[DE] ICE auf Schnellfahrstrecke Frankfurt - Köln ausgebrannt

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  • [DE] ICE auf Schnellfahrstrecke Frankfurt - Köln ausgebrannt

    Rettungseinsatz bei Dierdorf: Zugstrecke nach ICE-Brand weiter gesperrt

    In einem fahrenden ICE ist auf dem Weg von Köln nach München bei Dierdorf (Kreis Neuwied) ein Feuer ausgebrochen. Fünf Menschen wurden leicht verletzt. Die wichtige Schnellstrecke bleibt wohl noch länger gesperrt.


    Alle etwa 500 Fahrgäste und das Bahnpersonal konnten sich ins Freie retten. Nach Angaben der Polizei verletzte sich ein Passagier beim Sprung aus dem Zug am Fuß, vier weitere Reisende klagten über Kreislaufprobleme wegen der Aufregung. Alle Zuginsassen wurden in einem nahegelegenen Gemeindehaus betreut und anschließend mit Bussen zum ICE-Bahnhof in Montabaur gebracht. Insgesamt waren nach Polizeiangaben etwa 250 Einsatzkräfte vor Ort, zudem 50 Männer und Frauen aus dem Sanitätsdienst
    Bei der Rettung seien die Leute sehr diszipliniert und ruhig gewesen, sagte einer der Retter. Außerdem habe man Glück gehabt mit dem Wetter - trocken und verhältnismäßig warm.
    Auf der Suche nach der Brandursache
    Die Ursache für das Feuer ist noch unklar, zunächst wurde ein technischer Defekt vermutet. Ausgebrochen war der Brand im ersten Waggon nach dem hinteren Triebwagen. Dann war das Feuer auf das Zugende übegesprungen. Zur Klärung der Brandursache wurde der ICE nach Angaben der Bundespolizei beschlagnahmt. Es müsse geklärt werden, wann der Zug zuletzt in der Inspektion war und ob es irgendwelche Auffälligkeiten gab. Dies könne mehrere Wochen in Anspruch nehmen, hieß es.
    Vollsperrung der A3
    Betroffen von dem Großeinsatz war auch die parallel zur Bahnstrecke verlaufende viel befahrene Autobahn 3. Sie musste zeitweise zwischen Ransbach-Baumbach und Dierdorf in beiden Richtungen voll gesperrt werden. Inzwischen ist die Strecke Richtung Köln wieder freigegeben. Am Mittag waren auch zwei von drei Fahrstreifen in Richtung Frankfurt wieder frei.
    Bundespolizist in ICE leitete Rettung
    An der zügigen Räumung des Zuges waren unter anderem ein mitreisender Beamter der Bundespolizei und mitreisende Mitglieder von Hilfsorganisationen nicht unwesentlich beteiligt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte, habe sein Kollege dafür gesorgt, dass die Reisenden in einem bestimmten Korridor und einer bestimmten Richtung aussteigen. Er hätte auch im Blick gehabt, dass in der Gegenrichtung noch Züge unterwegs gewesen seien und der ICE zu diesem Zeitpunkt noch an der Stromleitung hing.
    Verspätungen und Umleitungen bei der Bahn
    Die Deutsche Bahn hat inzwischen einen Teil der Schnellfahrstrecke wieder in Betrieb genommen.
    Die Bahnhöfe Montabaur und Limburg Süd werden wieder angefahren, allerdings nur von Frankfurt aus. Damit haben zumindest Pendler aus dem Rhein-Main-Gebiet die Möglichkeit, zurück in den Westerwald zu kommen. Wann die gesamte Strecke zwischen Frankfurt und Köln wieder freigegeben werden kann, ist laut Bahn noch unklar. Die Sperrung werde aber noch mindestens dieses Wochenende bestehen bleiben, sagte ein Sprecher am Freitagmittag. Der Verkehr wird derzeit über die Rheinschiene umgeleitet.
    Oberleitung stark beschädigt
    Ein Feuerwehrsprecher sagte dem SWR, Teile des Zuges könnten zwar abgekoppelt werden. Die von dem Brand zerstörten Wagen müssten aber abtransportiert werden. Außerdem sei die Oberleitung stark beschädigt worden. Sobald die Freigabe der Einsatzkräfte erfolgt, sollen sich Fachleute einen Überblick über die entstandenen Schäden an Gleisen, Oberleitung und Signaltechnik verschaffen, teilte die Bahn mit. Hilfsloks und Kranzüge stünden bereit.
    Böschungsbrand sorgte im August für Behinderungen
    Erst Anfang August war es zu einer Sperrung auf der ICE Strecke Köln-Frankfurt gekommen. Damals war zwischen Hennef (Sieg) und Troisdorf in Nordrhein-Westfalen ein Böschungsbrand ausgebrochen., Wegen der Dürre hatte er sich schnell ausgebreitet und hatte sogar auf Häuser übergegriffen. Erst am Morgen des Folgetages konnte die Strecke zumindest für den Fernverkehr wieder freigegeben werden.
    Stand: 12.10., 16:04 Uhr

    www.swr.de mit Video
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Bei einem solchen Brand wundert es mich, dass man so früh evakuiert hat. Normaler Weise hat man da ja vor der Oberleitung irrsinnige Angst.

    War wohl der Trafo eines ICE3. Die Oberleitung ist wohl schnell repariert, aber unter den Bedingungen (Alu-Wagenkasten geschmolzen) ist wohl auch die feste Fahrbahn betroffen.
  • Deutschland: ICE brannte wegen technischen Defekts

    Ein technischer Defekt hat den Brand in einem ICE auf der Schnellstrecke Frankfurt – Köln in Deutschland ausgelöst. Das teilte die deutsche Bundespolizei heute mit. Die Details sind aber noch unklar: „Das kann der Trafo gewesen sein, das kann auch etwas anderes gewesen sein“, sagte ein Sprecher. Die Ermittlungen gehen der Deutschen Bahn (DB) zufolge weiter.
    Der Zug war laut Informationen der dpa zuletzt am Donnerstag untersucht worden. „Dabei wurde eine Klimaanlage aufgrund einer defekten Steuerung ausgeschaltet“, sagte eine Sprecherin. „Diese Reparatur in einem anderen Wagen des Zuges steht in keinem Zusammenhang mit der Brandursache.“
    Strecke am Wochenende gesperrt
    Der Südwestrundfunk (SWR) und der Hessische Rundfunk (hr) hatten berichtet, der Defekt sei an einem Trafo aufgetreten. Die „Bild“-Zeitung schrieb, denkbar seien ein Brand in der Elektronik oder tropfende Trafoflüssigkeit.
    Reuters/Wolfgang Rattay

    Das Feuer war gestern Früh in dem ICE bei Dierdorf nahe Neuwied ausgebrochen. 510 Menschen wurden aus dem stehenden Zug gebracht. Fünf Personen erlitten leichte Verletzungen.
    Die Strecke sollte am Wochenende gesperrt bleiben. Der Fernverkehr zwischen Köln, Montabaur und Frankfurt-Flughafen wurde umgeleitet. Die DB richtete Ersatzhaltestellen ein. Die Streckensperrung kann nach ihren Angaben zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden führen.

    ORF
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Das kann der Trafo gewesen sein, ...
    Viel Glück, denn eine lange Tunnelfahrt hätte eine Katastrophe ausgelöst, denn auch wenn der Lokführer die NBÜ nutzen kann, bei so einem extrem schnell ausbrechenden Brand sind mit Sicherheit auch die Bremsleitungen unterflur betroffen. Bei einem solchen Brand ist sicher davon auszugehen, dass es im Brandverlauf früher oder später zur Unterbrechung der HLL und sonstigen Luftverlusten kommt und somit steht der Zug. Beim ICE3/TW7 sind unterflur der Transformator mit Kühlanlage, der Zugsammelschienenumrichter und ein Ausgangsstromrichter untergebracht, somit also ein sensibler Bereich mit entsprechend hoher Energiedichte.

    Ob der ICE3 die Funktion Brandnotfahrt hat, müsste ich erheben, aber auch die kann eine Weiterfahrt nicht immer sicherstellen. Am Beispiel des Talent 4023/24 werden bei Brandalarm nur Sicherheitsfunktionen hinsichtlich der Fahrgasträume und der Traktion sichergestellt, wie das Schließen der Brandschutztüren, Abschaltung der Klimaanlage, automatische FIS-Durchsage, Einschalten der Beleuchtung, Überbrücken der Grünschleife, Überbrückung einer Traktionssperre und Dauerlauf des Kompressors ausgelöst. Die Bremsung kann diesfalls nur noch mit der indirekten Bremse ohne EP erfolgen und somit beißt sich beim Thema Luftverlust die Katze wieder in den eigenen Schwanz. Die Technik ist nun einmal so konzipiert, dass sie bei einer solchen gravierenden Havarie keinen 100%-Schutz bieten kann, zumindest nicht auf die Schnelle ohne entsprechende Eingriffe.

    Noch einige Betrachtungen aus der Brandphysik: Bei einem inneren Defekt im Trafo (Kurzschluss, Wicklungsschluss...) kommt es in der Regel zu keiner sofortigen Entzündung des Öles, da im Inneren der für eine Verbrennung notwendige Sauerstoff fehlt. Es kann dadurch zu einer explosionsartigen Verdampfung von Öl und einem Druckanstieg kommen, was dazu führt, dass der Trafo an der schwächsten Stelle undicht wird und das austretende Öl außerhalb brennen kann, insbesondere auch dann, wenn der Ölkreislauf wie in den meisten Fällen durch eine externe Ölpumpe unterstützt wird. Für diesen speziellen Fall besitzen viele ölgekühlte Hochspannungstrafos eine spezielle Schutzfunktion, das so genannte Buchholz-Relais, welches zum Einen einen sich ankündigenden Schaden des Trafos (Dampfbildung) überwacht und frühzeitig meldet und zum Anderen eben bei groben Schäden (z.B. Kurzschluss) mit massiver Dampfbildung eine sofortige Abschaltung durchführt. Ob der ICE3 im Hochspannungskreis des Trafos eine derartige Überwachung besitzt, kann ich adhoc leider nicht beantworten. Eine weitere und weitaus häufigere Ursache für solche elektrischen Brände sind Schäden im Bereich der Kabelanschlüsse (schlechte Verpressung/hoher Übergangswiderstand) oder Isolationsschäden, die trotz Überwachung (Leitungsschutz) nicht immer zu einer zuverlässigen Abschaltung durch eine Schutzauslösung führen müssen, denn dazu ist die Voraussetzung, dass der Abschaltstrom zum Fließen kommt und wenn dies eben nicht der Fall ist, dann "brät" das unter Umständen eine ganze Weile mit allen negativen Folgewirkungen!
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
  • Netz Notfalltechnik ist mit einem Kran vor Ort und wird zusammen mit dem THW die Schadwagen des ICE bergen. Die Feuerwehr ist auch am Unfallort, falls es beim Zerschneiden mit den Plasmabrennern erneut zu brennen beginnt.
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.

    Dipl.-Ing Trauner (NÖ Landesreg.): Konkret ist die Eisenbahn ein leistungsfähiges linienbezogenes und in Erhaltung und Betrieb teures Massenverkehrsmittel, wohingegen der Bus ein vergleichsweise kapazitätsschwaches, aber flächenbedienendes, flexibles und preisgünstiges Verkehrsmittel ist.
  • Lange Verzögerungen: Bahnstrecke bleibt nach ICE-Brand deutlich länger gesperrt
    Aktualisiert am 13.10.18 um 20:46 Uhr
    Eine Analyse der Schäden hat ergeben: Auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt geht bis voraussichtlich Ende nächster Woche nichts. Es kommt zu langen Verzögerungen. Unterdessen steht die Ursache für den ICE-Brand fest.
    Die ICE-Trasse zwischen Frankfurt und Köln bleibt deutlich länger gesperrt, als zunächst angenommen. Voraussichtlich könne der Betrieb erst Ende kommender Woche wieder aufgenommen werden, teilte die Deutsche Bahn am Samstagabend mit. Das sei das Ergebnis einer Analyse von Fachleuten. Noch am Morgen war das Unternehmen von einer Sperrung bis Sonntagabend ausgegangen.
    Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden
    "Wir tun alles dafür, den Betrieb auf der Strecke schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können", erklärte Berthold Huber, Bahn-Vorstand für Personenverkehr. Er sei froh, dass der Zug schnell und sicher durch alle Beteiligten evakuiert worden sei.
    Die Strecke ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Ruhr sowie im gesamten deutschen Bahnnetz. Die Fernzüge zwischen Köln, Montabaur und Frankfurt Flughafen werden umgeleitet. Die Sperrung kann zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden führen. Für alle Reisenden auf der Strecke Frankfurt-Köln hob die Bahn die Zugbindung für Sparpreise auf. Zudem könnten Reisende ihre gekauften Tickets kostenlos zurückgeben.
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    www.hessenschau
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Nach Zugbrand bei Dierdorf
    ICE-Strecke Köln-Frankfurt ab Samstag wieder befahrbar
    Gute Nachrichten für ICE-Passagiere: Nach dem Brand eines Zuges im Westerwald rollen ab Samstag wieder Züge auf der Schnellstrecke Köln-Frankfurt. Laut Bahn ist dann ein Gleis wieder befahrbar.
    An der betroffenen Stelle nahe Dierdorf (Kreis Neuwied) sei das weniger beschädigte Gleis instand gesetzt worden. Daher könnten wieder zwei Drittel der regulären Züge auf der wichtigen Verbindung verkehren. Übergangsweise geltende Fahrpläne sollten am Freitag stehen. Nach Bahn-Angaben sind Reparaturteams weiter rund um die Uhr im Einsatz, um auch das zweite Gleis wieder zu ertüchtigen.
    510 Fahrgäste in Sicherheit gebracht
    Das Feuer war am vergangenen Freitag in einem ICE ausgebrochen. 510 Fahrgäste wurden aus dem Zug gebracht, fünf Menschen erlitten leichte Verletzungen. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, müssen nach Angaben der Bahn weitere Untersuchungen klären.
    Nach Angaben der Ermittler könnten die Untersuchungen mehrere Wochen dauern. Der vordere Teil des Zuges war ins ICE-Werk nach Frankfurt-Griesheim gebracht worden, der hintere vom Brand betroffene Teil wird in Krefeld unter die Lupe genommen.

    www.swr.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Nach Zugbrand bei DierdorfICE-Strecke ab Sonntag wieder zweigleisig befahrbar

    Gute Nachrichten für Pendler: Rund zwei Monate nach dem ICE-Brand im Westerwald sollen ab Sonntag die Züge auf der Schnellstrecke Frankfurt-Köln wieder planmäßig rollen.

    Mit dem Fahrplanstart in den frühen Morgenstunden werden die Bahnen auf dem Streckenabschnitt bei Montabaur wieder auf zwei Gleisen fahren, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Allerdings könnten die Züge in dem Bereich vorerst nur mit gedrosseltem Tempo fahren. Es seien daher Verspätungen möglich.


    Der Zug mit 510 Passagieren wurde evakuiert und die Strecke im Westerwald schwer beschädigt. Seitdem liefen Reparaturarbeiten. Mit welcher Summe die Reparaturen zu Buche schlugen, teilte die Bahn nicht mit. Auch die Brandursache sei noch unklar.
    In einem fahrenden ICE war am 12. Oktober ein Feuer ausgebrochen. Der Zug mit 510 Passagieren wurde evakuiert und die Strecke im Westerwald schwer beschädigt. Seitdem liefen Reparaturarbeiten. Mit welcher Summe die Reparaturen zu Buche schlugen, teilte die Bahn nicht mit. Auch die Brandursache sei noch unklar.

    Verbandsbürgermeister fällt Stein vom Herzen
    Ulrich Richter-Hopprich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur, zeigte sich erleichtert, dass sich der Fahrplan wieder normalisiere: "Das betrifft ja alle Menschen, die hier wohnen - nicht nur in der Stadt Montabaur. Das betrifft auch den halben Kreis, der hier hin pendelt." Auch für die Wirtschaft sei die Strecke ganz wichtig, denn viele Unternehmen hätten sich im Bereich des Bahnhofs angesiedelt, um schnelle Verbindungen zu haben.

    Mit dem ICE verreisen oder pendeln - das war für viele Menschen aus dem Raum Montabaur in den letzten Wochen nur mit deutlichen Einschränkungen möglich. Foto: picture-alliance / dpaThomas Frey


    Seit 2008 hat es 39 Mal in ICEs der Deutschen Bahn gebrannt. Das haben Recherchen des ARD-Politikmagazins Report Mainz ergeben. Experten sehen Sicherheitsrisiken und fordern ein neues Notfallmanagement. Die Strecke gilt als sehr anspruchsvoll, auf ihr werden nur ICEs der Baureihe 3 planmäßig eingesetzt.
    Bahn weist Spekulationen zurück
    Alle Spekulationen zur Brandursache bei Dierdorf wies die Bahn zurück. "Die Verbreitung voreiliger und noch dazu falscher Schlüsse ist unverantwortlich und hilft niemandem", erklärte Berthold Huber, Vorstand für den Personenverkehr. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

    Großes Aufräumen nach dem Brand eines ICE bei Dierdorf. Foto: picture-alliance / dpa

    Die Brandschutzmaßnahmen seien mit allen Behörden abgestimmt und würden regelmäßig überprüft. Auslöser der 39 Brände seien meist keine Technikpannen gewesen, sondern etwa "Papierbrände in Mülleimern durch glimmende Zigaretten" oder Brandstiftung in Toiletten.
    Besseres Notfallmanagement gefordert
    Im Gespräch mit Report Mainz kritisiert der Feuerwehrinspekteur des Kreises Neuwied, Werner Böcking, dass die Bahn die Feuerwehren nicht ausreichend über Gefahrenquellen an Bord von ICEs aufgeklärt habe. Böcking fordert von der Bahn eine engere Zusammenarbeit mit den Rettungskräften und ein besseres Notfallmanagement.

    Rettungskräfte wünschen sich eine bessere und schnellere Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Foto: SWR


    Die 180-Kilometer-Trasse zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet ist eine der wichtigsten Strecken im gesamten Netz der Bahn. Sie verbindet Süddeutschland mit dem Ruhrgebiet, den Niederlanden und Belgien. Züge können hier mit bis zu 300 Stundenkilometern fahren.
    Stand: 16.11.2018, 14:00 Uhr

    www.swr.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Feuer bei Dierdorf: Ein Jahr nach ICE-Brand - Feuerwehr kritisiert Bahn-Sicherheit
    Autorin: Manuela Hübner

    Ein Jahr nach dem ICE-Brand auf der Zug-Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt hat die Feuerwehr im Kreis Neuwied die Bahn-Verantwortlichen kritisiert. Die Strecke sei nicht wesentlich sicherer geworden.
    Es ist der Morgen des 12. Oktober 2018. Mehr als 500 Menschen sind im ICE 511 unterwegs von Köln nach Frankfurt. In der Nähe von Dierdorf im Westerwald fängt der vorletzte Wagen plötzlich Feuer, schnell greifen die Flammen auf den hinteren Triebwagen über. Dass niemand ernsthaft zu Schaden kommt, verdanken die rund 500 Insassen vor allem einer beispielhaften Rettungsaktion.
    Evakuierung in kürzester Zeit
    Es ist zunächst zwei Männern, die an diesem Tag ebenfalls im Zug sitzen, zu verdanken, dass alle Passagiere schnell und unversehrt aus dem brennenden Fahrzeug gerettet werden können. Wie später bekannt wird, ist es ein Bundespolizist, der gemeinsam mit einem Mitarbeiter einer Flughafen-Feuerwehr erst die Notbremse zieht und dann eine sofortige Evakuierung einleitet. Noch bevor der Zug vollständig zum Stehen kommt - bei Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern dauert das mehrere Minuten - bringen die beiden die Passagiere aus dem brennenden Waggon in die vorderen Wagen.
    Besseres Notfallmanagement gefordert
    Der Neuwieder Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Böcking kritisiert, dass der Notfallmanager bei dem Unglück erst nach etwa einer Stunde gekommen ist. Das müsse künftig schneller gehen. Dieser Notfallmanager sorgt dafür, dass Rettungskräfte vor Ort sicher arbeiten können - indem etwa Starkstrom in den Oberleitungen geerdet wird.
    Außerdem müssten Rettungswege deutlich besser gepflegt und freigeschnitten werden, sonst kämen Rettungsfahrzeuge nicht schnell genug zur Unglücksstelle. Nach Böckings Angaben kennt die Bahn diese Vorschläge seit gut einem halben Jahr, bisher hätten die Verantwortlichen darauf aber nicht reagiert. Nur weil im Falle des ICE 511 alles glimpflich ausgegangen sei, hieße das nicht, dass es nicht auch hätte anders kommen können.
    Das hatte mehrere Gründe: So war der ICE zum Beispiel gerade auf offener Strecke unterwegs und nicht in einem Tunnel. Später wird zudem das warme und trockene Wetter den Rettungskräften in die Karten spielen. Tatsächlich wird nicht ein einziger Mensch durch den Brand ernsthaft verletzt. In der Bilanz der Polizei heißt es, lediglich ein Insasse habe sich bei der Evakuierung den Fuß verletzt, vier Menschen hätten über Kreislaufbeschwerden geklagt.
    "Wenn da noch einer drin ist, den kriegen wir nicht lebend raus"
    Die Einsatzkräfte leisten Großes an diesem Tag im Oktober. Und von ihnen waren bei der vorhandenen Gefahrenlage gleich hunderte vor Ort. Alleine 250 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, dazu zahlreiche Helfer von Sanitätsdiensten sowie dem Technischen Hilfswerk.
    Feuerwehr-Einsatzleiter Böcking beschrieb damals anschaulich, wie ernst die Lage zunächst schien: "Ich dachte, wenn da noch einer drin ist, den kriegen wir nicht mehr lebend raus."
    Sein Kollege Andreas Schmidt, Leiter der Verbandsgemeinde-Feuerwehr Dierdorf, war einer der ersten am Unglücksort und koordinierte die ersten Lösch- und Sicherheitsmaßnahmen. "Wir mussten schnell entscheiden, dass wir nur über die Autobahn an den Brand herankommen", sagte er. Die richtige Entscheidung, wie sich herausstellte. Feuerwehrleute, Einsatzfahrzeuge, Material - alles wurde in kürzester Zeit an die A3 verlagert, die Autobahn für einige Zeit in beide Richtungen voll gesperrt.
    Deutsche Bahn im Kreuzfeuer
    Bahnexperte Markus Hecht von der TU Berlin kritisiert im ARD-Politmagazin Report Mainz die Auslastung der Strecke: "Die Leistungsanforderung dort ist sehr hoch, gleichzeitig gibt es zu wenige Fahrzeuge." Immer wieder würden Züge mit Schäden auf die Strecke geschickt.
    Laut Deutscher Bahn war der besagte Zug erst am Tag vor dem Brand überprüft worden. Eine Klimaanlange musste wegen einer defekten Steuerung deaktiviert werden. Ein Zusammenhang mit dem Brand sei jedoch ausgeschlossen, so die Bahn.
    Nach mehrmonatigen Untersuchungen heißt es: Verursacht worden sei der durch einen technischen Defekt - sehr wahrscheinlich in einem Trafo. Ausgetretenes Transformatoröl habe sich entzündet. Die genaue Brandursache ist aber bis heute unklar. Eine genaue Rekonstruktion ist schwierig, da vom betroffenen Waggon kaum etwas übriggeblieben ist.
    Auf eine SWR-Anfrage teilt die Bahn mit, dass sie seit dem Unglück vorsorglich intensivere Überprüfungen der Transformatoren durchführe. Zusätzlich habe man "prophylaktisch eine umfassende Erneuerung aller Transformatoren dieser Bauart gestartet und dafür einen zweistelligen Millionenbetrag investiert."
    STAND: 12.10.2019, 7:49 Uhr

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