19. Mai: Fahrten Schwarzenau - Waidhofen/Thaya

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  • Waidhofen an der Thaya: Thayatal-Bahnstrecke wieder in Betrieb

    Nach der Einstellung des Bahnbetriebs 2013 fuhr wieder ein Zug auf der Thayatalbahn zwischen Schwarzenau und Waidhofen.


    Von Michael Schwab. Erstellt am 21. Mai 2019 (15:08)
    Mit Dampfkraft ging es von Schwarzenau nach Waidhofen und retour. Foto: Michael Schwab

    Das Stampfen der Dampfmaschine und das laute Pfeifen der Lokomotivpfeife hallten am Sonntag durch das Thayatal: Erstmals seit der Einstellung des Bahnbetriebs 2013 fuhr wieder ein Zug auf der Thayatalbahn zwischen Schwarzenau und Waidhofen – und zwar ein Dampfzug, gezogen von der 1919 in der Lokomotivfabrik Krauss & Co Linz gebauten Dampflok 92.2271 des Museums-Lokalbahnvereins Zwettl.
    In gemächlichem Tempo ging es am Vormittag Richtung Waidhofen. Zahlreiche Bahnfans und Schaulustige hatten sich entlang der Strecke positioniert, um einen Blick auf den Zug in voller Fahrt zu erhaschen und Fotos zu schießen. Am Waidhofner Bahnhof wartete eine große Menschenmenge auf die Ankunft. Als die Lokomotivpfeife ertönte und die Rauchsäule hinter den Häusern in der Kurve vor dem Bahnübergang beim Lagerhaus-Kreisverkehr sichtbar wurde, waren alle Blicke auf den Schienenstrang gerichtet. Nach einem kurzen Stopp vor dem Bahnübergang, der von Personen in Warnwesten gesichert werden musste (die Schrankenanlage ist außer Betrieb), fuhr der Dampfzug planmäßig ein.
    Früher haben wir im Zug Hausübung geschrieben
    „Keiner glaubte in den letzten Monaten und Jahren, dass es uns gelingen wird, dass auf dieser Strecke wieder ein Zug fährt“, betonte Nationalrats abgeordneter und Zukunftsraum-Thayaland-Obmannstellvertreter Maurice Androsch, beim Festakt.
    Obmann Eduard Köck erinnerte sich daran, wie er ein Jahrzehnt lang mit der Thayatalbahn in die Schule gefahren war. „Damals haben wir im Zug meistens die Hausübung geschrieben, da war die Fahrt heute wesentlich entspannter“, merkte Köck an.
    Bei Bürgermeister Robert Altschach wurden Kindheitserinnerungen wach: „Das letzte Mal bin ich als Kind mit der Dampflok nach Gilgenberg zu Verwandten gefahren.“ Für ihn war der Schritt, die Thayatalbahn zu reaktivieren, ein wesentlicher: „Eine Bezirkshauptstadt soll an die Bahn angebunden sein. Wir haben ein Konzept, die Strecke zu nutzen. Meine Vision war, beim Ausbau des Einkaufszentrums die Schienen zu erhalten, denn der Güterverkehr wird wieder kommen. Unser Bahnhof liegt zentral im Betriebsgebiet“, hob Altschach hervor.
    Für die Wiederinbetriebnahme der Strecke waren umfangreiche Vorarbeiten nötig: Der Bewuchs musste entfernt, Schwellen erneuert und die Brücke bei Windigsteig neu gebaut werden. Zudem war eine Vielzahl behördlicher Bewilligungen erforderlich. Zu den Kosten will man seitens des Zukunftsraums, der die Strecke 2017 übernahm, noch nichts sagen, da es noch keine Endabrechnung gibt.
    Pläne für die Zukunft gibt es schon: Ab 2020 soll es erste regelmäßige touristische Fahrten geben, außerdem ist ein Draisinenverkehr mit der weltweit ersten energieautarken Elektro-Draisine „SoSchi“ (die NÖN berichtete) zwischen Waidhofen und Windigsteig angedacht.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • dr. bahnsinn schrieb:

    Bei Bürgermeister Robert Altschach wurden Kindheitserinnerungen wach: „Das letzte Mal bin ich als Kind mit der Dampflok nach Gilgenberg zu Verwandten gefahren.“

    Draisinenfan schrieb:

    Auch der Bürgermeister von Thaya und eines der Masterminds hinter der Wiedereröffnung der Bahnlinie Eduard Köck, reiste gedanklich zurück. "Ich bin als Kind mit dem Zug in die Schule gefahren und hab dabei Hausaufgaben geschrieben", so Köck.
    Angesichts obiger Zitate darf man sich über die triste Bahnsituation in der Region nicht wundern, wenn die Bürgermeister ihre Kindheit bemühen müssen, in der sie das letzte Mal mit ihrer der Bahn gefahren sind. Wie lautet ein zutreffendes Sprichwort? "Wie der Herr, so das Gescherr".
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Laut dieser NÖN Titelzeile soll es auf der Strecke Schwarzenau - Waidhofen/Th. auch wieder Güterverkehr geben. Im Artikel selbst ist davon nichts mehr zu lesen.

    Auch dieser Satz

    NÖN schrieb:

    "Vor 100 Jahren, noch in der Monarchiezeit, rollte die Lok aus einem Werk in Linz."
    im Artikel über die im Jahr 1919 gebaute 92.2271 hält bezüglich der Monarchiezeit dem Faktencheck nicht stand.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • grubenhunt schrieb:

    Da wär das Waldviertel m.E. absolut prädestiniert, Zwettl/Waidhofen - Schwarzenau - Wien. Wo, wenn nicht da?
    Noch eine Möglichkeit: In Sigmundsherberg wird wieder geflügelt. Einer fährt nach Wien, der andere über das Kamptal und Krems nach St. Pölten. Aber mehr als eine gedankliche Lösung ist das nicht. Da sei der Wieselbus vor! :D
    dr. bahnsinn - der Forendoktor