(Salzburger Nachrichten) Neues Budget für Salzburg: Gitzentunnel versenkt, Öffi-Offensive kommt

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  • (Salzburger Nachrichten) Neues Budget für Salzburg: Gitzentunnel versenkt, Öffi-Offensive kommt

    Neues Budget für Salzburg: Gitzentunnel versenkt, Öffi-Offensive kommt

    Freitag19. Oktober 2018
    15:43 Uhr



    Die Regierung beschloss ein neues Budget - und eine Kehrtwende in der Verkehrspolitik: Die Öffis bekommen Vorrang, auf teure Straßenprojekte wie den Gitzentunnel wird in dieser Legislaturperiode verzichtet. Auch günstigere Öffi-Tickets kommen.

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    Lokalbahn-Ausbau statt Gitzentunnel

    Es gibt ein kräftiges Signal für den Öffentlichen Verkehr: Das straßenbauliche Großprojekt der Nordspange Salzburg (inkl. Gitzentunnel) wird in dieser Legislaturperiode zugunsten eines zweispurigen Ausbaus der Lokalbahn und einer Taktverdichtung (15 Minuten-Takt) nicht mehr verfolgt. "Zudem investieren wird in die Instandhaltung des Straßennetzes", sagte Stöckl.

    Die Offensive betrifft vor allem den Öffentlichen Verkehr. "Damit die Öffis genutzt werden, müssen sie billiger, schneller und leichter zugänglich werden. Wir müssen in die Infrastruktur, in ein besseres Angebot und in billigere Tickets investieren", sagt Verkehrslandesrat Stefan Schnöll.

    Jahrestickets werden wesentlich günstiger

    Das Tarifsystem wird grundlegend reformiert. "Wir schaffen eine attraktive Jahreskarte um 595 Euro fürs ganze Bundesland. Das sind fast 1000 Euro weniger als bisher" sagt Schnöll. Außerdem wird es Regionen-Tickets für die Stadt Salzburg (inkl. 1. Außenzone), Salzburg Land Nord, Salzburg Land Süd, Pinzgau, Pongau und Lungau geben, die 365 Euro kosten. Wer 2 Regionen kauft, zahlt 495 Euro.

    Investitionsoffensive bei ÖV-Struktur

    Für die Pendler aus dem nördlichen Flachgau soll der Umstieg auf die Öffis deutlich attraktiver werden: "Wir nehmen in den nächsten Jahren Geld in die Hand, um die Salzburger Lokalbahn soweit zweispurig auszubauen, dass wir einen 15-Minuten-Takt fahren können", sagt Schnöll (1). Und: "Es gibt aber auch viele, die aufs Auto angewiesen sind. Wenn wir denjenigen, die auf Öffis umsteigen können, ein attraktives Angebot legen, profitieren auch die davon, die weiterhin das Auto einfach brauchen."

    Außerdem werden auch das bestehende Angebot erweitert und diverse Takte verbessert, sagt Schnöll: "Die Testphase der Taktverdichtung auf der Pinzgauer Lokalbahn während der Sperre des Schmittentunnels hat gezeigt, dass die Salzburger bei einem guten Angebot bereit sind, umzusteigen. Wir werden deshalb den 30-Minuten-Takt auf der Pinzgauer Lokalbahn beibehalten (2). Zusätzlich erweitern wir Bus-Takte in allen Bezirken und die Taktung der S3 in Richtung Süden. Es geht mir dabei vor allem darum, auch am Abend Busse und verstärkten Bahnverkehr anbieten zu können", so Schnöll.

    Verkehr grundlegend neu strukturieren

    "Neben einer Verbesserung der Infrastruktur, einem besseren Angebot und wesentlich billigeren Ticketpreisen braucht es eine grundlegende Strukturreform", ist Landesrat Schnöll überzeugt: "Die Politik muss das Heft wieder in die Hand nehmen. Es braucht eine gemeinsame, gut abgestimmte Verkehrsplanung fürs ganze Bundesland. Die Stadt Salzburg und das Land müssen an einem Strang ziehen."

    Ein deutliches Signal gibt es auch, um die kaputten Straßen im Land zu sanieren. Das Budget für reine Straßensanierung wird 2019 im Vergleich zu heuer und den letzten Jahren um 8 Millionen erhöht.



    Quelle: www.sn.at



    (1) Zum 15-Minutentakt auf der Salzburger Lokalbahn: dafür muss nur eine Ausweiche im Bereich der Haltestelle Arnsdorf errichtet werden. Ansonsten dienen die bahnhöfe Bergheim, Anthering und Weitwörth als Ausweichen, wobei in Weitwörth vor nicht langer Zeit eine 1,5km lange, zweigleisige Strecke errichtet wurde.

    (2) Der Schmittentunnel, Strassenumfahrung von Zell am See, ist derzeit gesperrt. Um die Strassen um Zell zu entlasten, wurde zwischen Zell und Piesendorf (teilweise Niedernsill) der Stundentakt auf ein 30-Minuten-Intervall verdichtet. Hier gehts zum Fahrplan, der nun lt. Schnöll beibehalten wird.
  • Kann ich beides nur bestätigen, der Halbstundentakt auf der Salzburg-Tirolerbahn gehört ausgeweitet, der auf der Weststrecke endlicheinmal eingeführt. Und, ja da muss irgendein Fernzug dran glauben, es gibt ganz einfach einen zu viel.

    Gäbe es WESTbahn nicht, wärs natürlich einfach.

    (1) ein schneller railjet
    (2) ein langsamer railjet
    (3) ein Fernzug (durchaus von/nach Wien) mit den REX-Halten (wie das Alternieren mit den Braunauer REX geregelt wird, müsste man sich anschauen).
    (4) zwei S-Bahnzüge, davon zumindest einer ab/bis Attnang (oder gleich direkt bis Linz), sodass der REX auch in dem Abschnitt ein REX sein kann.

    ad (3): eine Lösung könnte so aussehen, dass immer, wenn der REX aus Braunau kommt, dieser nach Freilassing fährt und der REX aus Wien über die Schleife nach Salzburg Parsch, Aigen und Hallein, ev. Golling-Abtenau fährt. Eine Direktverbindung über die Schleife würde weder im Nah- noch im Fernverkehr schaden.

    Und m.E. sind die KISS von WESTbahn für diese Linie die absolut idealen Fahrzeuge: beschleunigen gut und bieten eine Bordrestauration, die für Wien-Salzburg (-Hallein) durchaus ausreicht.

    ad (3) Nachtrag : bis Strasswalchen sollte dieser Zug die Halte des langsamen railjet haben.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von grubenhunt ()

  • grubenhunt schrieb:

    Jahrestickets werden wesentlich günstiger
    Öffi-Billigticket: SPÖ fordert sofortige Einführung

    Das geplante Jahrestickt (sic!) für öffentliche Verkehrsmittel müsse deutlich früher als geplant eingeführt werden – nicht erst in einem Jahr. Das fordert die Salzburger SPÖ. Im Landtag machte sie Mittwoch dafür Druck.

    Ohne dieses preisgünstige Jahresticket würden die Salzburger auch weiter kaum auf Öffis umsteigen, so die Sozialdemokraten. Das Thema Verkehr ist ein Dauerbrenner im Salzburger Landtag.
    Dass das Angebot erweitert und die Preise für Umsteiger vom privaten Auto gesenkt werden müssen, darüber herrscht breite Einigkeit bei allen Parteien. Nur der Zeitpunkt der Einführung ist weiter umstritten.
    „Nicht erst in einem Jahr“
    Die SPÖ will, dass das günstige Jahresticket sofort eingeführt wird. Dieser Schritt sei sehr rasch machbar. Die derzeitigen Kosten von 1.500 Euro pro Person und Jahr für das Salzburg Land Ticket seien für viele potenzielle Nutzer deutlich zu hoch. Das Fördergeld der Politik für ein viel günstigeres Jahresticket sei jedenfalls schon längst vorhanden, betont SPÖ-Landesparteichef Walter Steidl.
    „Salzburg AG soll Dividende ausschütten“
    Erst vor wenigen Tagen sei in der Salzburg AG eine zusätzliche Dividende für den öffentlichen Verkehr beschlossen worden. Dieses Geld sollte man gleich für das Jahresticket verwenden, so Steidl. Bei der Regierungspartei ÖVP betont man dagegen, dass die Umstellung des Systems noch Zeit brauche, und es sei Professionalität gefordert. Man müsse das Projekt „mit Herz und Hirn“ machen. Und dafür seien sicher ein paar Monate nötig, heißt es bei den Grünen, die mit ÖVP und NEOS in der Salzburger Koalitionsregierung sitzen.

    ORF Salzburg
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