[NÖN] Wien: Rekorde bei Öffis, aber auch mehr im Auto

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  • [NÖN] Wien: Rekorde bei Öffis, aber auch mehr im Auto

    Wien: Rekorde bei Öffis, aber auch mehr im Auto
    Die Wiener Linien haben im Jahr 2018 erneut Rekorde bei Jahreskarten und Fahrgästen erzielt. 822.000 Dauerticketbesitzer wurden gezählt, um 44.000 mehr als im Jahr davor. Die Passagierzahl kletterte von 961,7 auf 965,9 Millionen.

    NÖN


    2019 werden 16 weitere Flexity-Bims angeschafft | APA (Wiener Linien)

    Allerdings legten die Hauptstädter zuletzt wieder mehr Wege per Auto zurück. Der Anteil des Pkw-Verkehrs stieg nämlich von 27 auf 29 Prozent, wie der "Modal Split" zeigt.
    Die am Mittwoch im Zuge einer Pressekonferenz der Wiener Linien präsentierten Zahlen geben Auskunft darüber, welche Art der Fortbewegung die Bevölkerung für ihre Wege wählt. Im Jahr 2017 entfielen 38 Prozent auf die öffentlichen Verkehrsmittel, 28 auf das Zu-Fuß-Gehen, 27 Prozent auf das Auto und sieben Prozent auf das Fahrrad. Bei Öffis und Radfahrern gab es 2018 keine Verschiebung. Der Pkw-Anteil nahm allerdings um zwei Prozentpunkte zu und stieg auf 29 Prozent - zulasten der Fußgänger (26 Prozent).

    Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) nahm diese Entwicklung zum Anlass, einmal mehr eine - nicht nur von der Opposition, sondern auch vom Koalitionspartner SPÖ bisher abgelehnte bis äußerst skeptisch betrachtete - City-Maut für Wien ab der Stadtgrenze zu fordern. "Die stagnierende Modal-Split-Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass der Zeitpunkt gekommen ist, um über weit reichendere Maßnahmen zu diskutieren, wenn wir die Blechlawine von außen stoppen wollen", betonte sie in einer Aussendung. Die Ressortchefin berichtete von "konstruktiven Gesprächen" mit allen Gemeinderatsfraktionen - und sie versicherte: "Ich werde weiterhin nicht locker lassen, für eine Citymaut einzutreten."

    Was die Öffis betrifft, präsentierten die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer vor allem die anstehenden Projekte. Sima rief bei der Gelegenheit das "Jahr der Straßenbahnen" aus. Sie verwies auf das bereits bekannte Ausbaupaket, in dessen Zentrum die neue Linie 11 steht. Sie fährt ab Herbst zwischen Otto-Probst-Platz und Kaiserebersdorf und übernimmt einen guten Teil des bisherigen 6ers. Dieser wird gekürzt und erhält - nach längeren Diskussionen - eine neue Umkehrschleife bei der Geiereckstraße in Simmering statt in Favoriten. Simmerings Bezirksvorsteher Paul Stadler (FPÖ) zeigte sich den Plänen zuletzt ablehnend gegenüber. Sima stellte heute klar, sie bemühe sich um gutes Einvernehmen, werde den Bezirk notfalls aber "overrulen" - sprich: Die geplante Schleife kommt in jedem Fall.

    Insgesamt investieren die Wiener Linien im heurigen Jahr mehr als 435 Mio. Euro. Neben dem Weiterbau am U2/U5-Linienkreuz und diversen Erneuerungs- und Sanierungsprojekten stellte Steinbauer Neuanschaffungen für den Fuhrpark in Aussicht. Zu den schon zwei fahrenden werden heuer 16 weitere Flexity-Bims angeschafft. Sie werden auf den Linien 6, 67 und 71 eingesetzt. Die Umstellung der Busflotte auf Dieselantrieb soll ebenfalls vor Jahresende abgeschlossen sein. Dazu kommt das Vorhaben, neben den City-Linien 2A und 3A auch den 4A bald auf Elektro-Betrieb umzustellen. Dabei handelt es sich aber erstmals nicht um Klein-, sondern um Zwölf-Meter-Busse. "Wir würden das gern schon kaufen, aber da ist die Industrie noch gefordert", zeigte sich Steinbauer noch unzufrieden mit den derzeit am Markt verfügbaren Modellen. 2020 soll es aber soweit sein.

    U-Bahn-Fans können sich schon auf den Frühling freuen: Denn dann wollen die Verkehrsbetriebe erstmals die neue Garnitur herzeigen, die künftig auf der vollautomatisch betriebenen U5 unterwegs sein wird. Erste Probefahrten mit dem fahrerlosen "X-Wagen" sind für kommendes Jahr geplant. Weiter unklar ist, wie der 13A in den kommenden Jahren unterwegs sein wird. Er muss durch die U2-Bauarbeiten im Bereich Kirchengasse/Mariahilfer Straße umgeleitet werden. Bisher wurden sich der Bezirk Neubau und die Wiener Linien nicht einig. Steinbauer sprach heute gegenüber der APA davon, dass man einer Lösung schon recht nahe sei. In sechs bis acht Wochen werde es Klarheit geben, kündigte er an. Welche Variante nun die wahrscheinlichste ist, darüber wollte er freilich keine Auskunft geben.

    Eine erste Zwischenbilanz zog Sima auf Nachfrage auch in Bezug auf das Mitte Jänner auf alle U-Bahn-Linien ausgeweitete Essverbot: "Das funktioniert sehr gut, ich bin sehr zufrieden." 58 Fahrgäste, die sich nicht daran gehalten haben, seien bisher ermahnt worden. Strafen sind laut Stadträtin weiterhin nicht vorgesehen, denn dank sozialen Drucks halte sich so gut wie jeder an die neuen Regeln. Und auch Pläne für eine Ausweitung auf Straßenbahnen und Busse gebe es derzeit nicht.
  • Die NÖN schreibt von einer Steigerung des Autoverkehrs in Wien von 27% auf 29%.
    Demgegenüber schreibt Österreich heute von leerstehenden Tiefgaragen... Wer hat nun recht?



    Oder ist das eh klar, weil die Autos weniger in der Tiefgarage rumstehen, sondern rumfahren?

    Oder liegts an den Preisen der Tiefgaragen? Grad heute ein Schnäppchen im 20. Bez. gesehen, der Garagenplatz um 129 Euro / Monat!
  • Hier eine Auflistung der geplanten WL-Aktivitäten im Jahr 2019:

    Stadt kündigt Ausbau der Straßenbahnen an

    Sima und Steinbauer kündigen 435-Millionen-Euro-Investition an. © Bild: Kurier/Gerhard Deutsch

    Neue Linie 11 geht in Betrieb, Linie D wird verlängert. Der Bau des U2/U5-Linienkreuzes soll 2020 beginnen.

    Eine Ausbau-Offensive bei den Straßenbahnen kündigen Öffi-Stadträtin Ulli Sima und Wiener-Linien-Chef Günter Steinbauer für das heurige Jahr an. Davon soll insbesondere der Süden der Stadt profitieren. So wird etwa Kaiserebersdorf künftig mit zwei Bim-Linien erreichbar sein.
    Konkret soll mit der Linie 11 eine bessere Verbindung zwischen Simmering und Favoriten geschaffen werden. Sie wird ab September den 67er ersetzen und vom Otto-Probst-Platz über den Reumannplatz bis nach Kaiserebersdorf fahren. Außerdem soll der 11er im besonders stark frequentierten Abschnitt Quellenstraße-Reumannplatz-Absberggasse parallel zur Linie 6 geführt werden, um diese zu entlasten. Zusätzlich kehrt die Linie 71, die bis dato zwischen Börse und Tor 3 des Zentralfriedhofs verkehrte, nach Kaiserebersdorf zurück.
    Apropos Linie 6. Für die wurde nach einigem Gezerre eine Umkehrschleife in der Geiereckstraße gefunden, sagt Sima. "Im Industriegebiet, wo es keine Anrainer gibt, und unter der Südosttangente." Platz für Diskussionen sieht die Stadträtin hier allerdings nicht mehr. Sollte sich der Bezirk querlegen, werde man ihn seitens der Stadtpolitik überstimmen, stellt sie klar.
    Bim-Knotenpunkt Absberggasse
    Doch zurück zu den Bim-Ausbauten: Aktuell wird auch die Linie D um 1,1 Kilometer und zwei Stationen bis zur Absberggasse verlängert - die dadurch zum Straßenbahnknotenpunkt wird. Die Bewohner des Sonnwendviertels erhalten somit eine bessere Anbindung an die U1 beim Hauptbahnhof. Ab Herbst wird der D-Wagen - zum Teil auf Grüngleisen - auf der neuen Route unterwegs sein. Um vier Stationen verlängert werden soll übrigens auch die Linie O.
    Laut Steinbauer sind die Gesamtkosten des Straßenbahnausbaus mit den budgetierten 70 Millionen Euro abgedeckt.
    U-Bahn-Bau ab 2020
    Optimistisch ist der Wiener-Linien-Chef was den Zeitplan für den Bau des U2/U5-Linienkreuzes betrifft. Die im Vorjahr zurückgezogenen Ausschreibungen für den Tunnelbau seien mittlerweile neu konzipiert worden, für KMU seien "kleinere Ausschreibungen" herausgelöst worden. Steinbauer rechnet daher mit einem Baustart 2020 und geht von einer Verkehrsfreigabe der U5 bis zum Frankhplatz 2025 sowie von jener der U2 bis Matzleinsdorfer Platz bis 2027 aus.
    Die Modernisierung der U6-Stationen gehe heuer zu Ende, stellt Steinauer außerdem in Aussicht. Die Fassade der Station Gumpendorfer Straße werde bis Jahresende revitalisiert.
    Fast eine Milliarde Fahrgäste
    Positiv fällt auch die letzte Jahresbilanz des Verkehrsunternehmens aus: So konnte 2018 der fünfte Fahrgast-Rekord in Serie verzeichnet werden. Im Vorjahr nutzten 965,9 Millionen Menschen - und damit 2,6 Millionen täglich - die Wiener Öffis. 822.000 Wiener haben mittlerweile eine Jahreskarte (das entspricht einem Zuwachs von mehr als 40.000 in einem Jahr). 38 Prozent aller Wege werden aktuell mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Insgesamt werden heuer 435 Millionen Euro in den Öffi-Ausbau investiert, erklärt Sima.
    Aufgestockt wird beim Thema Sicherheit: Das Sicherheitsteam wird im Laufe des Jahres von derzeit 80 auf auf 120 Mitarbeiter erweitert. Und auch die Videoüberwachung wird ausgebaut: Zu den 13.000 Kameras in den Öffis kommen 2019 noch einmal 600 in Fahrzeugen und Stationen hinzu.
    Das Essverbot in allen U-Bahn-Linien habe sich übrigens bewährt. Seit 15. Jänner hätten die Security-Mitarbeiter bloß 58 Fahrgäste darauf aufmerksam machen müssen. An eine Ausweitung auf alle Öffis sei zurzeit nicht gedacht.
    (kurier.at, Ich) | Stand: 13.02.2019, 12:15 | Autor: Bernhard Ichner



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