[DE] Sachsen: Betrieb der Städtebahn über Nacht eingestellt

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  • [DE] Sachsen: Betrieb der Städtebahn über Nacht eingestellt

    Die Städtebahn, die im Raum Dresden eine Reihe von Regionalbahnen betrieb, hat über Nacht und ohne jede Vorankündigung den Betrieb komplett eingestellt. Auch Ersatzverkehre wurden nicht organisiert. Mehr Informationen, auch über eventuelle Hintergünde, kann man hier nachlesen.
    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Saechsische-Staedtebahn-steht-still-Betrieb-komplett-eingestellt schrieb:

    Ob und wann die Städtebahn Sachsen ihren Betrieb wieder aufnimmt, stehe derzeit nicht fest, teilte das Unternehmen mit.
    Ich hoffe ja doch, dass es für solche Fälle Klauseln in den Verträgen gibt, die sofortige Kündigung ermöglichen. Denn solche Sachen passieren ja nicht schlagartig über Nacht. Da kann man ja durchaus eine Einstellung in einer Woche oder so androhen. Also entweder die Einstellung hat einen anderen Grund, oder das Unternehmen ist einfach dreist.
  • Der VVO hat mittlererweile einen SEV organisiert, doch auch dieser erwartet eine rasche Wiederaufnahme des Betriebs.

    Ich hoffe mal, dass sich das mal einpendelt, ich habe vor, am 16. August mit einem der Züge des Unternehmens zusammen mit einem Cousin zu fahren und da sollte es möglichst wenig Verzögerungen geben...
  • Städtebahn Sachsen: Streit mit Leasingpartner führt zu Einstellung des Betriebes

    Der Betrieb der Städtebahn Sachsen wurde eingestellt; Foto: SBS

    26. Juli 2019
    Der Betrieb der Städtebahn Sachsen musste eingestellt werden, weil es letztlich keinen Mietvertrag mit dem Leasinggeber Alpha Trains mehr gab.
    In diesem Zusammenhang erhebt Torsten Sewerin, Geschäftsführer der Städtebahn Sachsen (SBS), schwere Vorwürfe an den Aufgabenträger und an das Leasingunternehmen.
    Wir können „grundsätzlich“ den kompletten Bahnbetrieb innerhalb von sechs Stunden wieder hochfahren – mit diesen Worten meldete sich Sewerin am 26.07.2019 einen Tag nach der Betriebseinstellung öffentlich. Alpha Trains hatte den Mietvertrag über die 15 Desiro Classic zum 17.07.2019 gekündigt und dies bis zum 24.07.2019 nicht wieder zurückgenommen – trotz intensiver Verhandlungen. Laut Sewerin waren seit 2014 rund 1,6 Mio. EUR an Forderungen aus Versicherungsfällen, darunter sowohl wegen Vegetationsschäden als auch wegen Unfällen an Bahnübergängen, aufgelaufen. Mitversicherungsnehmer Alpha Trains habe dabei auch Anspruch auf Schadensersatz geltend gemacht. Darüber gab es Meinungsverschiedenheit. Es habe mit Alpha Trains schon bei den 2017/18 durchgeführten Revisionen inhaltliche und finanzielle Diskrepanzen gegeben, so die SBS. Selbst erneute Gespräche der drei Beteiligten am 25.07.2019 brachten kein Ergebnis. Laut Sewerin war bei allen Gesprächen sowie Mitte des Monats der Aufgabenträger VVO/ZVOE anwesend. Der VVO hat 72 Stunden nach einer Betriebseinstellung das Recht auf eine Sonderkündigung.
    Laut SBS-Rechtsanwalt Michael Krebs hat der VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen bestätigt, dass sich Alpha Trains wegen angeblicher Verzugstatbestände der Städtebahn an den VVO gewandt hat. Ebenfalls habe Ehlen eingeräumt, trotz des bestehenden Verkehrsvertrages bereits mit anderen Verkehrsunternehmen Gespräche über die Übernahme der Linien geführt zu haben.
    Ein Problem waren laut Sewerin auch die gestiegenen Personalkosten. Am 21.11.2018 erfolgte ein Tarifabschluss mit der Gewerkschaft GDL. Zuvor habe es mit dem VVO Abstimmungen dazu gegeben und Verhandlungen, wie die Mehrkosten zu tragen seien. Der VVO habe aber zuletzt im März 2019 Nachverhandlungen dazu „komplett” abgelehnt.
    Sewerin befürchtet, dass es seitens des VVO bereits Pläne gibt, die Notvergabe an den Zweitplatzierten des Vergabeverfahrens von 2012 – Die Länderbahn (d. Red.) – zu vergeben. Der Verkehrsvertrag läuft mit der SBS noch bis Ende 2024.
    Alpha Trains wollte sich wegen des „schwebenden” Verfahrens nicht zu dem Thema äußern. Der VVO teilte mit, er habe „kein Verständnis“ für die Umleitung der Telefone der Städtebahn Sachsen auf die Info-Hotline des VVO und den Austausch der Schlösser an den Büroräumen der Städtebahn. Ersteres sei laut Sewerin ein Softwareproblem. Zudem weist der VVO jegliche Anschuldigungen „entschieden“ zurück. Der VVO betont, er habe der SBS unter anderem finanziell bei der Sanierung der 15 Triebwagen unterstützt und habe sich zusammen mit dem Wirtschaftsministerium mit der DB Netz „konstruktiv“ für einen Freischnitt der Strecken eingesetzt.
    Kritisch äußerte sich Michael Rainer Harig (CDU), Landrat des Kreises Bautzen: „Offensichtlich gibt es bei der Städtebahn Sachsen große wirtschaftliche Probleme. Die letztlich dazu geführt haben, dass wahrscheinlich der Insolvenzfall eingetreten ist.“ Die Städtebahn Sachsen bekommt Stand Anfang 2013 über die zehnjährige Vertragsdauer (2014 – 2024) vom VVO/ZVOE 130 Mio. EUR. (cm)

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    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • Sachsen: Gespräche zwischen SMWA, GDL, Städtebahn-Betriebsrat und dem VVO
    29. Juli 2019
    Nach der Betriebseinstellung der Städtebahn Sachsen und der daraus folgenden Kündigung des Verkehrsvertrages durch den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) steht die zeitnahe Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs im Vordergrund.
    Heute fanden dazu Gespräche zwischen dem Wirtschaftsministerium (SMWA), der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), dem Betriebsrat der Städtebahn Sachsen und dem VVO statt. „Wir haben daher auch darüber gesprochen, wie ein Betriebsübergang der Mitarbeiter auf einen neuen Betreiber erfolgen kann“, so Staatssekretär Stefan Brangs. Das Land hat dem VVO Unterstützung angeboten. „Neben dem gesetzlich geregelten Betriebsübergang des Fahrpersonals fordern wir, dass in den Gesprächen mit anderen tarifgebundenen Unternehmen auch die Mitarbeiter in Verwaltung und Werkstatt eine Perspektive erhalten“, so Klaus-Peter Schölzke von der GDL. (cm)

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    dr. bahnsinn - der Forendoktor
  • 31.07.2019 | 15:16 Uhr
    Was halten die Fahrgäste vom Bus-Ersatzverkehr nach der Städtebahnpleite?
    Viele Pendler in Dresden und Pirna sind derzeit auf Schienenersatzverkehr angewiesen. Der Verkehrsverbund Oberelbe bedient mit den Bussen die Linien der Städtebahn. Die Fahrgäste finden das eigentlich ganz gut.
    von Florian Glatter
    Bildrechte: MDR/Andreas Schrock
    Der Frust fährt bei vielen Fahrgästen noch immer mit, die Enttäuschung ist groß. Am vergangenen Donnerstag stellte die Städtebahn überraschend ihren Betrieb ein. "Ich musste aber auf Arbeit und Ersatz gab es nicht", schildert ein Pendler seine Erlebnisse. "Dabei gibt es nur wenige Möglichkeiten von Dresden nach Ottendorf-Okrilla zu kommen." Nur durch die Hilfe einer guten Freundin und deren Auto habe er es an dem Tag überhaupt noch zur Arbeit geschafft. Seit dieser Woche sei er auf den Bus umgestiegen. Der fährt im Stundentakt zwischen Königsbrück und Dresden-Klotzsche. "Viel umständlicher ist es nicht", sagte der Mann MDR SACHSEN. "Ich muss ein paar Minuten eher los, um die S-Bahn nach Klotzsche zu kriegen, aber der Aufwand ist nicht groß. Mir ist wichtig, dass die Verbindung bestehen bleibt."
    Zeit spielt entscheidende Rolle
    Durch den Schienenersatzverkehr gelangen manche Pendler derzeit sogar schneller an ihr Ziel. Denn der Bus halte in den Orten öfter, die Laufwege seien dadurch kürzer. Die Mitarbeiter eines Industrieunternehmens zum Beispiel werden von manchen, netten Busfahrern direkt vor die Eingangstür gebracht. Mit der Bahn wäre diese Form von Service nicht möglich.
    Für andere Passagiere bedeutet der Ersatz-Bus dagegen Stress. Denn durch die längere Fahrzeit mit dem Bus haben viele Pendler Schwierigkeiten ihren Anschlusszug zu erreichen. "Wir wären sonst um 8:20 Uhr in Dresden-Neustadt", erzählt eine Passagierin. "Mit dem Bus sind wir erst um 8:30 Uhr in Klotzsche. Die Zeit muss ich dann von meiner Pause auf Arbeit abziehen, um wieder pünktlich nach Hause zu fahren."
    Auf der Linie RB 71 zwischen Pirna, Neustadt und Sebnitz spielt der Zeitfaktor eine größere Rolle. Während Züge auf geraden Strecken durch die Sächsische Schweiz fahren, müssen die Ersatz-Busse auf den kurvenreichen Landstraßen rollen. Dadurch brauchen Pendler auf dieser Strecke viel länger. Den Ort Weesenstein trifft es gleich doppelt. Seit Mitte Juli ist die Straße zwischen Mühlbach und Schlottwitz wegen Bauarbeiten gesperrt. Dadurch können die Schienenersatzbusse nicht mehr im Ort halten. Stattdessen stellen sich die Fahrgäste an eine Kreuzung vor der Straßensperrung und machen mit Winkbewegungen auf sich aufmerksam.
    Busse sind überdimensional
    Die Ersatzbusse wurden vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) in Zusammenarbeit mit regionalen Busunternehmen organisiert. "Manche Busfahrer sind sogar extra deswegen aus dem Urlaub zurückgekehrt, um uns auszuhelfen", erzählt Verbundsprecher Christian Schlemper. Die eingesetzten Fahrzeuge sind demnach nicht auf die ländlichen Strecken ausgelegt. Zwischen Dresden und Königsbrück fahren knapp 20 Meter lange Gelenkbusse. Diese müssen an vielen Engstellen wie schmalen Straßenabschnitten oder kleinen Kurven vorbei. "Ich weiß nicht, ob das so toll ist mit dem Riesenbus durch die kleinen Dörfer zu manövrieren", fragt sich ein Fahrgast. "Mit dem Zug war das schon besser."
    Bedenken wegen Ferienende
    Derzeit sind die Ersatzbusse nur zu einem Drittel gefüllt. Viele Fahrgäste und auch der VVO gehen aber davon aus, dass die Nachfrage mit dem Ende der Sommerferien in Sachsen steigen werde. Deshalb ist sich ein Fahrgast sicher: "Der Zug wird auf jeden Fall gebraucht. Gerade in den frühen Morgenstunden, wenn alle zur Arbeit wollen, waren die Wagons bei der Städtebahn voll. Zumal auch viele Schüler zum Gymnasium nach Klotzsche wollen." Der VVO sucht deshalb schon nach Lösungen. "Wir müssen analysieren, wie viele Busse uns zur Verfügung stehen und auch wie viele Fahrer da sind", so Sprecher Christian Schlemper.
    Eine Alternative zu dem Ersatzverkehr durch Busse wäre die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecken. Derzeit werde geprüft, ob die Städtebahn die Linien solange bedienen kann, bis eine endgültige Lösung gefunden wurde. Der VVO hat bereits die Unterlagen für eine sogenannte Notvergabe vorbereitet. "Wir reden jetzt mit allen regionalen Unternehmen und schauen, was die für ein Angebot machen können, um den Betrieb schnell wieder aufzunehmen", so Christian Schlemper. Gleichzeitig laufen Gespräche mit der Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer und den Mitarbeitern der Städtebahn. "Es werden ja nicht nur Züge gebraucht, sondern auch Personal", meint Schlemper.

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  • Region Dresden: Fährt Städtebahn wieder für drei Monate?

    Die Städtebahn Sachsen hatte in der Vergangenheit überdurchschnittlich viele Unfälle mit Bäumen; Foto: SBS

    06. August 2019
    Wird die Städtebahn Sachsen im Rahmen des Insolvenzverfahrens wieder vorübergehend den Betrieb durchführen?
    Derzeit prüfen der Aufgabenträger VVO und das Landeswirtschaftsministerium SMWA die Möglichkeit einer vorgezogenen Auszahlung der Regionalisierungsmittel. Dabei handelt es sich laut SMWA um rund 2,5 Mio. EUR pro Monat für den Betrieb. Dies wären, so erfuhr Rail Business, rund 300.000 EUR pro Monat mehr als die Städtebahn bisher im Rahmen des Verkehrsvertrages bekommen hat. Das SMWA wies aber weiter darauf hin, dass der Aufgabenträger bei dem Verfahren „federführend“ agiert. (cm)

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  • Städtebahn Sachsen: Entscheidung diese Woche – Vorwürfe an Alpha Trains

    Zug der SBS in Dresden Hbf; Foto: C. Müller

    07. August 2019
    „Wir werden voraussichtlich bis Ende der Woche eine Entscheidung treffen, ob der Betrieb der Städtebahn Sachsen wieder aufgenommen werden kann.“
    Dies ist das Resümee des vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Stephan Laubereau nach den bisherigen Verhandlungen mit dem Aufgabenträger ZVOE/VVO und dem Leasingunternehmen Alpha Trains. Er ist zuversichtlich, eine Lösung zu erreichen, wenn „alle Beteiligten an einem Strang ziehen“. Doch SBS-Geschäftsführer Torsten Sewerin schießt dagegen quer. In direkten Anschreiben an den VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen und an alle Mitarbeiter sowie auch öffentlich erklärt er, Alpha Trains würde sich verweigern und sei an einem Einsatz der 15 Dieseltriebwagen in Sachsen nicht interessiert. „Dem Vernehmen nach möchte Alpha Trains lieber eine ausgestellte Bürgschaft von 1,75 Mio. EUR ziehen, als die Fahrzeuge wieder rund um Dresden einzusetzen“, so Sewerin. Alpha Trains dagegen teilte nun mit, sich mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter sowie dem VVO auf die Wiederaufnahme des Verkehrs zu konzentrieren. Es sei falsch, dass „wir die Fahrzeuge in einem anderem Verkehrsnetz anbieten“, so das Leasingunternehmen. Der Stillstand der Fahrzeuge bringe keinen wirtschaftlichen Vorteil. (cm)

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  • Insolvenzverfahren: Städtebahn Sachsen fährt wieder
    09. August 2019
    Der Geschäftsbetrieb der Städtebahn Sachsen GmbH wird wieder aufgenommen.
    Dies teilte heute Mittag der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Stephan Laubereau von Pluta mit. Ein genaues Datum wird der Verwalter bekanntgeben, „sobald alle Details geklärt sind“. Laubereau weiter: „Die Finanzierung ist gesichert. Wenn alles reibungslos läuft, dann kann der Bahnverkehr ab der übernächsten Woche – ggf. auch schrittweise – wieder aufgenommen werden.“ Der Betrieb der SBS läuft dann so lange, bis die Notvergabe des Aufgabenträgers VVO abgeschlossen wurde. Eingesetzt werden 16 Triebwagen, die 15 von Alpha Trains sowie „ein Zug von einem anderen Unternehmen“, so Pluta zu Rail Business. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird einen neuen Eisenbahnbetriebsleiter bestellen, der bereits früher bei der SBS beschäftigt war. Zugleich wurde die Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert, sodass die Gehälter der rund 90 Mitarbeiter pünktlich zum 15.08.2019 ausgezahlt werden können. In den nächsten Tagen werden nun die Fahrzeuge gecheckt und gewartet, das IT-System muss hochgefahren und alle Versicherungsthemen umgesetzt werden. (cm)

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