[Berlin] BVG lässt Obdachlose in U-Bahn-Stationen übernachten

  • [Berlin] BVG lässt Obdachlose in U-Bahn-Stationen übernachten

    Einigung zwischen Senat und BVG: Obdachlose dürfen im Winter doch in U-Bahnhöfen übernachten
    15.10.18 | 18:25 Uhr
    Vor einem Monat hatte die BVG für Entsetzen gesorgt: Sie hatte öffentlich darüber nachgedacht, ausgewählte U-Bahnhöfe im Winter für Obdachlose zu schließen. Nach viel Kritik haben sich Senat und BVG jetzt auf ein neues Konzept geeinigt.

    Die Berliner BVG wird auch weiterhin im Winter Übernachtungsräume für Obdachlose bereitstellen. Darauf haben sich BVG-Chefin Sigrid Nikutta und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) am Montag geeinigt. Die BVG sei nicht Teil der Obdachlosenhilfe, sehe sich aber in der Pflicht, Übernachtungsmöglichkeiten bereitzustellen, sagte Nikutta. Im September hatte die BVG noch angekündigt, dass es im kommenden Winter keine Kältebahnhöfe mit Sonderöffnungszeiten mehr geben werde.

    Kältehilfe hat noch Kapazitäten


    Allerdings sollen nicht alle U-Bahnhöfe nachts geöffnet bleiben, es werde niemand "auf den Bahngsteigen schlafen", sagte Senatorin Breitenbach. "Da gibt es auch große Sicherheitsprobleme."


    An einigen U-Bahnhöfen sollen deshalb bislang ungenutze Räume als Notschlafplatz dienen. Es handelt sich um Räume, die zur Erweiterung der U-Bahn gebaut aber bislang nicht genutzt wurden. "Wir haben große ungenutzte Räumlichkeiten in unseren U-Bahnhöfen. Die werden wir gerne zur Verfügung stellen", so Nikutta. Vor den Bahnhöfen werden zudem mobile Toiletten aufgestellt. Passende Standorte sollen in den nächsten Wochen geprüft werden. "Wir gehen mal von zwei bis drei aus", sagte Sozialsenatorin Breitenbach dem rbb. "Eher zwei."
    Wichtig sei dabei die Nähe zur Kältehilfe, sagte Breitenbach. Deren rund 1.000 Plätze seien bisher nur zu 85 Prozent ausgelastet. "Diese Plätze reichen aus." Sozialarbeiter sollen deswegen in den U-Bahnhöfen, die nachts geöffnet bleiben, Obdachlose direkt ansprechen, sich um die Menschen kümmern und ihnen anbieten, in einer Kältehilfe-Einrichtung zu übernachten.

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  • Berliner Clubs stellen Schlafplätze für Obdachlose bereit

    Zwei Berliner Clubs wollen Obdachlosen im Jänner und Februar Kälteschlafplätze bieten. Das berichteten gestern mehrere Lokalzeitungen. Konkret wollen die Betreiber der Clubs Astra Kulturhaus und Bi Nuu Obdachlose eine Nacht pro Woche in ihren Räumlichkeiten unterbringen.
    Rund 25 Männer sollen dabei im Astra Kulturhaus und 15 Frauen im Bi Nuu, beide im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, beherbergt werden. Die Gespräche der Clubbetreiber mit der Berliner Kältehilfe, die vom Wohlfahrtsverband Gebewo betrieben wird, befinden sich dem „Tagesspiegel“ zufolge in der Endphase.
    Übernachtung in Berliner U-Bahn-Höfen verboten?
    Für Aufsehen sorgte Anfang Herbst die Ankündigung der Berliner Verkehrsbetriebe, dass Obdachlose anders als in den vergangenen Jahren nicht mehr in bestimmten U-Bahn-Höfen übernachten dürfen. Als Grund dafür wurden Sicherheitsbedenken genannt.
    Im November wurde nach heftiger Kritik verkündet, dass es nun doch zwei Kältebahnhöfe geben soll. Schätzungen der Gebewo zufolge leben zwischen 6.000 und 8.000 Obdachlose in der deutschen Hauptstadt.

    ORF
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