falschen Gleis ein, worauf der Lokführer nach mehr als hundert Metern anhält. Plötzlich taucht eine Person in Warnweste auf und weist – mit dem Handy am Ohr – den Zug ein, zurückzufahren. Dieser muss mehrere Zuglängen zurücksetzen und rollt dann über das richtige Gleis durch den Bahnhof.
    Seit einigen Tagen kursiert ein entsprechendes Video dazu in verschiedenen Eisenbahnforen (zu sehen unten ab Minute 4:30). Erstellt wurde es von einem pensionierten Eisenbahnfan.*) Diskutiert wird seither, ob bei der Aktion die Sicherheitsvorschriften verletzt wurden. Denn für den Bahnverkehr gelten ähnlich strenge Regeln wie in der Luftfahrt.
    Laut Juliane Pamme von den ÖBB führte ein Fehler des Fahrdienstleiters zu dem ungewöhnlichen Manöver. Der Railjet wurde irrtümlich auf ein falsches, allerdings freies Gleis gelotst. Betont wird, dass deshalb keinerlei Gefahr für die Passagiere bestanden hat. Das etwas ungewöhnliche Rückfahrmanöver half jedenfalls Zeit sparen, die Railjet fasste dadurch nicht einmal zehn Minuten Verspätung aus, wird betont. Der Fahrdienstleiter wurde aber vorerst außer Dienst gestellt.
    Bahn: Mehr Kontrollen nach der Unfallserie
    Möglicherweise hat dieser Vorfall eine Auswirkung auf das umfangreiche Sicherheitspaket gehabt, das die ÖBB nur drei Tage später vorgestellt hat. Nach einer „signifikanten Unfallserie“ mit einer Toten und Dutzenden Verletzten wurden dabei Führungskräfte beurlaubt und neue Sicherheitsprogramme ins Leben gerufen. Auch der Einbau neuer Bremsmagneten sind geplant.

    ( kurier.at ) Erstellt am 15.05.2018


    *) Also ein "pensionierter Eisenbahnfan" ist der Karl Ciechanowski sicher nicht, eher ein pensionierter Eisenbahner. Auf Youtube kursieren zahlreiche Führerstandsmitfahrten-Videos von ihm.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
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