[WL] Aus für Pizza & Co auf allen U-Bahn-Linien

  • Nach U6-Vorstoß: "Ess- und Trinkverbot in allen Öffis"
    Fahrgastvertreter wollen Pizza und Döner aber auch Limo und Kaffee verbannen und fordern Ausbau der Digitalanzeigen.
    In der U6 ist das Essen bereits verboten, im neu besetzten Fahrgastbeirat der Wiener Linien kann man sich aber noch strengere Regelungen vorstellen.
    15 Jahre lang war Verkehrsexperte Hermann Knoflacher das Sprachrohr der Fahrgäste. Am 1. Jänner folgt ihm nun Josef Michael Schopf, pensionierter Professor für Verkehrsplanung und -technik an der TU Wien, als Vorsitzender des Fahrgastbeirats nach.
    Die aktuelle Regelung des Essverbots, leuchtet ihm jedenfalls nicht ein: „Ich fände es vernünftig, wenn es in allen Fahrzeugen gelten würde“, sagt er im KURIER-Interview. Immerhin sei es wahrscheinlicher, im Bus im Zuge eines überraschenden Bremsmanövers den Kaffee seines Gegenübers abzubekommen als in der U-Bahn. Davon abgesehen seien Geruchsbelästigung und Verunreinigungen in allen Öffis dieselben.
    Auch seien Fahrgastbeschwerden wegen zu lauter Musik in den Öffis an den Beirat herangetragen worden. Ein entsprechendes Lautstärkenlimit würde er daher unterstützen. Schopf stellt aber klar: „Das müssten wir im Beirat erst diskutieren.“
    Schnittstelle
    Eingerichtet wurde das 16-köpfige Gremium 2003 als Schnittstelle zwischen Fahrgästen und Unternehmen. Erstere können so ihre Anliegen einbringen, die von den Wiener Linien behandelt werden. Und Letztere haben ein Ohr an der Kundschaft – was helfe, das Angebot weiter zu verbessern. Unter Knoflachers Ägide wurden einige Veränderungen umgesetzt, die auf Initiativen des Fahrgastbeirats zurückgehen. Zum Beispiel die Neuordnung der Ringlinien 1, 2 und 71, der Ausbau elektronischer Fahrgastinformationssysteme (das Anzeigen der Minuten bis zur Abfahrt des nächsten Fahrzeugs), spezielle Durchsagen für blinde Fahrgäste sowie Kampagnen für mehr Sauberkeit.
    Wünsche
    Obwohl die Wiener Linien „schon viel umgesetzt“ hätten, sieht Schopf weiteres Verbesserungspotenzial. Nicht zuletzt, was die Bekanntheit des Fahrgastbeirats betrifft. Diesen gelte es, mehr zu bewerben. Auch, weil dessen Mitglieder unter den Fahrgästen als Multiplikatoren dienen könnten.
    Zudem strebt Schopf die bestmögliche Information an. Der Verkehrsplaner legt großen Wert auf Innovationen punkto Digitalisierung und will Mobilitäts-Apps forcieren. Wünschenswert seien auch „multimodale Haltestellen“ – also Stationen, an denen den Öffi-Fahrgästen ergänzende Fahrzeugarten, wie zum Beispiel Leihfahrräder zur Verfügung gestellt werden. Mit den beliebten E-Scootern kann sich Schopf dagegen kaum anfreunden.
    Bei größeren Vorhaben, wie etwa der Einführung des Essensverbots in der U6 oder auch der Routensuche für den 13A, müssten die Kunden zeitgerecht in den Entscheidungsprozess eingebunden werden, meint Schopf. Der Fahrgastbeirat könne dann als Korrektiv tätig sein und Empfehlungen aussprechen.
    Der arbeitet übrigens ehrenamtlich. Die einzigen Belohnungen, die die acht Frauen und acht Männer bekämen, seien „eine Suppe nach den Sitzungen und eine Weihnachtsfeier“.

    KURIER
    Die Leserbefragung im Zusammenhang mit diesem Artikel ergibt aktuell eine Zustimmung von über 62 % zum generellen Essverbot in den öffentlichen Verkehrsmitteln Wiens.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 02.12.2018
    Essverbot in der U6: So viele Verwarnungen gab es bisher
    Laut Wiener Linien brachte das Verbot einen deutlichen Rückgang von Müll in den Zügen.
    61 Passagiere sind in der Wiener U6 vom Personal in den ersten drei Monaten auf das nun geltende Essverbot aufmerksam gemacht worden. Bei 250.000 Fahrgästen auf dieser Linie ist das "ein verschwindend kleiner Anteil", zogen die Wiener Linien am Sonntag Bilanz. Müll und Essensreste seien in den Waggons spürbar weniger geworden. Mitte Jänner wird die Maßnahme auf alle U-Bahn-Linien ausgedehnt.
    An Strafen ist aktuell nicht gedacht, da sich die Fahrgäste an die Spielregeln halten und sich der Großteil der Betroffenen einsichtig zeigt, berichteten die Wiener Linien. "Wir stellen durch das Essverbot eine deutliche Reduktion des anfallenden Mülls fest. Jeder Euro, der beim Reinigen eingespart wird, kann in modernere Züge oder Stationen investiert werden und kommt letzten Endes den Fahrgästen zugute", betonte Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.

    KURIER

    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Essverbot bald in allen U-Bahnen

    Endgültig zu Ende geht in Wien die Zeit, in der man in einer U-Bahn sitzend genüsslich seine Leberkässemmel vertilgen konnte. Am 15. Jänner wird das bereits in der U6 geltende Essverbot auf alle U-Bahn-Linien ausgeweitet.

    Die entsprechenden Hinweise auf das Verbot werden derzeit angebracht. Mit 15. Jänner wird kontrolliert, Strafen sind vorerst aber nicht geplant. Das Verbot ist nicht unumstritten und sorgte für intensive Debatten. Denn es wurde nicht wie ursprünglich geplant nur für stark riechende oder schmutzende Speisen erlassen, sondern für feste Nahrung generell. Auch der Biss in ein simples Weckerl oder in einen Apfel ist nicht mehr gestattet.
    Ausgenommen sind Getränke, sofern sie nicht berauschend sind. Denn der Konsum von Alkohol wird in den Wiener „Öffis“ schon länger geahndet. Dem Vernehmen nach war kurzfristig sogar angedacht, den Kunden auch intensiver duftende Flüssigkeiten wie Kaffee nicht mehr zu erlauben. Davon wurde im Rathaus aber letztlich Abstand genommen.
    Gute Erfahrungen mit Verbot in U6
    Erfahrungen mit dem Verbot sammeln konnte man bisher nur in der U6, und diese seien sehr gut. Laut den Wiener Linien konnte der Reinigungsaufwand in den Garnituren reduziert werden. Verpackungsmüll und Essensreste seien deutlich weniger geworden. Auch scheint die Vorschrift weitgehend beachtet zu werden. Das mit den Kontrollen beauftragte Sicherheitsteam habe bisher nur relativ wenige Menschen auf das Verbot aufmerksam machen müssen, wurde zuletzt verlautbart.
    Geldbußen soll es vorerst nicht geben
    Nun wird das Verbot auf U1, U2, U3 und U4 ausgeweitet. Strafen soll es weiterhin nicht geben, wie betont wird. Man sei optimistisch, dass die Maßnahme auch im restlichen U-Bahn-Netz ohne Geldbußen gut funktionieren wird. Tatsächlich hatte es noch vor nicht allzu langer Zeit Verwirrung über mögliche Strafpläne gegeben. Solche seien bereits fix, hieß es in Medienberichten. Im Rathaus wurde das umgehend dementiert.
    Sollte sich die Stadt doch einmal für Sanktionen entscheiden, müsste sie das Verbot aber wohl noch klarer definieren. Denn derzeit wird etwa versichert, dass man Kindern keinesfalls ihre Kekse wegnehmen würde. Werden Strafen eingeführt, bliebe es den Wiener Linien aber wohl nicht erspart, eine Altersgrenze in Sachen Keksverzehr einzuführen. Weiterhin erlaubt bleibt der Verzehr von Speisen auf dem Bahnsteig. Das unterscheidet den Essensbann etwa vom Rauchverbot, das in ausnahmslos allen Stationen gilt.

    ORF Wien
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ich verstehe nicht, warum ich ein übler Egoist bin, wenn ich die Zeit in der U-Bahn zwischen meinen Terminen effektiv nutze und etwas verspeise. Bis auf Quargel ist mir vermutlich so ziemlich jede Speise lieber, als die Körperhygieneverweigerer bzw. Pitralon-Bader.

    Wodurch jetzt der Vorteil für die Kunden entsteht, wenn ich das stinkende Essen am Bahnsteig esse, dann mit dem Rest in der Hand einsteige (so wie ich es verstehe, ist nur der Verzehr verboten) und am nächsten Bahnsteig weiteresse, verstehe ich auch nicht. Hat mich auch noch kein Mitarbeiter darauf angesprochen.
    Bin jetzt auf jeden Fall häufiger mit der Bim unterwegs, vielleicht wollten die WL auch das erreichen.
  • Gute Nachrichten für Leberkäs-Liebhaber. Auf der in der Gratiszeitung Heute veröffentlichten Verbotsliste steht er nicht drauf. Das Problem ist nur, dass man kein Gebäck dazu essen darf. Wurscht Egal, nimmt man halt Brot, das steht auch nicht auf der Verbotsliste. :D

    Siehe hier:Quelle: Heute-Printausgabe vom 9. 1. 2019
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Neu

    Auch in Bus und Bim: Essverbot für alle Öffis gefordert

    © Bild: Kurier/Gilbert Novy
    Ab morgen gilt es erst einmal in allen U-Bahnen. Dem Fahrgastbeirat geht das aber nicht weit genug.

    Was Fahrgäste der U6 bereits seit vier Monaten kennen, gilt ab morgen, Dienstag, auch auf allen anderen Wiener U-Bahn-Linien: das Essverbot. Und so wie es aussieht, dürfte in dieser Hinsicht das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Laut Wiener Linien ist eine Ausweitung der Regelung auf Straßenbahnen und Busse „nicht ausgeschlossen“. Einen konkreten Zeitplan gebe es allerdings noch nicht.
    Beim seit Jahresbeginn neu besetzten Fahrgastbeirat würde man ein Essverbot in allen Öffis jedenfalls begrüßen. Wie dessen Vorsitzender, Josef Michael Schopf – seines Zeichens pensionierter Professor für Verkehrsplanung und -technik an der TU Wien – betont, gebe „es in dieser Hinsicht keinen logischen Unterschied zwischen U-Bahnen und allen anderen öffentlichen Verkehrsmitteln“. Wer A sagt, müsse auch B sagen.
    Das Fahrverhalten eines Busses sei schließlich noch unvorhersehbarer als das einer U-Bahn-Garnitur. Plötzliche Vollbremsungen seien im Straßenverkehr wahrscheinlicher als im U-Bahn-Tunnel – was das Risiko, als Fahrgast den Kaffee des Sitznachbarn abzubekommen, deutlich erhöhe.
    Morgen sind aber erst einmal die U-Bahnen dran. Wie auch schon in der U6 zielt die Maßnahme auf die Vermeidung unangenehmer Gerüche und verschmutzter Waggons ab. Und wie beim Pilotversuch sind auch auf den anderen Linien vorerst keine Strafen vorgesehen. Stattdessen setzt man auf Information und Überzeugungsarbeit.
    Untersagt ist ab morgen (neben dem Rauchen) also der Konsum alkoholischer Getränke sowie jeglicher Speisen. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Kebab, eine Pizzaschnitte, ein Eis oder einen Apfel handelt. Es gelte eben ein „generelles Essverbot“, stellt eine Sprecherin der Wiener Linien klar.
    Davon ausgenommen seien bloß Kleinkinder, denen man sicher nicht ihr Kipferl wegnehme, wie auch Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) im Vorfeld versichert hatte. Um Tränen (und lautstarken Protest) zu vermeiden, agiere das Security-Personal in solchen Fällen „mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl“.
    Nicht verboten ist übrigens das Transportieren zubereiteter Speisen – sofern sie verpackt sind.
    Weniger Müll
    In der U6 habe sich das Essverbot jedenfalls bewährt, vermeldeten die Wiener Linien vor Kurzem. Seit Einführung mussten nur 61 Personen vom Servicepersonal auf die Regelung hingewiesen werden. Das sei „bei 250.000 Fahrgästen täglich auf der U6 ein verschwindend kleiner Anteil“. Zum überwiegenden Teil falle das Feedback aus der Bevölkerung positiv aus.
    In puncto Sauberkeit ließen sich deutliche Unterschiede erkennen. So sei der Müll in den Waggons weniger geworden. Die Reinigungskräfte müssten weniger Essensreste auf Sitzen und Böden einsammeln, was zu einer Reduktion der Reinigungskosten geführt habe.
    Das Essverbot, über das im Vorjahr rund 50.000 Menschen online abstimmten (zwei Drittel sprachen sich dafür aus), ist Teil eines Maßnahmenpakets zur Attraktivierung der U6. Neben Klima-Nachrüstung, Sonnenschutzfolien und Lüftungskiemen für die heißen Sommermonate wurden auch Bodenmarkierungen auf den Bahnsteigen angebracht, um ein schnelleres Ein- und Aussteigen zu gewährleisten. Zudem wurden Stationen und Fahrzeuge modernisiert.
    (kurier.at) | Stand: 14.01.2019, 6:00 | Autor: Bernhard Ichner

    KURIER

    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Benutzer online 1

    1 Besucher