13 Grazer Bims verschrottet - warum zwei verschont wurden

  • 13 Grazer Bims verschrottet - warum zwei verschont wurden

    13 Grazer Bims verschrottet - warum zwei verschont wurden
    Die Graz-Linien ließen 13 Straßenbahnen verschrotten. Warum zwei übrig blieben - und wie sich der Öffi-Fuhrpark entwickelt

    Kleine Zeitung vom 28.11.
    Von Christian Penz, Michael Saria | 17.31 Uhr, 28. November 2018


    13 Bimgarnituren wurden zerlegt © Christian Penz

    Maximal vier Stunden lang dauert es, dann ist eine Straßenbahn zerlegt. So lange benötigten die Mitarbeiter der Firma „Schrottwolf“, die sich zuletzt auf dem Areal der Holding Graz - zwischen Schönaugasse und Steyrergasse - austoben konnten: Galt es doch, 15 Bimgarnituren in die Mangel zu nehmen.


    Grazer Bims verschrottet


    Die ältesten „stammten aus den 60ern, Anfang der 70er-Jahre“, klärt Holding-Sprecher Gerald Zaczek-Pichler auf. Und sie hatten längst ihre Schuldigkeit getan. Im Zuge der Verschrottung seien sie „professionell von Schadstoffen befreit“ worden, betont man seitens der Firma Schrottwolf. Rund 30 Tonnen Altmetall fallen pro Garnitur an, so Geschäftsführer Alexander Schlick - und diese Mischkulanz werde recycelt sowie über das neue Onlineportal Schrott24 vermarktet.
    Kurioses Detail: Von den 15 Bims wurden zwei nicht verschrottet, sondern aufgehoben. „Eventuell für ein Kunstprojekt“, verrät man bei Schrottwolf.




    30 Tonnen Altmetall fallen pro Garnitur an Foto © Christian PenzAll dies ist nur dank der laufenden Modernisierung des Öffi-Fuhrparks in Graz möglich: Momentan verfügt man über 160 Busse und 85 Straßenbahnen. „Mit März 2019 schaffen wir neue, schadstoffarme Busse an und verzichten dann auf alle älteren Euro-III-Garnituren“, betont Holding-Vorständin Barbara Muhr. Parallel wolle man 2019 beim Bund um eine Förderung von sieben Wasserstoff- und sechs Elektrobussen ansuchen, die im Idealfall ab 2022 loslegen.


    Auch dieser letzte Rest wurde am Ende beseitigt
    Foto © Christian Penz

    Zudem sollen nicht nur bestehende Bimgarnituren - etwa die Serien 500 und 600 - modernisiert, sondern auch neue gekauft werden: Finanzstadtrat Günter Riegler verriet ja kürzlich, von der einst geplanten „Verlängerung“ der Cityrunner durch neue Mittelteile abzurücken. Stattdessen sollen ab 2021 sechs neue, kurze Garnituren durch Graz flitzen - und trotzdem die Option auf 20 lange Bims ab dem Jahr 2027 ermöglichen. Damit fährt Riegler nicht nur bei Barbara Muhr offene Türen ein: Auch Verkehrsstadträtin Elke Kahr begrüßt den Vorstoß, betont aber, „dass die Zeit drängt“.
  • Draisinenfan schrieb:

    Von den 15 Bims wurden zwei nicht verschrottet, sondern aufgehoben. „Eventuell für ein Kunstprojekt“, verrät man bei Schrottwolf.
    Laut EÖ-Heft 12/2018, S. 660, bleibt der Tw 530 (ex Duisburg Nr. 1086) in Graz museal erhalten und für den Tw 524 (ex Duisburg Nr. 1080) gibt es einen Interessenten aus Deutschland.
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