[Graz] Planungen für zwei neue Straßenbahnlinien

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  • [Graz] Planungen für zwei neue Straßenbahnlinien

    200 Millionen für zweites „Straßenbahn-Paket“

    Während dieser Tage der Bau der Straßenbahnlinie in den neuen Grazer Stadtteil Reininghaus startet, stellt die Stadt schon die Weichen für eine zweite Ausbau-Etappe nach 2023. Geplant sind zwei neue Linien um rund 200 Mio. Euro.

    Bereits auf Schiene sind die Bauarbeiten für die Straßenbahnlinien nach Reininghaus und Smart City, um die Innenstadt zu entflechten: Bis Ende 2023 sollen die beiden Linien fertig sein, die Stadt spricht von der umfangreichsten Erweiterung des Grazer Straßenbahnnetzes seit den Gründertagen. Diese beiden Projekte seien aber zugleich nur ein Etappenziel - es sei notwendig, schon jetzt die Netzerweiterung nach 2023 zu planen, hieß es am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz von Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ).
    Nordwestlinie von Roseggerhaus nach Gösting
    Derzeit liegen Pläne für eine Südwest- und eine Nordwest-Linie vor. Die Nordwest-Linie soll über Roseggerhaus, Lendplatz und Wiener Straße nach Gösting führen, Verkehrsplaner rechnen hier mit 55.000 Fahrgästen pro Tag. Das sind Prognosen für das Jahr 2030 unter Berücksichtigung der Stadtentwicklung, also etwa Bevölkerungszuwachs und Errichtung von Siedlungsgebieten, so Kahr am Freitag.
    Südwestlinie würde nach Straßgang führen
    Für die Südwest-Linie liegen derzeit zwei Varianten vor: Eine vom Roseggerhaus Richtung Straßgang, die andere über die Karlauerstraße, ebenfalls Richtung Straßgang. Diese Linie würde zwischen 30.000 und 40.000 Fahrgäste bedienen.
    In Summe fahren derzeit in Graz etwa 170.000 Menschen täglich mit der Straßenbahn. Man stoße hier aber bald an Grenzen, sagte Kahr, „weil die Bevölkerungszahl auf der einen Seite stark wächst und ein dringender Nachholbedarf herrscht, weil wir jahrzehntelang ein bisschen zu langsam im Ausbau des schienengebundenen Verkehrs waren. Es sind natürlich Netzerweiterungen erfolgt, aber damit wir da nicht ins Hintertreffen kommen, müssen wir heuer schon ein Straßenbahnpaket II beschließen, und da werde ich alles dran setzen, dass es im Gemeinderat auch zu einer politischen Willensbildung kommt.“
    Kahr gegen U-Bahn und Murgondel
    Die Kosten für den Ausbau dieser zwei zusätzlichen Linien würden etwas mehr als 200 Millionen Euro betragen. Kahr will mit diesen beiden Straßenbahn-Varianten eventuellen U-Bahn- und Murgondelplänen entgegensteuern: „Von meiner Seite sind Luft- und Tunnelprojekte nie ein vorrangiges Ziel gewesen. Da sind wir, was die U-Bahn betrifft, schon ein bisschen spät dran, das heißt aber nicht, dass wir uns solche Sachen parallel nicht anschauen können oder sich solchen Plänen komplett verschließen. Aber von den Kosten her stehen solche Projekt in keiner Relation.“
    Auch Straßenbahn zur Uni in Diskussion
    Neben diesen beiden geplanten Linien nach Gösting und Straßgang stehen auch noch Varianten für die Straßenbahnanbindung der Universität zur Diskussion. Eine Studie eines renommierten Schweizer Verkehrsplaners soll alle denkbaren Varianten für zusätzliche Straßenbahnlinien untersuchen sowie die Für und Wider anschaulich machen, hieß es am Freitag.
    Grazer Grüne sehen „oberste Priorität bei Griesplatz“
    Die Grazer Grünen begrüßten am Freitag in einer Aussendung, dass es „endlich öffentliche Informationen von der Verkehrsplanung zu diesem wichtigen Zukunftsthema für Graz gibt“. Oberste Priorität müsse der Griesplatz haben, so der Grüne Klubobmann Karl Dreisiebner: „Wir haben leider schon viel zu viel Zeit verloren, was die Anbindung des Griesplatzes und des Grazer Südwesten an die Straßenbahn angeht - insbesondere der Bezirk Gries ist nicht nur einer der am stärksten wachsenden Bezirke, sondern er ist auch jener Bezirk, wo die Menschen unter der schlechten Luftqualität am stärksten zu leiden haben“, so Dreisiebner.

    ORF Steiermark
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Die Kleine Zeitung bringt ein paar zusätzliche Details und einen (lt. dortigem Diskussinsforum fehlerhaften) Netzplan:

    Öffis: Die neuen Routen der Grazer Trams
    Dem Grazer Straßenbahnnetz steht bald ein grober Umbau bevor.Alle Änderungen auf einen Blick und wie es dazu gekommen ist.
    Von Gerald Winter-Pölsler | 10.58 Uhr, 03. Februar 2019


    Der Netzausbau bis 2023 © Infografik

    Gerald Winter-Pölsler
    Redakteur Graz


    Graz Mit der Tram nach Gösting und Straßgang? Das Potenzial ist hoch, der Preis auch

    Es sind Millionen-Investitionen, die in den Ausbau des Schienennetzes fließen. Die Stadtteile in Reininghaus und rund um die List-Halle werden ab Ende 2021 ans Straßenbahnnetz angeschlossen, ab Ende 2023 soll die Strecke über die Neutor- und Belgiergasse die Herrengasse entlasten. Die Grazer Prachtstraße ist ja das Nadelöhr des Tramnetzes.

    Diese Ausbauten kosten alleine schon 93 Millionen Euro und machen einen gröberen Umbau der Linienführung notwendig (wir berichteten). Die größte Änderung: Die Linie 4 fährt ab Ende 2021 nach Reininghaus, dafür nimmt die Linie 3 dann Kurs Richtung Andritz. Und: Ab 2023 bekommen die Linien 6 und 7 quasi Zwillinge und wechseln sich ab mit den dann neuen Linien 16 und 17. Einziger Unterschied: 16er und 17er fahren über die Neutorgasse, 6er und 7er über den Hauptplatz.

    Warum man künftig zwei Linien wie 6 und 16 parallel führen will, anstatt bestimmte Linien fix über die Neutorgasse zu schicken, beantwortet man bei den Graz-Linien allgemein: Für die gesamte Umstellung haben Experten der „TU Graz, der Verkehrsplanung und der Holding Berechnungen durchgeführt und Umfragen gemacht“, so Sprecher Enrico Radaelli. Am Ende sei das die beste Variante, die auch vom Kontrollausschuss mit Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) und Finanzstadtrat Günter Riegler (ÖVP) zur Kenntnis genommen wurde.

    Weitere Neuerungen: Ab Ende 2023 werden der 13er und 26er, die jeweils abends und sonntags die Linien 3, 4 und 6 ersetzen, eingestellt. Dafür fährt dann zu diesen Zeiten die Linie 23 vom Jakominiplatz zur Krenngasse.
  • dr. bahnsinn schrieb:

    200 Millionen für zweites „Straßenbahn-Paket“
    Es werden sogar 300 Mio. und drei neue Straßenbahnlinien. Nachzulesen hier:

    300 Millionen Euro für Grazer Straßenbahnnetz

    In Graz sind am Freitag die Pläne für den weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes ab 2023 präsentiert worden. Drei neue Linien haben Priorität - damit sollen erstmals alle Bezirke an das Netz angeschlossen sein.

    Die Nord-West-Linie nach Gösting, die Süd-West-Linie nach Straßgang und eine neue Linie 2, die vom Bahnhof über die Grazer Unis bis hin zum LKH führen soll, haben Priorität - das erklärten Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) am Freitag. Das Programm nennt sich „Netzausbau 2023 Plus“.
    Alle Grazer Bezirke werden angebunden
    Für den Netzausbau wurde vom Schweizer Verkehrsplaner Willi Hüsler eine Studie erstellt. Er analysierte sieben Varianten und spricht eine Empfehlung für die drei neuen Linien aus: „Diejenige, die das allerbeste Verhältnis von Wirkung und Nutzen zum Mitteleinsatz aufweist, ist die Nord-West-Linie, also die Anbindung von Gösting. Da werden sehr viele Neubaugebiete und bestehende Baugebiete erschlossen und gut angeknüpft.“
    Mit den drei neuen Linien wird das Straßenbahnnetz dann auf ganz Graz ausgeweitet, sagte Bürgermeister Nagl: „Jeder Bezirk in Graz wird nun an die Straßenbahninfrastruktur angeschlossen. Das gilt auch für Straßgang, Wetzelsdorf und Gösting, die bislang die Straßenbahn nie bis nach Hause benutzen konnten.“
    Gespräche mit neuem Minister im Herbst
    Verkehrsstadträtin Kahr glaubt, dass im Herbst im Gemeinderat ein möglichst einstimmiger Grundsatzbeschluss fallen kann, um in die Detailplanung zu gehen: "Ich bin da sehr optimistisch und auch sehr froh, dass wir hier an einem Strang ziehen - weil Projekte dieser Dimension gehen nur gemeinsam.“
    Der derzeitige Plan sieht vor, die neuen Projekte, die 300 Millionen Euro kosten, von 2023 bis 2030 umzusetzen. Die derzeit auf Eis liegenden Förderzusagen des Bundes werden in Graz zwar bedauert, aber noch nicht besonders tragisch gesehen: Man werde dann im Herbst mit dem neuen Infrastrukturminister wieder Gespräche aufnehmen, so Nagl.

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