Bregenz - Seequartier: Gestaltungsbeirat prüft Ende Jänner neuen Bahnhof

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  • Bregenz - Seequartier: Gestaltungsbeirat prüft Ende Jänner neuen Bahnhof

    Seequartier: Gestaltungsbeirat prüft Ende Jänner neuen Bahnhof
    Quelle: vol.at Beim Bahnhof Bregenz geht etwas vorwärts. ©VOL.AT/Hartinger/Sonnberger

    Bis Weihnachten sollte die Finanzierung stehen für den neuen Bregenzer Bahnhof. Nun sieht es tatsächlich danach aus, als ob Fortschritte absehbar sind.

    Seit Jahren ziehen sich die aufwändigen Planungen für das Seequartier, den neuen Bregenzer Bahnhof und Busbahnhof hin. Vor allem die Verkehrsplanung und die Frage der Finanzierung zwischen ÖBB, Land und Stadt stellen sich als zeitintensiv dar. Die öffentliche Hand forderte die Aufwertung des Bahnhofes zu einem Vollbahnhof ein sowie eine Neuplanung des Vorplatzes, auch hin zu einer fahrradfreundlicheren Gestaltung. Gleichzeitig mussten die ÖBB von der Unterführung statt wie bisher einer Überführung überzeugt werden.

    Rhomberg hoffte auf Vertragsunterzeichnung mit Jahreswechsel
    Im September erklärte Hubert Rhomberg, einer der Hauptbeteiligten am Seequartier, dass er solch komplexe Planungen noch nie miterlebte. Damals hoffte man, dass die Finanzierungsfrage bis zum Ende des Jahres geregelt sein würden. Dadurch wäre ein Baubeginn für die gewünschte Unterführung und den neuen Bahnhof mit 2019 denkbar.

    Verträge bald in trockene Tücher
    Nun sieht es tatsächlich danach aus, als ob dieses Jahr Bewegung in das Projekt kommt. “Es war ein langer Weg, kommt aber zu einem guten Ende”, bestätigt Linhart. So sollen die Pläne für den überarbeiteten Bahnhof noch Ende Jänner dem Gestaltungsbeirat vorgelegt werden. Und auch die Finanzierung könne man bald in trockene Tücher legen, erklärt Linhart auf VOL.AT-Anfrage. Er betont hier vor allem die komplexen, aber exzellenten Verhandlungsgespräche mit den ÖBB.

    Gestaltungsbeirat berät über neuen Bahnhof
    Einen genauen Zeitplan könne man aber noch nicht präsentieren. Dies hänge jetzt unter anderem von der Entscheidung des Gestaltungsbeirates ab. Das Seequartier ist ein gemeinsames Projekt von Rhomberg Bau und der i+R Gruppe: www.seequartier.at
  • Bregenz macht Druck für neuen Bahnhof

    Bregenz ist im Umbruch. Für das Weiherviertel nahe dem Zentrum gibt es eine neue Studie, Seestadt und Seequartier sind aber weiter in der Warteschleife. Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) macht deshalb Druck in Sachen neuer Bahnhof.

    Es könne nicht angehen, dass die Nutzung des öffentlichen Verkehrs stetig steige und Bregenz mit dem alten Bahnhof den neuen Ansprüchen nicht gerecht werde, sagte Bürgermeister Linhart. Deshalb mache er in Sachen Bahnhof Dampf. Mit Erfolg, die Verträge zwischen ÖBB, Land und Stadt sind ausverhandelt.
    „Wir haben einen großen Wurf gelandet. Wir sind uns in der Finanzierung des Bahnhofs und des Bahnhofsvorplatzes einig“, sagte Linhart. Das Architekturbüro Untertrifaller habe einen Entwurf vorgelegt, der nun breit diskutiert werde.
    Gedanken machen müsse man sich nun auch um einen provisorischen Bahnhof während der Bauphase. Diese vorübergehende Lösung müsse sich sinnvollerweise im Bereich Seestadt befinden, sagte Linhart.

    Der alte Bahnhof wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht. Foto: ORF

    Der neue Bahnhof könnte in drei bis vier Jahren fertig sein, rechnen die Planer. Sie gehen von einer Verdoppelung der Kapazitäten aus. Die heute täglich 8.000 Bewegungen würden demnach auf 16.000 anwachsen.
    Damit ist der Bahnhof der Startschuss für das 150 Millionen Euro teure Gesamtprojekt Innenstadt.
    Seequartier überarbeiten
    Der Bahnhof ist Scharnier und Verbindung zwischen den beiden seit Langem in Diskussion stehenden Quartieren Seestadt und Seequartier. Die Pläne für das Seequartier wurden kürzlich dem Gestaltungsbeirat vorgelegt.
    Linhart schließt nicht aus, dass Teile des Seequartiers komplett neu gedacht werden müssen. Es gehe um Erschließungsfragen, aber auch darum, wie die bestehende Landesstraße unterbaut werden kann.
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    ORF Vorarlberg
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Kurzfristig großer Bahnhof in Bregenz
    Steffen Arora, 10. Juni 2019, 16:30
    Nach Jahren der Diskussion soll der Neubau des Bahnhofs Bregenz am Mittwoch beschlossen werden. Kritiker befürchten, dass nicht die beste Lösung kommt
    Bregenz – Am Mittwoch sollen in Bregenz die Weichen für den Neubau des Bahnhofs gestellt werden. Für Vizebürgermeisterin Sandra Schoch (Grüne) ist das eine längst überfällige Entscheidung: "Wir haben den hässlichsten und am wenigsten funktionalsten Bahnhof aller Landeshauptstädte." Zusammen mit der ÖBB und dem Land Vorarlberg soll das geändert werden. 77 Millionen Euro will man investieren, wobei den Löwenanteil die ÖBB übernehmen wird, so der Plan. Anvisierter Baustart ist 2021.
    "Überhastetes Vorgehen"
    Doch die Freude über den neuen Verkehrsknotenpunkt teilen nicht alle. SPÖ-Stadtrat Michael Ritsch hält das Vorgehen für überhastet: "Diesen plötzlichen Zeitdruck können wir so nicht nachvollziehen." Denn neben der von Ritsch so genannten "Amtsvariante", die am Mittwoch abgesegnet werden soll, gäbe es eine Alternativvariante. Sie stammt von dem aus Bregenz stammenden Architekten Roland Gnaiger. Er hat sie mit seinen Studenten an der Kunstuniversität Linz ausgearbeitet.
    Stadtrat Ritsch sowie die Initiative "See-und-Stadt-und-Bregenz", ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden sowie Architekten, würden diese Alternativvariante gerne weiterdiskutieren. Weil mit dieser Entscheidung auch die Weichen für die stadtplanerische Zukunft gestellt würden, so die Vorbehalte. Dass nun schon am Mittwoch über den Bahnhofsneubau abgestimmt werden soll, kritisieren die Gegner als überhastet. "Die Gnaiger-Variante hat mehr Charme. Sie sieht vor, die Innenstadt auszudehnen und eine Flaniermeile zu schaffen", erklärt Ritsch dazu.
    Schlüssel für weitere Stadtplanung
    Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) kann die Kritik nicht nachvollziehen: "Von schnell durchboxen kann keine Rede sein. Seit gut zehn Jahren laufen intensive Planungen." Auch er sieht die Neugestaltung des Bregenzer Bahnhofs als Schlüssel für alle weiteren stadtplanerischen Projekte. Doch die erst im Frühjahr erzielte Einigung zwischen ÖBB, Land und Stadt nun wieder infrage zu stellen würde sämtliche Pläne "um Jahre zurückwerfen", so Linhart.
    Für den Bürgermeister gibt es "keine bessere Alternativvariante". Die Gnaiger-Lösung sei verkehrstechnisch nicht ausgereift. "Es geht darum, einen machbaren und vertretbaren Weg zu wählen", sagt Linhart. Dem widerspricht SPÖ-Stadtrat Ritsch, der sich mehr Zeit zum Diskutieren der unterschiedlichen Varianten erbitten würde. Die Abstimmung am Mittwoch werde er für die SPÖ-Mandatare aber freigeben, so Ritsch: "Es gilt kein Klubzwang."
    Die Grünen wollen für die mit der ÖBB und dem Land Vorarlberg akkordierte Variante stimmen, sagt Vizebürgermeisterin Schoch. "Die Gnaiger-Variante würde einen Keil zwischen die Stadtteile treiben und eine Mauer durch Bregenz errichten." Dem gegenüber stehe ein ausgearbeitetes Projekt, das ausfinanziert sei. "Würden wir dagegen stimmen, stünden wir wieder bei Null. Das zugesicherte Geld von ÖBB und Land wäre weg", ist Schoch überzeugt.
    Vorbild Innsbrucker Bahnhof
    Am Mittwoch sollen die Detailpläne für den neuen Bregenzer Bahnhof präsentiert werden. Er nehme Anleihen am Innsbrucker Hauptbahnhof und bringe Vorarlbergs Landeshauptstadt endlich die zukunftsweisende Verkehrslösung, die man brauche, so die Befürworter. (Steffen Arora, 11.6.2019)

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