Talent 3 zu lang für zahlreiche Bahnsteige in Wien und Vorarlberg

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  • Talent 3 zu lang für zahlreiche Bahnsteige in Wien und Vorarlberg

    Laut EÖ-Heft 12/2018, S. 655, sind die Talent 3-Tw (künftige Reihe 4758) mit einer LüP von 104,5 m zu lang für eine ganze Reihe von Stationen in Wien und Vorarlberg sowohl als Einfachgarnitur als auch insbesondere als Doppelgarnitur, sofern nicht entsprechende Adaptionen an den Bahnsteigen vorgenommen werden, was bei einigen Stationen nicht so einfach zu lösen sein wird.

    In Wien gibt es bei Einfachgarnituren auf folgenden S-Bahnlinien Probleme:

    • S 45 (Vorortelinie): Alle Stationen zwischen Heiligenstadt und Penzing mit 75 m-Bahnsteigen (Ausnahme Ottakring mit 170 m)
    • S 7 (Preßburger Bahn): Hainburg-Personenbahnhof mit 74 m.
    Für Doppelgarnituren (209 m LüP):
    • Stammstrecke: Alle Stationen mit Ausnahme von Meidling (440 m), Hauptbahnhof (210 m), Wien Mitte (210 m), Praterstern (214 m) und Floridsdorf (260 m).
    • Auf den Außenästen sind fast alle Stationen für Doppelgarnituren zu kurz, sodass 4758-Doppelgarnituren praktisch nicht eingesetzt werden können. In Wien gibt es nur folgende Ausnahmen: Westbahnhof (498 m), Hütteldorf (320 m), FJB (345 m), Spittelau (220m) Nußdorf (240 m), Siemensstraße (260 m), Leopoldau (290 m), Stadlau (210 m), Simmering (2270 m), Grillgasse (230 m). Alle anderen Stationen auf Wiener Stadtgebiet sind für die Talent 3-Garnituren zu kurz, darunter auch Liesing mit 207 m).
    In Vorarlberg können die Talent 3-Einfachggarnituren auf den Verbindungen Feldkirch - Buchs und Bregenz - St. Margrethen wegen zahlreicher 75 und 90 m-Haltestellen nicht eingesetzt werden. Auf der Vorarlbergbahn (Lindau -) Bregenz - Feldkirch - Bludenz scheitert der Doppelgarnitur-Einsatz (vorerst) an den zu kurzen Bahnsteigen in Lochau-Hörbranz (200 m), Bregenz Hafen (151 m), Wolfurt (206 m), Dornbirn-Schoren (200 m), Altach (176 m), Sulz-Röthis (200 m), Schlins-Beschling (200 m).
    "Vorerst" deshalb in Klammer geschrieben, weil ja nicht auszuschließen ist, dass man sich doch noch zu Bahnsteigverlängerungen durchringt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • EN 466 Wiener Walzer schrieb:

    War jemals geplant, den Talent 3 in Wien einzusetzen? Der wurde ja für Vorarlberg, und für den Verkehr von Innsbruck nach Südtirol bestellt (?).
    Laut Wikipedia gibt es mit Bombardier einen Rahmenvertrag über 300 Garnituren, je zur Hälfte in der Langversion (104,5 m) und in der Kurzversion (75 m). Davon wurden bisher 21 Garnituren der Langversion für Vorarlberg und 25 Garnituren (ebenfalls Langversion) für Tirol und Südtirol abgerufen. Da bleiben noch immer 104 Garnituren der Langversion für Restösterreich offen. Nicht auszuschließen daher, dass auch eine Reihe davon im Wiener zentralraum zum Einsatz kommen wird.

    Tatsache ist jedenfalls, dass die Langversion mit 104,5 m auf zwei Strecken in Vorarlberg nicht eingesetzt werden kann.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Keine Ahnung was EÖ da schon wieder zusammenreimt. Ca. so wertvoll wie die Aussage, dass die Vectron der ÖBB nicht auf nicht elektrifizierten Strecken im Personenverkehr eingesetzt werden können.
    Die 100 Meter Talent 3 wurden für Vorarlberg und Tirol bestellt und haben somit nichts in Wien "verloren".
    Sollte es in Wien Bedarf geben, dann gibt es in der Ausschreibung auch 75 Meter Fahrzeuge. (Auch im VOR-VDV ist von 75-Meter-Fahrzeugen die Rede)

    90 Meter Bahnsteige sollten für 105 Meter Talent reichen.
  • In Hütteldorf sind die Bahnsteige (bzw. der Bahnsteig) lang genug. In Penzing wurden beim letzten Umbau die beiden S45-Bahnsteige ohne besondere Notwendigkeit "maßgeschneidert" errichtet – völlig idiotisch... Ein Umbau auf längere Züge sollte aber mit nicht allzuviel Aufwand möglich sein. In Breitensee müssten die Bahnsteige nach Abbau der Absperrgitter und Betonwände ausreichend lange sein. In Ottakring sind die Bahnsteige lang genug. In Hernals ebenfalls, nur zur Hälfte abgesperrt und verwahrlost – da müsste man eventuell die abgesperrte Hälfte neu pflastern. In Gersthof gleichfalls. Krottenbachstraße und Oberdöbling könnten ein Problem werden, da sind die Bahnsteighallen auch ziemlich "maßgeschneidert". Heiligenstadt und Handelskai sollten lang genug sein.

    In London gibt es auch überlange Fahrzeuge, wo an manchen Stationen die Türen im vorderen- und hinteren Zugteil nicht öffnen. Wo ist das Problem? Übrigens ein kluger Schachzug der Westösterreicher. So müssen sie ganz sicher nicht darum bangen, je Fahrzeuge an andere Bundesländer abgeben zu müssen, weil diese dann nur spezifisch nach Vorarlberg (und evt. Tirol) passen. Der Westen hat aus den Fehlern des Osten gelernt. Wie oft wurden im VOR Talent bestellt oder jetzt Cityjet, die dann an die Bundesländer nach und nach abgegeben wurden. Aber die Rechnung kommt immer zum Schluss: In der Vergangenheit bekam der Westen immer die neuesten Fahrzeuge (wo sie eh die meiste Zeit nur herumstanden und vereinzelt auf HVZ-Einsätze warteten). Dann, wenn neueres Material nachkam, wurde der alte Kram in den Osten abgestoßen, wo auch heute noch richtig viel altes Zeug unter Höchstleistung unterwegs ist. Das wird man zukünftig mit den überlangen Talent 3 nicht mehr so leicht machen können! :D :P
  • Wenn man's nötig hätte, was nicht der Fall ist, kann man Bahnsteige verlängern. Strategisch ist jedoch auf der S45 ein 7,5-Minuten-Takt ohnehin eine bessere Idee - mag mehr kosten, aber macht es einfach attraktiver.

    Davon mal abgesehen, dass die Langversion nimmer in der Ostregion landen wird. Bestellt sind dort 75 Meter.

    Außerdem ist die Langversion gar nicht für Doppeltraktion gedacht gewesen - das ist ja der Grund, wieso man sie bestellt, um Doppeltraktionen eben zu vermeiden.

    Ja, es ist super cool, wenn in Deutschland etwa ein Meridian solche langen Züge etwa in Dreifachtraktion fahren kann. Aber erstens wären Dostos da die bessere Option und zweitens herrscht bedarfsmäßig nicht die Notwendigkeit.

    Man hat außerhalb dessen ohnehin ein genügend breites Verwendungsspektrum für die Langversion.

    Kann mir vorstellen, dass Kärnten und Salzburg sowas gebrauchen kann.

    Und die 75-Meter-Variante existiert weiterhin.

    Was die Verwendung der Züge angeht, das ist höchstens beim Talent1 der Fall gewesen, ehrlich gesagt kein schlechter Schachzug, deren Beschleunigung soll ja nicht so besonders sein. Und dort, wo man sie einsetzte, hat man wohl noch ältere Züge ersetzt...

    Also ja, die Information, dass die langen Talente nicht überall passen, ist so gehaltvoll wie die, dass ein Railjet nicht jeden Bahnsteig der Stammstrecke bedienen kann.
  • J-C schrieb:


    Also ja, die Information, dass die langen Talente nicht überall passen, ist so gehaltvoll wie die, dass ein Railjet nicht jeden Bahnsteig der Stammstrecke bedienen kann.
    Prinzipiuell hast Du natürlich recht. Andererseits hat die Westbahn nun halt den Vorteil, auch auf der Stammstrecke fahren zu können, weil deren Fahrzeuge halt dafür passen.
    Nachteil wärs also sicher keiner...
  • Gut, aber über FV auf der Stammstrecke kann man sowieso gut streiten: angesichts der übervollen Infrastruktur, wo nun obendrein Richtung Norden zusätzlich zum CAT eine weiter Taktlücke entsteht, sollte man von solchen Ideen Abstand nehmen und halten. Ich finds in dem Zusammenhang ja weiterhin ungeschickt, dass man dem Praterstern seine Stumpfgleise genommen hat.

    Ich bin weiterhin gespannt, wie sich auf der Stammstrecke alles entwickeln wird, wenn die 4020er dort weg sind. Von Talent 3 war dort und auf der S45 nie die Rede.
  • westbahn schrieb:

    In Penzing wurden beim letzten Umbau die beiden S45-Bahnsteige ohne besondere Notwendigkeit "maßgeschneidert" errichtet – völlig idiotisch...
    Die Bahnsteige wären runde 100 Meter lang, nur hat man die ersten Meter "abgesperrt".

    Die äußersten Türen des Talent 3 (und 2) liegen gut 82 Meter auseinander, somit reichen 90 Meter Bahnsteige. Feldkrich - Buchs würde ich keinen Bahnsteig kennen, wo eine Verlängerung kompliziert wäre (vllt. Altenstadt).

    Dass man bestimmte Türen nicht nutzt, ist in Österreich vermutlich nicht zulassbar. Wurde auf der Westbahn früher aber durchaus angewendet.
  • Dass man bestimmte Türen nicht nutzt, ist in Österreich vermutlich nicht zulassbar. Wurde auf der Westbahn früher aber durchaus angewendet.

    Zwischen Gmunden und Vorchdorf gibts eine Station, wo man nur an der vordersten Tür aussteigen darf. Allerdings sind dort auch nur eine Handvoll Häuser, und die Bewohner/Besucher werden Bescheid wissen...
  • Dass man bestimmte Türen nicht nutzt, ist in Österreich vermutlich nicht zulassbar.
    Oh ja, es geht, ausnahmsweise und auch dauernd... (V2 §49)


    § 49 Überlange Züge
    (1) Überlang ist ein Zug, dessen Länge die Aufnahmefähigkeit eines Bahnhofes (StL) überschreitet. Bevor ein Befehls-(Ausgangs-)bahnhof die Fahrt eines überlangen Zuges zulässt, muss er die Zustimmung der zuständigen betriebslenkenden Stelle einholen; die betroffenen Bahnhöfe werden in der Zuganzeige verständigt.
    (2) Sind bei Kreuzungen nicht beide Einfahrten gleichzeitig zulässig, muss der überlange Zug - falls nicht zwingende Gründe ein anderes Vorgehen verlangen - als letzter Zug einfahren.
    (3) Grundsätzlich dürfen personenbefördernde Züge nicht länger als die Bahnsteigkanten der Haltebahnhöfe und Haltestellen (Bsb, StL) sein.
    (4) Müssen längere personenbefördernde Züge gebildet werden, verständigt der Bahnhof, der den Zug bildet, die betroffenen Haltebahnhöfe. Die betroffenen Bahnhöfe müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen (z.B.
    Einfahränderungen, Vorziehen), um alle Personenwagen an die Bahnsteigkante zu bringen. Ist das nicht möglich oder ist der Zug für den Bahnsteig einer Haltestelle zu lang, werden die Zub beauftragt, die
    Bahnbenützenden von den gebotenen Ausstiegsmöglichkeiten zu verständigen.
    Für ständig wiederkehrende Fälle trifft die BFZ Anordnungen.