[ORF NÖ] SPÖ-Vorstoß für 365 €-Ticket

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  • [ORF NÖ] SPÖ-Vorstoß für 365 €-Ticket

    Ah ja, Wahlkampf ist:

    SPÖ startet Petition für 365-Euro-Jahresticket

    Mit einer Online-Petition will die SPÖ Niederösterreich ihrer Forderung nach einer Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr um 365 Euro Nachdruck verleihen. Während der Sommermonate hofft man auf 25.000 Unterschriften.

    Online seit heute, 16.57 Uhr Die SPÖ verordnete sich vor einem Jahr in ihrem Grundsatzprogramm mehr Bürgerbeteiligung und mehr Mitspracherechte. Mit der neuen Plattform für Online-Petitionen soll das jetzt umgesetzt werden. Als erstes Thema wurde eines ausgewählt, das wohl von einer breiten Öffentlichkeit aktzeptiert wird: die Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr um 365 Euro.
    Die Petition ist seit Montag Vormittag online, bis zur Landtagssitzung im September will man 25.000 Unterschriften gesammelt haben. Dann werde man ein Landesvolksbegehren einleiten, kündigte SPÖ-Landesparteichef Franz Schnabl an. „Zum einen geht es uns darum, die Bürgerbeteiligung weiter zu forcieren, zum anderen möchten wir alles tun, um unseren Planeten auch für unsere Kinder, Enkel und Urenkel lebenswert zu erhalten. Damit beginnen wir mit einem für unsere Umwelt und die Geldbörsen der Bürgerinnen und Bürger zentralen Thema der Leistbarkeit und Attraktivierung der öffentlichen Verkehrsmittel“, so der SPÖ-Landesparteivorsitzende.
    Weitere Online-Petitionen zu anderen Themen geplant
    Die SPÖ Niederösterreich möchte Petitionen oder Umfragen, die sie über die SPÖ-App vornimmt, verstärkt einsetzen und Themen so bis in die Parlamente auf Landes- und Bundesebene bringen. Die Petition „Ganz NÖ für einen Euro“ sei dazu der erste Schritt. Initiativen im Umwelt-, aber auch etwa im Arbeits-, Bildungs- oder Sicherheitsbereich sollen folgen, hieß es bei der Präsentation am Montag.
    Zur Frage der Finanzierung sagte Schnabl: „Das 365-Euro-Jahresticket ist eine reine Sache der Prioritätensetzung – das zeigen die Bundesländer Wien und Vorarlberg, in denen das Modell bereits ohne Probleme funktioniert. Das schafft ein massives Aufatmen der Umwelt, ebnet leistbarem Öffentlichen Verkehr den Weg und dämmt Individualverkehr ein“.
    Kosten für Schnabl „verhältnismäßig kleiner Beitrag“
    In seinen Berechnungen ging Schnabl von rund 43.000 Personen aus, die jährlich eine Jahreskarte kaufen, und dafür durchschnittlich 1.000 Euro bezahlen. Rechnet man die Steigerungsraten ein, käme man auf Karteneinnahmen von etwa 52 Millionen Euro jährlich.
    Selbst wenn das günstigere Ticket von deutlich mehr Personen gekauft wird – Schnabl geht von etwa 55.000 Karteninhabern jährlich aus – bedeute das für Niederösterreich einen notwendigen Mehrbetrag von circa 35 Millionen Euro. "Für erhöhten Umweltschutz, den sicheren Transport tausender Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher und größtmögliche Entlastung der Geldbörsen ist dies ein verhältnismäßig kleiner Beitrag bei einem Budgetvolumen von rund 9,5 Milliarden Euro“, zeigte sich Schnabl überzeugt.

    ORF NÖ
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Die deutsche Beratungsagentur civity Management hat sich mit dem 365-Euro-Ticket in Wien beschäftigt. Das Ergebnis: kaum bis gar kein Effekt. Der ORF NÖ bringt dazu einen Artikel, der zumindest für mich den Anschein erweckt, als wäre das eine generelle Erkenntnis.
    z.B.
    Aus der Studie der deutschen Beratungsagentur civity Management geht jedoch hervor, dass sich ein derartiges Ticket kaum auf die Fahrgastzahlen auswirke.
    Der ORF spricht nicht von der Vergangenheit, sondern sieht es wohl allgemeingültig. Am Ende der Absatz der dann wohl die Motavation des vorhergehenden erklärt:
    Milliarden Euro für zusätzliche Infrastruktur
    Ein 365-Euro-Ticket würde außerdem massive Investitionen notwendig machen, so der Studienautor. Betroffen seien vor allem die Westbahn und Südbahn. „Also jene Strecken, wo es heute schon viele Fahrgäste gibt. Gerade, was die Schnellbahnen von und nach Wien betrifft, ist man allerdings schon an der Kapazitätsgrenze.“
    Konkret hätte ein Öffi-Ticket in Niederösterreich zur Folge, dass jedes Jahr 285 Millionen Euro weniger eingenommen würden, wie es aus dem Büro von Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) heißt. Der Ausbau der Infrastruktur würde in den nächsten fünf Jahren etwa 2,5 Milliarden Euro kosten.
    Ein ziemlicher Widerspruch. Zwar wird suggeriert, dass es keine Auswirkungen auf die Fahrgastzahlen hätte, aber gleichzeitig bedarf es massiver Investitionen, damit man die an der Kapazitätsgrenze arbeitenden Strecken ausbauen kann? Warum sollte man dies müssen, wenn sich eh nichts ändert?

    ORF-Artikel: noe.orf.at/stories/3004729/

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von KFNB X () aus folgendem Grund: Link korrigiert

  • dr. bahnsinn schrieb:

    Diese Seite gibt es nicht mehr.

    Es dürfte wohl folgende Meldung gemeint sein: Studie: 365-Euro-Ticket habe „keinen Effekt“

    Nach meiner Erinnerung wurde in Wien gemeldet, dass das 365-Euro-Ticket sehr wohl regen Zuspruch gefunden habe.
    Siehe Kurier-Meldung vom 23.1.2017: Rekord: Über 950 Millionen Öffi-Fahrgäste in Wien
    Kein Wunder: Im Ballungsraum Wien gibt es ein relativ dichtes Netz an "Öffis". Das preisgünstige Jahres-Ticket war nur ein zusätzlicher Anreiz.

    Generell wäre die Kombination von dichtem Öffi-Netz mit kurzen Intervallen einerseits und preisgünstigen Tickets andererseits der beste Anreiz, auf das Auto zu verzichten.
    In flächenmäßig ausgedehnten Bundesländern, wie z.B. in NÖ, wird das allerding schwierig.
    Wie in diesem Forum vielfach diskutiert: Schweinbarther Kreuz, FJB im Waldviertel, Kamptal-, Traisental- und andere Bahnen.

    Auch zum Beispiel im Land Salzburg sind billige Öffi-Tickets ein Thema:
    9.10.2017: Pläne für billigeres Öffi-Jahresticket
    25.4.2019: Günstigere „Öffi“-Tickets für ganz Salzburg
    Und angeblich unter Senioren besonders beliebt: Das "Edelweiß-Ticket":

    12.10.2017: 299 Euro Öffi-Jahresticket für Senioren

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Werner ()

  • Alles, was die Autoren dieser Studie geschafft haben, ist, Fahrgastzahlen auf wikipedia nachzuschlagen ... Aber bitte, die Studie hat sicher nur etliche Tausender gekostet. Die Wiener und Niederösterreicher werden ihr Mobilitätsverhalten aufgrund einer Ersparnis von ~100 Euro im Jahr (die sich durch die Wiener Jahreskarte um 365 € ergibt) nicht großartig ändern. Wenn jedoch z.B. ein Pendler aus Wiener Neustadt statt derzeit 1.478 € nur mehr 730 € (oder z.B. 365+500=865 €) für eine Jahreskarte inkl. Kernzone hinblättern muss, wäre dies nur bedingt überlegenswert: Für rund 2 Stunden kuscheliges Stehen pro Tag. Ich würde mir das nicht einmal antun, wenn das Ganze nichts kosten würde.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • Gerade Nebenbahnen würden davon profitieren, da man somit keine Zonen mehr sparen muss, indem man zur nächsten P+R-Anlage fährt.

    Die Studie hat das Unternehmen lt. Homepage auf eigene Kosten erstellt. Man kann sie auch anfordern: civity.de/de/news/2019/07/die-…%BCr-mehr-fahrg%C3%A4ste/
    Auf den ersten Blick scheint es da mehr darum zu gehen, was man sonst noch machen kann / muss und nicht, ob die 365 € sinnlos sind.
  • KFNB X schrieb:

    Auf denen erwarte ich recht wenig Zunahme, denn dort sind die meisten die mit Öffis fahren würden schon unterwegs. Gleichzeitig steigt aber mit den 160m DoSto die Kapazität doch erheblich (2x4746: 488; 2x4024: 398; 2x 4020: 368 --> an die 600).
    Meinst du nun etwaige neu zu beschaffende DoStos oder eh den Bestand? Denn dort, wos geht, fahren die eh auch schon.

    Und bzgl Kapazität gehst du von Sitzplätzen aus. Berücksichtigt man aber auch die Stehplätze, werden wohl alle 3 TW-Typen gleich liegen.
  • Da ich es bis jetzt nicht so mitbekommen habe (gehöre ich jetzt auch schon zu den Politikverdrossenen?): Die SPÖ forder mehr als 1€ pro Bundesland sondern das 1-2-3-Klimaticke. Gemeint ist damit 1 € = 1 Bundesland, 2 € = 3 Bundesländer und 3 € für ganz Österreich
    Ich bleibe aber auch weiterhin dabei: Es waren SPÖ-Verkehrsminister die es für unmöglich erklärt haben...