[Graz] Meldepunktdatenbank: Software macht Regionalbusse schneller

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  • [Graz] Meldepunktdatenbank: Software macht Regionalbusse schneller

    Meldepunktdatenbank: Software macht Regionalbusse schneller
    Bald werden auch Regionalbusse in Graz die Ampeln beeinflussen. Im Raum Bruckund in Weiz wird ebenso aufgerüstet.
    Von Thomas Rossacher | 05.50 Uhr, 18. Februar 2019
    Kleine Zeitung



    Busse der Graz Linien sind an die Meldepunktdatenbank angeschlossen, nun folgen regionale Linien © Jürgen Fuchs

    Davon träumt der Autofahrer: Mit der Fernbedienung die rote Ampel auf Grün stellen. Im Öffentlichen Verkehr ist so etwas längst in Betrieb, konkret bei den Graz Linien. Nun hat die Landesregierung auf Antrag von Anton Lang (SPÖ) weitere Mittel freigegeben, damit auch Regionalbusse die Grazer Ampeln „fernsteuern“ können. Im Hintergrund wird daran gearbeitet, dieses System auf andere Ballungsräume auszuweiten.

    Dieses Projekt nennt sich „Priorisierung von Regionalbussen an Lichtsignalanlagen“ durch eine „Meldepunktdatenbank“. Das Programm dazu kommt aus der Landeshauptstadt (von „Prime Software“). Wie es in der Praxis funktioniert, schildert man bei den Graz Linien: „Alle unsere mehr als 160 Busse haben im Bordcomputer ihre Strecken gespeichert. Schon vor der Ampel meldet der Rechner den Bus per Funk an und kann somit das Signal beeinflussen.“

    Per Knopfdruck von Rot auf Grün, das bleibt ein Traum. Verkehrsrechner, -aufkommen und natürlich -teilnehmer beeinflussen alle das System. Dieses ist aber jedenfalls besser als das alte, betont Gerhard Deutsch von der Mürztaler Verkehrsgesellschaft. Auf deren Strecken sind an manchen Haltestellen vor Ampeln Induktionsschleifen im Boden eingelassen. Fährt der Bus wieder los, wird die Ampel so geschalten, dass sich der Bus vorne einreihen kann.

    Das ist kostspielig – und nicht jede Haltestelle ist in Ampelnähe. Das Meldepunktmodell hingegen „kann uns pro Signal bis zu eine Minute Fahrzeit ersparen“. Das würde die Pünktlichkeit erhöhen, die Fahrgäste würden bequemer ihre Anschlüsse erreichen, so Deutsch. Daher wird die Mürztaler Verkehrsgesellschaft spätestens 2020 mit der Umstellung beginnen. Die Busse benötigen alle neue Rechner, der Datenverkehr zur Leitstelle und weiter muss einwandfrei laufen. „Wir sind ja nicht mitten in Graz.“

    Weichen für weitere Ausbaustufen sind gestellt, wie Bernhard Breid von der Verkehrsabteilung ergänzt. So wurde zum Beispiel in der Ausschreibung des Weizer Verkehrsbündels festgelegt, dass die Busanbieter technisch so aufgestellt sein müssen, um ihre Fahrzeuge an die Meldepunktdatenbank anzuschließen. Diese Voraussetzungen gelten auch für Buskorridore von Hartberg und Fürstenfeld nach Graz. Die Umsetzung wird noch Jahre dauern. Für Landesrat Lang ist es ein „weiterer Schritt, um den öffentlichen Verkehr in der Steiermark attraktiver zu machen“ .