[DE] Zwei Streckenstilllegungen in Mecklenburg-Vorpommern

  • [DE] Zwei Streckenstilllegungen in Mecklenburg-Vorpommern

    Mecklenburg-Vorpommern: RIG will zwei Strecken stilllegen

    Sollten die Pläne der RIG wahr werden, wird u.a. der Bahnhof Karow frei vom Eisenbahnverkehr sein – hier eine Zugkreuzung im Jahr 2013; Quelle: C. Müller

    04. April 2019
    Die Regio Infra legt die Streckenabschnitte Parchim - Malchow (Strecke 6935) und Plau am See - Güstrow (Strecke 6939) über ein Stilllegungsverfahren nach dem Allgemeinen Eisenbahn Gesetz in den nächsten Monaten still.
    Vor dem Hintergrund der Abbestellung der Personenverkehre ab dem Jahre 2013, der fehlenden Grundfinanzierung zum Streckenerhalt und der damit fehlenden Einnahmen, sieht sich die RIG gezwungen, diese Maßnahmen zu ergreifen. (cm)

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    Zur Orientierung:

    Ausschnitt aus Open Railway Map

    Die Mecklenburgische Seenplatte ist übrigens ein sehr interessantes und schönes Hausbootrevier. Die Stadtdurchfahrt durch Plau am See im Zuge des Müritz-Elde-Kanals kann mit einer unter Denkmalschutz stehenden Hubbrücke aus dem Jahr 1916 aufwarten, die nur nach telefonischer Anforderung durch den Skipper geöffnet wird. Die Durchfahrt wird von zahlreichen Schaulustigen beobachtet. Bis in das Jahr 2000 musste der Schleusenwärter der einige hundert Meter kanalabwärts gelegenen Hühnerleiter-Schleuse mit dem Fahrrad anrücken und vom Holzhaus oben auf der Brücke aus die Brücke steuern:


    Gleich unterhalb der Hubbrücke war am rechten Kanalufer ein Boot vertäut (rechts neben dem vor uns fahrenden Hausboot), von dem aus ein Fischer frisch geräucherten Aal aus dem Plauer See feilbot, dem wir nicht widerstehen konnten. LeckerKöstlich!


    Nach der köstlichen Fischjause machte ich mich auf dem Weg zum Bahnhof. Die Gassen der Altstadt, die ich durchquerte, hatten damals (2003) noch echtes DDR-Flair und der Bahnhof von Plau am See hatte auch schon bessere Zeiten gesehen. Seit 2000 war der Betrieb bereits eingestellt gewesen, in der Zwischenzeit fuhren z. T. planmäßig bzw. sporadisch wieder Züge (siehe Link oben) und jetzt geht es der Strecke wieder an den Kragen:


    Nordöstlich von Malchow gibt es in der Nähe der Ortschaft Damerow, welche von Waren aus (noch) mit dem Zug erreicht werden kann, im Naturschutzgebiet Damerower Werder ein Wisent-Reservat, eine der weltweit größten Zuchtstationen für die vom Aussterben bedrohten Wisente. Das Freigehege, in dem sich 20 - 30 Tiere aufhalten, kann besucht werden:
    Fotos: dr. bahnsinn, aufgenommen am 8. und 9. Juli 2003
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Mecklenburg-Vorpommern: Keine Reaktivierung der Südbahn
    15. April 2019
    Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat einer Reaktivierung der Südbahnstrecke Parchim–Malchow für den regulären Verkehr eine Absage erteilt.
    Dies sagte er am 12.04.2019 vor dem Landtag. Aus Kostengründen war der SPNV dort 2013 abbestellt worden. Seither gibt es nur noch Saisonverkehre, doch plant der Infrastrukturbetreiber Regio Infra die Strecken Parchim–Malchow und Plau am See–Güstrow stillzulegen. (as)

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    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Stand: 19.08.2019 06:00 Uhr
    Bahnstrecken in MV: Stilllegungen beantragt
    von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

    Die Stilllegung von zwei Strecken im Nordosten wurde beantragt. (Symbolbild)


    Die Stilllegung von weiteren Bahnlinien in Mecklenburg-Vorpommern rückt näher. Der Betreiber der Strecken zwischen Parchim und Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sowie zwischen Güstrow (Landkreis Rostock) und Plau am See (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hat jetzt das nötige Verwaltungsverfahren in Gang gesetzt. Die private Regio-Infra-Nordost hat den Antrag auf Streckenstilllegung ans Verkehrsministerium in Schwerin geschickt. Diesen Schritt hatte das Unternehmen mit Sitz in Putlitz im Norden Brandenburgs bereits im April angekündigt.
    Begründung: Fehlende Nahverkehrszüge
    Eine Ministeriumssprecherin bestätigte auf Anfrage von NDR 1 Radio MV den Eingang, das Ministerium sei als Eisenbahnaufsichtsbehörde zuständig. In dem Verfahren werden üblicherweise Betroffene angehört, unter anderem die Kommunen. Die beiden Strecken sollen dann bis Ende 2020 stillgelegt werden, sie könnten anschließend abgerissen werden. Grund für das Aus ist nach Angaben der Regio-Infra die fehlende Bereitschaft des Landes, dort Züge im Nahverkehr rollen zu lassen. Außerdem gebe es keine Finanzhilfen, um die Strecken instand zu halten.
    Linksfraktion und Initiativen kritisieren Verkehrsminister
    Das Land hatte den Nahverkehr dort wegen fehlender Fahrgäste schon 2013 abbestellt, als Ersatz fahren Busse. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hatte mehrfach erklärt, ein Zugbetrieb auf der Strecke sei zu teuer. Kritik an der Haltung des Ministers kommt von der Linksfraktion im Landtag und Bürgerinitiativen. Sie beklagen, dass der ländliche Raum abgehängt werde und die Bahn als Verkehrsmittel der Zukunft keine Chance habe. Bahnexperten erklärten, die betroffenen Strecken seien auch Ausweichstrecken für den wichtiger werdenden Güterverkehr.
    Seit 1994 rund 300 Kilometer Strecke stillgelegt
    Auch Pegels SPD macht sich für Bahnfahren in Ostdeutschland stark. Die Sozialdemokraten hatten im Frühjahr in ihrem Erfurter "Zukunftsprogramm Ost" gefordert, Bahnstrecken im ländlichen Raum zu erhalten. In Mecklenburg-Vorpommern sind nach einer Statistik des Eisenbahnbundesamtes seit Ende 1994 rund 300 Kilometer Schiene stillgelegt worden.

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    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat einer Reaktivierung der Südbahnstrecke Parchim–Malchow für den regulären Verkehr eine Absage erteilt.
    Die Mecklenburger Südbahn ist dem Schienentod gerade noch einmal, zumindest für den touristischen Verkehr und befristet bis 2027, von der Schaufel gesprungen. Nachzulesen hier:

    Stand: 18.11.2019 15:31 Uhr
    Mecklenburger Südbahn ist gerettet

    Die Bürgerinitiative "pro Schiene" hatte seit 2014 für den Erhalt der Mecklenburger Südbahn gekämpft.
    Die Mecklenburger Südbahn ist gerettet, das drohende Aus für die Strecke zwischen Parchim und Plau ist vom Tisch. Vertreter der Landesregierung, des Landkreises Ludwigslust-Parchim und der Bürgerinitiative "pro Schiene" hatten sich zu einem Gespräch über die Zukunft der Südbahn in der Staatskanzlei getroffen. Dabei wurde vereinbart, rund acht Millionen Euro in die Wiederherstellung der Strecke zu investieren. Nach Angaben des Chefs der Schweriner Staatskanzlei, Heiko Geue (SPD), ist die Zukunft der Südbahn vorerst bis zum Jahr 2027 gesichert. Der Zugverkehr auf dem Teilstück war wegen mangelnder Auslastung 2014 eingestellt worden. Wie Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) NDR 1 Radio MV sagte, sollen mit dem Zug in der Hauptsaison vor allem Touristinnen und Touristen fahren, in einigen Jahren möglicherweise aber auch Pendlerinnen und Pendler.
    Busverkehr soll angepasst werden
    Zwischen Himmelfahrt und Ende August sollen künftig drei Züge an den Wochenenden zwischen Parchim und Plau fahren. Aus der anderen Richtung sollen die Züge von Malchow bis Karow verlängert werden. Außerdem ist geplant, den Busverkehr dem Fahrplan der Bahn anzupassen. Auch sollen die Fahrscheine für Bus und Bahn gleichermaßen gelten.
    "pro Schiene" hatte für Erhalt der Südbahn gekämpft
    Die Bürgerinitiative "pro Schiene" hatte seit 2014 für die Wiederaufnahme der Bahnstrecke gekämpft. Die Mitglieder hatten sich offenbar mehr erhofft. Allerdings sorgt das Ergebnis zumindest für ein Aufatmen. Die Gleise bleiben in betriebsfähigem Zustand erhalten, auch der Güterverkehr ist weiterhin möglich. Es ist, so Clemens Russell von "pro Schiene", ein Garant dafür, jederzeit auf der Südbahn wieder mehr Züge fahren zu lassen. In Zeiten von Klimawandel und Verkehrswende habe man es im Landkreis Ludwigslust-Parchim geschafft, dem Thema ÖPNV unter Einbeziehung der Mecklenburger Südbahn wieder einen neuen Impuls zu geben. Die Bürgerinitiative werde aber weiterhin am Ball bleiben.

    www.ndr.de
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
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