[GRE] Normalspur-Neubaustrecke am Peloponnes um 72 km verlängert

  • [GRE] Normalspur-Neubaustrecke am Peloponnes um 72 km verlängert

    Am 17. April befuhr nach einer Bauzeit von mehr als zehn Jahren erstmals ein GTW 2/6-Dieseltriebzug von Stadler im Rahmen einer Testfahrt den nunmehr fertiggestellten zweigleisigen Normalspur-Streckenneubau entlang der Nordküste am Golf von Korinth zwischen dem bisherigen Endpunkt Kiáto und der 26.000 EW-Stadt Egio/Aigio 30 km östlich von Patras. Die Strecke ist zwar bereits bis zum westlich von Egio gelegenen Ort Rododáfni fertig, der Betrieb wird aber vorerst nur bis Egio aufgenommen. Es gibt drei Zwischenbahnhöfe in Xylókastro, Akráta und Egio sowie sechs Haltestellen, darunter auch jene in Diakoptó, von wo die bekannte Zahnradbahn nach Kalávryta verkehrt.
    Die Neubaustrecke weist sechs Tunnel mit einer Gesamtlänge von 11 km sowie 19 Brücken und 60 Straßenüber- oder -unterführungen auf. Die V/max beträgt zwischen Kiáto und Lykoporiá (ungefähr auf halbem Weg gelegen) 200 km/h, anschließend bis Rododáfni 150 km/h. Die Baukosten betrugen 920 Mio. EUR. Die Streckensignalisierung ist noch nicht fertig, soll aber bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Elektrifizierung befindet sich in der Ausschreibungsphase, mit der Auftragsvergabe wird noch im Sommer gerechnet. Die Kosten für die Elektrifizierung, die bis 2022 abgeschlossen werden soll, werden auf 68 Mio. EUR geschätzt. Bis zur Fertigstellung der Elektrifizierung muss zwischen Kiáto und Egio mit Dieseltriebzügen gefahren werden.
    Quelle: TR EU-Heft Nr. 282, S. 13.
    Zur Orientierung:

    Ausschnitt aus bueker.net
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ich sehe es nicht so negativ. Über gut funktionierend kann man diskutieren, aber die Fahrzeit ist gegenüber der Autobahn (A8) einfach nicht mehr vertretbar. Immerhin ist Patra die drittgrößte Stadt Griechenlands. Und dafür dass das restliche Meterspurnetz still steht (oder ist das überholt?) kann die Umspurung von Athen - Patras nichts.
  • Selbst wenn es das Gleiche gekostet hätte, hätte man dann zumindest den Vorteil des zusammenhängenden Netzes.

    aber alleine der Erdbau macht selbst bei einem Neubau gleich Einiges mehr aus. Geschweige den, dass man eben Abschnitte, die man wiederverwenden hätte können, nicht erweitern hätte müssen. Man hätte sowieso viel mehr alte Abschnitte beibehalten können, wenn ich mir alleine die Umfahrung von Korinth ansehe, stellt sich die Frage ob das so sinnvoll ist, der neue Bahnhof ist ja irgendwo.

    Womit wir beim Thema Bahnhöfe wären : die alten adaptieren wäre sicher Einiges billiger gewesen als Neue bauen. Und wenn man eben irgendwo eine unabhängige Neubaustrecke hätte bauen wollen, hätte man die alte Strecke für den Nahverkehr beibehalten und die neue eingleisig machen können.
  • Griechenland: Normalspurige Strecke auf dem Peloponnes fertiggestellt*)
    24. Januar 2020
    Auf der Halbinsel Peloponnes ist die rund 70 km lange normalspurige Neubaustrecke Kiato – Rhododaphni nun weitgehend fertiggestellt worden.
    Dies hat der Infrastrukturbetreiber ErgOSE mitgeteilt. Im April 2020 soll der Betrieb eröffnet werden – zunächst mit Dieseltriebwagen. Eine Elektrifizierung ist aber in Arbeit. Wegen der drohenden Rückforderung der Fördergelder durch die EU ist diese Inbetriebnahme dringend. Über die weitere Streckenführung nach und in Patras wird immer noch gestritten, auch hier drängt die Zeit. Der Betrieb auf dem reaktivierten Meterspurabschnit Patras – Kato Achaia soll nach dem aktuellen Stand der Dinge im Februar aufgenommen werden. Im Frühjahr 2019 gab es bereits für beide Strecken eine „Eröffnungsfahrt“ mit dem damals zuständigen Staatssekretär. (js/cm)

    www.eurailpress.de
    *) Die Überschrift täuscht, denn sie bezieht sich nur auf den im Eröffnungsbeitrag beschriebenen Abschnitt. Der Restabschnitt bis Patras fehlt noch immer (siehe Text).
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
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