[NÖN] Purkersdorf: Ärger über laute Güterzüge in der Nacht

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  • [NÖN] Purkersdorf: Ärger über laute Güterzüge in der Nacht

    Lärm in Der Nacht: Aufregung um Güterzüge in Purkersdorf

    Anrainer fordern Maßnahmen gegen die Züge durch Purkersdorf. Laut ÖBB wären Kapazitätsverluste die Folge.


    Von Birgit Kindler. Erstellt am 18. Juli 2019 (03:12) „Wir schreiben nun schon das Jahr 2019 und auf der alten Weststrecke ist es so laut wie nie“, ist ein Purkersdorfer (Name der Redaktion bekannt) verärgert. Beginnend ab 22 Uhr würden Güterzüge im Minutentakt bis fünf Uhr früh fahren. „Der an meinem geöffneten Fenster gemessene Schalldruck liegt bei 100 Dezibel“, sagt der Mann. Schlafen bei gekipptem Fenster sei nicht möglich.
    „Es gleicht eher einem Erschöpfungszustand“, meint er. Purkersdorf habe noch immer keine Lärmschutzwand, weil sie angeblich von den Anrainern aus ästhetischen Gründen abgelehnt werde. „Es wird immer wiederholt, wie hoch die Lebensqualität ist – wie hoch ist sie denn, im Vergleich zu wem“, fragt sich der Purkersdorfer.
    Eine Geschwindigkeitsreduktion beziehungsweise ein Nachtfahrverbot werde abgelehnt, weil man den ÖBB keine Steine in den Weg legen wolle. „Man will ja den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlegen – der Umwelt zuliebe.“ Die ganze Nacht würden daher Züge völlig legal mitten durchs Ortsgebiet fahren. Ein Lkw-Fahrverbot gebe es aber aus Lärmschutzgründen.
    „Die einzige Möglichkeit, um nicht krank zu werden, ist abzuwandern. Es lebe der Wirtschaftsmotor, er muss brummen und steht im Mittelpunkt“, ist der Mann erzürnt.
    ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif betont, dass die Stadtgemeinde eine Lärmschutzwand für den Innenstadtbereich mittels Gemeinderatsbeschluss bereits vor einigen Jahren abgelehnt habe. „Seitens der ÖBB sind wir jederzeit gerne bereit über eine Lärmschutzwand mit der Gemeinde zu verhandeln, wenn diese an uns herantritt.“
    Für SP-Bürgermeister Stefan Steinbichler ist eine Lärmschutzwand keine Option: „Sie würde zwar den direkten Anrainern viel bringen, aber der Schall würde dann einfach eine Etage höher gehen.“ Als Ur-Purkersdorfer sei man aber Bahn-Lärm gewöhnt. „Wir leben mit der Bahn – sie gehört zu uns“, meint der Bürgermeister.
    Verbote würden Abwanderung bringen
    Fahrverbote werde es, laut Seif, aber auch in Zukunft nicht geben. Beim Eisenbahnbetrieb handelt es sich um ein in sehr hohem Maße vernetztes System, „bei welchem Taktungen, das Erreichen von Knoten und somit die Berücksichtigung von zeitlichen und logistischen Abhängigkeiten von entscheidender Bedeutung sind.“ Einschränkungen wie Nachtfahrverbote oder Geschwindigkeitsbegrenzungen würden zu Kapazitätsverlusten führen, die sich direkt auf den Fahrplan auswirken.
    „Weiters würden diese Einschränkungen bedeuten, dass die Vorteile des Systems Schiene gegenüber dem Konkurrenzverkehrsmittel Lkw nicht mehr zur Geltung gebracht werden können“, ist Seif überzeugt. Die Folge wären massive Fahrzeit- und Transportzeitverlängerungen. „Und in letzter Konsequenz eine Abwanderung der Kunden vom System Schiene auf die Straße“, betont der ÖBB-Pressesprecher.

    NÖN
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • „Wir schreiben nun schon das Jahr 2019 und auf der alten Weststrecke ist es so laut wie nie“
    Daran habe ich schwere Zweifel. Die Fahrzeuge werden langsam aber doch leiser.


    Beginnend ab 22 Uhr würden Güterzüge im Minutentakt bis fünf Uhr früh fahren.
    Wow, und das mit PZB.


    „Der an meinem geöffneten Fenster gemessene Schalldruck liegt bei 100 Dezibel“
    Immerhin ist Dezibel richtig geschrieben. Der Schalldruck ist es aber sicher nicht.
  • Ich hätte gerne gewusst, wie viel mehr die Trassengebühren über Tullnerfeld als über Neulengbach betragen würden.

    Wenn ETCS das Thema ist, wird sich das langsam aber sicher immer mehr von selbst erledigen. ETCS findet mehr und mehr Verbreitung, um die Ausstattung damit wird man langfristig nicht herumkommen.

    Bei den Güterzügen tut sich tatsächlich auch was. Irgendwann wird wohl auch ČD Cargo sich von den antiquitierten Klotzbremsen verabschieden.
  • „Wir schreiben nun schon das Jahr 2019 und auf der alten Weststrecke ist es so laut wie nie“

    Der Güterverkehr ist nun einmal angestiegen, und das nicht nur in Purkersdorf. Auch in Klosterneuburg donnern die Gz nur so dahin, so auch jetzt gerade beim Schreiben meiner Zeilen, nur regt sich bei uns niemand auf.
    Wer Flixbus fährt, ist selber schuld.
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