[ORF Wien] Grüne fordern Citymaut für Auto-Einpendler

  • Erstellt am 13. Juni 2018, 04:00 von Christoph Szeker

    Citymaut: Ausbau der Schienen dringend notwendig

    In NÖ ist das Vorhaben nicht gerne gesehen, daher sucht man nach Alternativen. Eine dritte Stammstrecke ist im Gespräch.

    Karl Mechtler fordert zweigleisige Strecken, statt „Einbahnen“.Karl Wilfing (ÖVP) zieht eine dritte Stammstrecke in Betracht. | Michael Pfabigan

    Die Citymaut ist zwar seit diesem Montag wieder vom Tisch, spaltet die Gemüter. Auch wenn die Wiener Grünen einen Rückzieher machten und das Thema nicht weiter verfolgen wollen, prallten hier die unterschiedliche Realitäten aufeinander.
    „Hier prallen zwei Systeme aufeinander: NÖ forciert weiter den Ausbau von Autobahnen und Wien beansprucht weiterhin die Führungsrolle im europäischen Verkehr. Wenn Wien die Citymaut einführt, sind die Autobahnen aber eine Sackgasse“, beobachtet Karl Mechtler von der Ladendorfer Pendlerinitiative. Er geht aber nicht davon aus, dass die Citymaut in dieser Form eingeführt wird.
    Als „letzte Maßnahme“ betrachtet auch Christian Schrefel von den Wolkersdorfer Grünen die Citymaut. Außerdem wäre sie vor allem gegen Leute mit Dienstauto gerichtet und nicht gegen die Masse der Pendler. Jedenfalls aber sieht Schrefel einen legitimen Grund hinter der Idee: „Zwei Drittel der Pendler fahren mit dem Auto nach Wien.“ Ein günstigeres Öffi-Ticket ist für ihn daher notwendig.
    Grundsätzlich gegen die Citymaut spricht sich ÖVP-Bezirksobmann Karl Wilfing aus: „Ich lehne die Citymaut zur Gänze ab.“ Er bezeichnet die Forderung der grünen Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou als „Schnapsidee“, da diese eindimensional wäre.
    Daher fordert Wilfing den Bau einer dritten Bahn-Stammstrecke, allerdings wäre das Projekt mit Kosten von rund zwei Milliarden Euro zu beziffern.
    Auch Mechtler visiert den Ausbau der Laaer Ostbahn an: „Viele Strecken sind eingleisig und die Pendler fahren jeden Tag auf einer ‚Einbahn‘.“ Eine Beschleunigung auf diesen Strecken wäre daher unbedingt notwendig.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Auch Mechtler visiert den Ausbau der Laaer Ostbahn an: „Viele Strecken sind eingleisig und die Pendler fahren jeden Tag auf einer ‚Einbahn‘.“ Eine Beschleunigung auf diesen Strecken wäre daher unbedingt notwendig.
    Ein Zweigleisigkeit würde da aber fast keine Beschleunigung bringen. Um mit der Umfahrung Mistelbach und der A5 auch nur annähernd mithalten zu können, wäre das ab Wolkersdorf ein Neubau. Da oben wohnen bei weitem nicht so viele Menschen, dass dies auch nur irgendwie gerechtfertig wäre. Die dürfen jetzt brav über die A5. Nach Wien könnte man sie dann frühestens bei Seyring mit einer riesen P&R-Anlage abfangen.
    Da wäre es jetzt viel wichtiger, auf der Nordbahn mehr Angebot zu schaffen, damit die Pendler wieder Sitzplätze haben und somit auf die Bahn umsteigen, bevor die S8 und der Lobau-Tunnel kommen.

    Sie träumen alle von einer zweiten (ich bleide dabei, es gibt nur eine) Stammstrecke quer durch Wien, aber es gibt nicht ein Mal Ideen dazu. Und wenn ich bedenke, dass es schon ab Floridsdorf eng wird, muss die Strecke wohl davor abzweigen und bis Liesing führen. Das geht sich um 2 Mrd € nicht aus. Oder meint man damit wieder die Verlängerung der S-Bahn aus Klosterneuburg quer durch Wien, welche die Verkehrssituation im Süden und Osten und die Überlastung der jetzigen Stammstrecke genau nicht löst.
  • KFNB X schrieb:

    Sie träumen alle von einer zweiten (ich bleide dabei, es gibt nur eine) Stammstrecke quer durch Wien, aber es gibt nicht ein Mal Ideen dazu. Und wenn ich bedenke, dass es schon ab Floridsdorf eng wird, muss die Strecke wohl davor abzweigen und bis Liesing führen. Das geht sich um 2 Mrd € nicht aus. Oder meint man damit wieder die Verlängerung der S-Bahn aus Klosterneuburg quer durch Wien, welche die Verkehrssituation im Süden und Osten und die Überlastung der jetzigen Stammstrecke genau nicht löst.
    Reiner Populismus, der den NÖ Landespolitikern dann einfällt, wenn man der Stadt Wien eins auswischen will.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Reiner Populismus, der den NÖ Landespolitikern dann einfällt, wenn man der Stadt Wien eins auswischen will.
    Der aber aktuell massivst betrieben wird - allein, mir fehlt hier der Konter Wiens. Es vergeht aktuell kaum ein Tag, wo einem nicht der unsympathische Wilfing-Nachfolger unterkommt, der unentwegt seine Spaßettln vom Flaschenhals-Wien und den vier(!) Haltestellen mit zu kurzen Bahnsteigen runterratscht - nicht müde werdend zu erwähnen, wieviele Mio Nö doch nicht in den ÖV investiert.
  • dr. bahnsinn schrieb:

    NÖ zu Citymaut: „Wien soll Hausaufgaben erledigen“

    Und jetzt kommt die Retourkutsche:

    ÖBB Wien schrieb:

    Laut ÖBB sind aber auch in Niederösterreich viele Haltestellen noch zu kurz für längere Züge - und von Ausbauplänen weiß man nichts.
    Näheres hier:

    Kuriose Diskussion um längere ÖBB-Bahnsteige

    Längere Bahnsteige für die S-Bahn - das hat Niederösterreich von Wien zuletzt gefordert. Laut ÖBB sind aber auch in Niederösterreich viele Haltestellen noch zu kurz für längere Züge - und von Ausbauplänen weiß man nichts.

    S-Bahnen sind derzeit in sogenannter Doppeltraktion unterwegs. Das bedeutet, dass zwei Züge zusammengespannt unterwegs sind, etwa auf der Stammstrecke. Sie bieten Platz für insgesamt 1.000 Fahrgäste. Theoretisch wäre es möglich, einen dritten Zug anzuhängen, um noch mehr Menschen zu transportieren. Dazu müssten die Bahnsteige jedoch 230 Meter lang sein - anstatt wie jetzt nur 160 Meter.

    Niederösterreich wünscht sich längere Bahnsteige für S-Bahnen. Foto: ORF

    Längere Bahnsteige teilweise schwierig
    Eine solche Bahnsteiglänge ist in Wien etwa bei der Station Matzleinsdorfer Platz möglich und im Zuge der Bauarbeiten für die U2-Verlängerung von den ÖBB auch bereits geplant. Bei anderen Stationen auf der Stammstrecke sei eine Verlängerung jedoch schwierig, erklärt ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder im Interview mit „Wien heute“. Als Beispiel nennt er die Station Handelskai, „die praktisch in die Brücke hineinreicht, da wären Verlängerungen nur unter sehr hohen Kosten möglich.“ Schwierigkeiten gebe es auch bei den Haltestellen Quartier Belvedere, Rennweg und Traisengasse.

    Verlängerungen der Bahnsteige in Wien nur schwer möglich. Foto: ORF

    Doch selbst wenn in Wien alle Bahnsteige verlängert würden, könnten laut ÖBB immer noch keine längeren Züge mit mehr Pendlerinnen und Pendler halten, heißt es von den ÖBB. Denn auch in Niederösterreich seien viele Bahnsteige noch zu kurz. „Wichtig für uns ist, dass man nicht über einzelne Bahnsteige spricht, sondern die Gesamtsituation betrachtet. Da ist es so, dass es auch in Niederösterreich Investitionen geben müsste“, so Rieder.
    ÖBB kennen keinen Fahrplan für Verlängerungen
    So verfügt auf der Nordbahn derzeit etwa nur die Hälfte der 16 Stationen über längere Bahnsteige. Bei der Südbahn sind laut ÖBB fünf Haltestellen zu kurz für längere Züge. Aus Niederösterreich heißt es am Donnerstag dazu, Wien habe den Nachholbedarf. Aus Richtung Amstetten, Bruck oder Wiener Neustadt gebe es bereits längere Bahnsteige, sagt ÖVP-Verkehrssprecher Jürgen Maier: „Bei der Nordwestbahn läuft der Ausbau, und bei der Nordbahn ist es mit den ÖBB paktiert.“ Bis 2026 sollen alle relevanten Haltestellen verlängert sein.
    Das ist allerdings ein Fahrplan, der den Verantwortlichen bei den ÖBB offenbar nicht bekannt ist. „Uns ist keine Vereinbarung mit Niederösterreich bekannt, die dezidiert festhält, bei welchen Bahnhöfen, welche Bahnsteiglängen zur Anwendung kommen“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber „Wien heute“.
    Es gebe mit Niederösterreich eine Grundsatzvereinbarung über ÖBB-Infrastrukturmaßnahmen aus 2017 und eine noch nicht unterfertigte Ausführungsvereinbarung über das erste Bahnhofspaket mit konkreten 31 Bahnhöfen. „In beiden wird jedoch nicht auf die Bahnsteiglängen eingegangen“, so die ÖBB. Man sei jedoch offen für eine Diskussion aller Vorschläge, auch über längere Bahnsteige für Wien und Niederösterreich.

    ORF Wien
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Aus Niederösterreich heißt es am Donnerstag dazu, Wien habe den Nachholbedarf. Aus Richtung Amstetten, Bruck oder Wiener Neustadt gebe es bereits längere Bahnsteige, sagt ÖVP-Verkehrssprecher Jürgen Maier: „Bei der Nordwestbahn läuft der Ausbau, und bei der Nordbahn ist es mit den ÖBB paktiert.“ Bis 2026 sollen alle relevanten Haltestellen verlängert sein.
    Wozu braucht NÖ einen Verkehrsprecher? Noch dazu, wo dieser offenbar gleich ahnungslos ist, wie der aktuelle Landesrat und der vorige es war?
  • Beim Fordern von längeren Bahnsteigen in Wien ist NÖ gut. Wenns aber drum geht, beim Land in St. Pölten günstigere Monatskarten für die Pendler einzufordern, dann ziehen sie den Schwanz ein. Es darf ja nicht sein, dass eine Idee der Grünen womöglich noch realisiert wird...

    NÖN vom 4.7.
    Horn:365 Euro-Jahresticket ist wieder „abgeblitzt“

    Grün-Mandatar brachte zum wiederholten Mal Antrag für 365 Euro-Jahresticket ein und stimmte als Einziger dafür.


    Zwei Dringlichkeitsanträge, die Gemeinderat Walter Kogler namens der Grün-Fraktion einbrachte, wurden nicht in die Tagesordnung der letzten Gemeinderatssitzung aufgenommen. | Martin Kalchhauser

    Gleich zwei Dringlichkeitsanträge legten die Grünen Horn dem Gemeinderat bei der letzten Sitzung vor. Und konnten damit nicht überraschen, denn einer wurde bereits mehrfach eingebracht.

    „Ich versuche heute einmal eine andere Sicht zur Waldviertelautobahn“, erklärte Walter Kogler. „Unsere Region ist ein unberührtes Paradies, dazu gehört eine Zukunft ohne Transitverkehr und Lärmschutzwände. Sollte diese Autobahn kommen, werden uns unsere Kinder vielleicht einmal fragen: ,Warum habt ihr das gemacht?‘“
    Er stellte namens der Grün-Fraktion den Antrag, der Gemeinderat möge die Niederösterreichische Landesregierung auffordern, diese hochrangige Straßenverbindung fallen zu lassen und dafür den öffentlichen Verkehr auszubauen.

    Das seit einigen Sitzungen bekannte Thema, das Kogler hartnäckig verfolgt, ist das 365 Euro-Ticket. „Ein Horner, der in Wien arbeitet, würde sich, wenn es dieses Ticket gibt, 684 Euro ersparen“, rechnet er vor. „Und der Umweltaspekt kommt auch noch dazu.“ Das sollte, so meinte Kogler, allen Fraktionen ein Anliegen sein, beendete seine Wortmeldung allerdings mit einem Seitenhieb auf die FPÖ-Fraktion: „Euch nicht, ihr habt ja mit Sozialem und der Umwelt nichts am Hut …“

    Auch hier ging sein Appell an den Gemeinderat, er möge die Landes- und zusätzlich an die Bundesregierung auffordern, das „Öffi-Ticket“ schnellstmöglich umzusetzen.
    Geduldig hörte auch Bürgermeister Jürgen Maier zu, merkte aber an, dass eigentlich nur zu begründen sei, warum die Anträge dringlich sind und bei der Sitzung behandelt werden sollen, mahnte Kogler aber: „Inhalte sind jetzt nicht gefragt, ich habe dich aber diesmal noch ausreden lassen …“

    Wie nicht anders zu erwarten war, wurden beide Anträge nicht in die Tagesordnung aufgenommen, nur Kogler – seine Grün-Kollegin Christa Eckhard war entschuldigt – stimmte dafür.


    Es gibt auf dieser Seite auch eine Umfrage mit witzigen 5%...:

  • Ich hängs hier mit dazu, weils nicht viel andere Erkenntnisse bringt...

    aus der NÖN vom 5. Juli
    200-Euro-Ticket: Schlagabtausch zur Lup-Jahreskarte
    SP fordert von VP-Stadtrat, selbst aktiv zu werden. Krempl-Spörk: „Koordiniere gern.“


    LUP Bus | Josef Vorlaufer

    Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Erweiterung des Sonn- und Feiertagsverkehrs auf die Lup-Linien 2, 3, 4, 7, 8 und 9 um 300.000 Euro jährlich. Die nächste Bus-Debatte folgte gleich darauf: VP-Stadtrat Markus Krempl-Spörk lobte zwar den Verhandlungserfolg, ortet aber noch Handlungsbedarf und fordert erneut das von der VP favorisierte Jahresticket um 200 Euro.

    Darauf forderte SP-Bürgermeister Matthias Stadler Taten ein: „Wenn Stadtrat Krempl-Spörk seine Kontakte zu seinen VP-Parteikollegen so nutzen kann, dass Land und Bund die notwendigen Mittel frei machen, wird die Stadt ihre Anteile ebenfalls frei machen.“ Dann stünde dem 200-Euro-Ticket nichts im Wege, betont Stadler.
    Markus Krempl-Spörk betonte daraufhin, beim Land gebe es noch freies Budget, weil der Bus durch die neuen Betreiber günstiger geworden sei. „Ich biete mich gerne an, einen Termin mit der zuständigen Landesstelle zu koordinieren“.
  • Wiener Citymaut: Kritik aus Niederösterreich

    In der Diskussion um die Einführung einer Citymaut in Wien kommt auch aus Niederösterreich heftige Kritik. Es könne nicht sein, „dass ein Bundesland das andere schröpft“, heißt es seitens der ÖVP Niederösterreich.

    Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) hat vor dem Sommer die Einführung einer Citymaut erneut aufs Tapet gebracht. Damit sollen Auto-Pendler zum Umstieg auf Öffis angeregt werden. Nun legt ihr Ressort erste Berechnungen über den zu erwartenden Rückgang des Kfz-Verkehrs vor. Demnach beträgt das Minus auf Hauptverkehrsstraßen bis zu 38 Prozent oder 20.000 Fahrzeuge an Werktagen.
    Ebner: „Das lassen wir nicht zu“
    Es könne nicht sein, „dass eine Landesregierung die Bürgerinnen und Bürger des Nachbarbundeslandes besteuert“, reagierte die ÖVP Niederösterreich auf eine mögliche Citymaut in Wien. „Das lassen wir nicht zu“, betonte Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner am Mittwoch.

    Laut einer Studie der Stadt Wien würde eine Citymaut den Verkehr auf den Hauptrouten an Werktagen um bis zu 38 Prozent bzw. 20.000 Fahrzeuge reduzieren. Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Stadt Wien/MA 18

    Die Grünen hätten bereits massiv an Zuspruch verloren „und jetzt, mit ihrem nächsten Anlauf zur Citymaut, offensichtlich auch den letzten Restbestand an Vernunft“, fügte der Parteimanager hinzu. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) halte nichts von der Idee, Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) habe das Anfang Juli auch in einem persönlichen Gespräch mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) klargestellt.
    Sogar als „Verbrechen an den Pendlern“ hat Dieter Dorner, Verkehrssprecher der niederösterreichischen Freiheitlichen, den neuerlichen Vorstoß Vassilakous zur Einführung einer Citymaut bezeichnet. „Es ist unerklärlich, wie man überhaupt auf so eine schwachsinnige Idee kommen kann.“
    Kritik an Vassilakou-Plänen auch in Wien
    Die Citymaut für Einpendler nach Wien stößt auch in Wien nach ersten präsentierten Zahlen zu möglichen Auswirkungen auf breite Ablehnung. Neben Rathausopposition und ÖAMTC sprach sich am Mittwoch auch der Koalitionspartner dagegen aus: „Kein Bedarf“, fand die SPÖ. „Das System der Parkraumbewirtschaftung funktioniert gut, wir sehen derzeit keinen Bedarf an einer Citymaut“, richtete der rote Verkehrssprecher Gerhard Kubik Vassilakou aus.

    ORF NÖ
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
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