[DE] Ab Dezember 2019: Öfter und schneller von Dresden nach Berlin sowie weiter an die Ostsee

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  • [DE] Ab Dezember 2019: Öfter und schneller von Dresden nach Berlin sowie weiter an die Ostsee

    Bahn will jede Stunde von Dresden nach Berlin fahren
    Wenige Züge, lange Fahrtzeiten: Die schlechten Zugverbindungen von Dresden nach Berlin lassen die Hauptstadt für viele fern wie einen anderen Planeten wirken. Seit Jahren beschweren sich Wissenschaftler, Politiker, Geschäftsleute und Privatreisende. Jetzt scheint eine erste Besserung in Sicht. Ab Dezember will die Bahn einen neuen Intercity einsetzen.

    Die Deutsche Bahn will den Fernverkehr zwischen Dresden und Berlin zum nächsten Fahrplanwechsel "erheblich ausbauen". Ein neuer Intercity soll ab Dezember 2019 von Dresden über Berlin bis an die Ostsee nach Rostock fahren. "Damit verbinden wir die sächsische Landeshauptstadt und Berlin etwa im Ein-Stunden-Takt. Das Angebot wird faktisch verdoppelt", sagte ein Sprecher der Bahn MDR SACHSEN. Der neue Intercity werde ergänzend zur bestehenden Eurocity-Linie Prag – Dresden – Berlin – Hamburg angeboten. Zum Einsatz kommen sollen laut Bahn die neuen Doppelstockzüge des Intercity 2.
    Deutliche Verbesserung
    Bislang fahren nur alle zwei Stunden Fernzüge von Dresden nach Berlin. Sie brauchen knapp zwei Stunden. Zum Vergleich: Von Leipzig startet jede Stunde ein ICE nach Berlin, er braucht lediglich eine Stunde und 13 Minuten. Die Ostsee ist von Dresden derzeit gar nicht mit einem Fernzug zu erreichen. Um nach Rostock zu gelangen, müssen Fahrgäste mindestens einmal umsteigen und Teilstrecken mit dem Regionalzug zuckeln. Die neue IC-Verbindung würde somit eine deutliche Verbesserung bedeuten. Die Bahn hatte die neue Linie bereits vor zwei Jahren angekündigt.

    Ausbau der Strecke auf Tempo 200
    Die schlechten Fernverkehrsverbindungen ab Dresden sorgen seit Jahren immer wieder für Anstoß. Seit 2012 wird die Strecke nach Berlin laut Bahn für das Tempo 200 saniert. Im kommenden Jahr sollen die umfangreichen Arbeiten auf der 125 Kilometer langen Strecke mit über 20 Bahnübergängen abgeschlossen sein. Bislang konnte durch die neuen Streckenabschnitte die Fahrtzeit des EC von zwei Stunden und 20 Minuten immerhin um knapp eine halbe Stunde gesenkt werden. Derzeit wird die gesamte Strecke mit dem neuen europäischen Zugsicherungs- und Steuerungssystem (ETCS) ausgerüstet.
    Chemnitz ist vom Fernverkehr abgeschnitten
    Doch nicht nur Dresden kämpft einer schlechten Anbindung. Chemnitz ist gänzlich vom Fernverkehr abgekoppelt. Auch hier ist Besserung in Sicht: Die Strecke Leipzig-Chemnitz soll jetzt endlich elektrifiziert werden. Das Bundesverkehrsministerium hatte das Projekt schon im November in den "vordringlichen Bedarf aufgenommen. Damit könnte Sachsens drittgrößte Stadt Chemnitz wieder an das Fernverkehrsnetz der Bahn angeschlossen werden. Eine Umsetzung des Projekts wird jedoch nicht vor 2025 nicht erwartet.
    Politiker begrüßt stündliche Zugverbindung
    Der Dresdner Grünen-Abgeordnete Johannes Lichdi begrüßte die Pläne der Bahn. "Ich kann es kaum glauben!", kommentierte der Stadtrat aus der Dresden-Neustadt. Besonders Politiker, Wissenschaftler und viele Geschäftsreisende, die sich beruflich schnell zwischen den Städten bewegen müssen, hatten immer wieder eine bessere Bahnverbindung nach Berlin gefordert. Die schlechte Verbindung wird als negativer Standortfaktor seit Jahren diskutiert. Besonders für die Ansiedlung von Kongressen und Messen spielen gute Bahnverbindungen eine wichtige Rolle.
    Diskussionen um EC-Strecke
    Spekulationen hatte es im Internet in der vergangenen Woche auch um die Zukunft der populären EC-Linie Prag – Dresden – Berlin – Hamburg gegeben. Die mögliche Einstellung der Verbindung dementierte die Bahn: "Es gibt keine Planungen, die Zahl der Züge zwischen beiden Ländern zu reduzieren", hieß es auf Anfrage von MDR SACHSEN. "Derzeit laufen Gespräche mit der Tschechischen Staatsbahn (CD) zur Angebotsplanung im neuen Fahrplan ab Dezember 2019. Ziel ist die Weiterentwicklung attraktiver Verbindungen zwischen Deutschland und Tschechien." Die Euro-City-Linie sei eine erfolgreiche Kooperation der Deutschen Bahn mit der Tschechischen Staatsbahn (CD). Mit dem Einsatz von neuen Mehrsystemloks entfalle zudem der zeitraubende Lokwechsel in Dresden. Das trage weiter zu einer steigenden Attraktivität der Verbindung bei.
    Das "Blaue Wunder" aus Tschechien zieht den Europacity auf der Strecke von Prag über Dresden bis nach Hamburg.Bildrechte: Tschechische Staatsbahn ČD

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    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Chemnitz ist vom Fernverkehr abgeschnitten
    Doch nicht nur Dresden kämpft einer schlechten Anbindung. Chemnitz ist gänzlich vom Fernverkehr abgekoppelt. Auch hier ist Besserung in Sicht: Die Strecke Leipzig-Chemnitz soll jetzt endlich elektrifiziert werden.
    Darauus wird so schnell nichts. Nachzulesen hier:

    10.07.2019 | 15:50 Uhr
    Kein Fernverkehr für Chemnitz: Bahnstrecke nach Leipzig frühestens in zehn Jahren elektrifiziert

    Chemnitz bleibt ohne Anbindung an den Fernverkehr. Die Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig wird erst in frühestens zehn Jahren elektrifiziert sein. Darüber informierte die Deutsche Bahn am Mittwoch. Er könne heute noch nicht sagen, wann der erste Spatenstich für den Ausbau erfolgen könne, erklärte Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter für die Region Südost am Mittwoch nach einer Bürgerversammlung in Chemnitz. "Über eines sollten wir uns sicher sein: Ein Zeitziel wird mit Sicherheit Ende der 2020er, Anfang der 2030er Jahre sein."
    Für den Ausbau der Strecke gibt es zwei Trassenvarianten, die derzeit untersucht werden. Der Bund hat nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung den Verlauf über Borna in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Der Grund sei laut Fricke ein in Geithain vorhandener Fahrdraht. Der Freistaat Sachsen und die Bahn favorisieren hingegen die Strecke über Bad Lausick. Dies sei der der attraktivere Weg, erklärte Fricke.
    Die drittgrößte Stadt Ostdeutschlands bleibt ohne Fernzüge
    Chemnitz, drittgrößte Stadt Ostdeutschlands, hat keine Fernbahnanbindung. Die Elektrifizierung der Strecke nach Leipzig ist Voraussetzungen eine IC- oder gar ICE-Verbindung. "Es geht nicht nur um eine Elektrifizierung, sondern um eine Anbindung an den Fernverkehr im Idealfall in alle vier Richtungen", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) bei der Veranstaltung.

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    dr. bahnsinn - der Forendoktor