Spar in Opponitz will mit Jahresmitte aufhören. SPÖ schlägt Nahversorger bei altem Bahnhof vor.

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  • Spar in Opponitz will mit Jahresmitte aufhören. SPÖ schlägt Nahversorger bei altem Bahnhof vor.

    Polit-Streit um Spar-Markt
    Spar in Opponitz will mit Jahresmitte aufhören. SPÖ schlägt Nahversorger bei altem Bahnhof vor.

    NÖN von gestern

    SPÖ-Obmann Walter Maurer (4.v.l.) schlägt vor, das Bahnhofsareal für einen Nahversorger zu nutzen. Diese Forderung unterstützen auch Bruno Imnitzer, Heidemarie Mandl, Daniela Krammer, Christine Imnitzer, Gertrude Sterlinger, Leopoldine Barton, Resi und Walter Auer sowie Josef Schnabel (v.l.). | SPÖ

    Große Unsicherheit herrscht derzeit in Opponitz bezüglich der Zukunft der Nahversorgung in der 1.000-Seelen-Gemeinde: Beim Neujahrsempfang kündigte Ortschef Johann Lueger (Liste „WIR für Opponitz“) an, dass die Inhaberin des kleinen Spar-Marktes im Ortskern, Christine Jagersberger, „daran denke, mit Jahresmitte aufzuhören“.
    „Ich habe davor gewarnt, im Falle einer Schließung planlos dazustehen“, sagt Alexander Schnabel (FPÖ).

    Auf Nachfrage der NÖN bestätigt Christine Jagersberger, dass sie den Pachtvertrag tatsächlich gekündigt habe. „Wenn ich will, kann ich das Geschäft trotzdem weiterführen. Aber es ist schon relativ fix, dass es für mich in dieser Form nicht weitergeht und da mache ich auch kein Geheimnis draus.“ Derzeit sind es nur zwei Mitarbeiterinnen – Christine Jagersberger und ihre Schwester Gundi Frank –, die beim Spar in Opponitz im wahrsten Sinne des Wortes den Laden schupfen. „Wenn von uns jemand ausfällt oder auch nur auf Kur fahren will, dann können wir gleich für mehrere Wochen dicht machen“, meint Jagersberger.

    „Es ist für mich schon relativ fix, dass es so nicht weitergeht und da mache ich auch kein Geheimnis draus.“Spar-Inhaberin Christine Jagersberger
    Beim Neujahrsempfang verlautbarte der Opponitzer Ortschef, dass er bereits mehrere Gespräche mit verschiedenen Lebensmittelhändlern geführt habe, um die Möglichkeiten zur Zukunft der Nahversorgung im Ort auszuloten. Dies stößt vor allem bei FPÖ-Gemeinderat Alexander Schnabel auf Kritik.

    „Ich bin schwer enttäuscht vom Opponitzer Neujahrsempfang. Man hatte das Gefühl, es handle sich dabei um die ÖVP-Auftaktveranstaltung für die Gemeinderatswahl 2020.“ Beim Neujahrsempfang wollte Bürgermeister Lueger „offenbar dem Auditorium das Gefühl vermitteln, er allein habe in puncto neuer Pläne alles in die Wege geleitet. Die Opposition war es aber, die schon vor einiger Zeit gemahnt hatte, sich rechtzeitig um einen Nachfolger für den Spar-Markt zu kümmern.“ Schnabel habe selbst stets davor gewarnt, im Falle einer Schließung planlos dazustehen. „Und jetzt ist es so weit“, meint der Gemeinderat.

    Diese Vorwürfe will Ortschef Lueger nicht auf sich sitzen lassen. „Wer sonst sollte bei einem Neujahrsempfang vorne stehen, wenn nicht der Bürgermeister selber? Manche wollen hier offenbar einfach unnötig Unruhe ins Dorf bringen.“


    Hofbauer

    Außerdem sei es bislang nicht zu hundert Prozent sicher, dass der Spar-Markt tatsächlich nicht weitergeführt wird. „Christine Jagersberger hat zu Jahresbeginn einmal ihren Pachtvertrag gekündigt“, sagt Lueger. „Ob sie dann tatsächlich aufhört, liegt bei ihr selbst.“

    Fest steht auf alle Fälle, dass das Gebäude von einem neuen Betreiber so nicht eins zu eins übernommen werden kann. „Hier gibt es dann bestimmte Auflagen, die erfüllt werden müssen“, sagt Lueger. „Aber da muss es dann einmal jemanden geben, der das Geschäft übernimmt, und dann muss man mit diesem schauen, wie man am besten weitermacht.“

    SPÖ will Nahversorger bei Bahnhofsareal
    Einen konkreten Lösungsvorschlag bringt die SPÖ Opponitz in ihrer Aussendung vor. „Die Gemeinde hat vor Kurzem am Bahnhofsareal ein Grundstück angekauft, für das noch keine konkrete Nutzung vorgesehen ist. Wir möchten vorschlagen, dass das Grundstück für einen Nahversorger in Opponitz genutzt wird“, sagt SPÖ-Obmann Walter Maurer. Wichtig sei, die Nahversorgung vor Ort auf jeden Fall zu erhalten, denn die nächste Einkaufsmöglichkeit sei mit Waidhofen rund 15 Kilometer entfernt.

    „Das ist definitiv zu weit, vor allem für unsere älteren Einwohner“, sagt Maurer.
    SPÖ-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig unterstützt die Idee grundsätzlich und hat bereits beim Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband nachgefragt. Dieser verweist auf die NÖ Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufes in Stadt- und Ortszentren, die es leichter mache, dieses Vorhaben umzusetzen. „Gerade für konkrete Ideen besteht auch die Möglichkeit, die Förderungen auszudehnen“, meint die Landesrätin.

    „Offenbar bin ich der Einzige, der auf die bereits bestehenden Nahversorger Rücksicht nehmen will.“Bürgermeister Johann Lueger

    Für Bürgermeister Lueger sei es durchaus denkbar, beim Bahnhofsareal einen Nahversorger zu errichten, aber nur in enger Absprache mit der Bäckerei Franz Rosenberger. „Es hat keinen Sinn, wenn wir da jetzt einen neuen Nahversorger hinbauen, der dann den Fortbestand unseres bestehenden Bäckers, der ja auch ein wichtiger Nahversorger im Ort ist, gefährdet.“ Es würden hier bereits Gespräche geführt und es sei durchaus denkbar, dass die Bäckerei Rosenberger ihr Sortiment erweitert. Aber offenbar bin ich die einzige Person, die hier Rücksicht auf bestehende Nahversorger nehmen will“, sagt der Ortschef.

    Auch wenn es viele Streitpunkte gibt – in einer Hinsicht ist sich der gesamte Ort einig: Die Nahversorgung in der Gemeinde zu erhalten, muss oberste Priorität sein. „Es wäre für den Ort natürlich katastrophal, wenn es kein Lebensmittelgeschäft mehr gäbe“, meint etwa Noch-Inhaberin des Spar-Geschäfts Christine Jagersberger.
  • Na, man braucht sich ja nur die ausgedienten Tattergreise ansehen, die - wahrscheinlich hinten unauffällig gestützt - das Plakaterl halten. Da würde ein Hospiz im ehemaligen Bahnhof die bessere Lösung darstellen.


    Das war sie mal vor knapp 30 Jahren.
    Einwohnerzahl am 01.01.2018: 945
    Matthä (ÖBB-Chef): In der Fläche ist aber ein Bus oder ein Auto notwendig.
  • Draisinenfan schrieb:

    Die Frage ist ja eher, warum ein Nahversorger beim Bahnhof besser gehen soll als der jetzige Spar...
    Ich stehe einem Nahversorger, egal wer das ist, am Standort des ehemaligen Bahnhofes nicht negativ gegenüber, und zwar aus folgenden Gründen:

    1. Opponitz ist eine Streusiedlungsgemeinde, die außer dem Hauptort Hauslehen ausschließlich aus Streusiedlungen besteht. Laut Statistik Austria wohnten im Jahr 2011 in Hauslehen 517 EW (52 %) und im Streusiedlungsgebiet der Gemeinde 482 EW (48 %). Das heißt, für fast die Hälfte der Gemeindebewohner ist der örtliche Nahversorger nur mit dem Auto (und marginal mit dem Mostviertelbus) erreichbar. Es ist naheliegend, dass die Streusiedlungsbewohner, wenn sie zwecks Einkauf einmal im Auto sitzen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den kleinen Sparmarkt im Ort, sondern einen der großen Supermärkte im Norden Waidhofens ansteuern.
    2. Der Sparmarkt im Ort verfügt über fast keine Kundenparkplätze (siehe Google Earth-Ausschnitt), sodass für ihn praktisch nur Ortsbewohner, die entweder zu Fuss oder per Rad einkaufen, als Kunden in Frage kommen. Für die Bewohner des Streusiedliedungsgebietes (siehe Punkt 1) ist der Sparmarkt am derzeitigen Standort uninteressant.
    3. Am Bahnhofsgelände wäre hingegen ausreichend Platz vorhanden, der als Standort für einen Supermarkt in Verbindung mit dem bereits ansässigen Bäcker in Frage käme. Bei einem entsprechenden Angebot wäre er auch für die Bewohner des Streusiedlungsgebietes als Einkaufsquelle interessant, von der auch der Bäcker profitieren könnte.
    4. Die Luftlinienentfernung zwischen dem jetzigen Sparmarkt-Standort und dem Bahnhofsgelände beträgt knapp 600 m. Diese Entfernung ist auch den Ortsbewonern zumutbar.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • grubenhunt schrieb:

    Ich würde sagen, für die Hauslehner ist der Bahnhof genauso exzentrisch gelegen wie der jetzige Markt, der am oberen Ende der Ortschaft liegt.
    Der heutige Spar liegt recht zentral in Hauslehen, nicht am oberen Ende. 500 m bis zur Ybbs, knapper Kilometer bis ans obere Ortsende.

    In Hauslehen (475 EW) würde ich jene Altersgruppe erwarten, die im Ort einkaufen geht. Beim Bahnhof (gehört zu Thann, inkl. Umgebung 196 EW) gibt es die Wohnungen an der Ybbs und einige neuere Häuser "hinterm" Bahnhof, dort würde ich eher die jüngere Generation erwarten, die selbst wenn sie einen Spar in der Nähe haben, in Waidhofen am Weg zum / vom Arbeitsplatz in die großen Supermärkte einkaufen geht.
    Wenn ich den Artikel richtig verstehe, ist der jetzige Standort sowieso keine Option. Warum wird leider nicht erwähnt.

    PS: Die Öffnungszeiten der Bäckerei konnte ich nicht ein Mal im Internet finden, ich glaube nicht, dass er für moderne Konzepte offen ist. Zum Vergleich jene eine Ortschaft weiter: schwarzlmueller.at/filialen/hollenstein-1/
  • Draisinenfan schrieb:

    Spar in Opponitz will mit Jahresmitte aufhören. SPÖ schlägt Nahversorger bei altem Bahnhof vor.
    Daraus wird definitiv nichts. Aber die Gemeinde wird das Bahnhofsareal mit Hilfe eines Landesfinanzsonderkredits kaufen, obwohl sie (noch) nicht weiß, was sie damit anfangen soll, außer der errichtung eines WC für den Ybbstalradweg. Nachzulesen hier.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Aber die Gemeinde wird das Bahnhofsareal mit Hilfe eines Landesfinanzsonderkredits kaufen, obwohl sie (noch) nicht weiß, was sie damit anfangen soll, außer der Errichtung eines WC für den Ybbstalradweg.
    Nun ist es so weit. Nachzulesen hier:

    Trinkwasser beim alten Bahnhofsareal in Opponitz

    Bürgermeister Johann Lueger stellte erste Pläne für Areal in Opponitz vor.

    Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 03. August 2019 (03:40)

    Die Pläne der Gemeinde für das alte Bahnhofsareal in Opponitz – das war das zentrale Thema bei der Ybbstal-Tour. Die Tour, bei der Gemeindevertreter alle zehn Orte der Kleinregion Ybbstal besuchten, machte am Samstagvormittag auch in Opponitz Halt. Foto: Lisa Hofbauer

    „Wir konnten vor Kurzem das Bahnhofsareal kaufen – das war eine schwere Partie“, sagte Bürgermeister Johann Lueger. Aber jetzt sei ein wichtiger Schritt getan und die Gemeinde könne konkrete Pläne schmieden, was man mit dem Areal machen wolle.
    Erste Maßnahmen werden bereits in den kommenden Wochen umgesetzt: „Wir wollen demnächst den ehemaligen Bahnhofs-Warteraum sowie die WC-Anlage für die Radfahrer adaptieren“, verriet Lueger. Außerdem solle ein Trinkwasserspender für die Radfahrer außen am Bahnhofsgebäude angebracht werden.
    „Der Punkt beim Bahnhofsareal hat sich in den letzten Jahren so entwickelt, dass er mittlerweile zum Ortszentrum dazugehört“, sagte der Ortschef. Auch die Grundstücke neben dem Radweg sind bereits als Baugründe aufgeschlossen.
    „Was wir aber noch weiter mit dem Bahnhofsareal machen werden, wird das Ergebnis eines längeren Prozesses sein“, sagte Lueger. „Wir haben hier eine große Chance, die wir bestmöglich nutzen wollen. Daher wollen wir nichts überstürzen.“

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor