Waidhofen/Ybbs: Modellbahnnetz auf 16 Quadratmetern geschaffen

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    Gefunden in der NÖN:

    Waidhofen/Ybbs:
    Modellbahnnetz auf 16 Quadratmetern geschaffen
    Der Waidhofner Peter Wachauer hat sich im Keller seines Hauses eine beeindruckende Miniaturwelt geschaffen.


    Peter Wachauer ist täglich in seiner Miniatur-Eisenbahnwelt anzutreffen. „Da kann es schon passieren, dass ich die Zeit vergesse und auch Nachtschichten einlege.“ | Doris Schleifer-Höderl

    Eine Hochzeitsgesellschaft zieht gerade in die Kirche ein, aus der Remise kommen die dampfenden Lokomotiven, im Schanigarten der Café-Konditorei Piaty sitzen die ersten Gäste und durch den Citytunnel fahren die Autos. Beinahe läuft hier alles ab wie im realen Leben – allerdings in Peter Wachauers Welt dann eher im Maßstab 1:87.

    Vier Jahre ist es jetzt her, dass sich der pensionierte Maler und Belagverleger sowie begeisterte Modelleisenbahnbauer im Keller seines Hauses in der Pfarrerbodensiedlung seine eigene kleine Welt geschaffen hat. Auf 16 Quadratmetern gibt es alles, was das Herz eines Modellbauers erfreut. Die Liebe dazu ist dem heute 61-jährigen Waidhofner bereits in die Wiege gelegt worden.

    „Mein Großvater war bei der Eisenbahn, mein Vater war bei der Ybbstalbahn Lokführer und ich habe es sogar geschafft, die Bahn in den eigenen vier Wänden zu haben“, scherzt Peter Wachauer. „Zudem haben wir beim Bahnhof gewohnt, da bin ich sozusagen mit dem Eisenbahnwesen aufgewachsen.“
    Ausflüge im Zug waren ein Erlebnis
    Völlig klar, dass da auch der kleine Peter von einer eigenen Modelleisenbahn träumte. „Mein vier Jahre älterer Bruder besaß natürlich früher eine Modellbahn und beim Spielen bin ich wortwörtlich nie so richtig zum Zug gekommen. Bis es meinem Vater gereicht hat und ich mit elf Jahren meine erste Märklin-Lok bekam, die er gebraucht für mich erstanden hat. Ab da herrschte dann brüderlicher Frieden.“


    Auch die Konditorei Piaty findet sich in Wachauers Miniaturwelt. | Doris Schleifer-Höderl

    Für immer in Erinnerung werden Peter Wachauer die Ausflüge mit seinem Opa im Eilzug von Waidhofen bis Selzthal bleiben. „Wenn ich gewusst habe, heute geht’s wieder los, hat niemand so schnell schauen können und ich habe schon meine Schuhe angehabt“, erzählt der Waidhofner. „Das war vielleicht jedes Mal ein Erlebnis. Da haben mein Bruder und ich auch immer beim Würstelmann, der mit dem Handwagen gefahren ist, jeder ein Paar Würstl und ein Kracherl bekommen. Das waren halt noch Zeiten.“

    „Wenn du ein Faible für Modellbau hast, dann kommst du auch nie mehr davon los.“ Modelleisenbahnbauer Peter Wachauer
    Doch dass er eines Tages Herr über sein eigenes Modelleisenbahnparadies sein würde, hat Peter Wachauer damals noch nicht wissen können. „Wenn du ein Faible für den Modellbau hast, dann kommst du auch nie mehr davon los.“ Wie viele Arbeitsstunden in der Anlage stecken, kann Wachauer gar nicht sagen. „Das ist dir auch wurscht, weil du es gerne machst.“


    Auf der „Wachauer-Bahn“ verkehren mittlerweile etwa 80 Lokomotiven und 200 Waggons. | Doris Schleifer-Höderl

    Mittlerweile verkehren auf der „Wachauer-Bahn“ an die 200 Waggons und etwa 80 Lokomotiven in den Spurweiten H0e und H0, also Schmal- und Normalspur. Der eingefleischte Analogfahrer hat durch den Am stettner Modelleisenbahnstammtisch, den er seit vier Jahren regelmäßig besucht, auch das Digitalfahren für sich entdeckt. „Seit zwei Jahren bin ich umgestiegen. 17 meiner Loks machen nun Geräusche, manche dampfen auch und 40 können bereits digital fahren. Sie verfügen über einen eingebauten Digital-Decoder sowie einen Geräuschgenerator.“

    Bei so viel Detailliebe schlagen aber nicht nur Männerherzen höher. Wachauers Gattin Renate ist ebenfalls begeistert vom Hobby ihres Mannes. „Nur wenn ich wieder einmal vergesse, auf die Uhr zu schauen, und quasi Nachtschicht schiebe, erinnert sie mich mit einem Klopfen, dass eigentlich nicht nur die Züge, sondern auch ich einmal ruhen muss.“

    Kontakt
    Modellbahninteressierte können sich mit Peter Wachauer unter 0664/4159841 in Verbindung setzen, um sich auszutauschen.
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