[Der Standard] Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Montafonerbahn

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  • [Der Standard] Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Montafonerbahn

    In der Nähe der Bundeshauptstadt stellt man eine Bahn ein, in einem Gebirgstal mit 16.000 EW, von denen gut die Häfte schon einen Bahnanschluss hat, will man eine bauen. Verkehrte Welt......

    Montafon: Mit der Bahn gegen die Landflucht

    Jutta Berger, 16. Mai 2019, 11:5247

    Die Montafonerbahn, älteste elektrische Nebenbahn Österreichs, soll ausgebaut werden. Und junge Menschen ins Tal locken

    Schruns – Das Montafon, Vorarlbergs südlichstes Tal, soll für junge Menschen attraktiver werden. Eigentlich habe das Montafon alles, was man sich von einem Lebensraum wünschen könne, sinniert Herbert Bitschnau, Bürgermeister von Tschagguns. Dennoch stagniert die Bevölkerung.

    Mit aktuell 16.436 Menschen hat sich der Einwohnerzahl in den letzten zehn Jahren nicht verändert. "Die Jungen gehen zur Ausbildung weg und kommen nicht zurück, junge Familien wandern ab", zieht der Repräsentant des Standes Montafon, wie sich der Gemeindeverband der zehn Kommunen nennt, nüchtern Bilanz. Nun will man gegensteuern.

    Bahn als Lebensader

    "Mobilität ist der Schlüssel für künftige Entwicklung", sagt Bitschnau. Damit meint er nicht den bisher favorisierten Autoverkehr. Lange hat man gestritten, nun sind sich die zehn Bürgermeister einig: Die Montafonerbahn soll aus- und umgebaut werden.

    Vor 114 Jahren als erste elektrisch betriebene normalspurige Eisenbahn der Monarchie zwischen Schruns und Bludenz errichtet, soll die Bahn künftig bis Gaschurn-Partenen, 15 Kilometer weiter Richtung Talschluss, geführt werden. Auch die Talstationen der Bergbahnen will man ansteuern. Neue ganztägige Kinderbetreuungseinrichtungen sollen in Bahnnähe entstehen. 2030 bis 2035 schwebt den Bürgermeistern als Fertigstellungstermin vor.

    Noch wird an einer Machbarkeitsstudie mit Kostenschätzung gearbeitet. Im Sommer soll sie präsentiert werden. Davor wollen die Kommunalpolitiker keine Zahlen nennen. Über die Aufteilung haben sie sich aber bereits Gedanken gemacht. 50:40:10 lautet die Formel. Was heißt: 50 Prozent Bund, 40 Prozent Land und zehn Prozent Region.

    Land hofft auf Bund

    Es sei zu früh, über einen Finanzierungsschlüssel zu reden, sagt Landesrat Johannes Rauch (Grüne). "Das ist Verhandlungssache." Das Land wolle den Ausbau, er sei Teil des neuen Mobilitätskonzepts. Rauch hofft nun auf Worttreue des Verkehrsministers: Minister Norbert Hofer (FPÖ) habe eine Nahverkehrsmilliarde und den Ausbau der Nebenbahnen versprochen, über eine solche Sonderfinanzierung könnte man auch den Ausbau der Montafonerbahn mitfinanzieren. Für Rauch eine Notwendigkeit, "um das Montafon vom wintertouristischen Autowahnsinn zu befreien".

    Bund will mehr Informationen

    Noch liege keine offizielle Anfrage der Gemeinden oder des Landes Vorarlberg vor, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Teil der beabsichtigten Nahverkehrsmilliarde sei auch eine Erhöhung der Mittel für den Ausbau und die Attraktivierung der Regional- und Privatbahnen, somit könnte das Projekt inhaltlich darunter fallen.

    "Eine grundsätzliche Zusage kann derzeit jedoch noch nicht gemacht werden", sagt Sprecher Lothar Höferl. Dazu bedürfe es noch umfassender Informationen über die Wirkung, das geplante Verkehrsangebot, die neuen Infrastrukturmaßnahmen, deren Kosten, ein Finanzierungskonzept und konkrete Angaben zum Umsetzungszeitraum.

    Über die einzige Verbindungsstraße zur Autobahn, die L188, fahren täglich 14.000 Fahrzeuge, im Winter 19.000. Das Verkehrsaufkommen verursacht nicht nur der Skitourismus. Das Auto ist Hauptverkehrsmittel der Montafonerinnen und Montafoner. Über die Hälfte der Haushalte besitzt mindestens ein Auto, ein Drittel hat ein Zweitauto. Regelmäßig mit Bahn und Bus fahren nur zwölf Prozent. Knapp 4.700 Menschen müssen aus dem Tal auspendeln, 3.700 fahren zur Arbeit ins Tal. (Jutta Berger, 16.5.2019)

    Der Standard
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Montafonerbahn soll 15 km länger werden

    Die Montafonerbahn gehört zu den Privatbahnen mit den stärksten Fahrgastzuwächsen in Österreich. Die Strecke soll um 15 Kilometer verlängert werden – die geschätzten Kosten liegen bei 284 Millionen Euro. Nun geht es an die Detailarbeiten.

    Online seit heute, 12.30 Uhr Jährlich sind rund 1,5 Millionen Fahrgäste auf der 13 Kilometer langen Strecke von Bludenz nach Schruns unterwegs. Seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert, die Bahnstrecke um 15 Kilometer von Schruns nach Gaschurn zu verlängern. Am Donnerstag wurde nun eine diesbezügliche Machbarkeitsstudie präsentiert.
    Für Einheimische und Touristen
    Die Monatfonerbahn sei sowohl für Einheimische als auch für Touristen von Bedeutung, so der Montafoner Standesrepräsentant Herbert Bitschnau. Es sollen sowohl touristische Hotspots angefahren werden, aber die Bahn soll auch möglichst nah an die Ortszentren kommen.
    Ziel sei es, den ländlichen Raum näher an die Ballungszentren heranzuführen, so Bitschnau.Geplant sind Haltestellen an den Talstationen der Golmerbahn, der Zamangbahn, der Valiserabahn und der Versettlabahn.
    Die Strecke soll mit einem sogenannten Tram-Train gefahren werden. Das hätte den Vorteil, dass engere Radien und höhere Steigungen bewältigt werden können, so Bitschnau. Zudem brauche es auch nicht überall Oberleitungen, da gewisse Strecken im Batteriebetrieb bewältigt werden könnten.
    Gespräche mit Eigentümern für die Trasse
    Die Kostenschätzung, die 2017 ausgerechnet worden ist, liegt bei 284 Millionen Euro. Ein wichtiger Finanzier wäre dann das Land Vorarlberg. Grundsätzlich zeige sich, dass das Projekt machbar ist, so Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (Grüne). Die nötigen Detailarbeiten würden aber noch ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. Dann könne man weitere Entscheidungen treffen.
    Ziel sei es nun, die Trasse für die Bahn zu sichern, so Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP). Das bedeutet Verhandlungen mit jenen Eigentümern, deren Grund man für das Projekt braucht.
    Erste elektrisch betriebene Eisenbahn der Monarchie
    Die 1905 eröffnete Montafonerbahn ist 13 Kilometer lang und führt von Bludenz über Lorüns, St. Anton im Montafon und Vandans nach Schruns. Sie war einst die erste elektrisch betriebene, normalspurige Eisenbahn der österreichisch-ungarischen Monarchie.
    Die Montafonerbahn steht im Besitz der Montafonerbahn Aktiengesellschaft. Hauptaktionär ist der Gemeindeverband Stand Montafon mit 54,5 Prozent der Anteile.

    ORF Vorarlberg
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Hier noch eine Meldung aus Vorarlberg Online dazu.
    Ein dort wohnender Studienkollege erzählte mir, dass es aner auch Gegenstimmen gibt, hauptsächlich von den Nicht-Bahnfahrern...

    Montafonerbahn soll bis nach Gaschurn fahren
    Von Mirjam Mayer - 11.07.2019 10:51 (Akt. 11.07.2019 15:10) ©VOL.AT/Mayer

    Land und Stand Montafon präsentierten die Machbarkeitsstudie zum Ausbau der Montafonerbahn.

    Mit Unterstützung des Landes Vorarlberg gaben die Bürgermeister des Montafons eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, die am Donnerstag präsentiert wurde. Die gewünschte Variante ist ein kombiniertes Tram-Train-System, welches von Bludenz über die Golmerbahn und Schruns Zentrum bis nach Gaschurn geführt wird.

    Die technische Machbarkeit einer Bahnverlängerung bis Gaschurn wurde mit positivem Ergebnis geprüft. Die Trasse von Bludenz nach Schruns ist derzeit rund 13 Kilometer lang, von Schruns nach Gaschurn sind es weitere 15 Kilometer. Die Kosten der bevorzugten Variante beläuft sich in Summe auf rund 284 Millionen Eruo.
  • Draisinenfan schrieb:

    Die Kosten der bevorzugten Variante beläuft sich in Summe auf rund 284 Millionen Eruo.

    Das TR EU-Heft Nr. 287 weiß auf S. 7 ein wenig mehr über das Ergebnis der Machbarkeitsstudie. Zuerst ist festzustellen, dass sich die oben zitierten Kosten in Höhe von geschätzten 284 Mio. EUR auf die Errichtung der Trasse beziehen, unabhängig davon, welches Fahrbetriebsszenario zum Tragen kommt. Die beiden noch in Frage kommenden Szenarien des Fahrbetriebes werden mit jährlich je 2,6 Mio. EUR kalkuliert.

    Zunächst zur Neubautrasse: diese ist als Tram-Train-Trasse geplant, da sie dadurch besser an die örtlichen Gegebenheiten in den Orten angepasst werden kann und ist zwischen Schruns-Zentrum und Gaschurn-Versettla 14,8 km lang. Sie sollen zwischen Schruns und Gaschurn acht bzw. neun Zwischenstationen aufweisen, je nachdem, ob die Haltestelle Mauren gebaut wird oder nicht. Die eingleisige Strecke soll an mehreren Stellen außerhalb von Stationen Doppelspurinseln für Zugkreuzungen erhalten, dadurch will man sich die Errichtung von zwei Bahnsteigen in den Stationen ersparen. Als Bahnsteighöhe sind 550 mm vorgesehen.

    Zusätzlich zur Neubaustrecke zwischen Schruns und Gaschurn soll es in Vandans zusätzlich zur Bestandsstrecke eine durch den Ort führende Tram-Train-Trasse geben, die das Schizentrum Golmerbahn bedienen soll.

    Betriebsszenario 1 sieht vor, dass die stündlich ab Bregenz verkehrenden REX bis Bludenz durchfahren und dabei in Vandans die Bestandstrasse nutzen. In Schruns kann dann bahnsteiggleich in die Tram-Train-Züge nach gaschurn umgestiegen werden. Zusätzlich sollen ebenfalls stündlich Tram-Train-Züge zwischen Bludenz und Gaschurn verkehren, die in Vandans die neue Ortsdurchfahrt benutzen.

    Betriebsszenario 2 sieht zwischen Bludenz und Gaschurn ausschließlich Tram-Train-Züge vor im Halbstundentakt vor.

    Vorteil von Szenario 1 ist die Durchbindung der REX aus Bregenz bis Schruns, der Nachteil ist das Umsteigen von nach Gaschurn weiterreisenden Fahrgästen in Schruns.

    Vorteil von Szenario 2 ist die bessere Anbindung des Schizentrums Golmerbahn und die Durchbindung aller Züge bis Gaschurn, ein Nachteil ist, dass die REX aus Bregenz zwangsläufig in Bludenz enden müssen. Welches Szenario umgesetzt werden wird, ist noch nicht entschieden.

    Die Tram-Train-Garnituren sollen ca. 40 m lang sein und eine Kapazität von ca. 200 Fahrgästen aufweisen.

    Die Bauzeit für den Streckenneubau wird auf ca. sechs Jahre geschätzt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Neu

    Heute in ORF Vorarlberg:
    Montafonerbahn: Weichen für Ausbau gestellt

    Die Weichen für den Ausbau der Montafonerbahn um 15 Kilometer von Schruns nach Gaschurn sind gestellt. Am Mittwochabend informierten sich 70 Gemeindevertreter aus dem Montafon über den Planungsstand. Wenn alles glatt geht, könnte in etwa 15 Jahren die erste Bahn bis Gaschurn durchfahren.
    Online seit heute, 6.32 Uhr


    In St. Gallenkirch trafen sich Gemeindevertreter aus dem Montafon, um sich über den Planungsstand zu informieren. Die Bürgermeister des Montafons bekennen sich zur Verlängerung der Montafonerbahn. Die Bahntrasse soll an möglichst allen Orts- und Touristikzentren vorbeigeführt werden.

    Verlängerung soll Verkehrsentlastung bringen
    Das Tal muss vom Verkehr entlastet werden. Nur drei Prozent der Touristen reisen derzeit mit der Bahn an – nach dem Ausbau der Montafonerbahn könnten es 15 Prozent sein, so die Schätzungen. Um genaue Zahlen zu bekommen, wird diesen Winter ein Versuch in Silbertal gestartet. Kommen Gäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln, können sie zum Beispiel die Skiausrüstung gratis ausleihen. Um abseitsgelegene Ortsteile an die Bahntrasse anbinden zu können, sollen selbstfahrende Busse zum Einsatz kommen.



    Kosten liegen bei 284 Millionen Euro
    Die Montafonerbahn gehört zu den Privatbahnen mit den stärksten Fahrgastzuwächsen in Österreich. Die Strecke soll um 15 Kilometer verlängert werden – die geschätzten Kosten liegen bei 284 Millionen Euro. Nun geht es an die Detailarbeiten – mehr dazu in
    Montafonerbahn soll 15 km länger werden (ORF Vorarlberg, 19.7.2019)

    Edit: Erstaunlich, wie lange so ein Bahnbau von der Planung bis zur Fertigstellung dauert. 15 Jahre für 15 km.
    Das erinnert an Großvorhaben wie Brenner- Koralm- und Semmering-Basistunnel.
    Zwar ist wohl klar, was an Planungs- und Behördenverfahren, Grundstöcksablöse-Verhandlung etc. notwendig ist.
    Aber trotzdem erscheinen mir 15 Jahre extrem lange.
    Wie lange dauern ähnliche Vorhaben für Sttraßenbauten??
    Zudem haben Teile der neu geplanten Strecke schon früher bestanden, wie OpenRailwaMap erkennen lässt:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Werner ()

  • Neu

    KFNB X schrieb:

    Vorbei oder durch?

    dr. bahnsinn schrieb:

    Zusätzlich zur Neubaustrecke zwischen Schruns und Gaschurn soll es in Vandans zusätzlich zur Bestandsstrecke eine durch den Ort führende Tram-Train-Trasse geben, die das Schizentrum Golmerbahn bedienen soll.
    In dem Post #7 von dr. bahnsinn werden zwei Szenarien beschrieben, nach denen die Verlängerungsstrecke als "Tram-Train" auch durch die Zentren führen könnte.

    dr. bahnsinn schrieb:

    Die Bauzeit für den Streckenneubau wird auf ca. sechs Jahre geschätzt.
    Die reine Bauzeit von sechs Jahren für 15 km Bahnstrecke kommt mir doch sehr lange vor. Die Planungs- und Bauvorbereitungszeit von weiteren neun Jahren ebenso.

    KFNB X schrieb:

    Das Straßenbauprojekt Umfahrung Gänserndorf feiert vermutlich bald seinen 50er.
    Auch das kommt vor. Offenbar hat hier der politische Druck oder der Wille gefehlt.
    Andere Straßenbauprojekte wurden nach entsprechendem Druck wesentlich schneller realisiert. Zum Beispiel die Tauernautobahn:
    Entsprechend den zwei Meldungen "Vor 70 Jahren begann der Bau der Tauernautobahn" (mit historischem Rückblick) und "30 Jahre Tauernautobahn" wurde der Bau der heutigen Tauernautobahn im Jahr 1969 begonnen, und bereits am 21. Juni 1975 die Scheitelstrecke eröffnet. Und dazu wurde eine ganze Reihe von Tunnels gebaut: Ofenauer und Hiefler Tunnel (Pass Lueg), Tauern- und Katschbergtunnel und einige kleinere (kürzere).

    Die Reihe vergleichbarer Projekte ist sicher sehr lang. Und würde den Rahmen wie auch die Zielsetzung dieses Forums sprengen.

    Doch noch ein Gedanke zur Raumplanung und zu den Auswirkungen solcher Verkehrsbauten:
    Seit Eröffnung der Tauernautobahn ist es viel leichter geworden, per Auto an die Adria zu fahren.
    Viele Deutsche Urlauber haben vor Eröffnung der Alpen-Transversal-Autobahnen nördlich der Alpen oder in der Alpenregion Quartier bezogen.
    Heute strömen die Autokarawanen zu Urlaubszeiten en masse in den Süden. Ich kenne einige Tourismusbetriebe nördlich der Alpen, die heute kaum mehr existieren können oder schon aufgehört haben.
    Zitat "Durch die Alpen tönt ein Schrei - Zimmer frei, Zimmer frei!!!" ^^
    Nur durch die insgesamt gesteigerte Mobilität scheint der Tourismus in der Alpenregion noch zu funktionieren.
  • Neu

    Richtig. Vor allem im Winter. Hier gibt es ja auch einige Initiativen.
    Wie zum Beispiel die Montafonerbahn.
    Ich meinte mit den Veränderungen im Auto-Tourismus vor allem die Sommersaison.

    Aber auch im Sommer ist es vielfach mit dem Auto bequemer und schneller, die Ausgangspunkte für so manche Bergtour zu erreichen.

    Versteht mich recht: Ich bin und bleibe ein Bahn-Liebhaber. Aber nicht Alles ist damit erreichbar.