[WL] Untersuchung der Artenvielfalt auf Grünflächen entlang von Straßenbahnlinien

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  • [WL] Untersuchung der Artenvielfalt auf Grünflächen entlang von Straßenbahnlinien

    Forscherinnen untersuchen „Bim“-Wiesen

    Expertinnen der Universität für Bodenkultur (BOKU) untersuchen aktuell die Grünflächen der Wiener Linien – in Hinblick auf Bienen, Schmetterlinge, Heuschrecken und Pflanzen. Sie wollen herausfinden, wer auf diesen Flächen lebt. Die ersten Erkenntnisse gibt es schon.

    Online seit heute, 0.02 Uhr
    Auf Basis der gewonnenen Daten soll ein Maßnahmenkatalog zur Förderung und zum Erhalt der Biodiversität auf „Öffi“-Flächen erstellt werden. Davon profitieren Mensch und Tier, heißt es bei den Wiener Linien, denn mehr Grünflächen bedeuten mehr Lebensraum für Lebewesen und Abkühlung für die Stadt.
    In Kooperation mit der BOKU werden innerhalb von zwei Jahren 25 innerstädtische Grünflächen mit einer Gesamtfläche von über 3,6 Hektar der Wiener Linien untersucht. Es ist die größte Analyse, die es bisher bei den Wiener Linien gab.
    Die Forscherinnen untersuchen insgesamt 25 Grünflächen der Wiener Linien. Foto: ORF

    Seltene Bienen und Hummeln gefunden

    Aktuell nehmen Forscherinnen Grünflächen im Wiener-Linien-Netz zwischen Siebenhirten und Leopoldau unter die Lupe. Abhängig von der untersuchten Tier- und Pflanzengruppe werden bis zu fünfmal pro Jahr Erhebungen der Arten auf diesen Flächen durchgeführt. Das Forschungsprojekt kostet rund 150.000 Euro.
    Die ersten Ergebnisse sind für die Forscherinnen vielversprechend. „Die Siebendornige Wollbiene galt vor wenigen Jahren bei uns noch als sehr selten. Auf blütenreichen Standorten wie Straßenbahnböschungen fühlt sie sich sichtlich wohl“, so Bärbel Pachinger und Sophie Kratschmer, Wildbienenexpertinnen der BOKU. "Ein besonderer Fund gelang uns auf einer Fläche in Rodaun, wo ein Männchen der Mooshummel, eine sehr seltene Hummelart, nachgewiesen wurde.“
    460 Wildbienenarten gibt es in Wien – ein Stück pro Art bewahrt die BOKU auf. Foto: ORF

    Wiesen werden kaum gemäht

    Auf den Böschungen neben der Straßenbahnlinie 60 findet sich eine artenreiche Wiesenvegetation. Auf Probeflächen von 24 Quadratmetern wurden knappe 40 Pflanzenarten gefunden, das ist doppelt so viel wie auf häufig gemähten Rasenflächen. Zwischen der Breitenfurter Straße und der Anton-Krieger-Gasse sind es bis jetzt 159 Pflanzenarten.
    Die Böschungen neben der Straßenbahn werden nur drei-, viermal pro Jahr gemäht. Gelbblühender Wiesen-Bocksbart, dunkelrosa Saat-Esparsette, violetter Wiesen-Hahnenfuß, purpurne Wiesen-Flockenblume und zartrosa Buntkronwicke sind daher in hoher Anzahl vorzufinden.
    red, wien.ORF.at
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