[KURIER] Neuer Bahnhof um 14 Mio. EUR, aber kein WC

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  • [KURIER] Neuer Bahnhof um 14 Mio. EUR, aber kein WC

    Die Diskussion gab es heuer schon einmal, ich glaube, es war in Wartberg im Mürztal:

    Bahnhof Parndorf: 14 Millionen, aber kein WC für 4000 Fahrgäste

    © Bild: ÖBB/Günter Mohr

    Ab April 2019 wird der Bahnhof in Parndorf in neuem Glanz erstrahlen – allerdings ohne sanitäre Einrichtungen.

    Neue, geschlossene Warteräume, großzügige Glaselemente und Holzflächen, ein 72 Meter langes Bahnsteigdach – die Liste der Neuerungen, mit denen der Bahnhof in Parndorf im Zuge der seit Februar laufenden Generalsanierung ausgestattet wird, ist lang. Nur eines wird man nach der für April 2019 geplanten Eröffnung vergeblich suchen: eine Toilette.
    Auf diese sanitäre Einrichtung wurde nicht etwa vergessen – entsprechende Räumlichkeiten wurden gar nicht erst eingeplant, sagt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif: „Laut Ausstattungskriterien ist die Errichtung eines WCs am Bahnhof erst ab einer Frequenz von täglich 8000 Ein-/Aussteigern vorgesehen, Parndorf kommt derzeit auf 2000 bis 4000 Personen pro Tag. Die Haltestelle Parndorf Ort ist in erster Linie ein Nahverkehrsbahnhof für PendlerInnen und SchülerInnen. Die ÖBB bieten ein dichtes Zugsangebot mit kurzen Intervallen, das bedeutet für die Fahrgäste nur kurze Aufenthalte im Bahnhof. Wir haben modernes Wagenmaterial im Einsatz – das heißt, Toiletten sind in jedem Nahverkehrszug, der im Bahnhof hält, vorhanden." Man habe angeboten, WCs zu errichten, die Kosten von 350.000 Euro hätten aber vom Land oder von der Gemeinde getragen werden müssen.
    Für Bürgermeister Wolfgang Kovacs von der Liste Parndorf kommt das nicht infrage: „Das verlangt der Billa ja auch nicht von uns. Die ÖBB verdienen an den Fahrgästen, also sollen sie auch zahlen.“ Kovacs gibt ebenso wie ÖVP-Landtagsabgeordneter Rudolf Strommer zu bedenken, dass die dynamische Entwicklung in der Region weitergehen wird: „Da baut man einen neuen Bahnhof und denkt nicht voraus.“ Ähnlich im Fall der Parkplätze, sagt Strommer: „Der Verkehrsknotenpunkt Parndorf wird immer wichtiger. Die Aufstockung um 50 Parkplätze auf 476 ist zuwenig.“ Was das betrifft, sei eine zweite Ausbaustufe in Vorbereitung, sagt ÖBB-Sprecher Seif: „Mittel- bis langfristig gibt es Potenzial für 300 weitere Stellplätze. Im Zuge dessen sind auch weitere Projekte mit Land und Gemeinde geplant.“


    KURIER


    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ich verstehe ja nicht, warum ein WC dort 350.000 Euro kosten muss...
    Sollen sie ein simples Dixie-Klo hinstellen, das hilft in der Not und kostet wesentlich weniger.
    Oder ein Plumpsklo hinterm nächsten Baum. Aber ehe nichts dort ist, hilft auch das.

    Und dass der Billa kein Klo verlangt ist eigentlich ein Trauerspiel, Sinn machen täte es in Supermärkten definitiv.
  • Wobei man mit Auto halt doch mehr Möglichkeiten hat, schnell mal hinters Gebüsch zu fahren. Selbst auf der Autobahn am Pannenstreifen kanns als Sichtschutz dienen (verbotenerweise...)
    Ist aber schon vorgekommen.

    Wie gesagt, ich erwarte mir kein Klo zu Preis eines Einfamilienhauses, das zahlt und braucht wirklich keiner.
    Ein stinknormales Dixie-Klo täte es schon. Früher hats auf den kleinsten Bahnhöfen Plumpsklos gegeben, das hat auch funktioniert.
  • J-C schrieb:

    Ich würde ein Dixi-Klo tendenziell nur dann nehmen, wenn's sonst gar kein Klo für den ganzen Tag gäbe.

    Außerdem sind solche doch viel mehr anfällig für Vandalismus. Da wartet man lieber auf seinen nächsten Zug.

    Diese Plastikdinger sind natürlich anfällig. Das beim Spielplatz vorm Haus wurde mindestens einmal pro Woche umgeworfen, ehe mans am nächsten Verkehrsschild angekettet hat, seitdem ist Ruhe.
    Aber zwischen dem Plastikhäusl und dem 350.000-Euro-Palast gibts ja auch Möglichkeiten dazwischen...

    Das Problem ist halt, dass die Gemeinden jetzt halt jammern, dass kein Klo am Bahnhof ist. Wenn sie dann die Putzfrau zahlen müssen, werden sie noch viel mehr jammern...
  • Zum Artikel sei aber noch zu sagen, dass es eigentlich nun ja nicht so ist, dass man seitens ÖBB kein WC errichten wollte, sondern dass es sich hierbei immer auch um die Thematik der Finanzierung und des späteren Betriebes dreht. Wenn sich der Herr Bürgermeister also einen Topf wünscht, dann hätte er bissl Geld locker machen müssen.