[NÖN] Verkehr in Herzogenburg: Nicht-barrierefreie Züge: „Fahrt ist beschwerlich“

  • [NÖN] Verkehr in Herzogenburg: Nicht-barrierefreie Züge: „Fahrt ist beschwerlich“

    Verkehr in Herzogenburg
    Aus der heutigen NÖN

    Nicht-barrierefreie Züge: „Fahrt ist beschwerlich“

    Herzogenburger klagt über nicht-barrierefreie Züge auf der Kremser Strecke. Alte Triebwagen machen die Fahrt für Senioren und behinderte Menschen zur Herausforderung.



    „Ich will mich nicht beschweren, ich möchte nur einen Denkanstoß geben“, sagt Helmut Zeindler, der hofft, dass so vielleicht baldbehindertengerechte Züge auf der Strecke zwischen Herzogenburg-Wielandsthal und St. Pölten fahren. | Hans Kopitz

    Jeden Tag fährt Helmut Zeindler mit dem Zug von der Haltestelle Herzogenburg-Wielandsthal nach St. Pölten – und wieder zurück. Ganz so einfach zu bewältigen ist die Reise für den 89-Jährigen mittlerweile aber nicht mehr. Nicht-barrierefreie Züge machen den Weg für den Herzogenburger beschwerlich.

    „Auf der Strecke werden hauptsächlich alte, nicht behindertengerechte Triebwagen eingesetzt“, klagt der Pensionist. Das Ein- und Aussteigen sowie die Fahrt werden so für ältere und behinderte Menschen zur Herausforderung. Das bestätigt auch Josef Schoisengeyer, der Obmann des Club 81, der das Ziel der Integration behinderter Menschen verfolgt: „Die Kremser Bahn ist nicht optimal für behinderte Menschen. Die alten Garnituren machen uns ein Mitfahren kaum möglich.“

    „Besonders arg war es am Staatsfeiertag. Da haben viele Menschen keinen Sitzplatz bekommen“
    Hinzukomme, dass in den Zügen zu wenig Platz und beim Einsteigen dafür umso mehr Gedränge sei, meint Zeindler. „Besonders arg war es am Staatsfeiertag. Da haben viele Menschen keinen Sitzplatz bekommen“, schildert der Herzogenburger.

    Und das will er in Zukunft verhindern: „Ich möchte mich nicht beschweren, sondern nur einen Denkanstoß geben“, stellt der Pensionist klar.
    Den ÖBB ist das Problem bekannt: „Wir sind bemüht barrierefreies, modernes Zugmaterial, wie es auf der Strecke der S 40 eingesetzt wird, auch im Dieselnetz in den nächsten Jahren anbieten zu können“, sagt Christopher Seif von den ÖBB. Die Sitzplätze versuche man an die Auslastung der Züge anzupassen. „Dazu werden regelmäßig Fahrgasterhebungen gemacht.“
  • KFNB X schrieb:

    Selbst auf der S1 gibt es 2-Stunden-Lücken bei barrierefreien Fahrzeugen.
    Und die von J-C angesprochenen DoSto fahren zwischen St. Pölten und Krems nur während der HVZ, also nicht zu der Zeit, wo der in Rede stehende Pensionist wahrscheinlich gerade fahren will.
    Wann die Batterie-Cityjet kommen werden, wenn überhaupt, steht noch in den Sternen.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 2020.01 schrieb:

    Wie die Menschen aller Altersgruppen 160 Jahre lang bahngefahren sind, ist mir unerklärlich. Und der Mann am Bild schaut garnicht so gehbehindert aus. Wiedereinmal viel Motschkerei für nichts.
    Vergiss nicht, dass Bahnfahren vor 160 Jahren extrem teuer war. Noch vor 100 Jahren kostete eine Bahnfahrkarte 3. Klasse für ca. 40km so viel wie den Tageslohn eines Maurers - der alte oder gehbehinderte hätte also schon sehr viel Geld gebraucht, um die Bahn zu nutzen (bzw. hätte dann auch wohl jem anden zahlen können, der beim Einsteigen hilft.

    Zudem hast heute in vielen Orten weder Postamt, Bank, Greisler - sprich viele alte Leute sind erst recht auf die Öffis angewiesen.
  • Neu

    Zumindest mehr Züge bekommen die Herzogenburger. Und einen Fahrplanwech-Esel...:
    Fahrplanwechesel (sic!): Zug um Zug zur Verbesserung
    NÖN vom 13.11.2018

    Bahn erweitert und attraktiviert ihr Angebot auf der Strecke zwischen Krems und St. Pölten.


    Bei der Präsentation: Stadtrat Markus Krempl-Spörk (St. Pölten), geschäftsführender Gemeinderat Peter Hießberger (Wölbling), Bürgermeisterin Gudrun Berger (Furth), Bürgermeister Franz Brandl (Gedersdorf), geschäftsführender Gemeinderat Stefan Löffler (Gedersdorf), Bürgermeister Michael Küttner (Statzendorf), Umweltgemeinderat Oswald Eder (Statzendorf), Landesrat Ludwig Schleritzko, Stadtrat Martin Sedelmaier (Krems), Gemeinderat Gebhard Sommerauer (Paudorf), Gemeinderat Franz Fehr (Rohrendorf) geschäftsführender Gemeinderat Herbert Ramler (Statzendorf; von links). | Florian Krumböck

    Den diesjährigen europäischen Fahrplanwechsel am Sonntag, 9. Dezember, nutzt das Land NÖ, um auf der Kremser- und Kamptalbahn, der Erlauftal-, Traisental-, Puchberger- und Gutensteinerbahn umfassende Verbesserungen umzusetzen. So werden auf diesen Regionalbahnen insgesamt rund 500.000 Bahn-Kilometer pro Jahr mehr gefahren, das bedeutet ein Plus von 1,9 Millionen Sitzplätzen pro Jahr.

    „Seit Dezember 2015 gab es auf der Kremser- und der Kamptalbahn eine Steigerung von rund 20 Prozent bei den Fahrgastzahlen“, erklärt VP-Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko. „Das zeigt, wie wichtig die Stärkung dieser Verbindung ist. Wir müssen hier vorausschauend planen und das Angebot noch weiter ausbauen, um den Bedürfnissen der Pendler gerecht zu werden“, so Schleritzko weiter.


    „Großer Gewinn für die Gemeindebürger“
    Konkret werden durch die Investitionen des Landes NÖ speziell auf der Strecke zwischen St. Pölten und Horn rund 171.000 Zug-Kilometer an Mehrleistungen erbracht. Das bedeutet, es werden fast 500.000 zusätzliche Sitzplätze geschaffen.

    „Um unsere Regionalbahn zu fördern, müssen die Fahrpläne logisch und zuverlässig sein. Daher sind Halbstunden- beziehungsweise Stundentakte ein großer Gewinn für unsere Gemeindebürger“, sind sich die Vertreter der Gemeinden entlang der Kremserbahn einig. Zur offiziellen Präsentation der Pläne waren zahlreiche Vertreter aus Statzendorf mit SP-Bürgermeister Michael Küttner an der Spitze sowie geschäftsführender Gemeinderat Peter Hießberger (VP) aus Wölbling gekommen.

    Während von Montag bis Sonntag bisher nur zur Ausflugssaison ein ganztägiger Stundentakt mit Durchbindung von/nach St. Pölten vorzufinden war, wird der Stundentakt mit Dezember 2018 auf das ganze Jahr ausgeweitet. Darüber hinaus gibt es einen lückenlosen Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit zwischen St. Pölten und Krems.

    Züge fahren bis kurz nach 23 Uhr
    Neben dem durchgehenden Stundentakt und der Verdichtung in den Rush-Hours kommt mit 9. Dezember aber auch eine Ausweitung der Betriebszeiten zum Tragen. Durch den zusätzlichen Einsatz von Zügen kann künftig bis kurz nach 23 Uhr von St. Pölten nach Krems und auch umgekehrt von Krems in die Landeshauptstadt gefahren werden.
    Erarbeitet hat die Verbesserung der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) im Auftrag des Landes NÖ.

    Vom Taktknoten St. Pölten aus gelangt man wiederum alle 30 Minuten mit dem Fernverkehr Richtung Wien, Linz oder Salzburg und zu vielen weiteren Zielen im In- und Ausland. Der tägliche Stundentakt ohne Taktlücken erleichtert vor allem am Wochenende die An- und Abreise im Ausflugs- und Freizeitverkehr mit der Bahn.
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