Zusammenstoß zwischen S-Bahn und DoSto-Zug zwischen Floridsdorf und Leopoldau

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  • Und nur weil die Norm sagt, 50 m sind ausreichend, darf man sie trotzdem hinterfragen.
    Klar darf man hinterfragen, nur nützt es eben nichts und man hat sich 'was gedacht bei den 50m! Egal: Ein Lokführer, der fünf(!) Minuten vorher auf den Bock gestiegen ist und dann gleich einen kapitalen Unfall verursacht, ist schon bemerkenswert! Tolles, höchst verantwortungsbewusstes PR-Personal! Warten wir auf die Auswertungen der mobilen Daten - Facebook, Twitter und Co... ...war ja schließlich in Niklasdorf auch die Ursache.
    + Bahnfahrer, KFNB X, Werner, 2020.01, 5047.090, EN 466 Wiener Walzer, Klosterwappen, Erwin Tisch
    - grubenhunt, J-C, Draisinenfan, 5047erFan
  • Hier die Unfallstelle (dort, wo der Zweiwegebagger steht) heute um ca. 17:00 Uhr, aufgenommen von der B 3-Überführung aus. Der Zwischenwagen 7020 268 (mit Graffiti-Verzierung) und der Steuerwagen 6020 268 stehen noch unter der Brücke:





    Zum Schluss noch ein Blick in den Produktionsstandort Floridsdorf. Links das neue Krankenhaus Nord, nunmehr Klinik Floridsdorf:
    Fotos: dr. bahnsinn, aufgenommen am 2. 7. 2019
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Hallo, ich bin neu hier!

    Ich war am 1. Juli Fahrgast der verunfallten 4020-Garnitur und bin glücklicherweise wie die meisten anderen unverletzt geblieben. Lobend kann ich die Arbeit der Einsatzbehörden erwähnen, die rasch genug erfolgte und bei der alles richtig gemacht wurde. Interessanterweise kam in den über 40 Minuten, die die Fahrgäste im stehenden Zug verbringen mussten, keine einzige Meldung vom Triebfahrzeugführer, wobei ich natürlich nicht weiß, ob dies technische Gründe hatte, dem normalen Protokoll entsprach oder daran lag, dass dieser seine Identität schützen wollte. Es haben sich jedenfalls einige Fahrgäste darüber gewundert.

    Ich frage mich, was mit den beschädigten Zügen passieren wird - würde mich da mal über die Ansichten von Postern mit mehr Ahnung als ich interessieren. Ich kann mir gut vorstellen dass die 4020-Garnitur nicht wieder instand gesetzt wird, da die Baureihe ohenhin ausgemustert wird. Ebenso sieht mir der vordere DoSto-Waggon nach wirtschaftlichem Totalschaden aus, wobei der dahinter liegende nicht so schlimm in Mitleidenschaft gezogen wurde (siehe dieses, von mir gemachte Foto). Wäre eine Reparatur realistisch, oder wird diese gar nicht gemacht, weil man prinzipiell gleich eine ganze Garnitur "kassiert"?


    In welchem Werk würde eine Reparatur normalerweise stattfinden, und was wäre der normale Prozess? Ein Vermessen und Neuaufbau (Schweißen usw.) des ganzen Wagenkastens?

    MFG!
  • Für den 4020 (kollidierte Triebkopf) bedeutet dies das ziemlich sichere Ende. Bei entsprechenden Fristen, kann ich mir aber gut vorstellen, dass die restlichen 2 Wagen der 3-teiligen Garnitur weiter genutzt werden.

    Bei dem ersten Wagen des Doppelstock würde mich eine Aufarbeitung schwer wundern. Auch der zweite Wagen wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen, da ist Zukunft prinzipiell auch ungewiss.

    Ob Teile der Garnitur weiter genutzt werden ist immer eine Frage der Zulassung. Sowohl beim 4020 als auch beim Doppelstock sind die Wagen einzeln zugelassen und damit flexibel weiter nutzbar.

    Dass der Triebfahrzeugführer keine Durchsagen gemacht hat, kann unterschiedlich Gründe haben. Neben dem technischen Defekt durch den Unfall, steht natürlich jeder Unfallbeteiligte gewisser Maßen unter Schock. Zusätzlich sagen die aktuellen Gerüchte, dass er dafür verantwortlich ist.

    Für eine Aufarbeitung der DoSto wäre wohl das TS Werk in St. Pölten zuständig.
  • Noch eine Nachlese zu den Unfallauswirkungen:

    Chaos nach Zugunfall: „Der Tag war ein Albtraum!“

    Erboste Fahrgäste schilderten der NÖN ihre Erlebnisse nach dem Unfall in Floridsdorf.

    Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 13. Juli 2019 (04:55)

    Die Heimfahrt in Richtung Laa/Thaya endete für die Pendler am Montag vor einer Woche im Chaos. Nach einer Zugkollision in Wien-Floridsdorf ging im S-Bahn-Verkehr in Richtung Norden nichts mehr. Die Schilderungen der Pendler, die das Krisenmanagement der ÖBB kritisieren, decken sich.
    „Dieser Tag war für die Pendler ein Albtraum! Seit über 30 Jahren hat es noch nie ein derartiges Chaos gegeben“, erzählt Karl Mechtler, Obmann der Ladendorfer Pendlerinitiative. Passieren könne immer etwas, ist ihm bewusst, „aber die Informationspolitik der ÖBB war katastrophal.“
    Auch aus Laa waren viele Pendler betroffen: Alexandra Peter, Administratorin der Laaer Pendler-Facebookgruppe, kann über die Geschehnisse nur den Kopf schütteln: „Die ÖBB hatten die Situation überhaupt nicht unter Kontrolle. Und wenn man bis nach Mistelbach oder Laa pendeln muss, potenzieren sich die Verspätungen schnell“, macht sie klar.
    Nikolaus Authried: "Vier Stunden bis Schienenersatzverkehr"
    In die gleiche Kerbe schlägt Nikolaus Authried, der heim nach Kapellerfeld (Bezirk Korneuburg) fahren wollte. „Vier Stunden hat es gedauert, bis die ÖBB einen Schienenersatzverkehr auf die Beine stellen konnte“, ist er verärgert.
    Am Handelskai wurden die Wartenden informiert, dass der nächste Zug in einer Stunde fährt. Nachdem er eine Stunde die Zeit totgeschlagen hatte, kam die knappe Info, dass nun doch kein Zug fahre. Auch ein Anruf bei der ÖBB-Hotline brachte keine Hilfe. Man solle sich eine alternative Möglichkeit suchen, riet die Dame, ehe sie einfach auflegte. Schließlich wurden die Passagiere nach Leopoldau dirigiert, von wo ein Zug losfahren sollte. Tatsächlich wartete dort eine S-Bahn. Als die Fahrgäste einsteigen wollten, kam die Durchsage, es gäbe nun einen Schienenersatzverkehr. „Dann ist die Bahn plötzlich doch gefahren“, greift sich Authried auf den Kopf.
    Die ÖBB bedauert auf NÖN-Anfrage die Unannehmlichkeiten. Man hätte aber laufend über die Einstellung des Zugverkehrs zwischen Floridsdorf und Leopoldau via Durchsage informiert, so Sprecher Daniel Pinka. Die Kunden seien aufgefordert worden, nach Leopoldau zu fahren, „von dort sind durchgängig S-Bahnen gefahren.“

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Ohh ich liebe es, wenn Leute glauben, zu wissen, in wie weit die ÖBB die Situation unter Kontrolle haben. Aber sonst ist das halt so eine typische Unzulänglichkeit, dass man offenbar nicht so gut kommunizierte, dass es von Leopoldau aus gehen sollte. Offenbar haben die ÖBB keine Referenzen für diese Situation und entsprechend nicht an eine entsprechende Routine im Informationssystem gedacht...
  • J-C schrieb:

    Offenbar haben die ÖBB keine Referenzen für diese Situation und entsprechend nicht an eine entsprechende Routine im Informationssystem gedacht...

    Was für ein Unternehmen, das in der Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts überlebensfähig bleiben soll, natürlich völlig untragbar ist. Und ich nehme an, es wird in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten Richtung völlige Privatisierung gehen?

    Und ja, das mit Leopoldau wurde eben nicht nur nicht kommuniziert, es wurde etwas Gegenteiliges kommuniziert, siehe die Pressemeldung aus dem ersten Beitrag: "Regionalzüge Richtung Hohenau und Laa an der Thaya werden über Stadlau umgeleitet."
  • Aus eigener Erfahrung kann ich mir gut vorstellen, dass die Informationen mehr als dürftig waren.
    Dass es dann plötzlich einen Schienenersatzverkehr gab, bezog sich wohl auf die Strecke Leopldau - Floridsdorf. Warum sollte es einen Richtung Laa geben?

    Die Dame am Telefon wird wohl nicht nur einen Anruf erhalten haben, in so einer Situation besteht keine Zeit für großartiges Blabla. Somit verstehe ich, wenn das Gespräch nach der wesentlichen Information beendet wird. Was hätte noch Konstruktives kommen sollen?
  • man könnte ja an die Telefonseelsorge weitervermitteln. :D

    Spass beiseite, sie hatte ganz einfach nicht mehr an Informationen. und bei aller kritik, das Krisenmanagement der ÖBB ist im Vergleich zu anderen Bahnen wirklich gut. und es gobt halt auch Situationen, in denen kannst nicht viel machen. Vielleicht ist das für uns Ältere, die noch ohne Mobiltelefonie und Lautsprecher an jeder Haltestelle aufgewachsen sind, noch leichter nahzuvollziehen, wie für jüngere.

    Im übrigen sind die Privaten die ersten, die genau hier sofort den Sparstift ansetzen, um den Gewinn nicht zu schmälern.
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