Österreichischer Bahnkultur-Preis: 2. Platz für die Florianerbahn

  • Österreichischer Bahnkultur-Preis: 2. Platz für die Florianerbahn

    „Ich hab’ die Eisenbahn im Blut“

    Kurt Jedliczka erhielt beim Bahnkultur-Preis Silber für die Florianerbahn

    Kurt Jedliczka Bild: OÖN/sc


    In seinem Leben ist alles auf Schiene ausgerichtet. Hauptberuflich als kaufmännischer Projektleiter bei Siemens Verkehrstechnik und seit 20 Jahren als Clubobmann der Florianerbahn. Die Rede ist von Kurt Jedliczka. Der 51-Jährige, der zwischen seinem Arbeitsort Wien und dem Elternhaus in Sankt Florian pendelt, hat seine Liebe zum Schienenverkehr der Verwandtschaft zu verdanken: „Meine Großväter und Urgroßväter haben alle bei der Eisenbahn gearbeitet. Ich hab’ das also quasi im Blut“, sagt Jedliczka.
    Daher dürfte auch sein Eifer für den Verein kommen. Dieser fasst 30 Mitglieder und erhielt beim diesjährigen Bahnkultur-Preis den zweiten Platz für die Generalsanierung der Remise Sankt Florian. In der Erstauflage 2016 konnte der Club Florianerbahn sogar Gold holen – etwas, auf das Kurt Jedliczka besonders stolz ist. „Dass wir bei zwei Preisverleihungen beide Male auf dem Stockerl landen, freut uns sehr. Das ist die beste Ausbeute und Anerkennung“, sagt der gebürtige Linzer und fügt an, dass das „hauptsächlich das Werk der ehrenamtlichen Mitarbeiter“ sei. Diese haben rund 5000 freiwillige Arbeitsstunden in die denkmalgerechte Sanierung gesteckt.
    Seiner unermüdlichen Arbeit ist es auch zu verdanken, dass die 16 Fahrzeuge der Remise 2017 erstmals bei der „Langen Nacht der Museen“ besichtigt werden konnten. Doch damit gibt sich der Alleinstehende nicht zufrieden. Der Clubobmann hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Stück der Strecke der Lokalbahn zwischen Ebelsberg und Sankt Florian wieder in Betrieb zu nehmen. Die 1,5 Kilometer bis zur Haltestelle Taunleiten sollen als „Kultur- und Tourismusschiene“ wiederbelebt werden. „Wir sind im Museumsverbund Sankt Florian dabei und könnten auf dem Teilstück alle Museen in Sankt Florian befahren“, erklärt Jedliczka die Beweggründe.
    Entspannung findet er beim Sport. Vor allem Skifahren, Schwimmen und Radfahren stehen oft auf der Tagesordnung. Aber sein „Herzblut ist und bleibt die Eisenbahn“.

    OÖN

    Laut ihrer Facebook-Seite erhielten die Nostalgiebahnen in Kärnten (NBiK) ebenfalls einen 2. Platz für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Bhf. Ferlach - Technikmuseum Historama.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Der Bahnkulturpreis hat Auftrieb gegeben, nun wird sogar weiter überlegt...:
    OÖ Nachrichten vom 26. Nov.

    Mit neuer Remise will sich Florianerbahn neu erfinden

    ST. FLORIAN. Nach preisgekrönten Sanierungen könnte die Bahn wieder rollen.


    Wenn es nach dem Club Florianerbahn geht, soll der Remise in St. Florian neues Leben eingehaucht werden.
    Bild: Rudolf Heinzl

    Es ist schon lange her, dass die Florianerbahn, bestehend aus einem Triebwagen und zwei Waggons, von Ebelsberg nach St. Florian fuhr. 1974 wurde der Verkehrsbetrieb eingestellt, ab 1988 diente sie als Nostalgiebahn. Im Jahr 2003 unternahm die schmalspurige Lokalbahn endgültig ihre letzte Fahrt. Das soll sich ändern – zumindest, wenn es nach dem Obmann des Clubs Florianerbahn, Kurt Jedliczka, geht. "Unser Ziel ist es, ein circa 1,5 Kilometer langes Stück der Strecke wieder in Betrieb zu nehmen", sagt der 51-Jährige.

    Auf diesem Teilstück – vom Ortskern bis zur Haltestelle Taunleiten – könnten "alle Museen in St. Florian angefahren" werden. Für diese "Kultur- und Tourismusschiene", wie Jedliczka sie nennt, investiert der Club Florianerbahn viel. Nach der Generalsanierung des Triebwagens EM1 wurde nun die Remise St. Florian wieder in Schuss gebracht.

    Ausgezeichnete Sanierungen

    Für beide Bauvorhaben erhielt der Club Florianerbahn den Bahnkultur-Preis. Nachdem er 2016 für die Restaurierung des rotbraun-gelben Triebwagens aus dem Jahr 1913 Gold holte, wurde die Revitalisierung der denkmalgeschützten Remise dieses Jahr mit Silber ausgezeichnet. "Das ist die beste Ausbeute und freut uns sehr", sagt Jedliczka.

    Die Auszeichnungen seien vor allem dem Eifer der 30 Vereinsmitglieder zu verdanken. Diese investierten rund 5000 freiwillige, unentgeltliche Arbeitsstunden, um die Remise in altem Glanz erstrahlen zu lassen.

    Zurzeit sind in den Räumlichkeiten 16 Fahrzeuge untergebracht. 12 der ausgestellten Exponate sind restauriert und betriebstauglich – also bereit, wieder über die Gleise zu rollen. Bevor das jedoch Realität werden kann, sind zeit- und kostenintensive Arbeiten nötig.

    Zustimmung des Gemeinderats

    Zwar wurde seitens der Gemeinde die angestrebte Teilstrecke frei gehalten, allerdings muss "die komplette Gleisanlage erneuert werden", sagt Bürgermeister Robert Zeitlinger (VP). Und das sei ein kostspieliges Projekt – die Kalkulation beläuft sich auf rund 500.000 Euro.

    Vorgespräche mit dem Land Oberösterreich haben bereits stattgefunden, auch der Gemeinderat hat sich grundsätzlich für die touristische Wiederinbetriebnahme ausgesprochen.
    Jedliczka sieht die positive Stimmung als Ansporn, der Florianerbahn bald wieder neues Leben einhauchen zu können. (sc)
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