[NÖN] SBT-Ausbruchsmaterial für die Umfahrung Wieselburg

  • [NÖN] SBT-Ausbruchsmaterial für die Umfahrung Wieselburg

    Erstellt am 15. Mai 2018, 05:01 von Markus Glück

    Umfahrung Wieselburg: Schotter vom Semmering
    400.000 m Schotter sollen vom Semmering mit der Bahn und Lkws angeliefert werden.

    540.000 m3 Material werden beim Bau der 8,4 Kilometer langen Umfahrungstrasse abgetragen, 940.000 m3 aufgeschüttet. Davon müssen rund 600.000 m3 Schüttmaterial extern herbeigebracht werden. Zwei Drittel davon sollen nun von der Baustelle des Semmering Basistunnels kommen. Ob auch das geplante neue Schotterabbauprojekt in Gumprechtsfelden etwas wird, steht derzeit noch in den Sternen. | Christian Eplinger

    Mehr als 600.000 m Schüttmaterial müssen für die 8,4 Kilometer lange Trasse der Umfahrung Wieselburg von extern herbeigeschafft werden. Zwei Drittel davon sollen nun direkt von der Baustelle für den Semmering Basistunnel per Bahn nach Ybbs und dann mittels Lkws der Firma Parik nach Wieselburg geliefert werden.
    Bereits ab Juli werden demnach an Werktagen zwei, insgesamt 300 Meter lange, Güterzüge das Material nach Ybbs bringen. Dieses wird dort direkt auf dem Gelände der Firma Parik auf Lkw umgeladen und dann über die B25 zur Baustelle nach Wieselburg gebracht. Pro Tag sind dafür etwa 90 Lkw-Fahrten von Ybbs nach Wieselburg vorgesehen.
    Im Ortsteil Neusarling regt sich Widerstand

    Die Aktion stößt aber vor allem bei der Neusarlinger Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. Neben dem Bau des Hochwasserschutzes in Sarling wird laut Meinung einiger Ybbser die Bevölkerung damit noch zusätzlich belastet.
    Firmenchef Johannes Parik versucht, in diesem Zusammenhang zu beruhigen: „In der Bauphase des Hochwasserschutzes wird es etwas lauter sein. Durch unsere Transporte nach Wieselburg gibt es aber keine Mehrbelastung, da unsere Lkw ja ohnedies immer unterwegs sind.“
    In der Diskussion verweist Parik aber auch auf den Umweltgedanken. „Wir sparen nicht nur rund eine Million Straßenkilometer sowie drei Millionen Liter fossiler Brennstoffe, sondern verhindern damit auch rund 120.000 Lkw-Fahrten durch die Region. Zudem benötigt es in der Region Semmering keine Deponieflächen für den Schutt“, sieht Parik im Projekt ein vorbildliches Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn und Gütertransport.
    In der Kritik bei der Bevölkerung steht aber nicht nur die Transportfirma, sondern auch Gert Kratzer, der auch Ybbser VP-Parteichef und Gemeinderat ist und das Umfahrungsprojekt seitens des NÖ Straßendienstes betreut. „Ich habe darauf keinen Einfluss, denn es ist Sache der ausführenden Baufirma. Ich verstehe natürlich auch die Sorgen der Bevölkerung. Umweltpolitisch ist es aber der beste Weg“, erklärt Kratzer. Der Ybbser SP-Stadtchef Alois Schroll spricht sich dennoch klar gegen das Vorhaben aus: „Für unsere Bevölkerung ist das nicht zumutbar. Ich bin strikt dagegen.“
    Auf Unverständnis in der Neusarlinger Bevölkerung stößt der Umstand, dass der Schotter nicht direkt in Wieselburg entladen wird, sondern in Ybbs. Johannes Parik hat dafür eine einfache Erklärung: „Der Bahnhof Ybbs wurde deshalb ausgewählt, weil die Güterzüge direkt auf unserem Firmengelände in die Lkw entladen können.“
    Wieselburgs Bürgermeister Günther Leichtfried erfuhr von der NÖN über dieses Projekt: „Ich war nicht eingebunden, muss es aber auch nicht sein. Das ist Sache der Baufirma. Aber ich schätze, dass es auch ein Platzproblem am Bahnhof Wieselburg wäre.“

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Die Baufirma, die den Bau der Strasse per Ausschreibung gewonnen hat, hat ganz offesichtlich die Schottertransporte subvergeben, und zu diesem Zweck auch ausgeschrieben

    Darauf haben wohl wie üblich mehrere Unternehmen mit ihren Preisen geantwortet, wobei die Firma, die den Auftrag gewonnen hat, ganz sicher für sich aus der Möglichkeit, auf dem eigenen Firmengelände umzuladen, einen Preisvorteil errechnet und war entsprechend billiger.

    Im Übrigen, was spricht aus Sicht der Eisenbahn dagegen, dass ein Unternehmen aus seinem Gleisanschluss Konkurenzvorteile zieht? Ich sehe das eigentlich nur positiv!
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Auf Unverständnis in der Neusarlinger Bevölkerung stößt der Umstand, dass der Schotter nicht direkt in Wieselburg entladen wird, sondern in Ybbs. Johannes Parik hat dafür eine einfache Erklärung: „Der Bahnhof Ybbs wurde deshalb ausgewählt, weil die Güterzüge direkt auf unserem Firmengelände in die Lkw entladen können.“
    Der Bahnhof Wieselburg kann auf beiden Seiten nur über durch dicht bebautes Wohnbauland (BK bzw. BW) führende Straßen erreicht werden. Die in Wieselburg ansässige Fa. Parik wird sich hüten, die in den betroffenen Straßenzügen lebende Bevölkerung gegen sich aufzubringen. Da ist ihr der Zorn der Neusarlinger, die zu Ybbs gehören, schon lieber.
    Außerdem: Logistisch ist der Endbahnhof Ybbs leichter zu bewältigen, da durchgehend elektrisch gefahren werden kann. Es sei denn, es kommt ein EVU zum Zug, das über LM-Loks verfügt. Davon ist aber in Ö noch nicht viel zu sehen.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
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