TT: Spritpreis: Durchschnittslohn in Österreich ist 1817 Liter Benzin wert

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  • TT: Spritpreis: Durchschnittslohn in Österreich ist 1817 Liter Benzin wert

    Mit Eisenbahn hats zwar nur am Rande zu tun, die Statistik finde ich aber trotzdem sehr interessant!


    Spritpreis: Durchschnittslohn in Österreich ist 1817 Liter Benzin wert

    Für eine Durchschnittseinkommen in Österreich bekommt man laut einer Untersuchung 1817 Liter Sprit, in Venezuela gar 14 Milliarden Liter.
    Krakau — Der Benzinpreis hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel vom Ölpreisen auf internationalen Märkten, Steuern oder Margen von den Tankstellenbesitzern. Nun hat die „Schnäppchen-Plattform" Picodi erhoben, wie viele Liter Sprit ein Konsument für den Durchschnittslohn in Österreich und anderen europäischen Ländern kaufen kann. Ein erstes Fazit: Laut der Studie bedeutet der Zugriff zu größeren Rohstoffressourcen nicht immer, das Benzin für einen Durchschnittsverbraucher leichter zugänglich ist.

    Österreich befindet sich auf der sechsten Stelle dieses Rankings. Für einen Durchschnittslohn von 2239 Euro können sich die Österreicher 1817 Liter Sprit leisten. Der statistischer Österreicher befindet sich eine Stufe niedriger auf der Rangliste als ein statistischer Ire (1865 Liter Kraftstoff für zirka 2570 Euro) und eine Stufe höher im Vergleich zu den Bewohner von Deutschland (1740 Liter Benzin für 2239 Euro). Das günstigste Preisverhältnis von einem Liter Benzin zum Durchschnittsgehalt, in diesem Teil der Welt, findet man in der Schweiz und in Luxemburg — also in den Ländern, in denen kein Öl gefördert wird. Das durchschnittliche Gehalt dort ermöglicht den Bewohnern sich 3388 bzw. 2827 Liter Sprit zu gönnen. Der dritte Platz, unter den von Picodi analysierten 42 Ländern, ist von Norwegen belegt (1989 Liter).

    Am Ende der Liste stünden Länder wie Moldawien, die Ukraine und Albanien, in denen die durchschnittliche Gehaltskapazität 300 Liter Benzin nicht überschreite, also nur ein Zehntel davon sei, was sich der Spitzenreiter der europäischen Rangliste leisten kann.

    14 Milliarden Liter Sprit für 26 Euro
    Auf der Suche nach der höchsten Quote der gekauften Liter Benzin hat Picodi nach eigenen Angaben Preise und Gehälter in mehr als 100 Ländern auf sechs Kontinenten analysiert. Führend in dieser Rangliste sei Venezuela, wo ein Liter Benzin 0,000000002 Euro kostet, damit könne man für ein durchschnittliches Gehalt von rund 26 Euro über 14 Milliarden Liter Sprit kaufen. Angesichts der chaotischen Zustände in dem südamerikanischem allerdings ein mehr als schwacher Trost für die Bevölkerung.

    Die eigentliche Spitzenreiter der Rangliste sind laut Picodi die Staaten des Persischen Golfs. In Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten würdne die Preise für einen Liter zwischen 0,4 und 0,6 Euro pendeln. Für das nationale Durchschnittseinkommen könne man dort zwischen 4900 und 6500 Liter Benzin kaufen.

    Billiger Sprit, aber niedriger Lohn
    Die hohe Position von USA oder Kanada, erkläre sich nicht nur durch die hohe Vergütung, sondern auch durch die Menge an geförderten Öl. Die Schweiz und Luxemburg wiederum würden sich nur durch hohes Einkommen auszeichnen. Die geringste Literzahl für das Durchschnittsgehalt kann in Madagaskar (42 Liter), in Tadschikistan (131 Liter) und in Sambia (137 Liter) gekauft werden.

    Nigeria sei ebenfalls ein interessantes Beispiel. Obwohl es ein Land ist, das beträchtliche Mengen Öl fördert und exportiert, als auch einen der günstigsten Benzinpreise pro Liter anbietet (0,36 Euro po Liter), reicht der wirklich niedrige Durchschnittslohn von 179 Euro nicht aus, um eine beträchtliche Menge Benzin zu kaufen (501 Liter). (TT.com)
  • Im Kurier vom 6.4.2012 war ein Artikel über die Bnzinpreise im Jahr 1972...:


    06.04.2012
    1972 war eine Tankfüllung am teuersten
    Nie war Tanken teurer wie heute. Soweit die Gerüchtebörse. Mit der Realität hat das nicht viel zu tun.

    Faktum ist: Stellt man die Spritpreise in Relation zu den Einkommen, dann schaut die Welt der Autofahrer anders aus. Als Anfang der 1970er Jahre die Treibstoffpreise in die Höhe schossen war eine Tankfüllung am teuersten. Zwanzig Jahre später war Benzin günstiger zu haben. Derzeit ist das Preisniveau wieder hoch, aber immer noch niedriger als 1972.

    Ein Facharbeiter der den im Kollektivvertrag festgelegten Mindestlohn verdient, muss heute für einen Liter Eurosuper siebeneinhalb Minuten arbeiten. Vor zwanzig Jahren waren es rund sechseinhalb Minuten. Für 1972 hat die Statistik Austria keine Zahlen für Superbenzin, sondern lediglich für Normalbenzin erfasst. Selbst für einen Liter vom billigeren Normalbenzin musste ein Facharbeiter damals neuneinhalb Minuten malochen.

    Teurer Diesel

    © Bild: EPA

    Am meisten Grund zur Klage haben die Besitzer von Fahrzeugen mit Dieselmotoren. In Relation zum Einkommen stieg die Arbeitszeit für einen Liter Diesel in den vergangenen zwanzig Jahren von knapp unter fünf Minuten auf fast sieben Minuten.

    Zwar benötigen moderne Motoren weniger Sprit, aber die Autos haben an Gewicht und Motorleistung zugelegt. Ein Golf 1 (gebaut in Deutschland von 1974 bis 1983) hatte ein Leergewicht von 750 bis 805 Kilo. Beim Golf VI (gebaut seit 2008) fallen je nach Motorisierung zwischen 1217 und 1541 Kilo an. Der stärkste Motor im ersten Golf leistete 100 Kilowatt. Einen Golf VI gibt es mit 199 Kilowatt.

    Manche Produkte sind in Relation zu den gestiegenen Einkommen billiger zu haben. Die zum Erwerb eines Kilo Brotes notwendige Arbeitszeit ist seit 1972 um drei Minuten gesunken.