[OÖN] 600 Mio. EUR-Investionspaket für die Bahnen in OÖ.

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  • [OÖN] 600 Mio. EUR-Investionspaket für die Bahnen in OÖ.

    600 Millionen für die Schiene: Alle Nebenbahnen werden erhalten
    Von Roland Vielhaber 02. Juli 2019 10:55 Uhr

    Landesrat Günther Steinkellner, LH-Stellvertreter Manfred Haimbuchner, Landeshauptmann Thomas Stelzer, ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä. Bild: OÖN/viel

    LINZ. Jahrelang wurde verhandelt, nun einigten sich die ÖBB und das Land Oberösterreich auf das bis dato größte Schienen-Investitionspaket in der Geschichte unseres Landes. Es geht um eine Summe von 600 Millionen Euro. Einer der wichtigsten Punkte: Alle Nebenbahnen werden erhalten.
    Heute, kurz nach 9.30 Uhr im Braunen Saal im Landhaus in Linz: Landeshauptmann Thomas Stelzer, Stellvertreter Manfred Haimbuchner, Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner sowie Andreas Matthä (Vorstandsvorsitzender ÖBB) unterschrieben vor versammelter Presse das Schienen-Investitionspaket. Die Kernpunkte sind: Erhalt und Attraktivierung aller Nebenbahnen, die Elektrifizierung von Bahnstrecken, Modernisierung von Bahnhöfen und Haltestellen sowie mehr Sicherheit bei Eisenbahnkreuzungen.
    Für Stelzer ist das Paket „ein wichtiger Schritt, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.“ Haimbuchner sprach von „einem starken Zeichen“ und für Steinkellner war es ein „Freudentag.“ Matthä sagte, dass „dieses Infrastrukturpaket noch mehr Menschen von der Bahn überzeugen wird.“
    Wesentlicher Bestandteil des Pakets ist der Ausbau der Regionalstrecken. Keine Strecke in Oberösterreich wird eingestellt, alle Strecken verbleiben auch bei den ÖBB mit Ausnahme der Aschacherbahn (geht 2021 an das Land). Betont wurde von allen Beteiligten, dass der Schienenverkehr einen hohen Stellenwert für die Erreichung der Klimaziele hat. Der Ausstieg aus dem Diesel auf fünf Reginalstreckenbahnstrecken ist deshalb ein weiteres Kernelement der Infrastruktur-Offensive.
    Insgesamt sollen auch 86 Bahnhöfe und Stationen aufgewertet werden.
    Investiert wird bis 2030 in die:
    Mattigtalbahn (Steindorf – Braunau): Die Strecke bleibt erhalten. Darüber hinaus wird sie im gesamten Verlauf modernisiert und elektrifiziert. Ebenfalls ist die Attraktivierung zahlreicher Stationen (Bahnhof Braunau und Friedburg) vorgesehen.
    Hausruckbahn (Attnang-Puchheim – Schärding): Die Strecke bleibt erhalten, Stationen und Bahnhöfe wie der Bahnhof Ried zukunftsfit gestaltet.
    Innviertelbahn (Neumarkt-Kalham-Braunau-Simbach): Strecke wird modernisiert und auf der gesamten Länge bis 2020 elektrifizier. Attraktivierung von Stationen und Bahnhöfen wie Braunau, Ried, Hagenau im Innkreis.
    Mühlkreisbahn (Linz-Aigen-Schlägl): Die Strecke wird auf ihrer gesamten Länge erhalten, der Streckenabschnitt Linz-Urfahr bis Kleinzell wird elektrifiziert. Das Stadtprojekt in Linz könnte bis 2026 stehen.
    Almtalbahn (Wels-Grünau): Die Strecke wird zwischen Wels und Sattledt elektrifiziert. Zukünftig soll die Strecke auch zum Testbetrieb von Zügen mit alternativen Antrieben im Realbetrieb herangezogen werden.
    Summerauerbahn (Linz – Summerau): Die Sanierungen zahlreicher Stationen wie Steyregg, St. Georgen/Gusen, Freistadt und Summerau werden vorgenommen.
    Donauuferbahn (Linz – Sarmingstein): Die Strecke wird bis St. Nicola elektrifizert. Stationen wie jene in Perg Schulzentrum, Baumgartenberg oder Dornach sollen modernisiert werden.

    OÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Man darf wohl davon ausgehen, dass jeweils nur die elektrifizierten Abschnitte bleiben? Fragt sich jedoch, wieso man bei der MKB explizit betont, sie würde komplett erhalten. Und wieso nun eigentlich grad Kleinzell?

    Die Donauuferbahn OÖ stellt damit endgültig das Gegenstück zum traurigen Sinnbild der NÖ Nebenbahnen dar.
  • 5047.090 schrieb:

    Man darf wohl davon ausgehen, dass jeweils nur die elektrifizierten Abschnitte bleiben?
    Zumindest bei der Donauuferbahn trifft das zu, denn der Abschnitt St. Nikola-Struden - Sarmingstein wurde bereits ab Dezember 2019 nicht mehr bestellt. Die Strecke bleibt aber im GV (Anschluss zur NÖVOG-Strecke Sarmingstein - Weins-Isperdorf) erhalten.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Hoffentlich. Sinnvoller wär's, die Mühlkreisbahn komplett zu elektrifizieren, dafür die Almbalbahn (vorerst) gar nicht. Denn so hat man wieder eine Mischung, und stellt entweder dann doch "plötzlich" den Diesel-Teil ein, oder fährt mit Diesel unter Oberleitung - alles nicht ganz optimal. Und was bringt Sattledt tatsächlich - dort enden maximal drei Züge täglich. In Kleinzell gar keine.
  • 5047.090 schrieb:

    Aber wieso grad Kleinzell? Bisher war teils die Rede von Rottenegg, nächster Bf von Kleinzell wäre Neufelden.
    Was macht man dann mit Kleinzell - Aigen-Schlägl?
    Die Kürzung der Almtalbahn auf Wels-Sattledt war ja bereits im Gespräch. Klingt nach einer Teststrecke Sattledt-Grünau ähnlich der im Bgld.

    Nachdem auch auch in diesem OÖN-Artikel wieder bekräftigt wird, dass keine Regionalbahnen eingestellt werden, gehe ich davon aus, dass sowohl Kleinzell - Aigen-Schlägl als auch Sattledt - Grünau im PV erhalten bleiben. Kleinzell - Aigen ist 29 km, Sattledt - Grünau 30 km lang. Wenn man bis Kleinzell bzw. Sattledt mit dem Schnürl fährt, könnten beide Strecken ab da bis Aigen bzw. Grünau im Batteriebetrieb tour/retour bedient werden. Ich vermute, dass diese Idee dahintersteckt.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Landeskorrespondenz schrieb:

    Hallstadt
    au, au, au....

    Das mit dem Batteriebetrieb steht eh auch mehr oder weniger in der Aussendung, bzw. Zeitung :

    Landeskorrespondenz schrieb:

    Zukünftig soll die Strecke auch zum Testbetrieb von Zügen mitalternativen Antrieben im Realbetrieb herangezogen werden
    Ansonsten fehlt mir nach wie vor Eferding - Wels. Hier könnten die in Wels herumstehenden Almtalbahn-Garnituren sinnvoll eingesetzt werden, um eine Lücke zu schliessen., am Besten auch gleich als "Strecke zum Testbetrieb von Zügen mit alternativen Antrieben im Realbetrieb"
  • "Da müssten wir Autobahnen auf Stelzen bauen"
    Von Markus Staudinger 04. Juli 2019 00:04 Uhr


    Bild: VOLKER WEIHBOLD


    LINZ. Warum Günther Steinkellner zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs keine Alternative sieht und er in Linz lieber eine Stadtbahn statt einer zusätzlichen Straßenbahn haben will.
    Alle Nebenbahnen bleiben erhalten – und werden im Lauf der nächsten zehn Jahre um 600 Millionen Euro modernisiert: Die Einigung mit den ÖBB nennt Oberösterreichs Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FP) im OÖN-Interview "historisch". In Linz will er die Mühlkreisbahn an den Hauptbahnhof anbinden und die Lilo bis zur Kepler-Uni und später bis Pregarten fahren lassen. Das mache den Ausbau der Straßenbahnen in Linz überflüssig, meint er.
    OÖN: ÖBB und Land Oberösterreich haben seit 2011 über den Erhalt der Nebenbahnen in Oberösterreich verhandelt, jetzt wurde es schon knapp…
    Günther Steinkellner: Ja, im Dezember dieses Jahres wären sie zugesperrt worden, wenn wir keine Einigung erzielt hätten. Die zu unterschreiben, war für mich historisch – und einer meiner schönsten Tage in der Politik. Wir erhalten die Regionalbahnen ja nicht nur, sondern sichern auch ihren Bestand ab, indem wir sie modernisieren.
    Nichtsdestotrotz hat man auf etlichen Strecken das Problem von "Geisterzügen", ganzen Garnituren, in denen vielleicht vier Passagiere sitzen. Das zu ändern, wird hoffentlich auch Ziel sein.
    Mit modernen Zügen, die rasch und in einem bestimmten Takt fahren, werden die Fahrgastzahlen steigen. Es gibt auch keine Alternative zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs. 2030 wird es im Zentralraum Linz noch einmal um 75.000 Fahrten pro Tag mehr geben als jetzt. Für die Straßen, die dazu notwendig sind, gibt es im urbanen Raum keinen Platz – die kann und will ich nicht bauen. Da müssten wir wie in China Autobahnen auf Stelzen bauen. Daher müssen wir neben der Osttangente die Schiene ausbauen.
    Die Trasse für die Osttangente, die Sie in der Vorwoche vorgestellt haben, ist umstritten – vor allem, weil sie sehr stadtnahe verläuft.
    Wir können die Stadt nicht großräumiger umfahren – allein schon deswegen, weil niemand freiwillig einen Umweg fährt. Die Osttangente soll den Nord-Süd-Durchzugsverkehr von der A7 wegbringen. Mit einer Trasse weiter im Osten, die zu einem Umweg führt, gelingt das nicht. Dann fahren erst recht wieder alle auf der A7. Zudem habe ich durch die stadtnahe Trasse auch eine Achse bei der voestalpine vorbei. Die Trasse verläuft natürlich nahe von besiedeltem Gebiet, keine Frage. Das bedeutet aber auch, dass sie über weite Strecken eingehaust oder als Tunnellösung geführt wird.
    Stau ist Dauergesprächsthema in Linz. Sie haben unlängst darauf hingewiesen, dass die Stauzeiten in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck höher seien. Jammern die oberösterreichischen Pendler "auf hohem Niveau", wie der Linzer Verkehrspolitiker Markus Hein einmal meinte?
    (schmunzelt) Ich glaube, es ist so, dass die Oberösterreicher besonders fleißig sind und ihre Produktivität daher umso ungeduldiger am Arbeitsplatz einbringen wollen.
    Linz wartet immer noch auf die zweite Straßenbahnachse durch die Stadt. Wird die noch was?
    Das weiß ich nicht. Wir – also das Land – bauen mit der Durchbindung der Mühlkreisbahn und der Lilo eine Stadtbahn durch Linz. Ich kann mir vorstellen, dass Linz auf die Straßenbahn verzichtet – und diese Stadtbahn mit einem Buskonzept ergänzt. Das ist aus meiner Sicht sinnvoller. Ich brauche keine zusätzliche Straßenbahn. Wir würden auf dieser Schienenachse ja doppelt fahren.
    Es gibt aber schon seit Jahren eine Vereinbarung über eine Kostenaufteilung für die Straßenbahnachse zwischen Linz und dem Land.
    Das ist eine politische Vereinbarung über ein Projekt, das möglicherweise nicht stattfinden wird. Wir reden mittlerweile schon von ganz anderen Dingen – eben dieser Schienendurchbindung mit einer Stadtbahn, die auch über die Stadtgrenzen hinausgeht.
    Und wenn Linz trotzdem eine Straßenbahn will?
    Dann werden sie sie zahlen müssen, und wir werden den Finanzierungsschlüssel einhalten müssen. Aber es kostet für uns alle miteinander sehr, sehr viel mehr und ist verkehrspolitisch aus meiner Sicht nicht notwendig.
    Wann soll diese Stadtbahn fertig sein?
    Wir brauchen dazu einen Teil der Nahverkehrsmilliarde des Bundes. Ich hoffe, dass wir 2026 fahren können.
    Linz hat laufend mit zu hohen Schadstoffwerten zu kämpfen. Haben Autos in Stadtzentren künftig überhaupt noch Platz?
    Ja, weil man auch auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadtkerne Rücksicht nehmen muss. Wenn ich den Einkaufsverkehr so erschwere, dass man die Linzer Landstraße nicht mehr mit dem Auto erreicht, dann werden die Leute in Einkaufszentren fahren.

    OÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Hoffentlich als positives Zeichen zu werten. Siehe ORF Oberösterreich

    Mühlkreisbahn wird ab Montag saniert


    Auf Schienenersatzverkehr müssen die Benutzer der Mühlkreisbahn von Montag bis Ende Oktober umsteigen. Die ÖBB führen umfangreiche Bauarbeiten an der Strecke durch, die daher zwischen Linz-Urfahr und Aigen-Schlägl bis 31. Oktober nicht befahrbar sein wird.

    Online seit heute, 5.55 Uhr

    Zwischen Puchenau West und Ottensheim sowie zwischen Walding und Rottenegg werden die Gleise neu verlegt, bei einer Brücke Ottensheim wird auch das Holz gewechselt. Zwischen Neufelden und Haslach wird ein Steinschlagschutz errichtet, zwischen Gerling und Iglmühle sowie zwischen Haslach und Rohrbach-Berg die Fahrbahn bei Eisenbahnkreuzungen erneuert.

    „Lärm- und Staubbelästigungen nicht ganz vermeidbar“
    Während dieser teilweisen Runderneuerung der Mühlkreisbahn sind 40 bis 50 Arbeiter im Einsatz, daneben jede Menge spezieller Arbeitsgeräte und Maschinen. Weil auch in der Nacht gearbeitet wird, ersuchen die Bundesbahnen schon jetzt die Anrainer um Verständnis. Auch wenn man versucht, Lärm- und Staubbelästigungen möglichst gering zu halten, werden diese nicht ganz vermeidbar sein.
    Tickets sollten schon vor Fahrt gekauft werden
    Für die Passagiere der Mühlkreisbahn bedeuten die Arbeiten, dass sie in beiden Richtungen auf Busse umsteigen müssen. Wichtig ist dabei, dass der Kauf von Fahrkarten in den Bussen nur eingeschränkt möglich ist. Die ÖBB empfehlen daher, die Tickets schon vor der Fahrt Online oder bei Automaten zu kaufen. Die Bauarbeiten an der Mühlkreisbahn sollen am 31. Oktober abgeschlossen sein und der Zugverkehr dann wieder normal und nach Fahrplan ablaufen.

    Streckensperre auch zwischen Braunau und Simbach
    Auch zwischen Braunau und Simbach am Inn kommt es von 14. bis 28. Oktober zu einer Streckensperre im Schienenverkehr. Grund dafür sind wichtige Bauarbeiten der deutschen Bahn. Im Bahnhof Simbach werden dazu Weichen neu verlegt. Für diesen Zeitraum richtet die ÖBB einen Schienenersatzverkehr mit Autobussen ein. Da auch hier der Ticketverkauf in den Bussen nur eingeschränkt möglich ist, bittet die ÖBB, sich vor Fahrtantritt ein Ticket zu kaufen.