[ORF Tirol] Mehr Holz auf die Schiene: Bahnausbau gefordert

  • [ORF Tirol] Mehr Holz auf die Schiene: Bahnausbau gefordert

    Tiroler Holzindustrie fordert Bahnausbau

    Vertreter der Tiroler Holzindustrie fordern neue Anbindungen und Terminals, um Lkw-Transporte auf die Schiene bringen zu können. Blockabfertigungen und Fahrverbote würden die Produktion erschweren, heißt es.

    Online seit heute, 16.22 Uhr Der Holztransport zur Säge bzw. zur Produktionsstätte sei nach wie vor meist nur mit dem Lkw möglich, sagt Helmut Troger, Obmann und Sprecher der Fachgruppe Holzindustrie. Vor allem fehlende Verbindungen und oft zu kleine Terminals würden den Transport mit der Bahn behindern.
    Ein Drittel der Baumstämme kommt per Bahn
    Derzeit bekommt beispielsweise die Firma Holz Troger in Vomperbach ein Drittel aller Holztransporte mit der Bahn. Zwei Drittel werden noch per Lastwagen transportiert. Pro Tag sind das rund 100 Lkw-Fuhren. „Das Ziel ist, das wir Mittelstrecken auch kostengünstig mit der Bahn machen können“, sagt Firmenchef Helmut Troger.
    Darüberhinaus sei ein Bahnangebot aus einer Hand sinnvoll, glaubt Troger: „Ein Wunsch von uns wäre, wenn man zur Bahn hingehen könnte und die gesamt Strecke des Transportes bei der Bahn bestellen könnte.“ Derzeit sei die Holzproduktionsfirma sowohl für die Beladungen der Züge und die anschließende Entladung am Bahnhof in Schwaz zuständig. Auf Langstrecken sei die Bahn schon eine gute Alternative zum Lkw. Auf Kurz- und Mittelstrecken sei der Bahnverkehr aber noch wenig attraktiv.
    Grenzübergänge oft schwierig
    Der Großteil des Rundschnittholzes wird derzeit aus dem Ausland importiert, beispielsweise aus Deutschland, Tschechien oder Polen. Nur ein Fünftel der in Tirol benötigten Menge kommt aus Tirols Wäldern. Bei den vielen Importen sei vor allem die Grenzüberschreitung immer wieder ein schwieriges Thema.
    „Eigentlich sind wir ja in der EU und wenn man hört, dass die Ganzzüge da nicht durchfahren können, dann ist das natürlich ein Problem“, sagt Troger. Trotz des gemeinsamen Wirtschaftsraums in der EU müssen Züge an Grenzbahnhöfen oft für längere Zeit halten. Dort werden zum Beispiel Lokführer oder Warnschilder getauscht.
    Unterländer-Betriebe von Blockabfertigung betroffen
    Die Rohstoffe für Betriebe im Unterland müssen zum Großteil über die Grenze bei Kiefersfelden gebracht werden. „Durch die Blockabfertigungen wird das natürlich schon sehr gehemmt“, sagt Troger. Oft könnten Lkw aufgrund der Blockabfertigungen nur halb so oft fahren, wie es in der Regel möglich wäre.
    red./tirol.ORF.at
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • „Ein Wunsch von uns wäre, wenn man zur Bahn hingehen könnte und die gesamt Strecke des Transportes bei der Bahn bestellen könnte.“
    Beim Multimodal-Verkehr ist ja von Bahn-Seite immer der Negativ-Punkt, dass man die Bahn dazwischen leicht einsparen kann. Trotzdem gibt es wohl wenig Bemühungen ein Gesamtpacket anzubieten.
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