[NÖN] Widerstand gegen ÖBB-Sendemast

  • [NÖN] Widerstand gegen ÖBB-Sendemast

    Erstellt am 14. September 2018, 09:32 von Sabine Hummer

    Haag: Bürger unterschreiben gegen 30 m hohen Handymasten

    Die ÖBB hat in unmittelbarer Nähe zum Haager Bio-Bauernhof, der auch Urlaub am Bauernhof anbietet, ein Fundament betoniert und möchte darauf ohne Bauverhandlung - was gesetzlich erlaubt ist – einen 30 m hohen Mobilfunk- und ÖBB-Sendemasten errichten. Der Standort stößt bei vielen Bürgern auf Widerstand.

    Stadtgemeinde Haag


    Der Standort stößt bei vielen Bürgern auf Widerstand, da er am Stadtrand, im Siedlungsgebiet mit neuem Kindergarten, Seniorenzentrum und Freizeitanlage mit Kletterturm, Skaterplatz, Bad und Tennisanlage liegt. Sie sind der Meinung: „Hier soll kein neues ‚strahlendes Wahrzeichen‘ von Haag entstehen“.

    Stadtgemeinde Haag


    In 2 Wochen wurden bereits mehr als 500 Unterschriften gesammelt. Die Bürgerinitiative hat sich mit ihren Anliegen an die örtliche Politik mit Bürgermeister Lukas Michlmayr an der Spitze gewandt. Auch dieser unterstützt die Initiative
    „Als Bürgermeister der Stadtgemeinde Haag nehme ich die Sorgen der Anrainer ernst und versuche in der Kommunikation gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vermittelnd zwischen ÖBB und der Initiative tätig zu sein,“ erklärt Bürgermeister Lukas Michlmayr.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Der Standort stößt bei vielen Bürgern auf Widerstand, da er am Stadtrand, im Siedlungsgebiet mit neuem Kindergarten, Seniorenzentrum und Freizeitanlage mit Kletterturm, Skaterplatz, Bad und Tennisanlage liegt. Sie sind der Meinung: „Hier soll kein neues ‚strahlendes Wahrzeichen‘ von Haag entstehen“.

    NÖN

    Es gibt Themen, da sollten sich Laien raus halten. Mobilfunkmaste sind ein solches. Oder alternativ dazu vorher ihr Handy und das mobile Internet daheim abmelden müssen.
  • Ich finde Bürger sollten sich nirgends raushalten müssen, aber man sollte schon realistisch bleiben.
    Ich bin für einen GSM-Slammer bei Kindergarten, Seniorenzentrum und Freizeitanlage mit Kletterturm, Skaterplatz, Bad und Tennisanlage da gäbe es vermutlich schnell wesentlich mehr als 500 Unterschriften. LTE will jeder in voller Geschwindigkeit, nur Masten darf es dafür keine geben.
  • Haag wehrt sich gegen ÖBB-Mast

    Die Gemeinde Haag (Bezirk Amstetten) wehrt sich gegen die Errichtung eines Mobilfunkmasten der ÖBB. Befürchtet wird eine verstärkte Strahlung, die nach Ansicht einer Bürgerinitiative die Gesundheit gefährdet.

    Der Mobilfunkmast soll nach Angaben der Bürgerinitiative am Stadtrand von Haag errichtet werden, in unmittelbarer Nähe eines Freizeitzentrums und mehrerer Einfamilienhäuser. Die Initiative sammelte gegen das Projekt etwa 1.100 Unterschriften.
    Messungen sollen die Strahlenbelastung erheben
    „Doch das wird das Projekt vermutlich nicht verhindern“ befürchtet Theresia Hirsch, ein Mitglied der Bürgerinitiative. „Das Grundstück, auf dem der 30 Meter hohe Mast errichtet werden soll, gehört den ÖBB. Daher hat die Gemeinde kein Einspruchsrecht und die notwendige naturschutzrechtliche Bewilligung haben die ÖBB bereits 2016 eingeholt“, erklärte Bürgermeister Lukas Michlmayr (ÖVP).
    Er betonte aber, dass er bereits Messungen durchführen ließ, um die Strahlenbelastung jetzt und auch nach der Errichtung des Mastes zu ermitteln. „Es müssen auf jeden Fall die gesetzlichen Richtwerte für die Strahlenbelastung eingehalten werden“, fordert er. Die ÖBB verweisen in einer Stellungnahme darauf, dass der Mast lediglich in einem Winkel von 30 Grad direkt auf die Schienen gerichtet werde. Das verringere den Strahlungsbereich.
    ÖBB: Mast dient Sicherheit im Bahnverkehr
    „Die Mobilfunksendeanlage entspricht dem Erfordernis der Streckenversorgung und dient für höchste Sicherheit im Bahnverkehr. Mobile Kommunikation, insbesondere Zugfunk, ist für den sicheren Eisenbahnbetrieb unbedingt erforderlich. Darüber hinaus wird auch die mobile Kommunikation für die Fahrgäste erheblich verbessert“, sagte ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif gegenüber noe.ORF.at.
    Der Standort am Ortsrand von Haag sei nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten sorgfältig und bestmöglich ausgewählt worden, um den Bau weiterer Sendeanlagen in der unmittelbaren Umgebung zu vermeiden. Nach jetziger Planung ist die Errichtung des Masts Anfang des kommenden Jahres vorgesehen.

    ORF NÖ

    dr. bahnsinn schrieb:

    Der Standort stößt bei vielen Bürgern auf Widerstand, da er am Stadtrand, im Siedlungsgebiet mit neuem Kindergarten, Seniorenzentrum und Freizeitanlage mit Kletterturm, Skaterplatz, Bad und Tennisanlage liegt.
    Der Tennisplatz ist 150 m, der Kindergarten 250 m, das Freibad 300 m und das Seniorenheim 350 m entfernt. Nur Kletterturm und Skaterplatz befinden sich unmittelbar neben dem Maststandort.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Auf fast jedem Lokus empfängt man Zig-WLAN-Signale, die leute decken sich bei den Mobilfunkprovidern mit mobilem Internet via WLAN ein, aber ein Handymast ist heutzutage immer noch böse. Nur wehe, das Internet am Handy geht nicht, weil kein Empfang und man kann nicht auf FB über etwas lästern. Dann wär so ein Handymast wieder grad recht.
  • Stadt Haag: Demo gegen den ÖBB-Handymast*)

    Bürgerinitiative „HaagGegenMast“ ruft für Dienstag zu einer Kundgebung auf.


    Von Ingrid Vogl. Erstellt am 05. August 2019 (15:21)
    Vor rund einem Jahr formierte sich die Bürgerinitiative „HaagGegenMast“ rund um Petra und Rudi Königshofer (3. und 4. von links). Für den Dienstag dieser Woche ruft sie nun zu einer Demo auf, die ab 8 Uhr beim Bahnübergang auf der Seite des Kletterturms stattfinden wird. Foto: privat

    Durch Zufall hatten die Haager im Sommer des Vorjahres von den Plänen der ÖBB erfahren. Sie beabsichtigt, in der Nähe der Freizeiteinrichtungen der Gemeinde einen 30 Meter hohen Handymast zu errichten. „Ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Bahnverkehrs, denn durch das neue System wird höchste Sicherheit bei Notfällen garantiert“, lautete das Argument der ÖBB für die Notwendigkeit des Mastes.
    Ein Argument, das die besorgten Haager Bürger nicht gelten ließen, denn das für den Bahnverkehr notwendige interne Funknetz sei ihres Wissens nach österreichweit ja bereits flächendeckend ausgebaut. Die Haager ärgerte auch vor allem, dass die ÖBB den Mast auf eigenem Grund ohne Baubewilligung aufstellen dürfe. Man gründete daher die Bürgerinitiative „HaagGegenMast“ und startete eine erfolgreiche Unterschriftenaktion. „1.200 Haager haben unterschrieben. Das ist ein Viertel der wahlberechtigten Bevölkerung“, erklärt Petra Königshofer, die Sprecherin der Bürgerinitiative.
    Zuletzt war es ruhig geworden um den umstrittenen Funkmast. In den letzten Tagen kam dann aber wieder Bewegung in die Sache. „Wir haben erfahren, dass die Errichtung der Sendeanlage für Dienstag geplant ist“, betont Königshofer. Grund für diese Vermutung ist ein Schreiben der Bezirkshauptmannschaft. „Der ÖBB wurde die Bewilligung erteilt, dass sie am Dienstag die Straße absperren kann. Mehr wissen wir aber nicht“, berichtet Stadtamtsdirektor Gottfried Schwaiger.
    1.200 Unterschriften gegen den Handymast
    Um die Ablehnung gegen das Projekt kundzutun, veranstaltet die Bürgerinitiative am Dienstag ab 8 Uhr daher eine Demonstration beim Bahnübergang auf der Seite des Kletterturms. „Wir sind uns ganz sicher, dass es da ein Unrecht gibt. Es ist wichtig, das zu sagen, und darauf wollen wir mit der Demo aufmerksam machen“, erklärt Petra Königshofer.
    Dass sie den Mast am Dienstag aufstellen werde, wurde seitens der ÖBB übrigens nicht bestätigt. „Diese Information ist nicht richtig“, stellte Pressesprecher Karl Leitner klar.
    Umfrage Haag: Sind Demonstrationen für euch ein sinnvoller Protest?

    Ja 33.3%


    Nein 66.7%

    NÖN

    *) ÖBB-"Handy"mast? Wieder was Neues. :D Übrigens: Die Umfrage sagt ohnehin aus, was die Mehrheit denkt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Dürfte wohl in Ferro-Kreisen bekannt sein: GSM-R (Railway) baut auf der GSM-Technologie auf, hat aber einige Bahn-spezifische Erweiterugen und Änderungen. Beispielsweise im Frequenzband:
    GSM: 890 - 915 MHz und 935 - 960 MHz.
    GSM-R: Uplink: 876 - 880 MHz, Downlink: 921 - 925 MHz.
    Weiters: Broadcast-Funktionen, etc.
    Die Bahn braucht daher ein eigenes GSM-R-Netz mit der vollständigen Infrastruktur.

    Siehe Wikipedia.

    Mir ist unverständlich, wie solche Irrtümer, wie in der oben zitierten NÖN-Meldung beschrieben, zu einem "Protest" aufgebauscht und von den Medien breitgetreten werden können. Offensichtlich haben weder die Demonstranten noch die Journalisten sich ausreichend informiert.

    Sorry, aber da passt nur der Satz "Good news are bad news".

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Werner ()

  • In der heutigen ORF-Meldung zum gleichen Thema wird der Eindruck erweckt, es ginge auch um die Mobilfunk-Versorgung der ÖBB-Passagiere in den dort verkehrenden Regionalzügen. Das ist mir nicht wirklich verständlich.
    Erst gestern konnte ich während der gesamten Fahrt von Mauer-Öhling bis St. Valentin auf der HL-Strecke, auch in den dortigen Tunnels unterbrechungsfrei telefonieren.
    Wozu bräuchte man dann einen eigenen Mobilfunk-Antennenmast in der Stadt Haag zur Versorgung der ÖBB-Passagiere?

    Für Bahn-interne Zwecke (GSM-R) ist der Antennenmast wohl plausibel. Für öffentliche Zwecke scheint er es mir nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Werner ()

  • Da fährt die Eisenbahn drüber: ÖBB wollen Handymast bald aufstellen
    Von Hannes Fehringer 09. Oktober 2019 00:04 Uhr
    Noch liegt der Handymast auf dem Boden: Die ÖBB sehen sich nach dem Eisenbahngesetz im Recht.

    STADT HAAG. Neben einer Siedlung und dem Freizeitpark der Stadtgemeinde Haag soll ein Sendemast der ÖBB errichtet werden. Ein Genehmigungsbescheid dafür wurde noch keiner vorgelegt.

    Noch liegt das Gestänge des Sendeturmes, den die ÖBB entlang der Westbahn errichten, auf Holzblöcken. Güter- und Nahverkehrszüge rauschen an der Baustelle vorbei. Das ist der erste Widerspruch, den es in der Nachbarschaft zum Haager Freizeitpark mit dem Kletterturm, einem Biobauernhof und Einfamilienhäusern gibt. Die ÖBB hatten behauptet, der neue Handymast sei notwendig für den WLAN-Komfort der Bahnkunden. "Auf der Altstrecke fährt kein Railjet", sagt Anrainerin Petra Königshofer. Die Nachbarn glauben, die ÖBB, die stets auch ins Treffen führten, die Lokführer könnten im Notfall auf ihre Handys zurückgreifen, führten lediglich im Schilde, am Geschäft mit neuen Telefunkfrequenzen verdienen zu wollen. 1100 Wahlberechtigte teilten die Meinung mit ihrer Unterschrift, dass sie nur aus Geschäftsgründen der ÖBB verstärkter Strahlung ausgesetzt würden.
    Bis heute sahen die Anrainer keinen Bescheid, wer den Mast genehmigt hat. Das Land NÖ erteilte die Auskunft, dass "die Baumaßnahmen durch das BMVIT als Eisenbahnanlagen genehmigt" seien. Das angesprochene Verkehrsministerium bestritt, zuständig zu sein. Die Bürgerinitiative erstattete daraufhin bei der Polizei Anzeige wegen Amtsmissbrauch gegen unbekannte Täter, wobei auch Bürgermeister Lukas Michlmayr (VP) als Baubehörde einbezogen wurde. Der reagierte sauer. Königshofer: "Wir wollen ja nur herausfinden, wer das genehmigt hat." Gottfried Schwaiger, Stadtamtsdirektor in Haag, geht davon aus, dass die ÖBB gar keine Genehmigung brauchen: "Das ist im Eisenbahngesetz inkludiert." Vor einem Amtsmissbrauch müsse sich tatsächlich der Bürgermeister hüten. In Enns hat Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SP) den Abbruchbescheid für einen ÖBB-Handymast, der das Stadtbild verschandelte, nach einer Feststellung des Bundesverwaltungsgerichtes widerrufen müssen.

    OÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Die ÖBB hatten behauptet, der neue Handymast sei notwendig für den WLAN-Komfort der Bahnkunden. "Auf der Altstrecke fährt kein Railjet", sagt Anrainerin Petra Königshofer
    In der von dr. bahnsinn zitierten OÖN-Meldung steckt zumindest ein Fehler drin:
    • Auf der Altstrecke fährt der Railjet nur im Regelbetrieb nicht, aber bei Umleitungsverkehr. So wie, wenn ich nicht irre, im Jahr 2017 wegen Sanierung der Neubaustrecke der gesamte Verkehr zwischen St. Peter-Seitenstetten und St. Valentin für mehrere Wochen über die Altstrecke geführt wurde.
    • Die Cityjets, die nach meinem Wissen auch in diesem Bereich fahren, bieten ebenso WLAN und Internet-Verbindung und sollen mobil versorgt werden.
    Und überdies bauen die ÖBB den Mobilfunk entlang der Bahnstrecken aus, wie am 8.5.2018 zur Freude der Benutzer gemeldet wurde.
    Zwar sind die Handymaste zumeist keine Zierde.
    Aber die von den Handy-Masten ausgehende Funk-Strahlung betrifft uns Handy-Benutzer wesentlich weniger als die Strahlung des eigenen Handy's:
    Die von einer Quelle ausgehende elektromagnetische Strahlung nimmt quadratisch mit der Entfernung ab. Handies senden mit der gleichen Stärke wie der korrespondierende Sendemast. Daher ist jeder Handy-Benutzer der Strahlung des eigenen Handy's wesentlich mehr ausgesetzt als der des nächsten Handy-Mastes.
    Und was bringt erst die schon jetzt so stark beworbene 5G-Technologie, von der Wunderdinge versprochen werden: Sender überall, an jedem Laternenpfahl und sonst noch, wo es geht. In Fachkreisen wird darüber sehr kontroversiell diskutiert. Vielleicht zum Glück ist 5G noch nicht sehr ausgereift. Aber da steht uns noch einiges bevor.
    Resumée: In der genannten OÖN-Meldung hat ein Presse-Medium wieder einmal einen zivilen Protest hochgespielt.
    "Good News are Bad News"

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Werner ()

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