[KURIER] Interview mit Matthä und Schiefer

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  • Faszinierend der erste Kommentar, wo die Schweiz herangezogen wird, wo es angeblich überall WLAN gibt. Da lach ich mich schlapp, die SBB will demnächst ja allen ernstes kostenloses Internet im Zug ermöglichen.

    Aber kein WLAN, nein, stattdessen soll es ein SBB-Datennetz geben, heißt, man muss als Netzanbieter dann wohl die SBB anwählen... genial.

    Aber davon mal abgesehen finde ich es immer schön, dass man hier engagiert ist, den Güterverkehr auf die Schiene zu bringen.

    Bei McKinsey muss man aber auch vorsichtig sein, die DB wird auch von McKinsey beraten...
  • Die Bahn kommt historisch aus einem militärischen System mit absolutem Gehorsam, unter anderem wegen der Sicherheitsfrage. Heute müssen ergänzend dazu auch noch andere Werte vermittelt werden – etwa „wir vor ich“. Wir müssen gemeinsam die beste Leistung für unsere Kunden bringen.
    Die beste Leistung für den Kunden, auch wenn es Sicherheit kostet?


    Wir arbeiten mit voller Kraft daran, überall wirtschaftlich zu fahren.
    Alles bis auf Westbahn einstellen?


    An jeder Grenze müssen bei einem Güterzug auf 700 Metern Länge sämtliche Bremshebel umgestellt werden.
    Ein wahrer Experte.
  • J-C schrieb:

    Aber kein WLAN, nein, stattdessen soll es ein SBB-Datennetz geben, heißt, man muss als Netzanbieter dann wohl die SBB anwählen... genial.
    Das läuft über kein eigenes Datennetz sondern eine Test-App (die per Bluetooth prüft ob man im ICN sitzt) und man dann vom Anbieter nichts verrechnet bekommt. WLAN ist in der Schweiz Seltenheit, interessant aber, dass die revidierten IC2000 dem widersprechend W-Lan erhalten.
  • Die Aussage von Schiefer Wien – Salzburg ist knapp über der Wasseroberfläche, viele andere Strecken leider nicht. ist so neu nicht, sondern wurde so schon vor mehr als 15 Jahren formuliert. Und wenn er meint "knapp über der Wasseroberfläche", dann heißt das, dass sich auch die Situation bei Wien - Salzburg verschlechtert hat.
  • KFNB X schrieb:


    Die Bahn kommt historisch aus einem militärischen System mit absolutem Gehorsam, unter anderem wegen der Sicherheitsfrage. Heute müssen ergänzend dazu auch noch andere Werte vermittelt werden – etwa „wir vor ich“. Wir müssen gemeinsam die beste Leistung für unsere Kunden bringen.
    Die beste Leistung für den Kunden, auch wenn es Sicherheit kostet?
    Wenn der Mathä "ergänzend" sagt, dann wird er das wohl auch meinen.


    Wien - Salzburg : Seit der Verdoppelung des Angebots von WESTbahn besteht eben auch ein Überangebot, aber verlieren tut unterm Strich sicher hauptsächlich WESTbahn. Gottseidank haben die ÖBB nicht nur ein Standbein.
  • J-C schrieb:

    Faszinierend der erste Kommentar, wo die Schweiz herangezogen wird, wo es angeblich überall WLAN gibt. Da lach ich mich schlapp, die SBB will demnächst ja allen ernstes kostenloses Internet im Zug ermöglichen.
    Die Schweizer Bahnlinien waren allerdings schon vor Jahren flächendeckend mit Handyempfang versorgt,laut Aussage eines Schweizer Freundes. Getestet habe ichs aufgrund der Roaminggebühren selber nicht.

    Bei uns brauchts das ÖBB/CD-WLAN, um zwischen Wien und Wiener Neustadt unterbrechungsfrei surfen zu können, weil der Handyempfang dauernd abreisst...
  • J-C schrieb:

    da ist mir manchmal sogar das WLAN zu langsam.
    Das WLAN ist für das OnBoard-System ausreichend, wer streamen will, hat damit verloren. 1MBit/s sind dafür zuwenig, wie ich festgestellt habe. Aber in Zeiten wie diesen, wo eh jeder zig GB im Tarif hat, sollte man ja selbst dafür (vor)sorgen können.

    Zum Artikel:
    Wir haben McKinsey als Berater geholt.
    Auweh... wieder ein paar gscheite Berater, die sich im Bahnbetrieb super auskennen.

    Wir wachsen stark und brauchen zum Beispiel mehr als 2000 Lokführer. Die ÖBB ist ein extrem attraktiver Arbeitgeber und ein Unternehmen, wo man das ganze Leben bleiben kann.
    Sicher, dass dem so ist? Soweit mir bekannt ist, hält sich z.B. die Gage eines Lokführers, Fahrdienstleiter oder Zugbegleiter in Grenzen, gemessen an der Verantwortung.

    Wien – Salzburg ist knapp über der Wasseroberfläche
    Nur noch knapp? Also bisher war das doch *die* Cash-Cow! Normal müsste eigentlich ja auch Wien-Wiener Neustadt recht gut liegen.

    Der Nachteil ist, dass die Mitbewerber junge und damit billigere Mitarbeiter haben und Loks und Waggons nicht mehr besitzen
    Siehe oben. Klar, Junge verdienen weniger als Alteingesessene, vielleicht auch noch beamtete Eisenbahner. Aber zu denken, man löst nun die Probleme nur so, indem man junge Mitarbeiter einstellt und die mit ein paar Euro abspeist, erscheint mir auch verkehrt. Zum Fahrmaterial: Gedenkt man nun, die gekauften RJ/Vectron/CJ wie anno dazumals die 1014 zu verkaufen und zurückzuleasen?

    Wo es keine Öffis gibt, können die Kunden am Bahnhof Autos mieten.
    Komisch formuliert - denn die Rail&Drive Standorte sind ausschließlich an großen Bahnhöfen. Man meinte halt, man könne für Gegenden, wo keine Öffis vorhanden sind, vorher schon auf ein Mietauto umsteigen.

    In vielen Ländern wurde das Schienennetz reduziert, es gibt mittlerweile zu wenig Anschlussbahnen zu den Unternehmen. Es beginnt hier ein Umdenken in der EU, hoffen wir, dass es nicht zu spät ist.
    Eigentlich die beste Aussage in dem ganzen Interview: Hat man eventuell vergessen, dass man in AT genau dasselbe (ge)macht (hat)? Letztes "Opfer", das mir diesbezgl. aufgefallen ist, war wohl die AB in Maria Lanzendorf, deren man sich durch Entfernen der Weiche entledigt hat.
    Von den sonstigen Bahnstilllegungen und Einstellung der Bedienung der AB red ich erst gar nicht.

    Im Gegenteil, wir investieren jetzt rund 2,3 Milliarden Euro jährlich, ein All-time-high. [...]Ganz massiv arbeiten wir derzeit am Ausbau der Südbahnstrecke. Wir erwarten dort einen Boom bei den Fahrgästen, ab 2026 ähnlich wie auf der Weststrecke.
    Beeindruckende Zahlen - am Papier. Wieviel davon fließen in SBT, KAB und BBT?
    *Gähn* Toll... immer noch 7(!) Jahre bis dahin. Eigentlich müsste die Südstrecke mindestens seit ebenso vielen Jahren fertig sein.
  • Sicher, dass dem so ist? Soweit mir bekannt ist, hält sich z.B. die Gage eines Lokführers, Fahrdienstleiter oder Zugbegleiter in Grenzen, gemessen an der Verantwortung.
    Bitte? All diese Berufe werden wohl wirklich mehr als gut entlohnt. Wenn man sich ansieht wie Personal bei Billigairlines oder Fernbussen entlohnt wird, ist man bei der Bahn im gelobten Land - ganz besonders in dieser Branche!
  • Bahnane schrieb:

    Bitte? All diese Berufe werden wohl wirklich mehr als gut entlohnt. Wenn man sich ansieht wie Personal bei Billigairlines oder Fernbussen entlohnt wird, ist man bei der Bahn im gelobten Land - ganz besonders in dieser Branche!
    Sicher?

    https://oebb.csod.com/ats/careersite/JobDetails.aspx?site=1&id=1433 schrieb:

    Für die Funktion „TriebfahrzeugführerIn“ ist ein Mindestentgelt von € 32.794,86 brutto/Jahr vorgesehen, wobei eine überkollektivvertragliche Entlohnung von mindestens € 34.448,12 brutto/Jahr erfolgt.

    https://orange.handelsblatt.com/artikel/49461 schrieb:

    Nach der Ausbildung beginnen Piloten ihre Karriere normalerweise als erster Offizier. Dieser Job heißt umgangssprachlich Co-Pilot. Ryanair zahlt Co-Piloten im ersten Berufsjahr laut Gewerkschaft VC rund 39.000 Euro im Jahr. Das sei verglichen mit anderen Airlines wenig.
    Bei der Lufthansa bekommen Co-Piloten zum Einstieg rund 64.000 Euro Jahresgehalt. Auch die Lufthansa-Billigtochter Eurowings und der Billigflieger Easy Jet zahlen Einsteigern im Cockpit deutlich mehr Gehalt als Ryanair (siehe Grafik unten).
    Somit steht der Co-Pilot schon besser da als ein Tfzf. Bei den Bussen ist das natürlich ein Trauerspiel.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von KFNB X ()

  • So ein Pilot - auch Co-Pilot hat aber auch mehr als doppelt so viel Verantwortung. Man darf nicht vergessen, dass Fliegen zwar sehr sicher ist, aber dass das auch daran liegt, dass die Piloten eben wesentlich mehr können müssen als ein Lokführer. Das ergibt sich alleine aus der Tatsache, dass ein Flugzeug die meisten Freiheitsgrade im Transportwesen besitzt, spätestens bei einem Flugzeugabsturz dürfte man verstehen, was ich meine. Letzteres zeigt auch, dass man bei einem Flugzeug etwa nicht mal eben eine Notbremsung hinlegen kann. Wenn es eine Havarie gibt, muss so ein Pilot im Ernstfall auch ohne Triebwerke sicher landen können.

    In der Hinsicht halte ich die höhere Bezahlung eines Piloten für legitim.
  • Die Pilotenbildung dauert außerdem auch drei Jahre, Tfzf maximal eines.

    Abgesehen davon vergleichst du einen tatsächlichen Lohn (noch dazu von einer renommierten Airline) mit einem bloßen KV, der mit allerhand Pauschalen noch ordentlich nach oben geht. Das ist auch in Ordnung, immerhin ist der Turnus körperlich relativ anspruchsvoll. Aber davon zu reden, dass Bahnmitarbeiter schlecht verdienen, halte ich schon für ungerechtfertigt.